Demenzpatienten im Krankenhaus – das sollte beachtet werden

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Für Demenzpatienten ist die gewohnte Umgebung sehr wichtig. Ist ein Krankenhausaufenthalt nötig, sollte dieser gut vorbereitet sein.

Obwohl unsere Gesellschaft immer älter wird und die Anzahl der Demenzerkrankten stetig steigt, gibt es viel zu wenige Demenzstationen in Akutkliniken, die darauf eingestellt sind, Demenzpatienten optimal zu betreuen.

Das bedeutet für die pflegenden Familienmitglieder, dass sie selbst unter Umständen stark gefordert sind, wenn ihr dementer Angehöriger in eine Klinik eingewiesen wird.

Worauf ist bei der Auswahl einer Klinik zu achten

Ideal sind Krankenhäuser mit eigenen Demenzstationen oder Geriatrieabteilungen. Man sollte davon ausgehen können, dass in diesen Kliniken das Personal entsprechend auf Demenzerkrankungen und das Verhalten dementer Patienten geschult ist.

Außerdem kann erwartet werden, daß in Spezialkliniken die Einrichtung und Gestaltung der Demenzstationen auf die speziellen Bedürfnisse der Patienten abgestimmt ist, denn Demenzpatienten verhalten sich meist ganz anders, als wir es von gesunden Menschen gewohnt sind.

Je nach Stadium der Demenz muss mit folgenden Reaktionen gerechnet werden

Leider werden demente Patienten im Krankenhaus vom Personal und den Mitpatienten meist als Störfaktor betrachtet. Demenzerkrankte brauchen wesentlich mehr Betreuungs- und Behandlungszeit, die das Personal nicht hat. Ihr Verhalten ist oft befremdlich und Mitpatienten als auch Personal verstehen nicht, was in dem dementen Kopf vorgeht.

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  • Dementen Menschen fehlt die Orientierung. Sie wissen oft nicht mehr wo sie sind und neigen deshalb zur Bettflucht, da sie ihr Zuhause suchen
  • Es ist damit zu rechnen, dass sie sogar das Krankenhausgelände verlassen
  • Um das ungewollte Verlassen des Betts zu verhindern, dürfen Krankenhäuser den Patienten weder anbinden noch Gitter am Bett anbringen. Beides zählt zu den freiheitsentziehenden Maßnahmen, welche nur erlaubt sind, wenn eine richterliche Genehmigung vorliegt. Eine Vorsorge- oder Generalvollmacht der pflegenden Angehörigen reicht nicht aus, um dem Krankenhauspersonal zu erlauben, Bettgitter anzubringen. Deshalb müssen andere Maßnahmen getroffen werden
  • Das unkontrollierte Verlassen des Betts kann dazu führen, dass der Patient stürzt oder dass z.B. Schläuche, Katheder, Infusionen usw. herausgerissen werden. Dadurch sind Verletzungen und Brüche vorprogrammiert
  • Das Denk- und Urteilungsvermögen ist eingeschränkt, man spricht auch von einer eingeschränkten Alltagskompetenz. Sie sind mit der neuen Situation überfordert und können sie nicht einschätzen
  • Der ungewohnte Tagesablauf, die fremde Umgebung und die unbekannten Menschen können beim Patienten Stress auslösen
  • Mitpatienten werden „belästigt“, da die Demenzerkrankten Hilfe suchen. Oftmals stellen sie ständig ein und dieselbe Frage
  • Menschen mit Demenzerkrankungen vergessen die Anweisungen, die sie vom Krankenhauspersonal erhalten haben oder sie verstehen diese nicht. Das führt dazu, dass z.B. verordnete Medikamente nicht genommen werden
  • Die ungewohnte Umgebung kann Unruhe und Aggressivität auslösen
  • Es kann vorkommen, dass Patienten das Essen oder Trinken vergessen oder gar verweigern, was zu einer Mangelernährung führen kann.

Eine Empfehlung von www.Pflege-durch-Angehoerige.de

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All diese Faktoren beeinträchtigen den dementen Menschen und können seinen Gesamtzustand verschlechtern. Deshalb sollte versucht werden, den Klinikaufenthalt für den Patienten so angenehm wie möglich zu gestalten und ihn aber auch so schnell wie möglich wieder in die häusliche Umgebung und Pflege übernehmen.

EXTRA-TIPP – Buchempfehlungen

Rooming-In für pflegende Angehörige

Doch gerade bei Demenz ist eine Betreuung durch einen Angehörigen in der Klinik so wichtig. Wer über eine Krankenhauszusatzversicherung, wie z.B. bei der Volkswagenbank, versichert ist, hat nicht nur Anspruch auf eine Chefarztbetreuung und andere Leistungen, sondern auch auf ein Einbettzimmer, was beste Voraussetzungen für ein Rooming-In bietet.

Die Kostenübernahme für das RoomingIn ist hier geregelt § 11 Abs. 3 SGB V.

RoomingIn bedeutet, dass ein Angehöriger rund um die Uhr im Krankenzimmer des Patienten mit untergebracht ist. Normalerweise sind gesetzlich versicherte Patienten in Mehrbettzimmern untergebracht, was für Demenzerkrankte jedoch eher kontraproduktiv ist.

Der demente Mensch mit seinem erhöhten Betreuungsbedarf kann über ein RoomingIn in einem Einzelzimmer durch seinen Angehörigen optimal versorgt, beaufsichtigt und gepflegt werden.

Achtung: Jedes Krankenhaus und jede gesetzliche Krankenversicherung handhabt das RoomingIn anders.

Klären Sie mit Ihrer gesetzlichen Krankenkasse bzw. privaten Krankenhauszusatzversicherung ab:

  1. Welche Kosten werden übernommen
  2. Welche Bescheinigungen sind über die Notwendigkeit Ihrer Mitaufnahme im Krankenhaus notwendig

Extra-Tipp 24h-Pflege:
Haushaltshilfen aus Osteuropa können nicht nur bei hauswirtschaftlichen Arbeiten helfen, sondern auch zum Teil bei der Pflege.

Was erleichtert einen Krankenhausaufenthalt

Für Menschen mit Demenz ist ein Krankenhausaufenthalt eine besondere (ungewohnte) Situation. Deshalb benötigen sie im Krankenhaus auch eine besondere Versorgung. Nachfolgende Punkte können den Aufenthalt erleichtern

  • Unbedingt das Krankenhauspersonal von der Krankheit, dem Stadium der Demenz und den personenspezifisch zu erwartenden Reaktionen des Patienten in Kenntnis setzen
  • Persönliche Gegenstände, die der Demenz-Kranke kennt, können ein klein wenig Vertrautheit zurückbringen
  • Rooming-In einer Begleitperson ist eine große Hilfe für den Patienten und das Krankenhauspersonal
  • Möglichst viel Unterstützung und Betreuung durch die Angehörigen. Hierunter fällt das Verabreichen von Essen und Getränken, Ablenkung durch Gespräche oder Vorlesen
  • Andere Patienten darüber informieren, dass der Angehörige eine Demenzerkrankung hat. Das fördert zum einen das Verständnis für den Demenzpatienten zum anderen vielleicht auch die Bereitschaft, Hilfe zu leisten wenn der Patient alleine ist
  • Krankenhäuser bieten zum Teil geschulte ehrenamtliche Mitarbeiter zur zusätzlichen Betreuung der Demenzpatienten an
  • Es sollte trotz Krankenhausumgebung versucht werden, dass eine Alltagsstruktur für die Senioren mit Demenz geschaffen wird. Dies kann über Beschäftigungstherapien, Demenzübungen, Gedächtnistraining und andere feste Rituale herbeigeführt werden.

Weitere Informationen

Ähnliche Begrifflichkeiten:

Alzheimer, Alzheimer Demenz, Altersdemenz, Altersverwirrtheit

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