Checkliste: Umzug ins Pflegeheim – was ist zu tun und was muß in den Koffer

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Wer pflegebedürftig ist und zu Hause nicht mehr gepflegt werden kann, für den kann ein Umzug in ein Pflegeheim unvermeidbar sein.

Der Umzug in eine Senioreneinrichtung wie z.B. in ein Pflegeheim, Altenheim, ins Betreute Wohnen oder in eine Seniorenresidenz ist ein gravierender neuer Lebensabschnitt, der gut geplant sein sollte, denn vieles muss beachtet werden.

Es ergeben sich aus der Unterbringungsart „vollstationäre Heimunterbringung“ oder „Betreutes Wohnen“ gewisse organisatorische und krankenkassentechnische Unterschiede.

Deshalb ist hier immer vorher mit der Heimleitung oder dem Sozialdienst der Pflegeeinrichtung zu sprechen.

Damit Sie nichts vergessen, habe ich Ihnen eine Checkliste zusammengestellt, was Sie beim Umzug in eine Pflegeeinrichtung/Betreutes Wohnen beachten müssen und mitnehmen sollten. In dieser Liste ist auch inbegriffen was zu tun ist, wenn eine Wohnung/ein Haus aufgelöst werden muss.

Ich habe Ihnen hier alles aufgeführt, was kommen kann oder evtl. benötigt wird. Dies ist jedoch von Fall zu Fall unterschiedlich und deshalb müssen Sie selbst entscheiden, welche Punkte für Sie in Frage kommen. 

Es ist wichtig, sich im Vorfeld zu erkundigen, welche Pflegeeinrichtung für Sie in Frage kommt. Eine Checkliste zum Aussuchen eines passenden Pflegeheims finden Sie in meinem Beitrag „Woran erkennt man ein gutes Pflegeheim„.

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Mein TIPP: Lassen Sie sich beraten, ob eine
Kostenübernahme durch Krankenkasse möglich ist
 

Falls Sie sich nicht gleich entscheiden können, haben Sie auch die Möglichkeit, in einem Seniorenheim zur Probe zu wohnen. Wenn Sie sich für eine passende Einrichtung entschieden haben, können Sie alle weiteren Schritte einleiten. 

Vor dem Umzug

  • Prüfen Sie die Finanzierung des Pflegeheimplatzes. In meinem Beitrag „Was kostet ein Pflegeheim“ erfahren Sie, welche Kosten auf Sie zukommen können.
  • Bei der Finanzierung ist aber auch zu beachten, daß Kinder nicht Haus und Hof verkaufen müssen, um die Pflegekosten ihrer Eltern zu finanzieren. Denn: Kinder müssen nicht zwingend für die Pflegeheimkosten ihrer Eltern aufkommen. Hier noch mein Buchtipp: „Ratgeber Elternunterhalt – Pflege und Heim, wann müssen Kinder zahlen
  • Eventuell Sozialhilfe beantragen für die zusätzliche Finanzierung 
  • Umzugsunternehmen beauftragen (Preisvergleich Umzugsunternehmen)
  • Pflegestufe beantragen, falls noch nicht erledigt. Pflegestufe kann auch über Sozialdienst des Pflegeheims beantragt werden. Falls Pflegestufe abgelehnt oder falsch eingestuft wurde, Widerspruch einlegen
  • Pflegekasse/Krankenkasse darüber benachrichtigen, dass Sie in ein Pflegeheim umziehen (Antrag auf Übernahme der Kosten für vollstationäre Unterbringung ausfüllen und der Pflegekasse zusenden)
  • Mietvertrag für Wohnung/Haus kündigen
  • Reparaturen für die bisherige Wohnung organisieren
  • Wohnungsauflösung: Wohnung und Hausrat auflösen (verkaufen, verschenken, entsorgen)

  • Keller und Bühnenraum entrümpeln
  • Mit der Heimleitung abklären, welche Möbel ins Pflegeheim mitgenommen werden dürfen
  • Haustiere: In manchen Einrichtungen sind Haustiere erlaubt. Dies muß jedoch mit der Heimleitung geklärt werden
  • Daueraufträge bei der Bank kündigen
  • Behandelnde Ärzte von Umzug benachrichtigen
  • Mit Hausarzt klären, ob er die Betreuung in der Pflegeeinrichtung weiterhin übernimmt oder ob über die Pflegeeinrichtung ein Arzt organisiert werden muss.
  • Wohnungsübergabetermin mit Vermieter vereinbaren
  • Eventuell müssen Namensetiketten an der Bekleidung angebracht werden (mit Heimleitung abklären) 
  • Der Umzug (Umzugskosten) ins Pflegeheim sowie eventuelle Renovierungsarbeiten für eine Wohnung im Betreuten Wohnen können unter Umständen als Wohnumfeldverbessernde Maßnahmen von der Krankenkasse bezuschusst werden. Bitte rechtzeitig Antrag bei der Pflegekasse stellen

Mit Pflegestufe bis zu 4.000 Euro Zuschuss

Adressänderungen / Vertragskündigung

Prüfen Sie bitte in der Zeit vor der Heimaufnahme, von wem Sie regelmäßig Post bekommen und schicken Sie eine Adressenänderungs-Mitteilung bzw. kündigen Sie Verträge, die Sie nicht mehr benötigen.

  • Ambulanten Pflegedienst kündigen
  • Banken von Wohnungswechsel benachrichtigen / evtl. Daueraufträge kündigen
  • Energielieferant (Gas, Wasser, Strom) kündigen/Adressänderung
  • Finanzamt
  • Freunde, Verwandte, Bekannte
  • Gemeindeverwaltung
  • GEZ kündigen (Heimbewohner brauchen keine GEZ-Gebühren zu bezahlen). Einen Antrag finden Sie hier
  • Hausnotrufsystem (falls vorhanden) kündigen
  • Kabelanschluß kündigen
  • Mahlzeitendienst kündigen
  • Nach dem Umzug bei Gemeinde-/Stadtverwaltung ummelden
  • Nachsendeantrag für die Post ausstellen
  • Pflegekasse / Krankenkasse von Umzug benachrichtigen
  • Rentenversicherung von Umzug benachrichtigen
  • Rückgabe von Hilfsmitteln, die nicht ins Pflegeheim (zum Beispiel WC-Sitz, Pflegebett, usw.) mitgenommen werden
  • Telefon kündigen
  • Therapeuten von Umzug benachrichtigen
  • Vereine kündigen oder Mitteilung neue Adresse
  • Versicherungen kündigen/umschreiben lassen
  • Zeitungsverlage (Zeitschriften-Abos) kündigen oder auf neue Adresse umschreiben lassen 

In diesem Zusammenhang möchte ich jedoch noch zuerst auf ein Buch hinweisen, das sich mit dieser Thematik ausführlich beschäftigt „Die neue Vorsorge-Mappe mit CD-ROM – Alles für den Krankheits- oder Todesfall“. Weitere interessante Buchempfehlungen rund um das Thema Pflege finden Sie in der Rubrik Buchtipps

Versicherungen

Prüfen Sie, welche Versicherungen Sie im Pflegeheim noch unbedingt benötigen und welche Sie kündigen können. Klären Sie auch mit der Heimleitung, mit welchen Versicherungen Sie als Bewohner automatisch über das Pflegeheim versichert sind.  Policen Ihrer Versicherungen sollten Sie auf die neue Adresse umschreiben lassen oder kündigen

  • Sterbegeldversicherung (wenn vorhanden, macht es Sinn diese auch weiterhin zu behalten)
  • Hausratversicherung (nicht unbedingt nötig)
  • Private Haftpflichtversicherung (sehr sinnvoll. Haftpflichtversicherung kommt für Schäden auf, die durch die eigene Person entstanden sind)
  • Private Krankenversicherung
  • Private Pflegeversicherung 

Akten und Dokumente

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Klären Sie beim Heimeinzug, mit der Pflegeeinrichtung, welche Dokumente Sie bei der Heimverwaltung hinterlegen müssen. Wenn möglich, hinterlegen Sie diese Dokumente jedoch nur als Kopie.

Alle anderen Dokumente sollten bei Ihnen selbst oder bei Ihrem Beauftragten/Vertretungsberechtigten hinterlegt sein. Die mit einem * gekennzeichneten Positionen müssen nicht zwingend vorhanden sein. Wenn Sie jedoch diese Dokumente haben, sollten Sie griffbereit an einem zentralen Ort vorliegen. 

Hilfsmittel

Nehmen Sie Ihre Hilfsmittel, soweit möglich, in die Pflegeeinrichtung mit. Hilfsmittel die Sie im Pflegeheim nicht mehr benötigen und die von der Krankenkasse bezahlt wurden, müssen Sie zurückgeben. Die Abwicklung der Rückgabe ist mit der Krankenkasse bzw. dem Lieferanten des Hilfsmittels (z.B. Sanitätshaus) abzuklären.

Hier kostenlos Pflegehilfsmittel anfordern

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Hilfsmittel im Pflegeheim

Auch Bewohner von Pflegeheimen haben Anspruch auf Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel. Mehr dazu hier

Pflegehilfsmittel

Personen mit Pflegestufe haben monatlich Anspruch auf Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro. Wenn Sie in einem Pflegeheim gepflegt werden, haben Sie keinen Anspruch mehr auf diese Pflegehilfsmittel. Wenn Sie ein Abonnement haben, sollten Sie dieses kündigen.

ACHTUNG: Wenn Sie jedoch in ein Betreutes Wohnen einziehen (also nicht stationär gepflegt sondern allenfalls durch einen ambulanten Pflegedienst betreut werden), haben Sie auch weiterhin Anspruch auf die Pflegehilfsmittel. Klären Sie das bitte mit der Pflegedienstleistung ab. 

Was sollten Sie an persönlichen Dingen mitnehmen

  • Lesebrille, Sonnenbrille
  • Zahnprothesen
  • Nachtwäsche
  • Unterwäsche
  • Socken, Strümpfe, Strumpfhosen, Kompressionsstrümpfe
  • Hausanzug, Jogginganzug
  • Morgenmantel
  • Schuhe
  • Bargeld
  • Kalender
  • Jacken, Mäntel, Hosen, Blusen, Hemden, T-Shirts, Röcke, Kleider, Mützen, Hut, Schal, Handschuhe
  • Erinnerungsstücke / Lieblingsstücke
  • Handtaschen
  • Waschlappen, Handtücher, Duschtücher
  • Hygieneartikel wie Duschgel, Shampoo, Spiegel, Deodorant, Cremes, Rasierapparat
  • Nagelfeile / Nagelschere
  • Wenn möglich und gewünscht das eigene Bett, oder die eigene Matratze und evtl. Bettwäsche
  • Möbel (Regal, Schrank, Sessel, Kommode)
  • Bilder und Fotoalben
  • Bücher
  • Radio, Fernseher, CD-Spieler, evtl. Laptop
  • Kaffeemaschine
  • Geschirr

Extra-Tipp

  • Kosten für das Pflegeheim (Umzugskosten, Zuzahlungen zur Heimunterbringung, usw.) können beim Finanzamt als Außergewöhnliche Belastung von der Steuer abgesetzt werden. Sprechen Sie diesbezüglich mit Ihrem Steuerberater oder dem Finanzamt.
  • Auch Pflegestützpunkte können Ihnen beratend zur Seite stehen.
  • Einen Überblick über Pflegeheime in Ihrer Umgebung finden Sie in meinem Einrichtungsfinder.
  • Eine Checkliste zur Auswahl eines Pflegeheims finden Sie  in meinem Beitrag:

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35 comments for “Checkliste: Umzug ins Pflegeheim – was ist zu tun und was muß in den Koffer

  1. 3. Juli 2015 at 11:16

    Danke für den Hinweis. Wir werden daran arbeiten.

  2. Peter
    3. Juli 2015 at 10:32

    Angepasste Druck Stylesheets für diese Seite wären ein gute Idee, dann könnte man sich die Checkliste ausdrucken.

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