Elektromobile sind verordnungsfähige Hilfsmittel

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Wir werden immer älter, aber der Körper – und vor allem die Beine – nicht jünger.

Für kurze Strecken kann vielleicht noch ein Rollator gute Dienste erweisen, aber wer nicht gut zu Fuß ist, wird auch mit einem Rollator über kurz oder lang Probleme bekommen. 

Wer geistig fit, aber körperlich eingeschränkt ist, möchte doch trotzdem am gesellschaftlichen Leben teilhaben, muss sich selbst versorgen und einkaufen, zum Arzt gehen oder Behördenbesuche erledigen oder einfach mal Freunde und Verwandte besuchen können. 

Um diese Mobilität beibehalten zu können, kann ein Elektromobil zu einem hilfreichen Begleiter werden. 

Je nach Schwere der körperlichen Einschränkung ist es möglich, dass für ein Elektromobil von der Krankenkasse die Kosten als verordnungsfähiges Hilfsmittel übernommen werden, denn Elektromobile sind Sonderformen von Elektrorollstühlen. 

Vorab jedoch gleich eines: Die Krankenkassen handhaben es ganz unterschiedlich bei der Kostenübernahme für ein Elektromobil. Wird ein Elektromobil von der einen Krankenkasse unproblematisch genehmigt, kann es sein, dass die andere Krankenkasse die Übernahme der Kosten kategorisch ablehnt. 

Wer jedoch ein Elektromobil benötigt, sollte auf alle Fälle einen Antrag auf Kostenübernahme bei seiner Krankenkasse einreichen. Wird der Antrag abgelehnt, sollte gleich ein Widerspruch eingelegt werden

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Wo ist die Kostenübernahme geregelt

Die Kostenübernahme für Hilfsmittel ist gesetzlich geregelt im §33 SGB V. Außerdem finden Sie im Hilfsmittelverzeichnis alle erstattungsfähigen Hilfsmittel. Elektromobile und Elektroscooter stehen in den Kategorien 18 51 05 0 bzw. 18 51 05 1. Die Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist unabhängig von einer Pflegestufe.

Wer kann ein Elektromobil genehmigt bekommen

Nicht jeder, der etwas schlecht zu Fuß ist, bekommt ein Elektromobil genehmigt. Um ein Elektromobil genehmigt zu bekommen, müssen deshalb gewisse körperliche Beeinträchtigungen vorliegen und bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es muss eine stark eingeschränkte Gehfähigkeit im Rahmen der Grundbedürfnisse vorliegen. Dies bezieht sich vor allem darauf, sich in der eigenen Wohnung bewegen und die Wohnung verlassen zu können. Das Verlassen der Wohnung umfaßt das Erledigen aller Alltagsgeschäfte.
  • Eine derartige körperliche Behinderung vorliegt, dass handgetriebene Rollstühle nicht mehr bedient werden können
  • Das Bedienen eines Elektromobils muss körperlich und geistig möglich sein
  • Es muß eine Restgehfähigkeit vorhanden sein
  • Rollatoren und andere Hilfsmittel nicht ausreichend sind
  • Es wird eine Unterbringungsmöglichkeit (z.B. Garage) benötigt, in der das Elektromobil vor Wetter und Diebstahl geschützt ist.
 
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Wie wird ein Elektromobil beantragt

Wie Sie aus der vereinfacht dargestellten Grafik schon erkennen können, reicht es nicht, beim Arzt ein Rezept zu holen und dann im Elektromobil-Fachgeschäft oder Sanitätshaus ein Fahrzeug auszusuchen. Deshalb werde ich weiter unten näher auf das Procedere eingehen.

 

Elektromobil als Hilfsmittel

 

Unter Umständen ist Ihre Krankenkasse nicht gleich bereit, Ihnen – trotz Notwendigkeit – die Kosten für ein Elektromobil zu übernehmen. Deshalb sollten Sie alle Möglichkeiten nutzen, um die Kosten doch erstattet zu bekommen. Gehen Sie wie folgt vor:

  1. Lassen Sie sich vom Hausarzt, einem Facharzt, einem Krankenhaus, einem Therapeuten usw. bescheinigen, dass die Notwendigkeit für ein Elektromobil vorliegt. Je mehr Fachkompetenz der Meinung ist, daß Sie ein Elektromobil benötigen, umso besser.
  2. Lassen Sie sich in einem Fachgeschäft für Elektromobile oder in einem Sanitätshaus beraten, welche Elektromobile auf Verordnung erhältlich und für Sie geeignet sind. Lassen Sie sich die genaue Bezeichnung geben. Fahren Sie das Elektromobil zur Probe.
  3. Lassen Sie sich von Ihrem behandelnden Arzt eine Verordnung (ähnlich einem Rezept) für das von Ihnen ausgesuchte Elektromobil ausstellen. Je besser der Arzt die Notwendigkeit bescheinigt umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß das Fahrzeug genehmigt wird. Wenn die korrekte Bezeichnung des Fahrzeugs in die Verordnung mit übernommen wird, haben Sie auch die Chance, das ausgesuchte Fahrzeug zu erhalten. ACHTUNG: Hilfsmittel fallen nicht ins Arzneimittelbudget. Das heißt, Ihr Arzt ist an keine finanzielle Richtgröße bezüglich der Kosten für ein Elektromobil gebunden. Vorausgesetzt, die Verordnung ist richtig ausgefüllt.
  4. Reichen Sie die Verordnung beim Fachgeschäft ein. Hier sollte nochmals geprüft werden, ob das Elektromobil für Sie geeignet ist.
  5. Das Fachgeschäft leitet die Verordnung mit einem Kostenvoranschlag an Ihre Krankenkasse weiter.
  6. Wenn alles gut läuft, wird das Elektromobil anstandslos genehmigt und Sie erhalten das Fahrzeug. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten für ein Elektromobil ganz oder bezuschusst es anteilmäßig. Ob Sie ein neues Fahrzeug bekommen oder ein gebrauchtes, können Sie selbst nicht bestimmen. Unter Umständen müssen Sie sich mit einem gebrauchten – aber gewarteten – Elektromobil zufrieden geben. Sie erhalten vom Fachgeschäft eine Einweisung für das Fahrzeug.
  7. Wenn Ihre Krankenkasse nicht auf Anhieb das Elektromobil genehmigt, kann es sein, dass sie den Medizinischen Dienst (MDK) beauftragt um zu prüfen, ob eine Notwendigkeit für ein Elektromobil besteht bzw. ob Sie in der Lage sind, ein Elektromobil selbst zu fahren. Entsprechend der Beurteilung des MDKs kann dann auch die Beurteilung der Krankenkasse ausfallen
  8. Wurde das Elektromobil abgelehnt, sollten Sie gleich Widerspruch einlegen

ACHTUNG Wurde die eingeschränkte Gehfähigkeit aufgrund eines Unfalls oder einer Berufskrankheit hervorgerufen, kann auch die Unfallversicherung als Kostenträger in Frage kommen, anstatt der gesetzlichen Krankenversicherung.

Gut zu wissen

Andere Begrifflichkeiten für Elektromobil

E-Mobil, E-Scooter, Elektroscooter, Seniorenmobil

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7 comments for “Elektromobile sind verordnungsfähige Hilfsmittel

  1. Tiemann
    13. April 2016 at 22:16

    Hallo,

    wir haben vor kurzen die Scooter bekommen,haben eine Garage aber leider ohne Strom und unser Vermieter meinte das es zu teuer und zu umständlich wäre es mit einem Zähler einzubauen!
    Wir haben zwar glück das wir Hochparterre wohnen und einen Wintergarten haben,müssen wir unsere Scooter auf dem Rasen stellen zum Aufladen,was aber bei Regen nicht ginge,da die Aufladegeräte ja nicht Nass werden dürfen!
    Gibt es da eine Regelung vom Gesetz,das ein Vermieter irgendwie abhilfe schaffen müsste und Behinderten Menschen helfen müsste zu erleichterung?Wir fühlen Uns Diskreminiert vom Vermieter!
    Wir sind so froh das wir endlich wieder mehr sehen können und wieder unabhängiger sein können mit den Scootern!

    MfG M.

  2. 17. April 2015 at 15:06

    Danke für diesen tollen Artikel, war genau das was ich gesucht habe.
    Mfg

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