Kurzzeitpflege auch ohne Pflegestufe

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Wer Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen möchte, benötigt normalerweise eine Pflegestufe, um von der Pflegekasse eine Kostenerstattung zu erhalten.

Doch was geschieht mit Menschen die keine Pflegestufe haben, aber aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Krankheit nur kurzfristig Pflege in Form einer Kurzzeitpflege benötigen?

Wer übernimmt hier die Kosten?

Dieses Versorgungsdefizit wird zum Januar 2016 behoben. Unter gewissen Voraussetzungen können dann auch Menschen ohne Pflegestufe über die sogenannte Übergangspflege eine Kurzzeitpflege beantragen.

Was ist Übergangspflege

Patienten die nach einem Krankenhausaufenthalt oder einer schweren Krankheit kurzzeitig pflegebedürftig wurden, hatten bis Ende 2015 KEINE Möglichkeit, eine Kurzzeitpflege von der Pflegekasse finanziert zu bekommen. Dies war eine große Versorgungslücke.

Ab dem 01.01.2016 haben Menschen, die nicht dauerhaft pflegebedürftig sind und keine Pflegestufe haben, unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit eine Kurzzeitpflege als Übergangspflege in Anspruch zu nehmen.

Somit ist die Übergangspflege eine Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe.

Zur Übergangspflege gehört aber nicht nur die Kurzzeitpflege in einer Pflegeeinrichtung, sondern auch die häusliche Pflege bzw. eine Haushaltshilfe für diejenigen Patienten, die nicht zwingend in einem Pflegeheim betreut werden müssen.

In diesem Beitrag beschäftige ich mich jedoch ausschließlich mit der Übergangspflege als Kurzzeitpflege.

 
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Mein TIPP: Lassen Sie sich beraten, ob eine
Kostenübernahme durch Krankenkasse möglich ist
 

 

Wie lange kann Kurzzeitpflege beansprucht werden

Die Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe kann für längstens 4 Wochen pro Kalenderjahr beantragt werden.

Sind die genehmigten 4 Wochen für die Kurzzeitpflege (Übergangspflege) nicht ausreichend, sollte über den Sozialdienst der Pflegeeinrichtung mit der Krankenversicherung Kontakt aufgenommen werden, ob ausnahmsweise eine Verlängerung möglich ist.

Falls keine Besserung eintritt, ist zu überlegen, ob eine Pflegestufe beantragt werden sollte. Auch dazu informiert Sie der Sozialdienst der Pflegeeinrichtung.

Meine Buchempfehlungen zum Thema Pflege

Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit

Für die Genehmigung einer Kurzzeitpflege müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden.

Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe wird nicht in den gleichen Fällen genehmigt wie Kurzzeitpflege MIT Pflegestufe. Patienten die bereits eine Pflegestufe haben, können zum Beispiel auch dann eine Kurzzeitpflege erhalten, wenn die Pflegeperson für sich selbst einmal eine Auszeit benötigt und in Urlaub fährt.

Bei der Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe ist dies nicht der Fall.

Deshalb wird diese nur genehmigt, wenn bei schwerer Krankheit oder nach einem Krankenhausaufenthalt alle anderen Maßnahmen wie zum Beispiel häusliche Krankenpflege nicht ausreichen. Mehr dazu hier

Extra-Tipp

Wer eine Pflegestufe hat und zu Hause gepflegt wird, hat jeden Monat Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel. Diese können Sie hier einfach bestellen

Wo erfolgt die Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe

Die Kurzzeitpflege ist keine Pflege die zu Hause erfolgt, sondern in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung wie zum Beispiel einem Pflegeheim.

Wer beantragt Kurzzeitpflege

Bei Personen, die nach einem Krankenhausaufenthalt zur Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim übergeben werden, wird oftmals schon vom Sozialdienst des Krankenhauses der Antrag auf Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe (Übergangspflege) gestellt.

Kurzzeitpflege kann aber auch von einem Pflegedienst, der betroffenen Person selbst oder einem Angehörigen beantragt werden.

Wo wird Übergangspflege/Kurzzeitpflege beantragt

Die Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe (Übergangspflege) muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Ihre Krankenkasse kann Ihnen telefonisch Auskunft geben, ob Sie ein spezielles Formular benötigen oder ob Sie einen Vordruck sogar aus dem Internet herunterladen können.

 

 

Was kostet Kurzzeitpflege

Die Kosten für eine Kurzzeitpflege sind von Pflegeeinrichtung zu Pflegeeinrichtung ganz unterschiedlich. Deshalb kann man nicht genau definieren, wie teuer eine Kurzzeitpflege ist.

  • Die gesetzlichen Krankenkassen/Pflegekassen bezuschussen jedoch nur die Kosten für die Pflege.
  • Zu den reinen Pflegekosten kommen noch die Hotelkosten (Zimmer + Verpflegung) sowie die Investkosten hinzu, die in jedem Fall selbst finanziert werden müssen.
  • Egal ob Kurzzeitpflege MIT Pflegestufe oder OHNE Pflegestufe – die Höhe der Kostenerstattung durch den Versicherungsträger ist gleich.
  • Der einzige Unterschied ist, dass Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe von der Krankenkasse bezahlt wird, Kurzzeitpflege MIT Pflegestufe dagegen von der Pflegekasse

Was bezahlt die Krankenkasse

Die aktuellen Kostenerstattungs-Sätze für die Kurzzeitpflege entnehmen Sie bitte meinem BeitragPflegestärkungsgesetz – Die neuen Pflegeleistungen ab 2017 auf einen Blick als Tabelle“.

Ein Rechenbeispiel

Frau Mustermann hat eine schwere Krankheit und muss in einer Pflegeeinrichtung betreut werden. Die Krankenkasse hat ihr 4 Wochen Kurzzeitpflege genehmigt. Das Pflegeheim berechnet pro Tag 70,00 Euro für pflegebedingte Kosten.

Beispielrechnung

 

Zeile Leistung Tage Einzelpreis Gesamtpreis
1 Pflegekosten 28 70,00 € 1.960,00 €
2 Abzüglich Erstattung durch Krankenkasse (Stand 12/2015) 28 ./. 1.612,00 €
3 Zuzahlung Pflegekosten privat     348,00 €
4
5 Zusätzliche Kosten, die die Kasse nicht bezahlt
6 Hotelkosten (Zimmer + Verpflegung) 28 22,00 € 616,00 €
7 Investkosten 28 20,00 € 560,00 €
  Gesamtkosten Kurzzeitpflege 28 Tage (Zeile 3+6+7)     1.524,00 €

 

Fazit

Püreemenüs

Püreemenüs

Die Kosten für die Kurzzeitpflege trägt anteilmäßig die Krankenkasse in Höhe des gesetzlich geregelten Pflegezuschusses.

Den Rest muss der Patient selbst bezahlen.

Sollte der Patient nicht in der Lage sein, die restlichen zu bezahlenden Kosten selbst zu tragen, kann unter Umständen über das Sozialamt eine weitere Bezuschussung ermöglicht werden.

Was ist der Unterschied zwischen Kurzzeitpflege MIT und OHNE Pflegestufe

  • Kurzzeitpflege/Übergangspflege OHNE Pflegestufe wird nur genehmigt, wenn es unbedingt erforderlich ist und die Pflege zu Hause nicht übernommen werden kann, bzw. zur Nachbehandlung nach einem Krankenhausaufenthalt. Das heißt es gelten sehr strenge Regelungen.
  • Kurzzeitpflege MIT Pflegestufe dagegen kann zum Beispiel auch in Anspruch genommen werden, wenn der pflegende Angehörige selbst einmal eine Auszeit für sich benötigt und in Urlaub geht. Aber auch wenn zu Hause renoviert wird, kann der Patient für diese Zeit als Kurzzeitpflege in einer Pflegeeinrichtung untergebracht werden.
  • Die Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe wird von der Krankenkasse bezuschusst, die Kurzzeitpflege MIT Pflegestufe von der Pflegekasse.

Für wen ist Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe geeignet

Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe wird nur genehmigt, wenn die o. g. Kriterien erfüllt sind. Dann aber ist diese besonders geeignet für Personen,

  • die alleine leben und keine Betreuung im häuslichen Umfeld möglich ist
  • die ihren Partner pflegen aber aufgrund einer schweren Krankheit/Pflegebedürftigkeit selbst für eine vorübergehende Zeit pflegebedürftig werden. Hier ist dann zum Beispiel auch eine gemeinsame Kurzzeitpflege für beide Partner in einem Pflegeheim möglich.

Gesetzliche Regelung

Kurzzeitpflege OHNE Pflegestufe

Der Anspruch auf Übergangspflege für Personen die nicht dauerhaft pflegebedürftig sind, ist im Krankenhausstrukturgesetz im § 39c SGB V geregelt. Die korrekte Bezeichnung lautet „Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit“

Kurzzeitpflege MIT Pflegestufe

Diese ist im § 42 SGB XI geregelt.

Weitere Begrifflichkeiten

  • Übergangspflege
  • Überleitungspflege
  • Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit

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12 comments for “Kurzzeitpflege auch ohne Pflegestufe

  1. CareSeb
    4. Dezember 2016 at 8:47

    Hmmm,

    ich befinde mich in einer Situation, die irgendwie in keine
    Kategorie passt. Meine Mutter ist unter 60, aber durch
    verschiedene Krankheiten/Einschränkungen, leider so in
    ihrer Mobilität und Alltagstauglichkeit eingeschränkt dass
    ohne meine Hilfe nicht einmal alle ihre Hausarbeiten erledigt
    werden können. Übergewicht, Ständige Stürze, zum Glück
    noch keine Verletzungen aber ich kriege sie mittlerweile
    nicht mehr selbst hoch, bin selbst fit…aber ist einfach
    unmöglich wenn eine schwere Person absolut nicht helfen
    kann.

    Bitte nichts über abnehmen, weiss ich, predige ich, passiert
    trotzdem nicht.

    Mehere Jahre mussten wir mit Arge und Amtsärzten kämpfen
    (Bsp: Amtsarzt: Sie können ja gar nicht! Ich schreibe ihnen
    3Std/Tg auf, dann haben sie Ruhe.

    Arge: Ja, sie können ja 3Std./Tg. dann suchen wir mal….usw. usw……

    Ich und mein Privatleben leiden seit Jahren unter dieser Sache,
    die Haltung der ARGE hat die erschwernisse dieser Zeit noch
    vervielfacht. Bei Fragen wurde nie eine konkrete Antwort gegeben,
    und nun lese ich dass ich, als hilfestellender dem ständig falsche
    oder eben gar keine Angaben gemacht wurden, keinen Anspruch
    auf eine rückwirkende Vergütung habe?

    Weil ich geholfen habe?
    Weil ich nicht sofort gierig war?
    Weil ich in einem Land lebe was zwar Wohlstand zelebriert aber dies
    in keiner Weise seinen bedürftigen Einwohnern zugesteht?

    Wie wehre ich mich als Einzelperson SINNVOLL gegen meine
    (NICHT)“gewählte“ Regierung……

    Auswanderung ist eine Option die im Raum steht….aber da ich
    selbst, auch durch die Belastungen durch meine Familie…..
    (nicht nur Mutter, auch Großeltern die beide schon Hilfe brauchen
    und dies auch nicht besser werden wird) keine wirkliche berufliche
    Laufbahn vorweisen kann, sind die Mittel dazu nicht vorhanden….

    Einwurf: Ich bin hier geboren, wenn irgendjemand auszuwandern
    hat dann gefälligst die Politiker die das Land hierhin gebracht
    haben!

    Beide Grosseltern haben die Knochen kaputt durch lebenslanges
    Arbeiten, haben aber so eine kleine Rente das ich am liebsten
    !irgendeinen! Politiker auf dem Dorfplatz aufhängen würde mit
    einem Schild um den Hals! Ja. Krass…find ich auch.

    Als ob der Staat irgendeine Sache nicht rückwirkend verfolgt….
    was bin ich als Bürger?

    Ich frage mich wirklich mittlerweile ob ich mir mit meiner Einstellung
    meine Verwandten nicht hängen zu lassen nicht das Leben versaue….

    Dann gehts aber rund…….

  2. Tim Siggelkow
    8. April 2016 at 18:16

    Welchen Pflegesatz legt die stationäre Pflegeeinrichtung bei Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe zugrunde? Kann das Pflegeheim willkürlich nach Pflegestufe 0, 1, 2 oder 3 abrechnen? Welcher Maßstab wird angelegt? Es liegt ja keine Pflegestufe vor? Die Plfegekosten schwanken ja beträchtlich von 25 Euro in Stufe 0 bis zur 75 Euro in Stufe 3. Meine Mutter wurde nach Pflegesatz der Pflegestufe II abgerechnet. Wäre sie nach Plfegestufe I abgerechnt worden hätte ich keine pflegebedingten Zuzahlungen leisten müssen… Wo ist das gesetzlich geregelt? Bitte um Eure fachkompetente Meinung.
    LG Tim

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