Die Wahl des richtigen Pflegedienstes

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Im fortgeschrittenen Alter kann der Bedarf nach Unterstützung im Alltag wachsen und irgendwann wird häufig eine Pflege notwendig.

Für Angehörige ist diese Pflege mit einem großen Aufwand verbunden und in vielen Fällen nicht realisierbar. Hier kommen Pflegedienste ins Spiel, die die tägliche Pflege von älteren Personen übernehmen.

Angehörige haben danach die Möglichkeit, sich wieder der gemeinsamen Zeit mit ihrem Familienmitglied zu widmen, ohne dabei ständig die Versorgung und Pflege im Blick zu haben.

Aufgrund der großen Auswahl an Pflegediensten helfen die nachfolgenden Tipps bei der Wahl eines geeigneten Anbieters.

Persönliche Empfehlungen und Bewertungen

Um einen ersten Eindruck vom Angebot vor Ort zu erhalten, lohnt sich natürlich ein Blick in das Internet. Hier sind die meisten Pflegedienste aufgeführt und mit eigener Website vertreten.

Nachdem das Angebot genauer in Augenschein genommen wurde, lohnt sich dann jedoch die Recherche im Bekanntenkreis.

Wer sich bei Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen oder dem eigenen Hausarzt nach Pflegediensten vor Ort erkundigt, der wird schnell auch die persönlichen Erfahrungen der Befragten kennenlernen und kann sich so ein Bild von den besten Anbietern machen.

Je intensiver die Pflege ausfallen soll, desto intensiver sollte auch die Recherche im Vorfeld sein. Schließlich verbringen die Pflegekräfte viel Zeit mit der betreffenden Person und übernehmen verantwortungsvolle Aufgaben. Wer im Bekanntenkreis keine Empfehlung erhält, der kann sich im Internet in Bewertungsportalen umsehen.

 

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Termin für ein Vorgespräch vereinbaren

Wenn einige Pflegedienste in die engere Wahl gezogen wurden, dann kann mit den entsprechenden Vertretern ein Vorgespräch vereinbart werden. Hier lässt sich auch schnell erkennen, wie professionell die Dienste arbeiten. Es ist darauf zu achten

  • wie kurzfristig die Mitarbeiter einen Termin anbieten,
  • ob sie in die Räumlichkeiten der zu pflegenden Person kommen, um sich direkt ein Bild zu machen,
  • und wie das Erscheinungsbild des Vertreters ist.

Professionelle Dienste für häusliche Intensivpflege erstellen nach einem Vorabgespräch ein umfassendes und individuell abgestimmtes Angebot zur Pflege. Dabei finden die Pflegestufe und der damit verbundene Pflegeaufwand, die individuellen Wünsche und alle anderen persönlichen Umstände Berücksichtigung.

Ein professionelles Angebot sollte die Kosten für Leistungen direkt aufführen oder eine Leistungstabelle mit Kostenübersicht enthalten. Außerdem sollte beider Beratung auch mitgeteilt werden, wie hoch die Kostenbeteiligung in den einzelnen Pflegestufen durch die Pflegekasse ist.

Nachdem mehrere Vorgespräche geführt und Angebote eingeholt wurden, kann dann die Entscheidung für einen der Dienste fallen.

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Am Ende entscheidet das Bauchgefühl

Nachdem die verschiedenen Kriterien für einen professionellen Pflegedienst erfüllt sind und wenn dann noch mehrere Anbieter zur Auswahl stehen, fällt die Entscheidung häufig schwer.

Ein relevanter Punkt ist die Frage, ob der Pflegedienst seine Leistungen mit der Krankenkasse abrechnet, denn sonst müssten die Aufwendungen von der zu pflegenden Person selbst oder den Angehörigen getragen werden.

 

 

Außerdem sollte vorab geklärt werden, wie viele Personen sich der zu pflegenden Person annehmen, oder ob ein ständiger Personalwechsel erfolgt. Feste Bezugspersonen sind gerade in der häuslichen Intensivpflege von großem Vorteil, um ein Vertrauensverhältnis aufzubauen.

Auch die Erreichbarkeit im Notfall kann ein Entscheidungskriterium sein. Ideal ist es, wenn der Dienst eine Notfallnummer hat, die rund um die Uhr besetzt ist.

Ganz zum Schluss entscheidet jedoch das Bauchgefühl bei der Wahl eines Pflegedienstes, schließlich hat diese Aufgabe viel mit Vertrauen zu tun.

Checkliste für die Wahl eines Pflegedienstes

Jeder hat natürlich andere Vorstellung, was ihm bei einem Pflegedienst wichtig ist. Auch ist es von der Art und der vermutlichen Dauer der Krankheit abhängig, welcher Pflegedienst benötigt wird. Ich habe Ihnen hier einige Punkte zusammengestellt, von denen für Sie vielleicht der eine oder andere wichtig ist.

  • Holen Sie im Bekanntenkreis, bei der Krankenkasse, bei Ärzten, Beratungsstellen, Pflegestützpunkten oder Therapieeinrichtungen Erkundigungen über den von Ihnen favorisierten Pflegedienst ein?
  • Schauen Sie im Internet, welche Bewertungen der Pflegedienst hat.
  • Ist der Pflegedienst im Notfall über einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen erreichbar?
  • Wird der Pflegedienst an Wochenenden und Feiertagen benötigt, dürfen dafür keine höheren Kosten berechnet werden. Lediglich Nachteinsätze zwischen 22.00 und 6.00 Uhr dürfen zusätzlich berechnet werden.
  • Führen Sie mit mehreren Pflegediensten ein Vorgespräch, um die einzelnen Anbieter vergleichen zu können.
  • Beim Erstgespräch müssen die persönlichen Hilfebedarfe des Pflegebedürftigen erfasst werden. Lassen Sie sich auf dieser Basis einen Kostenvoranschlag mit einer exakten Kostenauflistung ausstellen. Daraus muss auch hervorgehen, welche Kosten von der Pflegekasse übernommen werden und welche Kosten Sie selbst bezahlen müssen. ACHTUNG: Investitionskosten z.B. übernimmt die Krankenkasse/Pflegekasse nicht.
  • Lassen Sie sich alle Leistungen die der Pflegedienst übernehmen soll, schriftlich geben.
  • Seit dem 01.01.2002 ist es gesetzlich vorgeschrieben, dass ein schriftlicher Pflegevertrag abgeschlossen wird.
  • Kann der Pflegedienst alle Leistungen die Sie benötigen auch erbringen? Manche Pflegedienste können zum Beispiel keine außerklinische Heimbeatmung durchführen. Wenn der Pflegedienst die Leistungen an Kooperationspartner weitergibt, wer ist dann dieser Partner?
  • Haben die Mitarbeiter des Pflegedienstes die erforderliche Qualifikation, um Ihren Pflegebedürftigen individuell auf seine Erkrankung hin zu pflegen?

 

Eine Empfehlung von www.Pflege-durch-Angehoerige.de

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  • Welche Pflegedienstleistungen werden von qualifiziertem Fachpersonal übernommen und welche von angelerntem Personal?
  • Hat der Pflegedienst genügend Mitarbeiter, so dass auch Fehlzeiten der Mitarbeiter wie Urlaub, Krankheit usw. abgedeckt werden können?
  • Können die Pflegedienstmitarbeiter im Notfall auch schnell und außerplanmäßig den Pflegebedürftigen aufsuchen?
  • Kann es der Pflegedienst personell abdecken, wenn Sie irgendwann einmal mehr häusliche Pflege benötigen als zum momentanen Zeitpunkt?
  • Wenn die zu betreuende Person eine spezielle Krankheit hat (Krebs, Diabetes, Schlaganfall, Demenz) sollten Sie prüfen, ob der Pflegedienst sich damit auskennt und auf diese Krankheiten geschult ist.
  • Hat der Pflegedienst eine Zulassung der Krankenkasse, um Leistungen aus der medizinischen Behandlungspflege (Spritzen verabreichen, Verbände wechseln usw.)?
  • Hat der Pflegedienst auch genügend Personal, um bei Ihnen die hauswirtschaftliche Versorgung abdecken zu können?
  • Richtet sich der Pflegedienst nach den von Ihnen gewünschten Tageszeiten oder muss der Tagesablauf des Pflegebedürftigen komplett umgestellt werden.
  • Wenn sich der Pflegedienst um die Medikamentenverabreichung kümmert, sollte er auch die Neubestellung der Medikamente und Abholung des Rezeptes beim Arzt übernehmen.
  • Ein guter Pflegedienst schult die Angehörigen und zeigt, wie sie den Angehörigen richtig pflegen. Einige Pflegedienste bieten auch Pflegekurse an.
  • Hilft Ihnen der Sozialdienst des Pflegedienstes weiter: Dieser sollte Ihnen beim Beantragen oder Höherstufen einer Pflegestufe behilflich sein. Ebenso beim Beantragen eines Schwerbehindertenausweises, von Hilfsmitteln oder Pflegehilfsmitteln.
  • Werden weitere Serviceleistungen angeboten wie z.B. Essen auf Rädern, Tages- und Nachtpflege, zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungenmedizinische Fußpflege usw?

Wenn alle Stricke reißen und Sie mit dem Pflegedienst überhaupt nicht zufrieden sind, haben Sie das Recht nach den ersten zwei Wochen des ersten Pflegeeinsatzes fristlos und ohne Angabe von Gründen den Pflegevertrag zu kündigen.

Auf was Sie achten sollten, wenn Sie einen Pflegevertrag mit einem ambulanten Pflegedienst abschließen, lesen Sie bitte in meinem Beitrag „Checkliste: Darauf sollten Sie bei ambulanten Pflegeverträgen achten

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