So bekommen Sie die Fahrten zum Arzt oder ins Krankenhaus bezahlt

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Für kranke und pflegebedürftige Menschen können relativ häufig Fahrten zu einem Facharzt, zur Dialyse, zum Zahnarzt oder einer Fachklinik usw. anfallen.

Diese Fahrten können nicht immer von den pflegenden Personen aus dem Umfeld abgedeckt werden und es muss ein Taxi oder Krankentransport in Anspruch genommen werden.

Die Kosten hierfür werden in der Regel unter bestimmten Voraussetzungen von der Kasse übernommen.    

Gleich vorweg: Ihre Kosten werden von der Krankenkasse nicht übernommen, wenn Sie ohne Rücksprache mit der Krankenkasse ein Taxi bestellen und sich zum Arzt oder ins Krankenhaus fahren lassen.

Um keine bösen Überraschungen zu erleben und nachher auf den Kosten sitzen zu bleiben, sind einige Dinge zu beachten.  

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Definition Krankenfahrt:

Krankenfahrten sind Fahrten eines kranken Menschen mit einem Krankentransportfahrtzeug, einem Privatfahrzeug oder einem Taxi. 

Voraussetzung für die Kostenübernahme

Für folgende Personengruppen ist die Kostenübernahme für die Fahrkosten möglich.

  • Personen mit mindestens Pflegestufe II (ab 2017 dann Pflegegrad III)
  • Patienten mit einem Schwerbehindertenausweis mit den Merkzeichen aG (außergewöhnlich gehbeindert) oder BL (blind) oder H (besonders hilfsbedürftig)
  • Personen die zur Dialyse oder einer onkologischen Chemo- oder Strahlentherapie gefahren werden müssen.

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Ablauf des Genehmigungsverfahrens und der Kostenerstattung:

  1. Ärztliche Verordnung: Nur wenn Sie eine ärztliche Verordnung haben, aus der hervorgeht, dass der Arzt- oder Krankenhausbesuch erforderlich ist, übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Das bedeutet, Sie müssen vor Antritt der Krankenfahrt Ihrem behandelnden Arzt (in der Regel Ihrem Hausarzt) mitteilen, wann Sie zu einem Facharzt, Therapeuten oder in eine Fachklinik usw. müssen. Ihr Arzt entscheidet, ob ein zwingender medizinischer Grund für die Fahrt vorliegt und ob Sie berechtigt sind, die Kosten erstattet zu bekommen. In letzter Instanz muß die Krankenkasse jedoch die Kosten genehmigen. Die Fahrtkosten werden nur für Behandlungen übernommen, die von der Kasse bezahlt werden. Zum Beispiel werden Fahrten zu einem Heilpraktiker, dessen Behandlung Sie privat bezahlen, nicht übernommen, da die Behandlung an sich schon keine Kassenleistung darstellt.
  2. Einreichung bei der Krankenkasse: Sieht Ihr Arzt also die Notwendigkeit für eine Krankenfahrt, erhalten Sie von ihm eine Verordnung. Diese ist vor der Krankenfahrt bei Ihrer Krankenkasse einzureichen. Sobald die Krankenkasse die Fahrtkosten genehmigt hat, können Sie die Krankenfahrt antreten.
  3. Krankenfahrt antreten: Legen Sie dem Taxi- oder Krankentransportfahrer Ihre Verordnung vor. Je nach Krankenkasse sind die Zuzahlungen unterschiedlich. Lassen Sie sich Zuzahlungen oder Fahrtkosten auf der Verordnung oder mit separater Quittung belegen, damit Sie diese eventuell später mit Ihrer Kasse abrechnen können. Lassen Sie sich in der Klinik oder beim Arzt Ihren Krankenbesuch ebenfalls quittieren.
  4. Abrechnung mit der Krankenkasse: Im Regelfall müssen Sie einen Eigenanteil an den Fahrtkosten übernehmen. Sind Sie von den Zuzahlungen befreit, entstehen Ihnen im Normalfall keine Zuzahlungskosten. Legen Sie der Krankenkasse alle Fahrscheine und Quittungen vor. Außerdem die Bescheinigung des Arztes, der Klinik oder des Therapeuten, dass Sie den Behandlungstermin wahrgenommen haben und den Grund der Behandlung.

 

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 Wichtig zu wissen

  • Im Nachhinein und ohne vorherige Verordnung übernehmen die Krankenkassen nur in ganz wenigen Ausnahmefällen die Kosten (Ausnahmen sind zum Beispiel ein Notfall oder wenn Lebensgefahr besteht).
  • Es werden nur Fahrtkosten zur nächstgelegenen Behandlungsstätte übernommen. Fahrten zu Behandlungsstätten an weiter entfernten Orten werden nur übernommen, wenn zwingende medizinische Gründe vorliegen.
  • Die Krankentransporte werden nicht durch medizinisch-fachliches Personal begleitet und die Patienten auch nicht durch Fachpersonal während des Transportes betreut.
  • Ansonsten gilt aber prinzipiell, dass alle Aufwendungen für Fahrten zum Arzt (auch Fahrtkosten mit dem Privatfahrzeug), Parkgebühren, Zuzahlungen auf Kassenleistungen für den Krankentransport, welche nicht von der Kasse übernommen werden, steuerlich abzugsfähig sind.

Meine dringende Empfehlung:

Es gibt Ausnahmen, bei denen die Krankenkasse nicht bezahlt oder Fälle, die nicht eindeutig sind. Wenn Sie sich nicht sicher sind, ob Ihre Krankenfahrt nun verordnungspflichtig ist oder nicht, ob Sie Zuzahlungen leisten müssen oder nicht, setzen Sie sich unbedingt mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung.

Weiterführende Beschreibung:

Meiner Meinung nach kurz und knackig sind die Regelungen auch hier beschrieben.

Rechtliches

Die Fahrtkostenregelung ist im § 60 SGB V geregelt

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35 comments for “So bekommen Sie die Fahrten zum Arzt oder ins Krankenhaus bezahlt

  1. siri_home
    13. November 2016 at 17:12

    Es ist auch möglich bei der KK einer Dauergenehmigung für zwei Jahre beantragt, wenn die notwendigen Voraussetzungen vorliegen. Es ist nicht ganz einfach und jede Genehmigung ist ein Kampf. SIe sollten es aber probieren.

  2. Sandro Freitag
    23. Oktober 2016 at 18:46

    Guten Abend, wie kann es sein, dass meine Mutter keine Pflegestufe bekommt, weder 0 noch1 geschweige höher, wenn Sie wegen psychischen und somatischen Defiziten eine Genehmigung für ambulante Krankenfahrten bekommen hat, die gilt doch erst ab Pflegestufe 2 einen GdB hat Sie auch noch nicht, der ist in Bearbeitung.

    Mit freundlichen Grüßen

  3. Robert
    8. Oktober 2016 at 11:13

    Na, dann ist ja klar, daß man diesem Beschiß entgegenwirkt, indem man ab sofort für jede mögliche akute Krankenfahrt immer gleich einen Krankenwagen/Notarzt ruft.
    Als Laie kann man ohnehin nicht beurteilen, ob das erforderlich ist oder nicht.
    Es ist nicht einzusehen, daß sich die Vorstandsetagen der Kassen und Pharmakonzerne mit den sogenannten Gesundheitsreformen die Taschen vollstopfen und Helfer nicht ‚mal ihre Kosten ersetzt bekommen.

  4. Kröhnert
    17. Juli 2016 at 21:15

    Der Satz
    “ Ihr Arzt entscheidet, ob ein zwingender medizinischer Grund für die Fahrt vorliegt und ob Sie berechtigt sind, die Kosten erstattet zu bekommen.. “
    ist so nicht ganz richtig, er entscheidet, ob ein medizinischer Grund vorliegt, aber er hat keinerlei Kompetenz zu entscheiden, ob Kosten erstattet werden.

  5. 4. Oktober 2015 at 20:04

    Ich kann und darf Sie nicht beraten. Ich würde Ihnen aber dringend empfehlen, sich mit einem Pflegestützpunkt in Verbindung zu setzen. Pflegestützpunkte beraten kostenlos und sehr umfassend und können Ihnen mit Sicherheit weiterhelfen. Sie müssen nicht persönlich bei einem Pflegestützpunkt vorbeigehen, Sie können auch anrufen.

  6. Marianne
    4. Oktober 2015 at 18:36

    Bin seit 41 Jahren Diabetiker Typ 1. Spätschäden sind inzwischen vorhanden. Ich hatte bereits einen Myocardinfarkt, vier Monate später benötigte ich Bypässe. Aufgrund meiner schlechten Sehkraft bin ich auch Gehbehindert. Jetzt macht mir Polyneuropatie in den Füßen und Beinen noch größere gehprobleme. Außerdem bin ich seit vielen Jahren 100% schwerbehindert ( unbefristet ) Arztbesuche diesbezüglich in verschiedene Fachkliniken wären dringend notwendig, lassen Sich aber nicht wirklich umsetzen, weil die Taxifahrten trotz eingetragener Begleitperson nicht von der KK übernommen werden. Was soll ich bloß tun ? Habe sehr große Gangprobleme und Gleichgewichtsstörungen, weshalb ich dringend in neurologische Behandlung müsste.

  7. Heike
    9. Januar 2014 at 21:31

    Die Krankenkasse übernimmt fahrten zum Krankenhaus bei stationärer Aufnahme, mit Eigenanteil zu Zahlen und eine Bescheinigung vom Arzt. Alle anderen Fahrten, ob zum Arzt oder sonstiges, muß von der Krankenkasse vorher Genehmigt werden.

  8. 31. Dezember 2013 at 15:39

    Dank für die Klarstellungen. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass die Krankenhausfahrten oft ein grosses Problem im Krankenhaus sind. Auch die Krankenkassen sollten ein Interesse daran haben hier mehr Aufklärung zu betreiben.

  9. Ingrid Müller
    23. Dezember 2013 at 19:21

    Hallo,
    man kann auch eine komplette Fahrtenbefreiung bei der KK beantragen.Wenn man SBA z.B. aG hat.Oder wenn man Pflegestufe II,III hat.
    Ich habe auch die Fahrtenbefreiung und fahre damit auch zur KG.Hatte noch nie Probleme damit.Den neue Antrag habe ich schon vor mir liegen und geht in den nächsten Tagen zur KK.Man muss nur den SBA vorlegen.Eine Kopie liegt schon länger bei meiner KK.Sobald ich den Befreiungsbetrag überwiesen habe, werde ich die KK informieren.Ach so, man muss vom Arzt auch vorlegen, das man Chronisch krank ist.

    Liebe Grüsse
    Ingrid Müller

  10. 22. Dezember 2013 at 13:23

    Danke. Das ist ebenfalls noch ein sehr wichtiger Aspekt, daß die Kosten nicht nur in der eigenen Steuererklärung abgesetzt werden können.

  11. Lene
    21. Dezember 2013 at 19:49

    Fahrten zum Arzt, in Ambulanzen…welche von Angehörigen übernommen werden, können von diesen bei der jährlichen Arbeitnehmerveranlagung unter Webekosten abgesetzt werden.
    Eine genaue Aufzeichnung mit Angabe von
    – Name, Adresse von Arzt, Ambulanz
    – Anzahl der km
    – Datum
    dient zur jederzeitigen Überprüfung durch das Finanzamt

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