So können auch teure Hörgeräte bezuschusst werden

24h-Pflege-Check

24h-Pflege-Check

Hörgeräte sind Hilfsmittel und werden deshalb von der Krankenkasse bis zu einem festgesetzten Betrag erstattet.

Doch Hilfsmittel können sehr teuer sein.

Damit diese Kosten von den Hörgeschädigten nicht alleine gestemmt werden müssen, zeige ich Ihnen in diesem Beitrag Möglichkeiten auf, weitere Kostenträger an den entstehenden Kosten für Hörgeräte zu beteiligen.

Der Preis für Hörhilfen ist abhängig davon, was für Ansprüche an ein Hörgerät gestellt werden und welche technische Ausstattung es mitbringen soll. Je nach Gerätetyp können schnell für zwei Hörgeräte Eigenleistungen in Höhe von 2.000 bis 2.500 Euro entstehen.

Mittlerweile gibt es bereits hochtechnisierte Hörgeräte, die mit dem iPhone gesteuert werden können. Aber auch ganz kleine und hochmoderne Hörgeräte, die fast nicht mehr sichtbar sind. Doch je mehr Technik um so teurer sind die Geräte. Und nicht jeder kann sich teure Hörgeräte leisten.

Lassen Sie sich deshalb von einem guten Hörgeräte-Akustiker umfassend beraten.

 

Bitte nicht vergessen
Mit einer Pflegestufe haben Sie Anrecht auf monatliche Pflegehilfsmittel

 

Hörgeräte-Akustiker sind per Gesetz verpflichtet, auch sogenannte Nulltarif-Hörgeräte (ähnlich wie bei Brillen) zu führen, für die keine Zuzahlung geleistet werden muss und somit der Höhe des Krankenkassen-Festbetrages entsprechen. Ob diese Hörgeräte ausreichen, ist von Fall zu Fall und von Anforderung zu Anforderung unterschiedlich. Auch das restliche, noch vorhandene Hörvermögen ist ausschlaggebend, welches Gerät zum Einsatz kommt.

Was kosten Hörgeräte

Prinzipiell kann gesagt werden, dass ein Hörgerät im unteren Preissegment bei ca. 500 Euro liegt. Im oberen Preissegment liegen die Hörgeräte dann gleich bei 3.000 €uro/pro Gerät und noch mehr. Je höher das Preissegment, desto besser und leistungsfähiger ist die Technik der Geräte. 


Infos zu Schwerhörigkeit im Alter finden Sie in meinem Beitrag

Altersschwerhörigkeit, oft viel zu spät erkannte Krankheit mit fatalen Folgen


Wer nicht von der Zuzahlungspflicht befreit ist, muss pro Gerät 10 Euro Eigenanteil bezahlen, auch wenn es sich um ein Nulltarif-Hörgerät handelt. 

Wie hoch ist der Kassenanteil für ein Hörgerät

Seit November 2013 gibt es ein neues Gesetz, durch welches die Kostenübernahmen durch die Krankenkassen für Hörgeräte deutlich erhöht wurden.

Die gesetzliche Erstattung durch die Krankenkasse beträgt 784,94 Euro pro Gerät. Für das zweite Hörgerät kann es sein, dass ein Abschlag von 20 % hingenommen werden muss. Die tatsächlichen Kostenerstattungen variieren von Krankenkasse zu Krankenkasse.

Die Krankenkasse leistet jedoch nicht nur eine anteilige Kostenübernahme an den Hörgeräten, sondern auch die

  • Kosten für Beratung, Programmierung und Anpassung der Hörhilfen
  • Wartungskosten
  • Reparaturkosten
  • Nachbetreuung

 

 

Obwohl die Krankenkasse die Stromkosten für elektrisch betriebene Hilfsmittel übernehmen muss, werden die Batterien für die Hörgeräte nicht von der Krankenkasse bezahlt. 

Meine Buchempfehlungen rund um das Thema Pflege

Gibt es weitere Zuschüsse für Hörgeräte?

Ist aus bestimmten Gründen (z. B. beruflich oder gesundheitlich) ein Hörgerät erforderlich, das den Festbetrag der Krankenkasse überschreitet, kann es unter Umständen sein, dass die Krankenkasse die Mehrkosten übernimmt. Dies ist mit dem HNO-Arzt, dem Hörgeräteakustiker und vor allem aber mit der Krankenkasse direkt zu klären.

Es können auch noch andere Kostenträger in Frage kommen, wie ich Ihnen anschließend aufzeige. Wer verpflichtet ist in welcher Höhe und welchem Umfang Kosten zu übernehmen, kann Ihnen sicherlich ein guter Hörgeräteakustiker sagen. Sollten Sie dort gar keine Hilfe erhalten, können Sie sich auch an den VDK oder den SOVD wenden. Hier nun aber meine Aufstellung der weiterer Kostenträger.

1. Krankenkasse

Wie oben beschrieben, sind zuerst die Krankenkassen verpflichtet, die Kosten für ein medizinisch notwendiges Hörgerät mit einem Festbetrag zu übernehmen.

 

Mit Pflegestufe bis zu 4.000 Euro Zuschuss

 

2. Rentenversicherung

Wer im Berufsleben steht und ein Hörgerät benötigt, kann sich von der Rentenversicherung bezuschussen lassen. Dafür hat die Rentenversicherung einen sogenannten Ermessensspielraum. Primär muss jedoch die Krankenkasse die Kosten übernehmen. Die Rentenversicherung beteiligt sich, wenn Bedarf besteht, nur an den Kosten, die die Krankenkasse nicht übernimmt. Dafür muss dann ein „Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ gestellt werden.

Mehr dazu lesen Sie in diesem Informationsblatt der Rentenversicherung

Außerdem werden Sie eine Arbeitsplatzbeschreibung bei der Rentenversicherung einreichen müssen

3. Unfallversicherung

Wurde die Schwerhörigkeit aufgrund eines Unfalls ausgelöst, kann die gesetzliche Unfallversicherung oder die gegnerische Unfallversicherung zur Zahlung der Hörgerätekosten verpflichtet werden.

4. Berufsgenossenschaft

Wurde die Schwerhörigkeit aufgrund eines betrieblichen Unfalls oder durch die betrieblich bedingte Berufskrankheit „Lärmschwerhörigkeit“ ausgelöst, muss sich die Berufsgenossenschaft an den Kosten beteiligen.

5. Agentur für Arbeit

Wer für seine betriebliche Arbeit ein Hörgerät benötigt, kann die Agentur für Arbeit um einen Zuschuss bitten. Die Agentur hat ebenfalls einen Ermessensspielraum für Hörgeräte, unabhängig davon ob jemand arbeitslos ist oder nicht. Auch hier muss wieder ein „Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben“ gestellt werden.

 

Krankenbetten mit Komfortfunktion

Krankenbetten mit Komfortfunktion

 

6. Versorgungsamt

Wer erwiesenermaßen durch Krieg, eine Gewalttat oder eine Impfung schwerhörig wurde, kann über das Versorgungsamt seine Ansprüche auf Bezuschussung für Hörgeräte geltend machen.

7. Integrationsamt

Auch das Integrationsamt kann einen Zuschuss zu den Kosten für die Hörhilfen gewähren.

8. Finanzamt

Sollten jetzt immer noch nicht alle Kosten übernommen worden sein, können Sie den Betrag, den Sie selbst an den Hörgeräten bezahlen müssen, als Außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen.

Extra-Tipp

Wie bereits gesagt, sind Hörgeräte Hilfsmittel. Wie Sie Hilfsmittel beantragen, lesen Sie bitten in diesem Beitrag. Sollte das Hilfsmittel abgelehnt werden, haben Sie die Möglichkeit, Widerspruch einzulegen.

Meine Empfehlung bezüglich dem Kauf von Hörgeräten

  1. Lassen Sie sich unbedingt bei zwei oder drei Hörgeräte-Akustikern Angebote machen. Es gibt von Fabrikat zu Fabrikat und von Akustiker zu Akustiker Preisunterschiede.
  2. Wenn es sich einrichten läßt, sollte es ein Akustiker aus der näheren Umgebung sein, da immer wieder Reparaturen und Wartungsarbeiten an Hörgeräten fällig sind. Wenn dann jedes Mal weite Fahrten unternommen werden müssen, rechnet es sich nicht, wenn die Hörgeräte zwar ein paar Euro günstiger waren, hinterher aber das Ersparte und mehr für Fahrkosten zum Akustiker wieder ausgegeben werden müssen.
  3. Unter Umständen reicht ein „Kassenmodell“, das heißt ein Hörgerät das zuzahlungsfrei ist (wie bei Brillen). Hörgeräte-Akustiker sind verpflichtet, die Kunden darauf hinzuweisen, daß es Nulltarif-Geräte gibt. Es ist wichtig, daß Sie mit der Hörgeräteberatung absolut zufrieden sind.
  4. Außerdem muß jeder Akustiker mindestens ein Nulltarifgerät anbieten können. Falls Ihr Hörgeräte-Akustiker Ihnen keine Kassen-Hörgeräte zur Auswahl vorlegt, sprechen Sie ihn darauf an.

Weitere Beiträge zum Thema Pflege

 

Sie möchten immer die neuesten Beiträge dieses Blogs lesen?
Hier können Sie sich in unseren kostenlosen Newsletter eintragen

© by www.Pflege-durch-Angehoerige.de

Eine Empfehlung von www.Pflege-durch-Angehoerige.de

Eine Empfehlung von www.Pflege-durch-Angehoerige.de