Wohnen und Leben im Alter – 11 ganz unterschiedliche Möglichkeiten

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Pflegehilfsmittel im Wert von 40 € pro Monat gratis

 Pflegebedürftigkeit ist etwas, was die Zukunft für viele von uns bringen wird. Sie ist die Konsequenz von der körperlichen, geistigen oder sogar seelischen Krankheit, die unsere Lebenssituation in großem Maße beeinträchtigt, so dass wir nicht mehr im Stande sind, uns alleine zu versorgen.

Bei vielen Menschen kommt irgendwann der Zeitpunkt, wo sie pflegebedürftig werden und Hilfe benötigen. Oftmals können sie dann nicht mehr in den eigenen vier Wänden wohnen bleiben.

Ich möchte Ihnen in meinem heutigen Beitrag die verschiedenen Möglichkeiten des Wohnens im Alter vorstellen.

Wer Ihnen im einzelnen Fall weiterhilft bzw. ausführlich beraten kann, lesen Sie in meinem separaten Beitrag zu den Anlaufstellen. Ebenso finden Sie in meinem Beitrag über Pflegegeld und Pflegesachleistungen alle finanziellen Unterstützungen der Pflegekasse.

Welche Wohnformen gibt es fürs Alter

Wenn Pflege oder zumindest nur eine Wohnraumanpassung notwendig wird, gibt es die Möglichkeiten, zu Hause gepflegt zu werden oder teilstationär/vollstationär außerhalb den eigenen vier Wänden. Auf die einzelnen Formen des altersgerechten Wohnen gehe ich nachfolgend näher darauf ein.

Anmerkung:

Krankheitsbedingte Umzüge können unter Umständen von der Pflegekasse bezuschusst werden.

Meine Buchempfehlung zum Thema barrierefrei bauen

 

Pflege durch Angehörige zu Hause / häusliche Pflege

Am schönsten ist es natürlich, wenn die Pflege alter und/oder  pflegebedürftiger Menschen zu Hause durchgeführt werden kann.

Die Pflege kann von den Angehörigen alleine, aber auch mit Unterstützung eines Pflegedienstes durchgeführt werden, der dann bei der häuslichen Krankenpflege pflegerisch hilft.

Was Sie alles beachten sollten, wenn Sie die Pflege eines Angehörigen übernehmen, lesen Sie in dieser Checkliste.

Um so lange wie möglich den Umzug ins Altersheim hinausschieben zu können, ist unter Umständen die Wohnung behindertengerecht/barrierearm zu gestalten. Je nach Schwere der körperlichen Einschränkungen kann das sein:

Anmerkung:

  1. Wer eine Pflegestufe hat, kann für Umbaumaßnahmen Zuschüsse beantragen.
  2. Entlastung für die Angehörigen gibt es über die diversen niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten
  3. Mein Buchtipp für die Pflege zu Hause: Angehörige zu Hause pflegen: Pflegehandlungen in Wort und Bild

Extra-Tipp

Wer eine Pflegestufe hat und zu Hause gepflegt wird, hat jeden Monat Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel. Diese können Sie hier einfach bestellen

Wohnen mit Service

Wohnen mit Service ist eine Wohnform für Senioren, die in ihrem eigenen Haushalt weiter leben, aber trotzdem auf eine gewisse ergänzende Hilfe angewiesen sind. Je nach Mobilität und Gesundheit werden Hilfeleistungen wie ein Reinigungsservice, Essen auf Rädern, Krankenpflege usw. „gebucht“.

24h-Pflege durch osteuroäpische / ausländische Pflegekräfte

Eine Alternative für die Betreuung alter Menschen sind sogenannte Pflegekräfte aus Polen oder anderen osteuropäischen Ländern. Hier möchte ich jedoch anmerken, dass es im allgemeinen Sprachgebrauch „Pflegekräfte“ heißt. In der Regel sind es jedoch Haushaltshilfen, die leichte pflegerische Aufgaben übernehmen können.

Besonders bei Pflegebedürftigen mit Demenz können die Haushaltshilfen aus Osteuropa eine bereichernde Hilfe für die Senioren sein. Sie helfen im Haushalt mit, beschäftigen den Patienten, uvm. Diese Aufgaben können Sie einer Haushaltshilfe übertragen.

Mehr Informationen finden Sie in der Checkliste Pflegehilfen aus Osteuropa

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Wohnen gegen Hilfe

Wohnen gegen Hilfe ist eine Betreuungsform, bei der die Betroffenen nicht auf ständige Hilfe bzw. Pflege angewiesen sind. Ältere Menschen „vermieten“ ein Zimmer in ihrer Wohnung an einen jungen oder alleinstehenden Menschen.

Die Miete wird nicht als Mietzahlung sondern in Form von Leistung erbracht. Das heißt, der „Untermieter“ übernimmt – je nach Vereinbarung – zum Beispiel den Einkauf, das Putzen der Wohnung, oder leistet einfach nur Gesellschaft und muss im Gegenzug für diese Dienstleistung keine oder weniger Miete bezahlen.

Mehrgenerationenhäuser

Mehrgenerationenhäuser sind darauf ausgelegt, dass in einem Wohnkomplex mehrere Generationen unter einem Dach leben. Ziel dieser generationenübergreifenden Wohnform ist das gemeinschaftliche Miteinander und das Einbringen von Wissen und Hilfe. Die Generationen begegnen sich, junge und alte Menschen helfen sich aktiv untereinander und lernen aber auch voneinander.

Jeder Bewohner oder jede Familie hat in dem Mehrgenerationenhaus ihren eigenen Wohnbereich. Außerdem verfügen Mehrgenerationenhäuser im Allgemeinen dann noch über Gesellschaftsräume, in denen sich die Bewohner treffen und vernetzen können.

Für ältere Menschen kann diese Wohnform mit einer gut funktionierenden gegenseitigen Hilfe eine Lösung sein, den Umzug in ein Seniorenheim hinauszuschieben. Andererseits kann auch hier ein Pflegedienst mit hinzugezogen werden.

 

Pflege-WG

Betreute Senioren-WGs sind eine gute Alternative zum Alleinsein.

Bei den betreuten Pflege-WGs gibt es zwei unterschiedliche Modelle: Zum einen die selbst organisierte Wohngemeinschaft und zum anderen eine Pflege-WG, die zum Beispiel von einer Pflegeeinrichtung betrieben wird.

Bei dieser alternativen Wohnform leben mehrere Senioren selbstbestimmt in einer Wohn- oder Hausgemeinschaft. Jeder hat seinen eigenen Bereich/sein eigenes Zimmer. Die Gemeinschaftsräume wie Küche, Bad und Esszimmer werden gemeinsam benutzt.

Je nach Wunsch und Bedürftigkeit kommt dann ein Pflegedienst zum Einsatz. Aber auch eine 24h-Betreuung für alle WG-Mitglieder ist möglich.

Teilstationäre Einrichtungen Tagespflege / Nachtpflege

Teilstationäre Unterbringung bedeutet, dass der Pflegebedürftige zu Hause wohnt, aber entweder tagsüber oder nachts in einer Pflegeeinrichtung untergebracht ist.

Die Tagespflege/Nachtpflege ist zum einen als Entlastung für die Angehörigen gedacht. Zum anderen ist die Tagespflege aber auch eine Möglichkeit, den Patienten durch spezielle therapeutische Maßnahmen zu fördern, zu mobilisieren und zu stabilisieren.

Tages- bzw. Nachtpflege ist auch für Angehörige die berufstätig sind eine hilfreiche Möglichkeit, den pflegebedürftigen Menschen während der eigenen Arbeitszeit gut betreut zu wissen.

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Betreutes Wohnen

Die Wohnform des betreuten Wohnens steht jedem frei. Mittlerweile gibt es einige Senioren, die sich bereits mit 60 Jahren eine Wohnung im betreuten Wohnen kaufen oder mieten, dort leben, aber keinerlei Pflegedienst o.ä. in Anspruch nehmen.

Das betreute Seniorenwohnen ist meist einer stationären Pflegeeinrichtung angeschlossen. In einem separaten Wohnteil stehen den Senioren Wohnungen zur Verfügung. Je nach Mobilität und Pflegebedürftigkeit ist es möglich, den vollen Umfang eines Pflegedienstes in Anspruch zu nehmen oder überhaupt keine pflegerische Betreuung.

Den Bewohnern des betreuten Wohnens ist wichtig, dass sie zum einen im Notfall eine barrierefreie und altengerechte Wohnung haben und zum anderen bei Bedarf die pflegerische Unterstützung erhalten, die sie benötigen.

Vollstationäre Einrichtungen / Pflegeheime

Eine vollstationäre Betreuung erfolgt in Pflege- und Altersheimen. Hier ist die Spannweite jedoch sehr breit. Je nachdem, wieviel für die Unterbringung bezahlt werden kann, reicht das Angebot von luxuriösen Seniorendomizilen und Seniorenresidenzen bis hin zu günstigen und einfachen Pflegeheimen.

Liegt eine Pflegestufe sowie eine Heimnotwendigkeitsbescheinigung vor, übernehmen die Pflegekassen einen Teil der Kosten.

Eine Empfehlung von www.Pflege-durch-Angehoerige.de

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Viele ältere Menschen können sich trotz Einsatzes eines Pflegedienstes nicht mehr selbst versorgen, leiden häufig sogar unter gefährlichen Mangelernährungen. Kommen dann noch eine Sturzgefährdung oder andere schwere Krankheiten hinzu, kann das Alleinleben gefährlich werden. Wer keine Angehörigen hat, die ihn zu Hause pflegen können, sollte den Umzug in ein Pflegeheim nicht scheuen.

Wer sich nicht gleich für ein für ihn passendes Pflegeheim entscheiden kann, hat auch die Möglichkeit, für einige Tage zur Probe zu wohnen.

ExtraTipps

1.) Kinder müssen nicht Haus und Hof verkaufen, um die Pflegeheimkosten der Eltern zu bezahlen.

2.) Mein Buchtipp zum Thema Elternunterhalt: Ratgeber Elternunterhalt – Pflege und Heim, wann müssen Kinder zahlen

3.) Unter Umständen wird der Umzug in ein Pflegeheim von der Pflegekasse als wohnumfeldverbessernde Maßnahme finanziell unterstützt

4.) Falls die eigene Immobilie bei einem Umzug ins Altenheim verkauft wird, erhalten Sie hier einige Tipps, worauf Sie achten sollten.

Pflegeheime im Ausland

Deutsche Pflegeheime gehören mit zu den teuersten in Europa. Die Preise beginnen bei ca. 3.000 Euro und je nach Pflegestufe und Erkrankung variieren die Kosten, die selbst zubezahlt werden müssen.

Die Zuzahlungen, die die Heimbewohner leisten müssen, sind oft höher als ihre eigene Rente.

Gerade solch eine Situation macht aus Ländern wie Polen oder Ungarn einen starken Mitstreiter, denn konkurrenzfähig scheinen sie auf jeden Fall zu sein. Sie bieten Plätze in Pflegeheimen ab ca. 1000 Euro an und das nicht nur mit Vollverpflegung, sondern auch mit vielen Extras wie Friseur, Sauna, Fitness, täglichen Arztbesuchen, Kurbehandlungen und vieles mehr.

Diese Preise sind für die deutschen Pflegeeinrichtungen eine harte Konkurrenz. Dabei muss auch betont werden, dass viele der ausländischen Einrichtungen auch in der Qualität der Räumlichkeiten, der Ausstattung und der Dienstleistungen sehr attraktiv sind.

Zwar bekommt ein deutscher Patient keine Pflegesachleistung, wenn er die Dienstleistungen eines polnischen oder ungarischen Pflegeheims bezieht, doch die effektiven Gesamtkosten sind deutlich niedriger, als es der Fall bei deutschen Pflegeheimen ist. Warum?

Auch wenn man in ein nicht deutsches Pflegeheim in der EU geht, bekommt man immer noch sein Pflegegeld (je nach Pflegestufe ab 123 Euro bis 728 Euro), was bei den Preisen der osteuropäischen Konkurrenz den effektiven Eigenkostenanteil auf ca. 800 Euro senken lässt. Wenn man noch die Kosten für den Unterhalt der eigenen Wohnung oder des Hauses dazurechnet, kommt für manche solch eine Lösung in Frage.

Zum einen ziehen immer mehr Ältere in ein Pflegeheim nach Osteuropa. Zum anderen ist es aber auch sehr umstritten, ob es fair und moralisch zu bewältigen ist, dass man seine Mutter oder seinen Vater zur Pflege ins Ausland schickt. Ob dies vertretbar und verantwortlich ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

Etwas anders sieht die Situation vielleicht bei den vielen Menschen aus, die in Pommern, Schlesien oder Großpolen geboren wurden und dort auch ihre Kindheit verbracht haben. Für sie ist es nicht unbedingt eine Reise ins Ausland, sondern vielleicht eher eine Reise in die Heimat ihrer Kindheit.

Ein Trend der nicht nur in Bezug auf Altenpflege zu sehen ist, zeigt auf, dass sich der Pflege-Dienstleistungssektor in Richtung Osten bewegt. Gut ausgebildete Fachkräfte und die moderne Technologie, mit deutscher vergleichbar, sind um die Hälfte billiger.

Übrigens: Hilfreiche Produkte und Hilfsmittel rund um das Thema Pflege finden sie in der neuen Rubrik Produkte und Dienstleistungen

Palliativpflege / Hospiz

Für schwerstkranke, sterbende Menschen stehen mittlerweile immer mehr Hospize bzw. Palliativstationen in Krankenhäusern zur Verfügung. Ziel der Palliativpflege ist unter anderem ein würdevoller Beistand bis zum Tod, eine optimale medizinische Versorgung, eine optimale Schmerzbehandlung ohne Rücksicht auf Spätfolgen, Hilfe bei der Akzeptanz des Todes und Umsetzung der letzten Wünsche, die Betreuung der Angehörigen uvm.

Die Palliativpflege – egal ob ambulant oder stationär – sollte auf jeden Fall in Anspruch genommen werden, da sie nicht nur dem Sterbenden sehr hilfreich sein kann, sondern auch den Angehörigen bei allen Fragen beistehen wird und diese auch bei der Trauerarbeit nicht alleine lässt.

Meine Buchempfehlung zum Thema Sterbebegleitung:

Fazit:

Am schönsten und besten ist es, wenn keine Pflege notwendig ist und man in seinen eigenen vier Wänden wohnen bleiben kann. Wenn dies nicht mehr möglich ist, muss jeder für sich entscheiden, welche Wohnform für ihn am besten ist und ihm entgegenkommt.

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