Kurzzeitpflege mit dem Entlastungsbetrag verrechnen

Nicht vergessen: Das Budget für den Entlastungsbetrag ausschöpfen!

Ab 01.01. 2017 erhalten alle Pflegebedürftigen einen einheitlichen Entlastungsbetrag von 125 Euro.  

Der Entlastungsbetrag ersetzt damit die bis Ende 2016 geltenden zusätzlichen Betreuungsleistungen in Höhe von 104 bzw. 208 Euro.

Dieses Betreuungsgeld in Höhe von 125 kann für ganz unterschiedliche Bereiche eingesetzt werden, unter anderem für die Begleichung der Hotelkosten bei einer Kurzzeitpflege im Pflegeheim.

Lesen Sie dazu auch meinen Beitrag „Was Sie über „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ wissen sollten

Wenig bekannt ist aber, dass der Entlastungsbetrag (früher: zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen) auch dafür benutzt werden können, um die Hotelkosten der Kurzzeitpflege-Einrichtung (Pflegeheim) zu bezahlen.

Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) ab 2017

Bevor ich auf die Verrechnung der Hotelkosten mit dem Entlastungsbetrag eingehe, möchte ich noch kurz die Neuerungen durch das Pflegestärkungsgesetz II ab 2017 bezüglich der Entlastungsleistungen aufzeigen.

  1. Ab 2017 erhalten alle Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 1 bis 5 einen Entlastungsbetrag von jeweils 125 Euro pro Monat.
  2. Der doppelte Betrag für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz entfällt.
  3. Aus dem Begriff “zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen” wurde der Begriff “Entlastungsbetrag”.
  4. Der Begriff “niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote” wurde ersetzt durch “Angebote zur Unterstützung im Alltag”.

Was sind Hotelkosten im Pflegeheim

Wer in einem Pflegeheim wohnt, muss zum einen Pflegekosten bezahlen. Diese reinen Pflegekosten werden bis zu einem Höchstbetrag von der Pflegekasse übernommen.

Daneben gibt es noch die Hotelkosten. Bei einer Pflegeheimunterbringung spricht man bei den Kosten für Kost und Logis (Verpflegung und Miete für das Zimmer) von Hotelkosten. Die Hotelkosten müssen von den Pflegenden selbst bezahlt werden, dafür gibt es von der Pflegekasse keine Erstattung – außer über den Entlastungsbetrag, falls dieser nicht anderweitig aufgebraucht wurde.

Welche Kosten werden bei der Kurzzeitpflege von der Pflegekasse übernommen

Die Pflegekasse übernimmt die Kosten für die Kurzzeitpflege bis zum gesetzlichen Höchstbetrag. Diesen können Sie hier entnehmen.

Da meistens die Kosten für die Kurzzeitbetreuung höher sind als die Kostenerstattung durch die Pflegekasse, können diese Mehrkosten mit den zusätzlichen Pflege- und Betreuungsleistungen verrechnet werden.

 

Elektromobile für mehr Mobilität
Mein TIPP: Lassen Sie sich beraten, ob eine
Kostenübernahme durch Krankenkasse möglich ist
 

 Welche Kosten der Kurzzeitpflege können anderweitig verrechnet werden

Wer seine Gelder aus dem Entlastungsbetrag noch nicht ausgeschöpft hat, kann damit noch diese Kosten finanzieren:

  • Kosten für die Kurzzeitpflege, die den Höchstbetrag der Pflegekasse überschreiten.
  • Hotelkosten im Pflegeheim.
  • Fahrtkosten zur Pflegeeinrichtung und zurück
  • Investitionskosten

Meine Buchempfehlungen

Wo wird der Antrag auf Kostenübernahme für die Entlastungsbetrag gestellt

Da Ihre Krankenkasse nicht weiß, für welche Zwecke Sie den Entlastungsbetrag aus den  “Angeboten zur Unterstützung im Alltag” verwenden möchten, macht es Sinn, die Pflegeversicherung entsprechend zu informieren und um Kostenübernahme zu bitten.

Ob Ihre Pflegekasse den Antrag schriftlich benötigt oder ob diese gar einen Vordruck hat oder ob eine telefonische Information ausreicht ist ganz unterschiedlich. Setzen Sie sich mit Ihrer Pflegekasse in Verbindung, um das Antragsverfahren abzuklären.

 

 

Meine Erfahrungen zur Verrechnung der Hotelkosten mit dem Entlastungsbetrag

Ich möchte hier kurz berichten, welche Erfahrungen wir diesbezüglich machten:

Nachdem die Kurzzeitpflege genehmigt war, hatten wir von der AOK ein Schreiben erhalten, dass weitere Kosten der Kurzzeitpflege mit den Leistungen der zusätzlichen Betreuungsleistungen verrechnet werden können.

Hier der originalgetreue Wortlaut des Schreibens der AOK vom 30.01.2015

Unser Tipp: Für ergänzende Betreuungsleistungen steht Ihnen monatlich ein Betrag von bis zu 104 Euro zur Verfügung. Unter anderem kann dieser Betrag eingesetzt werden für die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie die Investitionskosten der Kurzzeitpflege. Wenn Sie dies möchten, senden Sie uns einfach die bezahlte Rechnung Ihrer Kurzzeitpflege zu.

Wir mußten also nichts beantragen, sondern nur die Rechnung des Altenheims einreichen. Die Verrechnung mit der Pflegekasse lief unproblematisch und korrekt ab.

Weitere Beiträge rund um das Thema Pflege

Bildquelle: Fotolia 96959616

Sie möchten immer die neuesten Beiträge dieses Blogs lesen?
Hier können Sie sich in unseren kostenlosen Newsletter eintragen

© by www.Pflege-durch-Angehoerige.de

3 comments for “Kurzzeitpflege mit dem Entlastungsbetrag verrechnen

  1. Tina Eila
    11. Februar 2017 at 19:03

    Hallo, meine Bekannte hat bisher bei Pflegestufe 3, jetzt Pflegegrad 5, Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von 208,00 € erhalten. Können jetzt nur noch 125,00 € abgerechnet werden?

  2. 9. August 2016 at 7:57

    Ich darf Sie aus rechtlichen Gründen nicht beraten. ABER: Wenn der Arzt eine Verordnung ausstellt, daß die Massage zu Hause durchgeführt wird – also ein Hausbesuch – sollten Sie da nochmals nachkaken. Ich habe Ihnen einen Link, der Ihnen vielleicht weiter hilft. https://www.vdek.com/vertragspartner/heilmittel/rahmenvertrag/_jcr_content/par/download_19/file.res/Verg%C3%BCtungsvereinbarung_West_2016_UF_160321.pdf. Auf Seite 10 und 11 ist einiges zu Hausbesuchen aufgeführt.
    Ansonsten könnten Sie sich mit einem Pflegestützpunkt in Verbindung setzen, der Sie kostenlos beraten darf.

  3. Hans-Gerd Goldt
    8. August 2016 at 17:36

    Bei der Kurzzeitpflege oder wo kann man nachstehende Aufwendung sonst unterbringen?
    Ich schreibe diesen Kommentar als jemand der mit Pflegestufe 1 zum Kreise der Betroffenen gehört, aber wenig Ahnung hat:
    mein Masseur kommt einmal in der Woche für 40 Minuten und hilft mir sehr durch Massage und etwas Gymnastik zur Aktivierung meiner hochgradigen Gehbehinderung. Er führt nebenbei auch wichtige Gespräche, die mich auferbauen. Von meiner Krankenversicherung wird das Wegegeld nicht übernommen.
    Meine noch ungeschulte Ansicht ist, dass ich diese Beträge bei der Pflegeversicherung geltend machen sollte. Was meinen Sie?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*