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Oftmals fehlen zum Erlangen einer Pflegestufe lediglich ein paar Minuten. Das ist ärgerlich!

Denn meist ist es so, dass viele kleine Handgriffe und selbstverständliche Unterstützungen von den Pflegenden überhaupt nicht als Pflegehandlung angesehen und deshalb beim Führen des Pflegetagebuches auch nicht aufgeführt werden. Hier finden Sie ein aktuelles Pflegetagebuch

Wer eine Pflegestufe beantragt, muss nachweisen, dass er bestimmte Handlungen nicht mehr selbst oder ohne fremde Unterstützung ausführen kann.

Um diese Pflegezeiten minutiös nachzuweisen, ist es sinnvoll, ein Pflegetagebuch zu führen. Anhand von Orientierungswerten kann dann festgestellt werden, ob der tägliche Pflegebedarf so hoch ist, dass eine Pflegestufe genehmigt werden kann.

Was viele jedoch nicht wissen: Auch die notwendige Begleitung zum Arzt durch pflegende Angehörige kann unter gewissen Voraussetzungen zu den Pflegezeiten hinzugerechnet werden.

Extra-Tipp: Wer einen Pflegegrad hat und zu Hause gepflegt wird, hat jeden Monat Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel. Diese können Sie hier einfach bestellen.

Um welche Zeiten geht es hier

Viele Pflegebedürftige müssen regelmäßig zum Arzt und benötigen dafür Begleitung. Das heißt, eine Begleitperson muss die pflegebedürftige Person zum Arzt fahren, im Wartezimmer warten bis die Behandlung beendet ist und danach die Rückfahrt mit dem Patienten antreten.

Lange Zeit wurden von den Pflegekassen diese Zeiten der regelmäßigen Arzt-/Therapiebesuche nicht als Pflegezeiten anerkannt. Wer eine Pflegestufe beantragt hatte, dem wurden vom MDK bei der Begutachtung die Fahrten zum Arzt und die Wartezeiten im Wartezimmer nicht anerkannt. Doch mittlerweile wurde per Gesetzesurteil hierfür eine andere Grundlage geschaffen, denn:

  • EIGENTLICH handelt es sich bei der Begleitung zum Arzt nicht um eine klassische Pflegehandlung wie sie zum Beispiel beim Duschen eines Patienten zum Tragen kommt.
  • ABER die Pflegeperson hat in der Regel während der Wartezeit in der Arztpraxis meist keine Möglichkeit, einer anderen sinnvollen Tätigkeit nachzugehen. Außerdem kann die pflegebedürftige Person nicht alleine zum Arzt gehen.
  • DESHALB ist die benötigte Zeit als Pflegezeit anzurechnen, obwohl keine klassische Pflegehandlung erfolgt.
  • Rechtssprechung: BSG, Urteil v 06.08.1998, B 3 P 17/97 R bzw. LSG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 02.02.2012, L 5 P 29/11

Meine Buchempfehlungen

 

Unter welchen Voraussetzungen werden die Zeiten für den Arztbesuch anerkannt

Wer nachgewiesener Maßen auf Hilfe angewiesen ist und nicht alleine zum Arzt gehen kann, zum Beispiel weil er stark sturzgefährdet ist, benötigt eine Begleitperson. Es kommen somit nicht nur die Zeiten des Pflegebedarfs für die häusliche Pflege zum Tragen, sondern auch Betreuungszeiten für Arztbesuche.

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Für wen sind diese Anrechnungszeiten wichtig

Die Zeiten für die Fahrten zum Arzt und die Wartezeiten in der Arztpraxis sind relevant für:

  1. Alle, die eine Pflegestufe neu beantragen
  2. Alle, die eine Höherstufung der Pflegestufe beantragen

Rechtsprechung

Das Urteil mit dem Aktenzeichen B3P17/97R bestätigt, dass Fahrtzeiten zum Arzt Pflegezeiten sind

Das Urteil mit dem Aktenzeichen L5P29/11 bestätigt, dass Wartezeiten beim Arzt als Pflegezeiten anerkannt werden müssen.

Das gleiche gilt auch für Fahrten zu Therapien. Mehr dazu hier

Mein persönliches Fazit

Wer eine Pflegestufe beantragt, sollte zum einen die regulären Orientierungswerte für die Pflegehandlungen heranziehen, aber auch unbedingt die Fahrt- und Wartezeiten einer Begleitperson für den Arztbesuch.

TIPP

  1. Wurde Ihnen die beantragte Pflegestufe oder die Höherstufung in eine Pflegestufe abgelehnt, unbedingt Widerspruch einlegen. Einen entsprechenden Musterbrief finden Sie hier.
  2. Ich habe eine starke Resonanz auf diesen Beitrag erhalten. Mehrfach wurde mir mitgeteilt, daß diese Zeiten vom MDK abgelehnt und erst nach einer Klage vor dem Sozialgericht anerkannt wurden. Deshalb unbedingt „am Ball bleiben“.

Darüber sollten Sie auch Bescheid wissen:

 

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