Wie wird ein Pflegebett beantragt

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Wenn ein Pflegefall in einer Familie eintritt, treten viele Fragen auf. Eine davon auch: Wo und wie beantrage ich ein Pflegebett?

Wer pflegebedürftig ist, hat unter gewissen Voraussetzungen – abhängig von der Schwere der Krankheit – ein Anrecht auf ein Pflegebett/Krankenbett.

Höhenverstellbare Pflegebetten erleichtern in der häuslichen Pflege zum einen den pflegenden Angehörigen oder dem mobilen Pflegedienst in ganz erheblichem Maße die Pflege und zum anderen bleibt den Patienten die Mobilität länger erhalten.

Mit Spezialbetten, wie z.B. Niederflurbetten für Demenzpatienten, wird zudem noch die Verletzungsgefahr durch Herausfallen aus dem Bett stark verringert.

 

 

Was ist der Unterschied zwischen einem Krankenbett und einem Pflegebett

Der eigentliche Unterschied besteht darin, wer die Kosten für das Bett übernimmt,

  • Werden die Kosten von der Krankenkasse übernommen, heißt es korrekterweise Krankenbett.
  • Werden die Kosten von der Pflegekasse übernommen, heißt es Pflegebett.

Ich werde in diesem Beitrag sowohl von Krankenbett als auch von Pflegebett sprechen, unabhängig davon, wer die Kosten für das Bett trägt. Für den Patienten selber hat es keine Nachteile, wer letztendlich der Kostenträger ist. Wichtig ist, daß überhaupt eine Kostenübernahme erfolgt.

 

Wer übernimmt die Kosten für ein Krankenbett

Für die Kostenübernahme eines Pflegebettes kommen folgende Möglichkeiten in Frage:

 

Kostenerstattung durch die Krankenkasse

Krankenbetten werden von der Krankenkasse (als technische Hilfsmittel) bezahlt. Für ein von der Krankenkasse bezahltes Krankenbett ist kein Pflegegrad (keine Pflegestufe) notwendig. 

Erst wenn die Krankenkasse die Bezahlung ablehnt, kann die Pflegekasse für die Übernahme der Kosten herangezogen werden. Die Pflegekasse ist also nachrangig zur Krankenkasse.

 

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Kostenerstattung über die Pflegekasse

Um die Kosten von der Pflegekasse erstattet zu bekommen, ist ein Pflegegrad (eine Pflegestufe) notwendig. Mehr über das Beantragen eines Pflegegrades lesen Sie bitte in diesem Beitrag: Pflegegrad beantragen – So vermeiden Sie Fehler.

Fazit:

Es ist möglich, auch ohne Pflegegrad (Pflegestufe) ein Krankenbett zu bekommen.

 

Pflegebett selbst bezahlen

Wenn die Pflegekasse oder die Krankenkasse das Pflegebett nicht bezahlt, haben Sie auch die Möglichkeit, das Krankenbett selbst zu kaufen und zu bezahlen. Warum sollten Sie das tun?

  • Für die Genehmigung eines Pflegebettes sind gewisse Voraussetzungen zu erfüllen. Oftmals werden diese nicht erreicht. Wenn die Pflege des bettlägrigen Menschen aber für das Pflegepersonal mit einem Pflegebett wesentlich erleichtert wird und damit auch viel rücken- und gelenkschonender gearbeitet werden kann, ist zu überlegen, ob das Pflegebett nicht selbst bezahlt wird wenn die finanziellen Voraussetzungen dafür gegeben sind.
  • Die Kranken- und Pflegekassen bezahlen in der Regel nur ein Standard-Modell, was oft nicht den pflegerischen Ansprüchen entspricht. Niederflurbetten haben zudem auch noch den Vorteil, dass sie so weit auf den Boden abgesenkt werden können, dass bei bettflüchtigen Menschen die Sturzgefahr sehr stark reduziert werden kann. Hier kommt also zum pflegerischen Aspekt auch noch der Sicherheits-Aspekt hinzu. Abhilfe kann zum Beispiel mit Alarmtrittmatten oder einem Bettkantenalarm geschaffen werden.
  • Auch optisch ansprechende Pflegebetten werden von den Kassen nicht übernommen. Steht das Pflegebett zum Beispiel aus Platzgründen im Wohnzimmer, ist es doch schöner, wenn das Pflegebett sich optisch an die gesamte Raumgestaltung anpaßt.
  • Sie haben kein Recht darauf, dass Ihnen die Krankenkasse ein neues Pflegebett zur Verfügung stellt. Unter Umständen ist dann das Pflegebett schon älter. Auch das gefällt nicht jedem.

Pflegebetten gibt es in einer großen Auswahl in Farbe, Design und Funktionen, die schon lange nichts mehr mit den klassischen Krankenhausbetten zu tun haben.  Mittlerweile können Sie über das Internet Pflegebetten zu günstigen Preisen bestellen. Achten Sie jedoch auch hier auf eine optimale Beratung. Wir können Ihnen dazu unseren Partner für Pflegebetten mit ruhigem Gewissen empfehlen.

 

Voraussetzungen für die Genehmigung eines Pflegebetts

Wie für alles, gibt es auch für Pflegebetten gewisse Voraussetzungen, um diese genehmigt zu bekommen. Wer über die Pflegekasse ein Bett beantragt, muss gemäß § 40 Sozialgesetzbuch (SGB) XI folgende Voraussetzungen erfüllen

Das Hilfsmittel/Pflegehilfsmittel, also das Pflegebett,

  • muss die Pflege erleichtern
  • muss zur Linderung der Beschwerden des Pflegebedürftigen beitragen oder
  • ihm eine selbständigere Lebensführung ermöglichen

Werden diese Kriterien nicht erfüllt, wird der Antrag wohl abgelehnt werden.

 

Wo muß der Antrag für ein Pflegebett/Krankenbett gestellt werden

Da sowohl die Krankenkasse als auch die Pflegekasse für die Kostenübernahme eines Krankenbetts in Frage kommen, ist dies etwas schwierig. Vorrangig muß die Krankenkasse bezahlen.

  • Wer ein Krankenbett benötigt, muss dies mit seinem Arzt besprechen. Der Arzt stellt dann eine Verordnung (ähnliche einem Rezept) aus. Auf der Verordnung muss unbedingt vermerkt sein, dass ein „behindertengerechtes Bett“ verordnet wird.
  • Bei einer Pflegebedürftigkeit kann auch der Medizinische Dienst der Krankenkasse (MDK) bereits im Pflegegutachten vermerken, dass ein höhenverstellbares Pflegebett benötigt wird um die häusliche Krankenpflege zu erleichtern. Dann werden die Kosten evtl. von der Pflegekasse übernommen. Unter Umständen ist dann das Pflegebett bei der Pflegekasse zu beantragen.

Klären Sie auf alle Fälle mit Ihrer Krankenkasse/Pflegekasse ab, wer die Kosten übernimmt und ob ein Antrag nötig ist oder eine ärztliche Verordnung.

Vor Anschaffung eines Pflegebetts/Krankenbetts muss eine Genehmigung durch den Kostenträger (Krankenkasse oder Pflegekasse) vorliegen. Wer sich einfach nur ein Krankenbett ohne vorherige Kostenübernahme kauft oder bestellt, läuft Gefahr, keine Kostenerstattung zu erhalten.

 

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Was ist zu tun, wenn ein Pflegebett abgelehnt wird

Wenn keine Genehmigung erfolgt und der Antrag auf ein Pflegebett abgelehnt wurde, ist innerhalb der auf dem Ablehnungsbescheid angegebenen Widerspruchsfrist (meistens 4 Wochen) ein Widerspruch einzulegen.

 

Eigenanteil/Zuzahlung für ein Pflegebett/Krankenbett

Erwachsene ab dem 18. Lebensjahr müssen eine Zuzahlung für das Pflegebett in Höhe von max. 10 Euro leisten. Wer eine Zuzahlungsbefreiung hat, muss diese Kosten nicht übernehmen.

Extra-TIPP: Pflege-, Medikamenten- und Krankheitskosten summieren sich schnell. Was Sie davon bei der Steuer ansetzen können, lesen Sie in meinem Beitrag „Diese Krankheitskosten und Pflegekosten können Sie von der Steuer absetzen“.

 

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Geht das Krankenbett in das Eigentum des Pflegebedürftigen über

Technische Hilfsmittel/Pflegehilfsmittel die von der Pflegekasse/Krankenkasse zur Verfügung gestellt wurden, sind in der Regel lediglich Leihgaben. Das heißt, wenn das Bett nicht mehr benötigt wird, muss es an die Krankenkasse/Pflegekasse zurückgegeben werden. Die Rückgabe erfolgt meist über den Lieferanten des Bettes (Sanitätshaus).

Wer die leihweise Überlassung des Pflegebetts ablehnt, muss damit rechnen, dass er die Kosten für ein Pflegebett selbst tragen muss. Eine Alternative wäre dann, sich ein Pflegebett nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen selbst zu kaufen

 

Pflegebett oder Seniorenbett

Nicht jeder mag ein klassisches Pflegebett in seinem Schlafzimmer haben. Schon gar nicht wenn man in einer Beziehung lebt. Und in ein anderes Zimmer ausquartiert zu werden ist auch nicht jedermanns Sache.

Deshalb sollte man sich überlegen, ob nicht vielleicht ein Seniorenbett, das ganz ähnlich wie ein Krankenbett gehandhabt werden kann, in Frage kommt. Anstatt des regulären Krankenbettgestells wird bei einem Seniorenbett ein Einlegerahmen in das vorhandene Doppelbett/Ehebett (genauso aber auch in ein Einzelbett) eingelegt.

Mehr dazu auch in meinem Beitrag „Warum ein Seniorenbett eine Alternative zum Pflegebett sein kann“.

 

Niederflurbetten anstatt freiheitsentziehende Maßnahmen

Um Bettgitter zu vermeiden (was unter Umständen als freiheitsentziehende Maßnahmen gewertet wird), wird mit Niederflurbetten eine optimale Lösung erreicht. Bei Menschen mit Demenz, welche zu nächtlicher Bettflucht neigen, können die Niederflurbetten relativ weit nach unten gestellt werden. Somit ist die Verletzungsgefahr bei der Bettflucht erheblich gemindert.

 

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Welche Arten von Pflegebetten gibt es

Je nach Schwere der Krankheit und Beeinträchtigung des Pflegebedürftigen, gibt es ganz unterschiedliche Pflegebetten. In der Regel werden die meisten Patienten ein (höhenverstellbares) Standard-Pflegebett verordnet bekommen. Trotzdem gibt es auch

  • tiefenverstellbare Pflegebetten
  • mit Aufstehhilfe (Aufstehbetten)
  • Sitzbetten
  • Niederflurbetten / Niedrigbetten /Niedrigpflegebetten
  • Schwerlastbetten
  • Mobilisierungsbetten
  • Lagerungsbetten
  • Intensivpflegebetten
  • Therapiebetten / Rehabetten
  • Stehbetten
  • Seitenlagerungsbetten
  • Kinder- und Kleinwüchsigenbetten

 

Hilfsmittel im Pflegeheim

Auch Bewohner von Pflegeheimen haben Anspruch auf Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel. Mehr dazu in meinem Beitrag „Hilfsmittelversorgung im Pflegeheim“.

Extra-TIPP:

Die Stromkosten für von der Krankenkasse genehmigte, elektrisch betriebene Hilfsmittel werden von der Krankenkasse auf Antrag erstattet. Dies betrifft auch Heimbeatmungsgeräte, elektrische Rollstühle usw. Einen entsprechenden Musterbrief finden Sie hier.

Falls Sie Ihre Wohnung behindertengerecht umbauen müssen, können Sie von der Pflegekasse Zuschüsse von bis zu 4.000 Euro erhalten. Mit diesen Mitteln kann schon ein Umbau Badewanne zur barrierefreien Dusche weitestgehend finanziert werden.

 

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Quelle Bildmaterial: Fotolia #110532017  © Sir_Oliver

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KOMMENTARE ZU DIESEM BEITRAG

KOMMENTARE

  • Ulrich Lohne 23. März 2017 at 9:50

    meine Ehefrau ist an MS erkrankt und pflegebedürftig. Für unseren Jahresurlaub, den wir in einem behinderten-/rollstuhlgerechten Quartier im Allgäu verbringen, erhält sie über die Pflegekasse die benötgten Pflegehilfsmittel finanziert. Jetzt hat eine Freundin, auch an MS erkrankt, sich dazu entschlossen, mit uns in Urlaub zu fahren und hat bei ihrer Pflegekasse – AOK – für die benötigten Hilfsmittel eine Kostenübernahme angefragt, die aber abgelehnt worden ist. Besteht ein gesetzlicher Anspruch? Vielen Dank für eine Beantwortung

  • Schwarz 13. November 2016 at 12:28

    Mein Mann wird Mitte der Woche aus dem Krankenhaus entlassen. Aber ohne Bett ohne das vorher ein Bett kommt wird die Pflege nicht übernommen, so nun kommt ein Tag vorher das Bett ich habe keine Ahnung was für eins und ob überhaupt Zubehör dabei ist leider wurde mir das erst am WE mitgeteilt und das schönste dabei ist es wird im Wohnzimmer aufgestellt und ich soll das die Couch rausschaffen. Ich bin entsetzt und kann da nichts machen hat man mir gessagt.
    Mfg
    Schwarz