Pflege durch Angehörige

Pflegeversicherung – wie sie Angehörige unterstützen kann und worauf Sie achten müssen

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Pflegehilfsmittel im Wert von 40 € pro Monat gratis

Die Sorge um eine Person die einer Pflege bedarf, kann Ihnen niemand abnehmen. Nicht die schlaflosen Nächte, noch die Überlegungen, wie Sie Ihr eigenes Pensum zusätzlich leisten und Ihren gesunden Familienangehörigen gerecht werden können.

Das II. Pflegestärkungsgesetz, das am 1. Januar 2017 in Kraft trat, bringt einige Veränderungen und Verbesserungen mit sich. Eine zusätzliche private Pflegeversicherung ermöglicht mehr Freiheiten in der Gestaltung der Pflege und sichert Patienten und unterhaltspflichtige Angehörige finanziell ab.

 

Neu: Die Pflegebedürftigkeit wird in fünf Pflegegrade eingeteilt

Geändert wurde die Einteilung der Pflegebedürftigkeit. Sie umfasst nun fünf Pflegegrade. Ferner wird unterschieden, ob zusätzlich eine Demenz vorliegt oder nicht.

Neu ist die Einstufung in Pflegegrad 1. Von ihm sollen Menschen profitieren, die relativ wenig eingeschränkt sind. Ihnen soll so lange wie möglich das Wohnen im eigenen Haushalt machbar sein. 

 

Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Die gesetzlichen Leistungen sehen verschiedene Zahlungen vor: Pflegegeld, Pflegesachleistungen, Tagespflege oder eine Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistung, der sogenannten Kombinationspflege. Anhand meines kostenlosen Pflegegeldrechners können Sie sich anzeigen lassen, wie hoch Ihr Pflegegeldanteil ist, wenn Sie die Kombinationsleistung in Anspruch nehmen.

Für häusliche Pflege gewährt die Pflegeversicherung im Bedarfsfall Zahlungen für Pflegehilfsmittel und Hilfsmittel wie einen Badewannenlift oder ein transportables Pflegebett mit Sicherungsgittern.

 

Umbau für häusliche Pflege

Auch für den Umbau der Wohnung, wie zum Beispiel eines barrierefreien Bads können auf Antrag Zuschüsse erhalten werden. Der Höchstbetrag beläuft sich auf 4.000 Euro und wird bei jedem Pflegegrad gewährt.

Dieser Betrag kann allerdings leicht überschritten werden  – zum Beispiel, wenn es zusätzlich heißt, Treppenaufgänge mit einem Treppenlift behindertengerecht zu gestalten, Türstöcke zu verbreitern oder eine andere, sinnvollere Zimmeraufteilung vorzunehmen.

In solchen Fällen ist eine Pflegeversicherung mit dem geeigneten Tarif eine gute Ergänzung der gesetzlichen Leistungen.

 

Zusatzleistungen durch eine Pflegeversicherung

Welche Art der Pflegeversicherung Sie und Ihre Angehörigen für den Fall einer Pflege zuhause am besten absichert, sollten Sie mit einem Experten genau besprechen. Falls Sie keine Zeit für eine langwierige persönliche Beratung haben, kann Ihnen ein unabhängiges Vergleichsangebot wie etwa www.finanzvergleich100.de weiterhelfen. Die Finanzberater erstellen Ihnen dabei einen detaillierten, persönlichen Finanzvergleich auf Basis Ihrer individuellen Angaben.

Die verschiedenen Modelle bieten jedem Bedarf angepasste Leistungen: Eine Pflegetagegeldversicherung kann ebenso sinnvoll sein wie eine Pflegekostenversicherung, die Pflegerentenversicherung genauso wichtig wie die sogenannte Pflege-Bahr-Versicherung. Dies ist eine Variante, für die staatliche Zuschüsse in Betracht kommen. 

Ein kurzer Überblick über die verschiedenen Varianten:

Die Pflegekostenversicherung übernimmt die Kosten, die für die Pflege anfallen. Diese sind an die Leistungen aus dem gesetzlichen Leistungskatalog gebunden und müssen nachweisbar sein.

Die Pflegerentenversicherung bietet den Vorteil, dass die Beiträge festgelegt sind und nicht steigen können. Allerdings orientieren sich die Leistungen an den Entwicklungen am Kapitalmarkt – ähnlich wie bei der Kapitallebensversicherung. Das über die relativ hohen Beiträge angesparte Kapital finanziert die Rente.

Die Pflegetagegeldversicherung ist sehr flexibel – allerdings können hier auch die Beiträge durch den Versicherer angepasst werden und somit steigen.

 

Krankenbetten mit Komfortfunktion

Krankenbetten mit Komfortfunktion

 

Unter “Pflege-Bahr“ versteht man die staatlich geförderten Pflegezusatzversicherungen. Diese Verträge können einen staatlichen Zuschuss von fünf Euro monatlich erhalten, wobei der Versicherte mindestens zehn Euro im Monat selbst einzahlen muss. Diese Variante lohnt sich vor allem, wenn der Vertrag sehr früh abgeschlossen wird.

 

Richtig pflegen – aber wie?

Beraten lassen sollen und müssen Sie sich aufgrund gesetzlicher Vorgaben auch, wenn Sie häusliche Pflege leisten wollen. Diese notwendige Schulung nehmen ambulante Pflegedienste oder anerkannte Beratungsstellen vor. Im Rahmen dieser Beratung werden Ihnen wichtige Pflegekenntnisse vermittelt. Denn es reicht den Pflegekassen als Zahlungsgrundlage nicht aus, wenn Sie einfach zu Hause bleiben und da sind.

Die Pflege kann nach Art und Umfang überprüft werden. Liegt dann aufgrund mangelnder Informationen eine Unterversorgung vor, kann die Pflegekasse die Pflegeleistungen kürzen oder gar verweigern. Weitere Folge einer nicht ausreichenden Pflege kann sein, dass der bedürftige Angehörige nur noch durch einen ambulanten Pflegedienst versorgt werden darf oder gar eine Pflegeeinrichtung in Anspruch nehmen müsste.

 

Meine Buchempfehlungen zum Thema Pflege

 

Geldleistung für die Pflege zuhause

Wie hoch die Leistungen für die Pflege sind, hängt vom Grad der Pflegebedürftigkeit ab. Mit Pflegediensten wird der Pflegesatz direkt abgerechnet.

Wird die Pflege zuhause von Angehörigen übernommen, gibt es Pflegegeld. Dieser Leistungsanspruch entsteht ebenfalls bei der Betreuung durch Bekannte und anderen nicht professionellen Pflegepersonen. Werden Pflegekräfte aus Osteuropa für die häusliche Pflege eingestellt, können diese ebenfalls vom Pflegegeld bezahlt werden. 

Das Pflegegeld wird direkt an den Pflegebedürftigen ausbezahlt.

 

Meine Empfehlung:
Unterstützung für die Betreuung im eigenen Zuhause durch polnische 24h-Pflegehilfen. 
 

 

Ersatz bei Urlaub oder Krankheit

Die Pflegekassen zahlen ebenfalls im Rahmen der sogenannten Verhinderungspflege. Das bedeutet, ist die normal anwesende Pflegekraft durch Urlaub oder Krankheit verhindert, darf Ersatz besorgt oder durch andere Familienangehörige eingesprungen werden.

Voraussetzung hierfür ist, dass die Hauptpflegekraft bereits seit  sechs Monaten den Pflegebedürftigen betreut hat. Länger als sechs Wochen springen jedoch die Pflegekassen für die Verhinderungspflege nicht ein. Auch hier kann eine private Pflegeversicherung ratsam sein, um eventuelle Verdienstausfälle zu kompensieren.

 

Wie finde ich eine gute Pflegekraft?

Vorausschauend können Sie sich aber bereits um eine gute Pflegekraft bemühen, die als Ersatz einspringt oder zeitweise oder künftig dauerhaft die Entlastung für Familienangehörige die Pflege zuhause übernimmt. Eine zuverlässige Pflegeperson finden Sie über Fachvermittlungen, Arbeitsagenturen oder über Stellenanzeigen im Internet und Tageszeitungen.

Damit die häusliche Pflege klappt, können Sie mit unserer Checkliste wichtige Kriterien überprüfen.

– Liegt eine bestätigte fachliche Qualifikation vor?
– Gibt es nachprüfbare Referenzen?
– Vermittelt der erste Eindruck der Ersatzpflegekraft ein gutes Bild?
– Wie hält es die Kraft mit ihrer eigenen Pflege?
– Passen Ihre Vorstellungen von Pflege mit denen der Bewerberin überein?
– Sind sich Pflegeperson und Pflegerin sympathisch?

Das klingt vielleicht nach zu viel Genauigkeit. Ein gründliches Auswahlverfahren spart aber Ihnen – und vor allem der pflegebedürftigen Person – mitunter eine herbe Enttäuschung. Eine passende private Pflegeversicherung kann Ihnen den nötigen finanziellen Spielraum geben, damit Sie keine Abstriche bei der Qualität der Versorgung machen müssen.

Eine Checkliste für die Auswahl von Pflegehilfen aus Osteuropa finden Sie hier.

 

Freistellung für die Pflegezeit

Damit Familienangehörige ihren Beruf und eine Pflege zuhause besser vereinbaren können, hat der Gesetzgeber ebenfalls Erleichterungen geschaffen. Pflegende Angehörige haben Anspruch auf Pflegezeit. In Betrieben mit mehr als 15 Arbeitnehmern kann für einen Zeitraum von bis zu sechs Monaten eine unbezahlte Freistellung beantragt werden.

 

Weitere Beiträge zum Thema Pflege

 

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Quelle Bildmaterial: Fotolia #24918057  © Florian Hiltmair

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KOMMENTARE ZU DIESEM BEITRAG

KOMMENTARE

  • Bartz 10. April 2017 at 10:57

    Guten Tag,
    ich bin einer von vielen Bundesbürgern die ständig im Ausland leben und in Deutschland keinen Wohnsitz mehr haben.
    Im März war eine Gutachterin meiner privaten Pflegeversicherung bei mir die mir eröffnete das ich max. Pflegegeld erhalten würde.
    Der Grund war das es hier an meinem Wohnsitz aus der Kanarischen Insel La Gomera keinen Pflegedienst nach “deutschem Standard” gibt.
    Stimmt das?
    Da ich als Pensionär nie in die Spanische Sozialversicherung eingezahlt habe kommt diese auch nicht zu tragen.
    Europa lässt grüssen, die Hauptsache ist das der Krümmungsgrad unserer Bananen vereinheitlicht wurde!
    LG
    Marlen und Josef Bartz