Checkliste – Pflegehilfen aus Osteuropa

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Nicht jeder möchte im Alter oder wenn er pflegebedürftig ist, in einem Altenheim untergebracht werden.

Das Wohnen in den eigenen (gewohnten) vier Wänden bietet meist mehr Lebensqualität und Zufriedenheit für den Patienten.

Wenn die Wohnung für den persönlichen Bedarf behindertengerecht  ausgebaut ist, hat die Beschäftigung von Haushaltshilfen aus Polen/Osteuropa einige Vorteile gegenüber einer Heimunterbringung.

Vorweg muss gesagt werden, dass die sogenannten Pflegekräfte oder Pflegehilfen aus Osteuropa meist keine gelernten Krankenschwestern oder Altenpflegerinnen sind, sondern eher als Haushaltshilfen bezeichnet werden können, die jedoch gewisse pflegerische Tätigkeiten übernehmen können.

Es gibt unterschiedliche Beschäftigungs-Modelle für Haushaltshilfen aus Osteuropa. Einfach nur eine Pflegekraft aus Osteuropa, zum Beispiel über Bekannte oder Freunde aus diesen Ländern anzustellen, kann schnell illegal werden. Denn die Haushaltshilfen müssen, wenn Sie hier in Deutschland arbeiten, auch sozialversichert sein. Wenn Sie selbst eine Pflegeperson/Haushaltshilfe über Freunde organisieren, ist nicht gewährleistet, dass bei Ausfall der Betreuungskraft (zum Beispiel durch Krankheit) sofort ein adäquater Ersatz zur Verfügung steht.

Bei manchen Beschäftigungs-Modellen besteht die Gefahr der Scheinselbständigkeit. Auch dies wäre illegal. Bei dieser Checkliste habe ich mich auf Agenturen konzentriert, die über einen Pool von Mitarbeiterinnen verfügen und diese vermitteln.

Auf was Sie achten sollten, wenn Sie Haushaltshilfen aus Osteuropa über eine Agentur bei sich beschäftigen möchten. 

  • Die Pflege und Betreuung von Menschen ist eine sehr sensible Angelegenheit. Deshalb sollten Sie eine Agentur wählen, die schon länger auf dem Markt tätig ist und daher eine gewisse Erfahrung und auch einen genügend großen Mitarbeiter-Pool mitbringt.

  • Schwarzarbeit ist in Deutschland streng verboten. Die Beschäftigungsverhältnisse und Arbeitsverträge mit Ihrem Pflegepersonal müssen legal sein. Sichern Sie sich ab, dass das bei Ihnen eingesetzte Personal sozialversichert ist (Kranken-, Renten– und Unfallversicherung). Das heißt, die Sozialversicherung für die Betreuungsperson ist bereits in dem Entgelt, das Sie an die Vermittlungsagentur bezahlen müssen, enthalten. Polen ist zum Beispiel 2004 der EU beigetreten. Somit können polnische Arbeitskräfte über eine Vermittlungsagentur legal in Deutschland arbeiten.
  • Eine gute Agentur ist über die Kernarbeitszeit hinaus erreichbar in Form von einem Notfalldienst, der 24 Stunden am Tag besetzt ist. Ebenso ist es schön, wenn die Anrufe für die Kunden kostenfrei sind. Vorsicht ist geboten, wenn nur eine Handy-Nummer und keine Festnetznummer zur Verfügung gestellt wird.
  • Nicht die Anzahl der Ihnen vorgelegten Bewerberprofile ist ein Qualitätsmerkmal, sondern die bedarfsgerechte Auswahl des Pflegepersonals. Außerdem ist es schwierig für eine Pflegeagentur, 3 bis 5 angebotene Pflegehilfen über einen Zeitraum von ein oder zwei Wochen zu reservieren, bis die endgültige Entscheidung für eine geeignete Pflegehilfe getroffen ist. Besser ist deshalb ein ziel- und passgenauer Vorschlag für eine geeignete Pflegehilfe, die dann auch wirklich über einen Zeitraum von 5 bis 7 Tagen reserviert wird.
  • Da Pflegepersonal manchmal sehr schnell benötigt wird, sollten Sie eine Agentur wählen, die Ihnen innerhalb von ein bis zwei Tagen einen verbindlichen Personalvorschlag machen kann. Verbindlich heißt, dass die angebotene Haushaltshilfe für Sie reserviert ist, wie bereits oben beschrieben.
  • Es muss genau abgesprochen sein, welche Aufgaben die Pflegeperson zu übernehmen hat.
  • Eine Pflegehilfe sollte relativ schnell (maximal spätestens eine Woche nach Vertragsunterzeichnung) zur Verfügung stehen können.
  • Die Haushaltshilfen sind in der Regel 2 bis maximal 3 Monate in Deutschland. Eine gute Agentur bietet Ihnen an, dass es angestrebt wird, dass Sie möglichst immer dieselben Haushaltshilfen zugeteilt bekommen. Das heißt zwei oder drei Personen wechseln sich turnusmäßig ab. Dies ist für die meisten Patienten besser als permanent wechselndes Personal.

Eine Empfehlung von www.Pflege-durch-Angehoerige.de

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  • Die Betreuungskräfte haben unterschiedliche Aus- und Vorbildungen. Jeder Patient hat andere Anforderungen. Achten sie darauf, dass Sie Betreuungskräfte erhalten, die auf die Bedürfnisse und die Betreuungsbedürftigkeit des Patienten zugeschnitten sind. Je höher die Qualifizierung der Pflegeperson, umso teurer das Gehalt. Wenn Ihre Pflegebetreuung zum Beispiel keinen Führerschein benötigt, macht es Sinn, beim Vorgespräch dies zu erwähnen.
  • Das Pflegepersonal sollte über Deutschkenntnisse verfügen.
  • Nicht jeder Patient möchte vielleicht von einer Frau gepflegt werden. Gute Vermittlungsagenturen bieten auch männliches Pflegepersonal an. Männliche Pflegehilfskräfte sind auch sinnvoll, wenn zusätzlich zur Pflege auch leichte Gartenarbeiten übernommen werden sollen.
  • Wenn Ihre Pflegebetreuung für längere Zeit krank wird, muss gewährleistet sein, dass Sie innerhalb von wenigen Tagen eine Ersatzkraft bekommen. 
  • Wenn die Betreuungskraft nicht zum Patienten „passt“ muss gewährleistet sein, dass auch hier für schnelle Abhilfe gesorgt wird. Dies kann ein klärendes Gespräch zwischen den Beteiligten sein, im Ernstfall muss aber die Vermittlungsagentur die Betreuungskraft möglichst rasch abziehen und für einen adäquaten Ersatz sorgen können, damit der Patient nicht über Wochen hinweg eine Disharmonie ertragen muss.
  • So schnell wie ein Pflegefall eintritt, kann sich die Situation auch wieder ändern und eine Pflegehilfe wird nicht mehr benötigt. Prüfen Sie, wie lange die Vertragslaufzeit ist und wie schnell Sie aus dem Vertrag aussteigen können, wenn Sie keine Betreuung mehr benötigen. 
  • Sie sollten die Möglichkeit haben, den Vertrag „zwischendurch“ ruhen lassen zu können, wie zum Beispiel im Falles eines Krankenhaus- oder Reha-Aufenthaltes.
  • Ein wichtiger Punkt ist natürlich auch die finanzielle Belastung. Mit welchen monatlichen Kosten ist zu rechnen? Welche Kosten davon übernimmt die gesetzliche Pflegekasse, welche die private Pflegekasse? Welcher Betrag steht Ihnen aus der Pflegestufe zu. Lassen Sie sich einen Kostenvoranschlag ausarbeiten, der alle Kosten beinhaltet, auch Anfahrts-Kosten für die Pflegehilfe mit der Bahn oder dem Bus.
  • Personalvorschläge sollten kostenlos und unverbindlich sein.
  • Die Betreuung zu Hause ist sicherlich das Schönste für jeden Patienten. Wenn Sie sich entschlossen haben, eine Pflege zu Hause durchzuführen, prüfen Sie bitte noch anhand unserer Checkliste für häusliche Pflege, ob alle Gegebenheiten für eine Betreuung zu Hause gegeben sind.

Was Sie sonst noch wissen sollten

  • Stand Januar 2014 ist es so, dass die Kosten für eine Betreuungskraft aus Osteuropa von der Pflegekasse nicht so übernommen werden wie zum Beispiel die Kosten eines Pflegedienstes oder eines Pflegeheims. Ein Beispiel, anhand der Pflegestufe II, Stand Januar 2014

 

Extra-Tipp

Wer eine Pflegestufe hat und zu Hause gepflegt wird, hat jeden Monat Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel. Diese können Sie hier einfach bestellen

 

  • Kosten sind immer abhängig vom Betreuungsaufwand und den Vorkenntnissen der Betreuungskraft. Je höher die Ansprüche an die Qualifikationen der Betreuungskraft sind, umso höher das Gehalt.  Weiterführende Qualifikationen können sein: Betreuungserfahrung, gute bis sehr gute Deutschkenntnisse, Führerschein usw. Eine Rolle bei den Kosten spielt unter anderem auch, ob ein oder zwei Personen im Haushalt betreut werden sollen, ob ein Pflegedienst unterstützend zur Seite steht oder wie hoch der Anteil an Nachtarbeit ist.
  • Der Pflegehilfe sind freie Kost und Logis zu gewähren.
  • Welche Räumlichkeiten müssen der Pflegehilfe/Haushaltshilfe zur Verfügung gestellt werden? Es muss ein eigenes Zimmer zur Verfügung gestellt werden. Ein eigenes Bad muss nicht zur Verfügung gestellt werden. Es reicht, wenn das gemeinsame Bad mitbenutzt werden kann. Übrigens: Mittlerweile ist es möglich, innerhalb von nur einem Tag eine Badewanne in eine begehbare Dusche umzubauen.
  • Klären Sie mit Ihrem Steuerberater für Ihren speziellen Fall, welche Kosten für eine Haushaltshilfe/Pflegekraft steuerlich absetzbar sind.

  • Leistungen, die ein Pflegedienst erbringt, werden von der Pflegekasse mit maximal 1.100 Euro (Pflegesachleistung) pro Monat übernommen.
  • Leistungen, die eine Pflegehilfe aus Osteuropa erbringt, werden von der Pflegekasse mit maximal 440 Euro (Pflegegeld) pro Monat übernommen.
  • Haben Sie eine kombinierte Leistung (Pflegesachleistung + Pflegegeld), verringert sich das zustehende Pflegegeld prozentual. 
  • An- und Abreise: In der Regel muss die Pflegehilfe am nächst größeren Bahnhof abgeholt und bei Abreise auch wieder zum Bahnhof gebracht werden.

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  • Arbeitszeit: 24-Stunden-Betreuung bedeutet nicht, dass die Pflegehilfe drei Monate lang rund um die Uhr zur Verfügung steht. Das geht nicht. Jede Betreuungskraft benötigt ausreichend Tagesfreizeit, sowie einen freien Tag in der Woche oder ersatzweise zwei halbe Tage. Eine gute Haushaltshilfe passt sich jedoch dem Tagesrhythmus des Patienten an. Vereinbaren Sie mit Ihrer Agentur einen Arbeitszeitrahmen, mit der beide Parteien „leben“ können.
  • Ein Pflegen und Pflegen-lassen beruht auf „Geben und nehmen“. Je besser die Rahmenbedingungen für das Pflegepersonal sind, umso motivierter wird deren Arbeitseinsatz sein, das heißt, beide Parteien profitieren von einem guten „Arbeitsklima“. Eine freundliche Aufnahme und Behandlung der Arbeitskräfte wird sich in einem pflichtbewussten und engagierten Pflegen widerspiegeln.

Ablauf der Beauftragung einer Pflegehilfe

  • Informieren Sie sich über die verschiedenen Agenturen und wählen Sie eine für Sie passende Agentur aus.
  • Ausfüllen des Erhebungsbogens. Hier machen Sie alle wichtigen Angaben, die die Agentur als Vorabinformation benötigt. Neben den persönlichen Daten sind dies auch die Anforderungen an die Pflegehilfe, Angaben der Unterkunftsmöglichkeiten für die Betreuungskraft, Festlegung der Betreuungsdauer und des Betreuungsumfangs, Angabe der Anzahl der zu betreuenden Personen usw.
  • Wenn Sie mit der Agentur einig sind, kommt es zur Vertragsunterzeichnung.
  • Die Agentur sucht aufgrund Ihrer Wünsche nach geeignetem Pflegepersonal aus dem bestehenden Personal-Pool und unterbreitet Ihnen entsprechende Vorschläge.
  • Nach Einigung legen Sie fest, wann das Arbeitsverhältnis beginnen soll.
  • Sie erhalten von der Agentur eine Terminbestätigung sowie die Mitteilung, wann die Pflegehilfe am vereinbarten Bahnhof eintrifft.
  • Sie holen die Betreuungskraft am Bahnhof ab
  • Zu Hause angekommen, kann die Betreuungskraft ihr Zimmer beziehen, sich dem Patienten vorstellen und Einweisungen in den Pflegeauftrag entgegennehmen.

 

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14 comments for “Checkliste – Pflegehilfen aus Osteuropa

  1. Soleo24
    30. September 2016 at 10:18

    Die Pflege in den eigenen vier Wänden hat viele Vorteile. In vielen Pflegeheimen herrscht bereits ein Pflegenotstand, es ist dem Personal also nicht mehr möglich, individuell auf die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten einzugehen.
    Hier liegt ein großer Vorteil der 24Std. Betreuung aus Osteuropa. Die Betreuungskräfte sind sehr engagiert und gehen individuell auf die Bedürfnisse der zu betreuenden Person ein. Sie sind dadurch in der Lage Ressourcen zu erhalten und zu fördern. Und das für einen fairen und bezahlbaren Preis.

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