Ein besonderer Dank an die pflegenden Angehörigen

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In guten wie in schlechten Zeiten…

Ein faszinierender Gastbeitrag von Robert Schneider – seit einigen Jahren durch einen Unfall querschnittsgelähmt – der mit seiner Sichtweise all den pflegenden Angehörigen einen Einblick in „die andere Seite“, die Seite des zu Pflegenden, gibt.

Ich habe diesen Bericht hier aufgenommen, weil ich hoffe, dass er den pflegenden Angehörigen Mut macht. Mehr dazu gibt es auf dem Blog von Robert Schneider. 

Ich würde mich freuen, wenn Ihr Eure eigenen Erfahrungen und Empfindungen (aus Sicht des zu Pflegenden bzw. aus Sicht der pflegenden Angehörigen) hier kommentieren würdet und eine Diskussion entstehen würde.

Nun aber zum Beitrag: 


Pflegende Angehörige – die Unsichtbaren an unserer Seite

Viel wurde geschrieben über Mütter und Väter, die sich für ihre behinderten Kinder aufopfern – vom Tag ihrer Geburt an. Kinder sorgen für ihre Eltern, still und ohne zu klagen. Innerhalb von Familien ist das selbstverständlich. Dies sieht die Gesellschaft so, der Gesetzgeber, unser ganzes Sozialwesen.

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Langsam, ganz langsam setzt sich der Gedanke durch, dass solches Engagement ganz und gar nicht selbstverständlich ist. Schließlich geben unsere Angehörigen einen großen Teil ihres Lebens dafür auf, damit wir so etwas, wie ein Leben führen können.

Liebe Angehörige,

wir empfinden das als ganz und gar nicht selbstverständlich. Das Opfer, das ihr für uns bringt, ist uns jedes einzelne Mal aufs Neue bewusst. Jede Art von Dank sähe gegen die Größe eures Opfers einfach nur schäbig aus. Deswegen tun wir so, als wäre das alles für uns selbstverständlich.

Und deswegen möchte ich mich für alle, die von ihren Angehörigen gepflegt werden, dafür bei euch bedanken. Nein, ich möchte es nicht nur, ich tue es: Danke!

Eine Gruppe von pflegenden Angehörigen fiel bisher meistens durch jedes Raster. Das sind die Partner, die sich plötzlich vor das Problem gestellt sehen, dass die Person, mit der sie den Rest ihres Lebens verbringen wollten, ein Pflegefall ist. Das ist kein Kind, das schon lange krank ist, keine Eltern oder Großeltern, denen es nicht mehr so gut geht.
Von einem Moment auf den anderen ist der Mensch, auf den ein Teil des eigenen Lebens aufbaut, von einem abhängig. Er muss gewaschen werden, vielleicht sogar gefüttert. Dinge, die er bisher selbst im Bad erledigt hat, finden vor den Augen des Partners statt. Mit ein bisschen Glück gibt es noch eine Einweisung von der behandelnden Klinik.

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Und dann ist man zu Hause. Zu Hause mit der Person, auf die man sich bisher verlassen konnte und diese Person muß jetzt einfach nur funktionieren. Ihr eigenes Befinden gerät komplett in den Hintergrund. Ja vielleicht wurde sie auch selbst verletzt, als sich das Leben des Partners so abrupt änderte.

Dass das eigene Leben genauso brutal zu Ende ging, so wie es eben noch war, das interessiert keinen. Im Gegenteil, immer nur wird gefragt: “Wie geht es ihm denn? Wie geht es ihr denn?” Die wichtigste Frage stellt keiner: “Wie geht es dir“? Man selbst ist quasi unsichtbar. Ein Hilfsmittel, Rollstuhlschubser, Blindenführer, Funktion.

Liebe Freunde, wenn ihr jemanden trefft, der oder die von ihren Partnern begleitet wird, dann fragt doch einfach mal die Partner, wie es ihnen geht. Man erwartet von ihnen, selbstverständlich zu funktionieren, sieht nur die Behinderung des einen.

Unsere Partner sind genauso behindert. Ihr Leben hat sich genauso drastisch verändert. All die Wünsche, all die Pläne – vergangen, für beide. Allein gelassen mit sich selbst, im Schatten der Behinderung des Partners verschwunden – und keinen interessiert’s.

Liebe Freunde, die Person, die sich da an meinem Rollstuhl festhält, ist kein sich von selbst bewegendes Hilfsmittel. Es ist meine Frau, die aus eigener Entscheidung bei mir geblieben ist und dieses neue Leben mit mir teilt. Mit allen Höhen und Tiefen.

Und ganz plötzlich bekommt ein Satz die tiefe Bedeutung zurück, den so viele von uns einmal gesagt haben, ohne groß darüber nachzudenken: ” … in guten, wie in schlechten Zeiten …”

Ob Partner, Elternteil, Kind, Enkel – Sag mal, wie geht es dir eigentlich?

Zur Person Robert Schneider

Robert Schneider erlitt einen schweren Verkehrsunfall und ist seither querschnittsgelähmt. Er berichtet über alle Höhen und Tiefen, wie er vom Fußgänger zum Rollstuhlfahrer wurde, wie er das Trike gegen den Rollstuhl einwechseln mußte. Eine Seite die Mut macht und absolut lesenswert ist.

 

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3 comments for “Ein besonderer Dank an die pflegenden Angehörigen

  1. 24. Juli 2014 at 20:35

    Ich weiß, daß so manche Pflegenden nur wenig Anerkennung bekommen. Es ist auch schwierig, immer vorbehaltlos „ins andere Lager“ zu schauen (was übrigens für die Pflegenden und die zu Pflegenden gleichermaßen gilt). Deshalb fand ich den Beitrag von Robert Schneider so wichtig, daß ich ihn einfach hier aufnehmen mußte.

  2. Karin
    24. Juli 2014 at 20:13

    Wie wahr .- ich bin bis jetzt kaum gefragt worden, wie es mir als Pflegende geht. Aber ich glaube es steckt keine Absicht dahinter, die meisten denken da einfach nicht drüber nach. Bis wir dann plötzlich nicht mehr können. Viele von uns Pflegenden sind ja – so nebenbei – auch noch berufstätig. Es ist ein täglicher Spagat. Ich schaffe es leider auch nicht immer, mir meine Freiräume zu schaufeln und auch für mich alleine zu nutzen. Aber mittlerweile habe ich wenigstens gelernt auch mal „nein“ zus agen, wenn von irgendwoher das berühmte „könntest Du….“ kommt 😉

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