Aufbaunahrung: Gezielte Nährstoffzufuhr bei Mangelernährung

Mangelerscheinungen können nicht nur bei älteren Personen häufig auftreten, sondern auch krankheitsbedingt bei jüngeren Patienten.

Wenn der Nährstoffbedarf durch eine konventionelle Ernährung nicht mehr gedeckt werden kann, führt ergänzende Aufbaunahrung die fehlenden Nährstoffe gezielt zu.

Es gibt mittlerweile einige verschiedene Produkte, die den Bedarf bei krankheits- oder altersbedingter Mangelernährung, bei Appetitlosigkeit, altersbedingten Mangelerscheinungen oder Essstörungen abdecken.

Was genau ist eine Trinknahrung?

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Eine Trinknahrung ist als vollständiger oder teilweiser Ersatz für die reguläre Ernährung konzipiert worden. Sie ist flüssig – ähnlich wie ein Milchshake – und energiereich und eignet sich deshalb für viele Patienten denen es krankheitsbedingt leichter fällt, ein Getränk zu sich zu nehmen als ein vollwertiges Essen. Damit kann Trinknahrung mit den speziell abgestimmten Nährstoffen, Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen dazu beitragen, ernährungsbedingte Defizite auszugleichen.

Bekannte Synonyme für Trinknahrung sind auch Astronautenkost oder Astronautennahrung, Aufbaunahrung und Flüssignahrung.

Wann ist eine Aufbaunahrung sinnvoll?

Gesunde Menschen sind normalerweise in der Lage, ihren Nährstoffbedarf über die konventionelle Ernährung zu decken. Problematisch wird es, wenn entweder die gewohnte Nahrungsaufnahme nicht mehr möglich ist oder wenn der Patient krankheits- oder altersbedingt einen erhöhten Nährstoffbedarf aufweist.

Die Einnahme ergänzender Aufbaunahrung ist aber auch dann sinnvoll, wenn der Patient aufgrund einer Essstörung Probleme mit der Nahrungsaufnahme hat oder altersbedingt nicht mehr die erforderliche Nahrungsmenge zu sich nimmt.


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Darüber hinaus kann ergänzende Aufbaunahrung einen erhöhten Nährstoffbedarf ausgleichen. Dieser tritt zum Beispiel bei Patienten mit konsumierenden Krankheiten auf, die dem Körper größere Energiereserven abverlangen und den Bedarf an einzelnen Nährstoffen erhöhen. Auch während der Rekonvaleszenz ist der Nährstoffbedarf oftmals erhöht.

Bei welchen Problemen oder Krankheiten wird Trinknahrung eingesetzt?

  • Allergische Reaktionen auf Kuhmilcheiweiß
  • Alzheimererkrankungen / Demenz
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchspeicheldrüsenerkrankungen
  • Darmerkrankungen, (z. B. Morbus Crohn)
  • Dekubitus
  • Diabetes
  • erhöhter Nährstoffbedarf in der Rekonvaleszenz
  • Flüssigkeitsrestriktionen, z.B. bei Herz- und Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz
  • Gebrechlichkeit oder altersbedingte Mangelernährung
  • generell erhöhter Energie- und Nährstoffbedarf
  • Gewichtsverlust
  • Gicht
  • Glutenunverträglichkeit
  • konsumierende Krankheiten, z.B. Tumorerkrankungen, Infektionen, HIV/ AIDS
  • krankheitsbedingte Mangelernährung
  • Lebererkrankungen
  • Lungenerkrankungen (wie z. B. auch COPD)
  • Mukoviszidose
  • Muskelerkrankungen, Muskelschwund oder Multiple Sklerose
  • Pre- oder postoperative Eingriffe
  • Schlaganfall
  • Schluckbeschwerden
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Untergewicht
  • uvm.

Gibt es eine einzige Trinknahrung für alle Probleme und Krankheiten?

Nein. Die Trinknahrungsserien sind auf den individuellen Bedarf einer Krankheit angepaßt und umfassen Produkte mit unterschiedlicher Energie-, Ballaststoff- und Nährstoffdichte. Die unterschiedlichen Krankheitsbilder und Mangelerscheinungen können mithilfe der passenden Aufbaunahrung gezielt behandelt werden, da die einzelnen Produkte speziell auf die Bedürfnisse bei bestimmten Erkrankungen zugeschnitten sind.


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Welche Arten von Trinknahrung gibt es?

Wenn Trinknahrung aus medizinischen Gründen notwendig ist, sollte dies prinzipiell mit dem Arzt geklärt werden, denn es gibt ganz unterschiedliche Arten von Trinknahrung. So gibt es

  • hochkalorische Trinknahrung für Menschen mit Mangelernährung im Alter,
  • Trinknahrung für Menschen mit einer Mangelernährung bei Diabetes,
  • Trink- und Spezialnahrung für Menschen mit Dysphagie,
  • Spezialnahrung für Menschen mit Niereninsuffizienz,
  • Spezialnahrung für onkologische Patienten

Indikationen zur Einnahme einer Trinknahrung

Um eine ausgewogene Nährstoffaufnahme zu erzielen, muss die ergänzende Aufbaunahrung unter Berücksichtigung der bestehenden Mangelerscheinung ausgewählt werden. Nicht jeder Patient hat den gleichen Nährstoffbedarf, und nicht für jeden Krankheitsfall ist das gleiche Produkt geeignet.

Eine gute Produktserie umfasst deshalb nicht nur Getränke mit unterschiedlichem Energie-, Ballaststoff- und Nährstoffgehalt, sondern auch eine Auswahl an creme- und joghurtartigen Produkten. Die Konsistenz und Zusammensetzung dieser Produkte orientiert sich speziell an den Anforderungen von Patienten mit Schluckbeschwerden. Auch die reguläre Trinknahrung ist in vielen verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich, um die Nahrungsaufnahme vor allem bei Appetitlosigkeit zu erleichtern.

Kann zusätzlich zur Trinknahrung auch normales Essen gegessen werden?

Trinknahrungen können sowohl als Nahrungsergänzung als auch zur ausschließlichen Ernährung verwendet werden. Die Dosierung ist abhängig vom individuellen Krankheitsbild sowie vom Energie- und Nährstoffgehalt des jeweiligen Produkts. Je nach Schwere der Problematik kann es auch ausreichend sein, die Trinknahrung nur als Zwischenmahlzeit zu trinken. Hochkalorische Cremes und Suppen bieten zusätzliche Abwechslung bei der Versorgung. Eine generelle Dosierungsempfehlung wird zu jedem Produkt durch den Hersteller gegeben.

Auch bei Dysphagie-Patienten wird häufig eine hochkalorische Ernährung empfohlen. Pürierte und hochkalorische Menüs sind eine herzhafte Alternative zur süßen Trinknahrung.


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Kann die Trinknahrung auch bei häuslicher Pflege verabreicht werden?

Trinknahrung wird nicht nur in Krankenhäusern oder Pflegeheimen eingesetzt. Die Verabreichung ist einfach und unkompliziert und kann gerade deshalb auch in der häuslichen Krankenpflege – wenn ein Bedarf besteht – dem Patienten angeboten werden.

Gibt es die Trinknahrung auf Rezept?

Bei Krankheiten mit fehlender oder eingeschränkter Fähigkeit zur normalen Ernährung kann der Arzt die Trinknahrung verordnen. Die Krankenkassen übernehmen in diesen Fällen die Kosten für die medizinische Ernährung. Deshalb sollte unbedingt beim behandelnden Arzt nachgefragt werden, welche Voraussetzungen für Ihren speziellen Fall erfüllt sein müssen, um eine Verordnung für Trinknahrung zu bekommen.

Prinzipiell sollte die Einnahme von Trinknahrung mit dem Arzt abgesprochen werden.

Ist für die Verordnung der Trinknahrung ein Pflegegrad notwendig?

Nein, die Verordnung für Flüssignahrung ist nicht abhängig von einem Pflegegrad / einer Pflegestufe, sondern vom Krankheitsbild.

Was sind die Vorteile der Trinknahrung?

  • Die Genesung kann beschleunigt werden
  • Hochkalorisch, um eine rasche Gewichtszunahme zu erzielen
  • Als ausschließliche Nahrung genauso geeignet wie als Ergänzung zur regulären Ernährung
  • Ideal bei Kau- und Schluckbeschwerden
  • Einfache Handhabung und schnelle Zubereitung, da trinkfertig
  • Vielfältige Sortimente, abgestimmt auf die jeweiligen Krankheiten
  • Viele unterschiedliche Geschmacksrichtungen, so dass keine Eintönigkeit entsteht, was wiederum zu Appetitlosigkeit führen könnte
  • Mit Trinknahrung wird der tägliche, lebensnotwendige Energie- und Nährstoffbedarf (Vitamine, Kohlenhydrate, Eiweiß, Mineralstoffe) zielgerichtet abgedeckt
  • Flaschen können nach Anbruch verschlossen und zu einem späteren Zeitpunkt weiter verwendet werden
  • Auch bestens für unterwegs geeignet
  • Spezialprodukte für Kinder ab 3 Jahren
  • Bei geschlossener Aufbewahrung lange Haltbarkeit

Bezugsquelle für Aufbaunahrung

Die Aufbau- und Trinknahrung unterliegt keinen Preisvorgaben. Deshalb lohnt sich immer ein Preisvergleich. Auch im Internet gibt es diese Produkte zu kaufen.

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Quelle Bildmaterial: Aufbaunahrung @ Beier
Quelle Bildmaterial:#Canva-Member © for free – Erdbeershake – von Photo MIX Ltd. von Pexels

Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.

2 Antworten auf „Aufbaunahrung: Gezielte Nährstoffzufuhr bei Mangelernährung“

Ich bin mit Trinknahrung vor 2 Jahren in Kontakt gekommen, als meine Mutti sehr schwer erkrankte und dadurch einen sehr hohen Gewichtsverlust hatte. Zuerst hatte auch sie Aufbaunahrung von Fortimel geschrieben, die sie aber relativ schnell nicht mehr mochte, daher hatte ich mir denn die Mühe gemacht verschiedene Firmen an zu schreiben, mit der Bitte das sie uns ein paar Proben zu kommen lassen können. So fand sie eine Trinknahrung die nicht nur zu ihrer Erkrankung passt sondern die sie auch mag . Ich hoffe das in der Zukunft da noch weiter geforscht wird und die Angebotspalette an verschiedenen Geschmäckern noch weiter ausgebaut wird. Es gibt kaum Aufbaunahrung die herzhaft ist, aber es gibt Menschen die süß nicht so mögen.
Mit der Kostenübernahme der Krankenkasse hatten wir überhaupt kein Problem, auch als wir einen Wechsel der Aufbaunahrung anstrebten.

Ich denke Trinknahrung ist eine sehr sinnvolles Produkt, vor allem wenn man durch eine Erkrankung oder altersbedingt unter Mangelernährung leidet. Aber es gibt ja auch noch andere Anwendungsmöglichkeiten dafür, wie zum Beispiel beim Aufbau Training. Meiner Meinung nach sollte man noch mehr in diese Richtung forschen um noch bessere Aufbaunahrung herstellen zu können.

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