Pflege durch Angehörige

Wofür wird eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung benötigt

Zugegeben, Heimnotwendigkeitsbescheinigung ist mit Sicherheit für Pflegefachkräfte ein gängiger Begriff, aber wir pflegenden Angehörigen können meist nur wenig damit anfangen. 

Doch ohne Heimnotwendigkeitsbescheinigung ist auch keine Kostenübernahme durch die Pflegekassen in einem Pflegeheim möglich. 

Was ist eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung

Mit einer Heimnotwendigkeitsbescheinigung wird bestätigt, daß eine Pflegestufe (mindestens Pflegestufe I) vorliegt und die Unterbringung in einem Heim notwendig ist.

Die Heimnotwendigkeitsbescheinigung ist notwendig, um überhaupt in einem Pflegeheim/Altenheim aufgenommen werden zu können. Mit ihr wird für das Pflegeheim sichergestellt, dass die Pflegekasse anteilig die Heimkosten übernimmt. Die Pflegeheimkosten sind je nach Pflegestufe unterschiedlich gestaffelt.

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein

Um eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung ausgestellt zu bekommen, ist folgendes notwendig:

  • Es muss eine mindestens erhebliche Pflegebedürftigkeit, also Pflegestufe I, vorliegen
  • Die Pflege kann zu Hause nicht mehr durchgeführt werden

 

Bitte nicht vergessen!
Mit einem Pflegegrad haben Sie Anrecht auf monatliche Pflegehilfsmittel.

 

Prinzipiell sehen die Krankenkassen/Pflegekassen es so, daß vorrangig zu Hause gepflegt werden soll und erst wenn dies nicht mehr möglich ist, eine Heimunterbringung erfolgen soll. Also häusliche Pflege vor Heimunterbringung.

Was wird für eine Heimaufnahme benötigt

Altenheime/Pflegeheime sind Einrichtungen, in denen alte und/oder pflegebedürftige Menschen gepflegt und betreut werden. Es muss also eine Pflegebedürftigkeit vorliegen. Um überhaupt in einem Pflegeheim aufgenommen werden zu können, sind zwei Voraussetzungen notwendig:

  1. Eine Pflegebedürftigkeit, die sich aus der Einstufung in eine Pflegestufe ergibt
  2. Eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung

Wer stellt eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung aus

Die Heimnotwendigkeitsbescheinigung wird vom Medizinischen Dienst der Pflegekassen/Krankenkassen (MDK) ausgestellt. Mit der Ausstellung dieses Dokuments ist die Kostenübernahme für die Pflegeeinrichtung gewährleistet.

Was tun, wenn keine Pflegestufe vorliegt

Wer keine Pflegestufe hat, bekommt von der Pflegekasse/Krankenkasse auch keine Zuschüsse (Pflegesachleistungen) für ein Pflegeheim.

Auch mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz hat sich in der vollstationären Unterbringung nichts geändert. Selbst wer Pflegestufe 0 – bzw. Pflegestufe 0 mit eingeschränkter Alltagskompetenz – hat, bekommt keine Pflegesachleistungen für eine vollstationäre Heimunterbringung.

Problematisch ist diese Regelung vor allem bei dementen Menschen mit Weglauftendenz und eingeschränkter Alltagskompetenz. Sie haben meist nur eine Pflegestufe 0 (oder 0 mit EA also eingeschränkter Alltagskompetenz). Es kann sehr gefährlich werden, wenn diese Personen alleine und ohne Aufsicht leben.

Wer keine Heimnotwendigkeitsbescheinigung bekommt, aber die finanziellen sowie räumlichen Möglichkeiten hat, kann eine 24h-Haushaltshilfe aus Osteuropa (wie z.B. Polen oder Tschechien) für die Pflege engagieren.

 

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Mein Rat:

Wenn Sie keine Pflegestufe haben: Schreiben Sie alle Zeiten auf, die für die häusliche Pflege benötigt werden und reichen Sie einen Antrag auf Pflegestufe ein. Wurde der Antrag abgelehnt, sofort einen Widerspruch mit entsprechender Begründung einlegen.

Hierbei helfen Ihnen auch die Sozialstationen Ihres Pflegedienstes oder Pflegeheims oder aber die Pflegestützpunkte usw. Mehr dazu auch in meinem Beitrag: Plötzlich Pflegefall

EXTRA-Tipps zum Thema Pflegeheim

 

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KOMMENTARE ZU DIESEM BEITRAG

KOMMENTARE

  • Otto Beier 1. November 2016 at 14:46

    Jedes Krankenhaus hat einen Sozialdienst, den Sie in Anspruch nehmen können. Dort kann man Sie ausführlich beraten, wie es Ihrem Mann geht / ob es Möglichkeiten gibt, ihn weiterhin zu Hause zu pflegen oder ob es gar möglich ist, eine Haushaltshilfe aus Osteuropa für die Pflege zu engagieren.
    Auch wenn Ihr Mann in ein Pflegeheim muß, kann der Sozialdienst Ihnen weiterhelfen. Er vermittelt auch Pflegeheimplätze. Und auch Sie können Ihre Fragen stellen, welche Möglichkeiten Sie für die Zukunft haben.
    Sprechen Sie das Krankenhauspersonal darauf an, daß für Sie ein Termin beim Sozialdienst beantragt wird.
    Ihnen alles Gute und viel Kraft / Otto Beier

  • Schwarz 1. November 2016 at 14:32

    Ich habe 3 Jahre meinen Mann gepflegt (Stufe 2 ) Nun ist er gestürzt, dass war schon öfter mal der Fall bisher haben die Sanitäter nicht ins Krankenhaus gefahren aber diesmal schon. Dort wurde festgestellt das er sehe, sehr krank ist.
    Was soll ich tun wenn er nicht mehr nach Hause kann und ich die Pflege eh schon kaum geschafft habe. Ich meine was passiert mit mir wenn er in ein Altersheim
    kommen sollte.
    MFG
    Renate S.

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