Alltagsbegleiter – die große Hilfe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige

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Pflegende Angehörige kümmern sich oft aufopferungsvoll und mit großem Zeitaufwand um ihre Pflegebedürftigen. Meist bleibt für die eigenen Bedürfnisse wenig Zeit und Raum.

Doch um weiterhin physisch und psychisch gesund zu bleiben, müssen pflegende Angehörige sich Freiräume schaffen und helfen lassen.

Eine hilfreiche Unterstützung können Alltagsbegleiter sein, die kleinere Dienste und Betreuungen abnehmen.

Mit Inkrafttreten des neuen Pflegestärkungsgesetzes im Jahr 2015 haben jetzt alle Pflegebedürftigen Anspruch auf Betreuung durch Alltagsbegleiter. Damit sollen die pflegenden Angehörigen entlastet und die Pflegenden gefördert werden.

Alltagsbegleiter werden auch in Pflegeeinrichtungen eingesetzt. In diesem Beitrag konzentriere ich mich jedoch ausschließlich auf den Einsatz in der häuslichen Pflege.

Vor kurzem hatte ich die Gelegenheit, einmal für ein paar Stunden in einen Ausbildungskurs für Alltagshelfer beim Verein Zuhause leben e.V. reinzuschnuppern. Das war mit der Anlass, um diesen Beitrag zu schreiben.

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Was sind Alltagsbegleiter

Prinzipiell kann jeder einen Alltagsbegleiter engagieren, muss jedoch die Kosten selber tragen, wenn keine Pflegestufe vorliegt.

Mir geht es in diesem Bericht jedoch um Alltagsbegleiter für pflegebedürftige und betreuungsbedürftige Menschen mit Pflegestufe.

Ursprünglich wurden von den Pflegekassen die Kosten für Alltagsbegleiter anteilig nur bei Menschen mit Demenz/Alzheimer übernommen. Seit dem neuen Pflegestärkungsgesetz können jedoch alle Menschen mit einer Pflegestufe die Leistungen eines Alltagsbegleiters in Anspruch nehmen

Alltagsbegleiter entlasten einerseits die pflegenden Angehörigen und fördern andererseits die zu Betreuenden.

Bei der Entlastung der Pflegenden geht es weniger um pflegerische Unterstützung oder Krankenpflege, sondern vielmehr um die Beschäftigung, Förderung und Begleitung der zu betreuenden Personen, was auf unterschiedliche Art und Weise geschehen kann. Manchmal geht es auch einfach nur darum, etwas Gesellschaft zu leisten.

Alltagsbegleiter sollen dem zu Betreuenden die Möglichkeit geben, so weit wie möglich am sozialen Leben teilzunehmen.

Mama wollte das nicht so!

Der Begriff Alltagsbegleiter ist nicht geschützt und die Ausbildungen sind ebenfalls sehr unterschiedlich. Letztendlich muss aber immer die Chemie zwischen dem Betreuer und dem zu Betreuenden stimmen.

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Kostenerstattung / Beantragung Betreuungs- und Entlastungsleistungen

Die Kosten der Alltagsbegleiter sind ganz unterschiedlich und es kann keine allgemein gültige Aussage gemacht werden, was eine Stunde kostet. Hier lohnt sich ein Preisvergleich.

Die Alltagsbegleiter können über zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen aber auch über Verhinderungspflege finanziert werden. Alles was über die Sätze der Pflegekasse hinausgeht, muss selbst getragen werden.

Mehr über zusätzliche Hilfe- und Betreuungsangebote lesen Sie in meinen Beiträgen

Aufgaben der Alltagsbegleiter

Die Aufgaben der Alltagsbegleiter sind ganz unterschiedlich und sind individuell abhängig von der zu betreuenden Person. Pflegebedürftige, bettlägrige Menschen haben andere Ansprüche an die Betreuung als zum Beispiel Menschen mit Demenz.

So freut sich ein bettlägriger Patient vielleicht über ein interessantes Gespräch oder ein Brettspiel am Bett. Dagegen kann einem Demenzkranken mit gesteigertem Bewegungsdrang mit einem ausgiebigen Spaziergang geholfen sein.

Bei den Alltagsbegleitern steht nicht die Pflege im Vordergrund, sondern die Unterstützung bei den Schwierigkeiten des Alltags und das Leisten von Gesellschaft.

Prinzipiell sollen die Betreuungskräfte die älteren und pflegebedürftigen Menschen betreuen und aktivieren um damit den physischen und psychischen Zustand der Betroffenen zu verbessern und somit die Lebensqualität zu erhöhen.

Bitte nicht vergessen
Mit einer Pflegestufe haben Sie Anrecht auf monatliche Pflegehilfsmittel

Wichtig ist, dass bei den Betreuungsangeboten / Aktivierungsangeboten darauf geachtet wird, was für den Patienten ansprechend und fördernd ist. Dabei müssen die Wünsche der Betroffenen berücksichtigt werden. Es nützt keinem etwas, wenn ein Pauschalprogramm abgespielt wird, mit dem der zu Betreuende nichts anzufangen weiß. 

Hier eine kleine Übersicht über die Einsatzbereiche:

  • Begleitung der zu betreuenden Senioren und Pflegebedürftigen zum Friseur, zu Ämtern und Institutionen, zum Arzt oder Therapeuten, zu Einkäufen oder Freizeitaktivitäten, bei Spaziergängen, zum Friedhof, beim Besuch von kulturellen Veranstaltungen.
  • Singen von Liedern, spielen, basteln, vorlesen, malen, kochen oder backen, tanzen oder Bewegungsübungen.
  • Gespräche führen über Themen die den zu Betreuenden interessieren, belasten oder berühren.
  • Hilfe bei hauswirtschaftlichen Tätigkeiten wie Wäsche waschen oder bügeln, Geschirr spülen usw.
  • Hilfe, Unterstützung und Mitwirkung bei kleinen handwerklichen Tätigkeiten oder Gartenarbeiten.
  • Beratung über Hilfeangebote, Essen auf Rädern. Suche nach geeigneten Therapiemaßnahmen usw.
  • Aber auch die Sterbebegleitung gehört mit zu den Aufgaben eines Alltagsbegleiters.

Unterschied zwischen Pflegebegleiter und Alltagsbegleiter

Für Alltagsbegleiter gibt es mehrere Begrifflichkeiten, wie zum Beispiel Präsenzkraft, Betreuungsassistent, Betreuungskraft usw.

Nicht zu verwechseln sind diese Betreuungskräfte mit den Pflegebegleitern.

Pflegebegleiter arbeiten ehrenamtlich. Sie beraten pflegende Angehörige und begleiten auch zu Behörden und Institutionen. Pflegebegleiter übernehmen KEINE Tätigkeiten aus dem Bereich der Pflege und Betreuung und haben somit NUR beratende und informierende Funktion.

Alltagsbegleiter hingegen erbringen alle betreuerischen und teilweise auch pflegerischen Leistungen, wie oben beschrieben im häuslichen Umfeld oder in Pflegeeinrichtungen. Die Betreuung der Alltagsbegleiter kann über Leistungen der Pflegeversicherung abgedeckt werden. Alles was diesen Rahmen überschreitet, muß selbst bezahlt werden.

Wer vermittelt Alltagsbegleiter

Die Vermittlung von Alltagsbegleitern wird ganz unterschiedlich gehandhabt. Fragen Sie am besten bei folgenden Einrichtungen nach, ob sie Alltagsbegleiter vermitteln oder Ihnen entsprechende Anlaufstellen vor Ort mitteilen können:

  • Nachbarschaftshilfe
  • Seniorenservice oder Seniorenbüro Ihrer Gemeinde
  • Pflegestützpunkte
  • Caritative Organisationen und Institutionen
  • DRK
  • Wohlfahrtsverbände
  • soziale Vereine
  • Pflegedienste
  • Auch Ihre zuständige Pflegekasse kann Ihnen sicherlich weiterhelfen
  • Die Agentur für Arbeit vermittelt mittlerweile auch Alltagsbegleiter

Außerdem gibt es für Nordrheinwestfalen eine Internetseite, auf der Unterstützungsangebote abgerufen werden können. PLZ eingeben und auf “suchen” klicken. Hier geht es zur Seite

 

Wer hat ein Anrecht auf Alltagsbegleiter

Prinzipiell kann jeder einen Alltagsbegleiter für sich engagieren.

Wer allerdings die Kosten über die Pflegeversicherung gedeckt haben möchte, braucht eine Pflegestufe bzw. eingeschränkte Alltagskompetenz. 

Vor 2015 bekamen diese Leistungen nur demenzkranke Menschen. Mit der Einführung des neuen Pflegestärkungsgesetzes (PSG I) im Jahr 2015 bekommen jetzt auch Personen mit rein körperlichen Beeinträchtigungen diese Zusatzleistungen.

Andere Begrifflichkeiten

Der Begriff „Alltagsbegleiter“ ist nicht geschützt. Deshalb gibt es auch eine ganze Menge andere Bezeichnungen für Alltagsbegleiter, wie zum Beispiel:

  • Alltagsbetreuer
  • Präsenzkraft / Präsenzkräfte
  • Betreuungsassistent
  • Betreuungskraft / Betreuungskräfte
  • Seniorenbegleiter / Seniorenbegleitung
  • Seniorenbetreuer / Seniorenbetreuung
  • Seniorenassistenz / Seniorenassistent
  • Demenzbegleiter
  • Senioren- und Demenzbegleiter
  • Pflege- und Betreuungsassistent

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19 comments for “Alltagsbegleiter – die große Hilfe für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige

  1. C.Meyer
    30. Mai 2016 at 15:10

    Guten Tag, wenn die Oma das Kind mit Pflegestufe 1 stundenweise übernimmt, aber im rahmen der eingeschränkten Alltagskompetenz, kann diese sich die zeit mit einem stundensatz vergüten lassen ? Vielen Dank

  2. Gerhard Kreuter
    2. April 2016 at 20:43

    Die Präsenzkräfte sind üblicherweise nur über entsprechende soziale Vereine, die sehr oft an Pflegedienste angebunden sind anzufordern. Im Schatten dieser “Betreuungszulage” haben einige graue Schafe begonnen, im Internet ihre Dienste anzubieten. Deren Rechnungen werden von den Pflegekassen nicht übernommen.

    Die bezahlten Präsenzkräfte über die Kassen, werden bei kleineren Hilfen im Garten mit 50Euro+ angesetzt. Preise die doch ein wenig anrüchig sind, weil sich viele “bezuschusste” Kräfte darunter befinden und Rasen mähen eine leichte Tätigkeit ist.

  3. 28. Dezember 2015 at 9:23

    Sehr geehrte Familie Beer,

    die Auskunft Ihrer Krankenkasse ist korrekt. Eine 24h-Betreuungskraft aus Polen wird ebenfalls nicht durch die Krankenkassen getragen. Wenn Sie mögen,können Sie sich über die Kosten sowie Zuschüsse und (steuerliche) Absetzbarkeit gerne direkt auch hier informieren: http://www.24h-pflege-check.de/kosten-24h-pflege/

    Viele Grüße

  4. E. und A.Beer
    27. Dezember 2015 at 11:54

    Unsere 80jährige, allein lebende Mutter ist aus körperlichen Gründen nicht mehr in der Lage, Dinge des täglichen Lebens (Essen zubereiten und einnehmen, Toillettengänge, Körperhygiene etc.) selbst zu erledigen. Sie ist zudem gehbehindert und kann sich nur mit tatkräftiger Hilfe und einem Rollator innerhalb ihrer Wohnung fortbewegen.
    Vom medizinischen Dienst wurde ihr die Pflegestufe 1 und ergänzende Leistungen (104 €) zuerkannt. Die ergänzenden Leistungen werden von der Krankenversicherung nicht ausbezahlt bzw. überwiesen.
    Da wir beide voll berufstätig sind, ein Alters- bzw. Pflegeheim aber für unsere Mutter zumindest derzeit nicht in Frage kommt, haben wir über eine deutsche Agentur eine polnische Pflegekraft (24 Stunden) engagiert. Ist es möglich, die Rechnungen des polnischen Pflegedienstes bei der Krankenkasse einzureichen, um die ergänzenden Leistungen zu erhalten? Telefonisch wurde uns seitens der Krankenversicherung mitgeteilt, dass die ergänzenden Leistungen nur für Sachleistungen vorgesehen seien und eine Pflegekraft keine Sachleistung sei.
    Wir vermuten, dass dies nicht nur uns betrifft, sondern sehr viele Angehörige. Deshalb unsere Anfrage hier über die Kommentarfunktion. Für Ihre Auskunft jetzt schon herzlichen Dank!

  5. 19. Oktober 2015 at 14:41

    Es ist immer schwer, Hilfe bei alltäglichen Dingen zu akzeptieren. Ich finde, dass Pflege zuhause Dank polnischer Pflegekräfte Betroffenen und Angehörigen hilft, besser mit der Pflegesituation umgehen zu können. Pflege zuhause erhält einen großen Teil Alltag, Gewohnheit und Wohlfühlen. Das ist wichtig, um den Gesundheitszustand der pflegebedürftigen Person möglichst optimal zu halten. Häusliche Pflege würde ich einer stationären Pflege immer vorziehen.

  6. 16. Oktober 2015 at 13:57

    Welche Informationen benötigen Sie?

  7. 16. Oktober 2015 at 13:51

    Bitte um weitere Informationen…
    Mit freundlichen Grüßen
    Cornelia Dirscherl

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