Diese Krankheitskosten und Pflegekosten können Sie von der Steuer absetzen

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Rechtzeitig zum Jahresende, wenn die Steuerunterlagen gerichtet werden bzw. zum Jahresanfang, wenn man sich überlegt, was alles im kommenden Jahr mit in die Steuererklärung einfließen könnte, möchte ich auf die Möglichkeit der steuerlichen Abzugsfähigkeit von Pflegekosten und Krankheitskosten aufmerksam machen.

Nicht nur die zum Teil sehr hohen Pflegekosten (für Pflegeheim, Pflegediensthäusliche Pflege usw.) können bei der Steuer angesetzt werden, sondern auch die allgemeinen Krankheitskosten. 

Auch hier fallen übers Jahr gesehen oftmals immense Kosten an, was einem manchmal erst auffällt, wenn all die Belege und Rechnungen zusammengerechnet werden. Doch wer glaubt, daß er die zumutbare Belastungsgrenze für die bei der Steuer anrechenbare “Außergewöhnliche Belastung” nicht überschreitet, sollte trotzdem alle Belege und Rechnungen sammeln. Am Jahresende kann dann geprüft werden, ob die Kosten nicht doch die Belastungsgrenze überschreiten.

Denn nicht nur Krankheitskosten zählen zu den Außergewöhnlichen Belastungen, sondern noch viel mehr, wie Sie weiter unten gerne nachlesen können. 

Führen die Krankheitskosten prinzipiell zu Steuererleichterungen

Wichtig ist, dass das ganze Jahr über alle Belege und Rechnungen gesammelt werden. Wurde mit allen Kosten (nicht nur Krankheitskosten), die als Außergewöhnliche Belastung beim Finanzamt geltend gemacht werden können, die zumutbare Belastungsgrenze überschritten, können diese überschreitenden Kosten steuerlich geltend gemacht werden.

Wie sich die zumutbare Belastung berechnet und ein entsprechendes Rechenbeispiel, finden Sie weiter unten in diesem Beitrag. 

 

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Was zählt zu den Krankheitskosten

Auf den ersten Blick denkt man bei Krankheitskosten an Zuzahlungen für Medikamente oder Brillen. Aber in Wirklichkeit können noch wesentlich mehr Kosten angesetzt werden, wie die nachfolgende Liste zeigt.

ACHTUNG: In den meisten Fällen ist ein amtsärztliches oder vertrauensärztliches Attest oder Gutachten nötig, welches VOR Beginn der Behandlung/Therapie ausgestellt sein und dann dem Finanzamt bei der Steuererklärung vorgelegt werden muss. Keine Verordnung wird zum Beispiel bei den Eigenanteilen für Brillen benötigt. 

  • Abfindung an einen Vormieter bei krankheitsbedingtem Wohnungswechsel
  • Akupunktur
  • Allergikerbetten, -Bettzeug -,Medikamente usw.
  • Alternative Behandlungsmethoden
  • Arzneimittel Zuzahlungen
  • Arzneimittel (nicht rezeptpflichtig, aber vom Arzt verordnet wie z. B. auch Schmerzmedikamente, Vitaminpräparate, Mineralstoffpräparate, Aufbaupräparate, Augentropfen, Grippemittel)
  • Arztkosten
  • Ausland: Medizinische Behandlung und Medikamente im Ausland, welche nicht von der Krankenkasse bezahlt wurden
  • Badekuren
  • Begleitperson (Kosten für die Begleitperson – bzw. als Begleitperson)
  • Begleitperson als Elternteil von kranken Kindern (hier können die Zusatzkosten, welche als Begleitperson für das kranke Kind entstehen, steuerlich geltend gemacht werden)
  • Beschäftigungs-/Ergotherapie
  • Besuchsfahrten zu Familienangehörigen, welche sich in stationärer Behandlung befinden und der Besuch aus medizinischer Sicht notwendig ist (Bescheinigung Klinik erforderlich)
  • Bewegungstherapie
  • Brillen
  • Dialysebehandlung
  • Elektromobil Anschaffungskosten sowie Wartungskosten

 

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  • Psychotherapie (mit amtsärztlichem Attest)
  • Rehaklinik-Tagespauschale (Zuzahlung für private Behandlung / Chefarztbehandlung, Tagespauschale usw.)
  • Rezeptgebühren
  • Sauerstofftherapien
  • Schönheitsoperationen (nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen)
  • Tiertherapien (nur mit amtsärztlichem Attest)
  • Treppenlift Anschaffungskosten sowie Wartungskosten (bei medizinischer Notwendigkeit)
  • Übernachtungskosten für Besuche bei Familienangehörigen, welche sich in stationärer Behandlung befinden und die Klinik weit entfernt ist, so dass ein Hin- und Herfahren unzumutbar wäre. Auch hier muss wieder eine medizinische Notwendigkeit vorliegen
  • Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen (behindertengerechter Umbau einer Wohnung/eines Hauses, eines Bads oder einer begehbaren Dusche / bzw. Ausbau Badewanne und Einbau barrierefreie Dusche oder sogar ein kompletter Neubau)
  • Zahnarztkosten
  • Zahnersatz

Welche Krankheitskosten können nicht bei der Steuer abgesetzt werden

  • Kosten für Maßnahmen, für die es kein amtsärztliches Attest gibt (Abmagerungskuren, selbst bezahlte Medikamente usw.)
  • Kosten für vorbeugende Maßnahmen (Prophylaxe)
  • Trinkgelder für Pflegepersonal
  • Kosten, die die Krankenkasse übernommen hätte (z. B. können keine Kosten steuerlich geltend gemacht werden, die zum Beispiel die private Krankenkasse bezahlt hätte, dadurch aber die Beitragsrückerstattung nicht mehr gewährt gewesen wäre)
  • Kosten für Telefon oder TV bei stationärer Unterbringung

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Wie hoch ist die zumutbare Belastung

Das ist abhängig vom Familienstand und der Zahl der Kinder und liegt zwischen 1 % und 7 % des Gesamtbetrages der Einkünfte 

Rechenbeispiel

Fall A

Herr A ist Single ohne Kinder mit einem Jahreseinkommen von 45.000 Euro. Seine zumutbare Belastungsgrenze beträgt 6 %, also 2.700 Euro

Fall B

Herr B ist verheiratet, hat 3 Kindern, rechnet seine Einkommenssteuer im Splittingverfahren ab und hat ein Jahreseinkommen von 45.000 Euro. Seine zumutbare Belastungsgrenze beträgt 1 %, also gerade noch 450 Euro 

Angenommen Herr A hatte im laufenden Jahr Ausgaben für Scheidungskosten von 1.500 Euro, Beerdigungskosten von 3.000 Euro und Krankheitskosten von 500 Euro zu bezahlen, dann würde die Berechnung wie folgt aussehen: 

Zumutbare Belastungsgrenze 2.700 Euro
Scheidungskosten 1.500 Euro
Beerdigungskosten 3.000 Euro
Krankheitskosten 500 Euro
Gesamt Ausgaben 5.000Euro
Zumutbare Belastungsgrenze ./. 2.700 Euro
Kosten, die bei der Steuer angerechnet werden können 2.300 Euro 

Herr A muss 2.700 Euro selbst bezahlen. Danach kann er alle Aufwendungen, die oberhalb der 2.700 Euro liegen als außergewöhnliche Belastung steuerlich geltend machen. In seinem Fall würde das bedeuten, dass er für 2.300 Euro keine Steuer bezahlen muß. Aber nur wenn die Belege gesammelt und mit der Steuer abgegeben wurden. 

Wären bei Herrn A jedoch nur seine Scheidungskosten und seine Krankheitskosten angefallen (also insgesamt 2.000 Euro), könnte er keine Außergewöhnliche Belastung geltend machen, da er seine Belastungsgrenze von 2.700 Euro nicht erreicht hat.

Welche Ausgaben gehören noch zu den Außergewöhnlichen Belastungen

Hierunter fallen zum Beispiel Kosten für:

Krankheitskosten als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben

Wenn die Krankheitskosten als Werbungskosten abgesetzt werden können, hat dies den Vorteil, dass keine zumutbare Belastungsgrenze angesetzt wird.

Krankheitskosten als Werbungskosten/Betriebsausgaben entstehen zum Beispiel aus:

 

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38 comments for “Diese Krankheitskosten und Pflegekosten können Sie von der Steuer absetzen

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