Was bei der Zahnpflege von Menschen mit Behinderung zu beachten ist

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Ältere Menschen bringt man leicht mit einem lückenhaften oder fast zahnlosen Gebiss in Zusammenhang.

Doch Zahnpflege ist in jedem Alter sehr wichtig und darf nicht vernachlässigt werden. Eine schlechte Zahnpflege und Mundhygiene hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf die Zähne sondern auch auf den gesamten Körper.

Mittlerweile weiß man, dass eine mangelhafte Mund- und Zahnhygiene Folgekrankheiten wie zum Beispiel Diabetes, Schlaganfall, Alzheimer, Herzinfarkt, Lungenerkrankungen usw. begünstigen oder auslösen können.

Besonders ältere, behinderte und pflegebedürftige Menschen sind gefährdet, da sie oftmals die eigene Zahnpflege nur mangelhaft durchführen können. 

Was ist bei der Zahn- und Mundhygiene zu beachten

Eine mangelhafte Mundhygiene kann Zahnschäden wie Karies oder Parodontitis auslösen, die dann vom Zahnarzt behandelt werden müssen. Mit regelmäßiger Kontrolle und einer guten Zahn- und Mundpflege kann diesen Schäden vorgebeugt werden.

 

  • Als erstes ist ausschlaggebend, ob der Patient seine Zähne noch selbst reinigen kann oder ob dafür Hilfe durch eine Pflegeperson benötigt wird.
  • Patienten die ihre Zähne nur sehr schlecht reinigen, sind zu animieren, diese ausreichend zu putzen.
  • Ist das Zähneputzen von Pflegepersonen zu übernehmen, ist auf ein fachgerechtes Reinigen der Zähne, Prothesen und des Mundinnenraums zu achten. (Anleitungen dazu finden Sie in diesem Beitrag unter „Weitere Informationen“)
  • Bei bereits erkrankten und problematischen Stellen im Zahnfleischbereich muss unter Umständen auf Spezialprodukte zurückgegriffen werden – wie zum Beispiel der „Parodont Creme“.
  • Für jeden Patienten ist individuell herauszufinden, welche Zahnbürste am geeignetsten ist. Es gibt verschiedene Modelle und Ausführungen. Werden die Zähne selbst geputzt, kann auch eine Bürste mit einem ergonomischen Griff sehr sinnvoll und hilfreich sein.
  • Auch elektrische Zahnbürsten sind gerade für ältere und behinderte Menschen oftmals eine Erleichterung, da die Reinigungsbewegungen nicht mehr selbst ausgeführt werden müssen. Die Zahnbürstenaufsätze sind spätestens alle 8 Wochen auszuwechseln.
  • Zahnzwischenräume können mit speziellen Zahnzwischenraumbürsten, Zahnseide oder einer Munddusche gesäubert werden. Auch hier gilt: Ausprobieren und testen, was für den Patienten am besten und angenehmsten ist.
  • Wer sich bei der richtigen Auswahl der Zahncreme unsicher ist, kann auch den Zahnarzt fragen, welches Produkt für den Patienten empfehlenswert ist.
  • Zahnprothesen müssen auf den richtigen Sitz kontrolliert werden. Ein falsch sitzendes Gebiss kann Druckstellen verursachen, diese wiederum können sich entzünden und zu einem Krankheitsherd werden.
  • Haftcreme für herausnehmbaren Zahnersatz ist für einen perfekten Sitz eine gute Sache. Manche Haftcremes haften jedoch so gut, dass das Gebiss sich zur Reinigung nur noch schlecht vom Kiefer ablösen läßt. Auch hier ist auszutesten, welche Haftcreme ideal ist.
  • Zähne und Zahnersatz sollten täglich 2 x mit einer Zahnbürste gereinigt werden. Ein herausnehmbarer Zahnersatz kann zusätzlich nach jeder Mahlzeit unter fließendem Wasser abgewaschen werden.
  • Das Gebiss/die Brücke kann entweder mit Gebißreiniger-Tabs oder mit speziellen Ultraschallreinigern gereinigt werden. Sie lösen Beläge vom Zahnersatz.
  • Bei Unklarheiten den behandelnden Zahnarzt fragen, was er empfiehlt. Er kann auch mit Tipps zur weiteren Pflege und zum Umgang mit schwierigeren Patienten weiterhelfen. 

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Sollten auch ältere oder an Demenz erkrankte Menschen noch zum Zahnarzt gehen

Der Zahnarztbesuch ist keine Frage des Alters, der Krankheit oder der noch vorhandenen Zähne.

Egal in welchem Alter, ein regelmäßiger Zahnarztbesuch und eine umfangreiche Kontrolle der Zähne ist unerläßlich. Ältere Menschen können sich oftmals aufgrund von Krankheiten wie Arthrosen die Zähne selbst nicht mehr so gut putzen. In Pflegeheimen können auch nicht nach jeder Mahlzeit bei jedem Patienten die Zähne gereinigt werden. Bei an Demenz erkrankten Menschen ist es zudem auch schwierig, zu den Patienten Zugang zu finden. Oftmals lassen sie nicht gerne die Zahnreinigung über sich ergehen.

Nur ein Zahnarzt kann feststellen, ob Mund und Zähne in Ordnung sind oder ob bei zahnlosen Patienten eventuell Druckstellen durch das Gebiss entstanden sind. Gerade Menschen mit fortgeschrittener Demenz können sich nicht mehr richtig artikulieren, können nicht mehr mitteilen, wo sie Schmerzen haben. Deshalb ist es unabdinglich, auch bei Demenzpatienten regelmäßig die Zähne kontrollieren zu lassen. 

Was ist bei Menschen mit Demenz zu beachten

Die Zahn- und Mundpflege bei dementen Menschen ist nicht ganz einfach.

  • Menschen mit Demenz können zum Teil noch selbst ihre Zähne putzen. Unter Umständen reicht es, die Patienten zur regelmäßigen Zahnpflege aufzufordern und dann die richtige Ausführung der Zahnpflege zu kontrollieren.
  • Können demente Menschen die Zähne nicht mehr selbst putzen, ist es notwendig, sehr sensibel vorzugehen. Demente Menschen haben auch ihre schlechten Tage und sind dann oftmals nicht bereit, sich die Zähne putzen zu lassen. Auch kann es vorkommen, dass sie sich nicht in den Mund fassen lassen möchten, um die Zahnprothese entfernen zu können. Hier ist dann sehr viel Feingefühl und Einfühlungsvermögen erforderlich, um keinen unnötigen Stress aufzubauen.

Woran erkennt man bei dementen Menschen Problematiken im Mund- und Zahnbereich

Jeder Mensch nimmt bei Schmerzen eine gewisse Schonhaltung ein. Dies ist im Mund- und Zahnbereich genauso. Wer Schmerzen an den Zähnen, am Kiefer oder Zahnfleisch hat, verhält sich in der Regel „auffällig“. Demente Menschen können oftmals nicht mehr mitteilen, dass sie Schmerzen haben. Deshalb ist auf besondere Anzeichen zu achten, wie zum Beispiel:

  • Die Nahrung wird aufgrund von Schmerzen komplett oder teilweise verweigert, dadurch auch Gewichtsverlust
  • Lieblingsgerichte werden nicht mehr gegessen
  • Das Essen und Kauen geht langsamer
  • Trinknahrung wird bevorzugt
  • Sichtbares Zahnfleischbluten
  • Starker Mundgeruch kann bedeuten, dass sich eine Entzündung im Mundraum befindet. Entzündungen können zu Parodontose führen und sind deshalb vom Zahnarzt zu prüfen und gegebenenfalls zu behandeln.
  • Lockere Zähne
  • Bei Demenzkranken kann auch eine untypische Unruhe entstehen, die auf Zahnprobleme und Schmerzen im Mund- und Kieferbereich zurückzuführen ist. 

Weitere Informationen

  • Ambulante Pflegedienste geben Hilfestellungen und Unterrichtungen zum Umgang mit behinderten Menschen sowie zur Körper- als auch zur Zahnhygiene.
  • Einen empfehlenswerten Patientenratgeber mit anschaulichem Bildmaterial hat die Berliner Charité herausgegeben. Er gibt ausführliche Informationen über das richtige Putzen der Zähne.
  • Auf der Internetseite der Bundeszahnärztekammer können über die „Zahnarztsuche“ Zahnärzte mit speziellen Zusatzausbildungen (wie z. B. Spezialisierung auf Behandlung von Angstpatienten, Alterszahnheilkunde, Behindertenbehandlung usw.) ausgesucht werden. (Bei diesem Link kommen Sie auf die Einstiegsseite für die Zahnarztsuche. Von dort aus können Sie Ihr Bundesland und danach den Zahnarzt aussuchen)
  • Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Zahnpflege für behinderte Menschen

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16 comments for “Was bei der Zahnpflege von Menschen mit Behinderung zu beachten ist

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