Was Sie über „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ wissen sollten

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Mit dem neuen Pflegestärkungsgesetz II hat sich auch in den zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen zum 01.01.2017 einiges geändert.

Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) ab 2017

  1. Ab 2017 erhalten alle Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 1 bis 5 jeweils 125 Euro pro Monat.
  2. Der doppelte Betrag für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz entfällt.
  3. Aus dem Begriff „zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen“ wird der Begriff „Entlastungsbetrag“.
  4. Der Begriff „niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote“ wird ersetzt durch „Angebote zur Unterstützung im Alltag“.

Welche Leistungen können mit dem Entlastungsbetrag bezahlt werden

Der Entlastungsbetrag (auch noch Betreuungsgeld genannt) wird nach Zuerkennung nicht einfach nur überwiesen, sondern muss zweckgebunden sein. Bezahlt werden können damit unter anderem Leistungen: 

(Mehr über den neuen Entlastungsbetrag erfahren Sie hier.)

Was sind Angebote zur Unterstützung im Alltag

Die Betreuungsangebote können sehr vielfältig sein und sollen auch die Angehörigen entlasten.

Eine grundlegende Beschreibung finden Sie in meinem BeitragWas sind niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote und wer bietet diese an

Hier einige Beispiele

  • Beratung und Schulung von pflegenden Angehörigen
  • Stundenweise Betreuung von Demenzkranken
  • Pflegen von sozialen Kontakten
  • Betreuung von Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit
  • Familien entlastende und unterstützende Dienstleistungen wie z. B. Besuch des Friedhofs, eines Zoos oder Konzerts, öffentlichen Veranstaltungen, Ausflügen
  • Entlastung der Familie bei Behördengängen, Arztbesuchen,
  • Unterstützung im Haushalt und bei der hauswirtschaftlichen Versorgung (haushaltsnahe Dienstleistungen)
  • Unterstützung bei der Einkaufsplanung und beim Einkaufen
  • Individuelle Hilfe für Organisation und Bewältigung des Alltags
  • Beaufsichtigung bei Sturzgefahr
  • Beschäftigungstherapie mit Ergotherapeuten
  • Entspannungstherapien, Förderung der Motorik
  • Betreuter Urlaub. betreute Reisen und Unternehmungen
  • Gedächtnistraining, Tanzen, Gymnastik
  • Förderung von Hobbies und Beschäftigungen
  • Musiktherapieanleitung
  • Sitzwachen
  • Lesen von Büchern, Zeitungen usw.

 

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Muss ein Antrag für den Entlastungsbetrag gestellt werden

Um die Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch nehmen zu können und den Betreuungsbetrag auch bezahlt zu bekommen, muss ein Antrag bei der Pflegekasse/Krankenkasse gestellt werden.

Um die Kosten erstattet zu bekommen, müssen die Rechnungen/Belege der anerkannten Leistungserbringer vorgelegt werden. Alternativ können die Leistungserbringer auch direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Der Entlastungsbetrag ist eine Kostenerstattung, das heißt, die anerkannten Beträge werden nicht frei ausbezahlt sondern sind mit Rechnungen zu belegen. Nur die tatsächlich entstandenen und belegten Kosten werden erstattet.

Klären Sie mit Ihrer Pflegekasse im Vorfeld, welche Leistungserbringer zugelassen sind und dessen Kosten auch wirklich erstattet werden.

ExtraTipp: Was Sie über stundenweise Verhinderungspflege wissen sollten und was zu tun ist, damit Ihnen das Pflegegeld nicht gekürzt wird, lesen Sie bitte in diesem Beitrag

Müssen die zustehenden Beträge in einem Jahr verbraucht werden

Nein. Es gibt die Möglichkeit, nicht in Anspruch genommene Leistungen in das nächste Kalenderjahr zu übertragen. Allerdings müssen die dann spätestens bis Ende des Kalenderhalbjahres aufgebraucht sein.

 

Extra-Tipp

Alle Kosten, die Sie nicht von Versicherungsträgern usw. erstattet bekommen, sollten Sie unbedingt bei der Jahressteuer als Außergewöhnliche Belastung geltend machen

Bildquelle: Fotolia 74542144

 

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53 comments for “Was Sie über „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ wissen sollten

  1. Babsy
    22. März 2017 at 3:09

    Hallo Anna.

    Den Entlastungsbeitrag dürfen nur zertifizierte Dienste direkt bei den Kassen abrechnen. Ich würde den Haushaltsservice mal fragen, ob er nach §45b anerkannt ist. Viele dieser Dienstleister sind es nämlich.
    Es klingt jetzt vielleicht verrückt, aber schau mal nach „Demenzbetreuungs – Diensten“ in deiner Nähe.
    Diese übernehmen auch hauswirtschaftliche Leitungen.

    Liebe Grüße Babsy
    (Senio Aktiv)

  2. 14. März 2017 at 19:31

    Anerkannt bedeutet, dass es ein Serviceangebot sein muss, das von der Pflegekasse anerkannt ist. Bei dem Entlastungsbetrag ist dies leider auch noch von Bundesland zu Bundesland ganz unterschiedlich. Hinzu kommt, dass ein Pflegedienst meist wesentlich teurer als ein Haushaltshilfeservice ist. Fragen Sie doch mal bei Ihrem zuständigen Pflegestützpunkt nach, ob er vielleicht eine Auflistung von Anbietern für den Entlastungsbetrag hat.

  3. Anna
    14. März 2017 at 17:56

    Hallo,

    ich wäre über eine Antwort sehr dankbar.
    Meine Tochter hat den Pflegegrad 2 und wir würden gern den Entlastungsbetrag nutzen, um eine Haushaltshilfe mitzufinanzieren.
    Nun sagte mir unsere Pflegekasse, dass dies grundsätzlich möglich sei, aber dass dies nur über einen ambulanten Pflegedienst möglich sei. Nun verhält es sich aber so, dass die örtlichen Pflegedienste leider gar nicht die Kapazitäten haben, eine Haushaltshilfe anzubieten. Ich habe jetzt einen zuverlässigen Haushaltshilfeservice gefunden, der allerdings kein Pflegedienst ist.
    Muss die Pflegekasse das trotzdem anerkennen?
    Was bedeutet anerkannte Haushalts- und Serviceangebote?
    Kann mir jemand helfen? Das wäre ganz wunderbar.
    Vielen lieben Dank im Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen!
    Anna

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