Für bewegungseingeschränkte oder ältere Menschen ist es ganz wichtig, dass das Badezimmer und das WC behindertengerecht oder gar barrierefrei ist. Die optimale Lösung ist natürlich, wenn schon bauseits die Sanitärbereiche behindertengerecht gestaltet sind.

Meine Empfehlung deshalb: Wer neu baut oder auch nur umbaut, sollte daran denken, dass die Wohnung auch im Alter oder bei einer Behinderung genutzt werden kann. Barrierefreies wohnen ist keine Frage des Alters sondern der körperlichen Bewegungsfähigkeit. Ein Unfall oder eine Krankheit kann einen schneller in einen Rollstuhl bringen als einem lieb ist. Und ganz ehrlich: Barrierearme Wohnungen stehen in Punkto “Chic” einer konventionellen Wohnung in nichts nach. Sie sind aber im Ernstfall unverzichtbar.

Wer kein barrierefreies Bad hat, sollte einiges beachten, wenn das Badezimmer saniert werden soll.

 

 

Die Planung eines behindertengerechten Badezimmers

Als erstes müssen natürlich die Umbaumaßnahmen für eine Badsanierung gründlich geplant werden. Sie können das selbst machen. Dazu muss ich aber sagen, dass Fachleute da oft die besseren Ideen haben. Sie wissen, was machbar ist und haben schon viele Umbauten erledigt. Bei der Planung können Ihnen deshalb folgende Personen helfen:

  • Architekten, am besten spezialisiert auf behindertengerechten Wohnungsbau.
  • Die Pflegestützpunkte helfen auch bei der Wohnungsberatung. Die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte kommen auch zu Ihnen nach Hause und schauen sich die örtlichen Gegebenheiten an.
  • Auch Wohnberater können Ihnen weiterhelfen. Adressen finden Sie im Internet. Vielleicht kann Ihnen auch Ihre Pflegekasse einen Wohnberater in Ihrer Nähe nennen. Die Wohnberater sind meist kostenpflichtig. 
  • Wenn Sie die Badsanierung über einen Fachbetrieb durchführen lassen, kann Ihnen dieser auch bei der Planung helfen.

Bitte beachten: In Mietwohnungen muss zuerst beim Vermieter nachgefragt werden, welche Umbaumaßnahmen durchgeführt werden dürfen und inwieweit sich der Vermieter auch an den Kosten beteiligt. 

Badplanung – 10 Schritte zur behindertengerechten Badrenovierung

 

Möglichkeiten der Badsanierung

Es ist oft nicht nötig, ein Bad vollkommen barrierefrei umzubauen. Die Umbauarbeiten können auch den körperlichen Zuständen angepaßt werden. Viele ältere Menschen können einfach nicht mehr über den Badewannenrand steigen, können aber noch gut selbstständig auf die Toilette gehen. Da reicht es vollkommen aus, wenn anstatt der Badewanne eine barrierefreie Dusche eingebaut wird. Es muß nicht zwingend dazu auch eine barrierefreie Toilette eingebaut werden. Oftmals reichen für die Toilette auch schon Hilfsmittel wie z.B. Handgriffe, um leichter aufstehen zu können.

Eine Komplettsanierung ist eine teure Angelegenheit. Sie sollten dazu unbedingt mehrere Angebote von Fachbetrieben einholen und sich gut beraten lassen. Günstigere Alternativen sind zum Beispiel:

 

Umbau Badewanne zur Dusche

Wer nicht mehr sicher in die Badewanne ein- und aussteigen kann, sollte sich überlegen, ob für ihn der Ausbau der Badewanne infrage kommen könnte. Anstelle der Badewanne wird dann eine bodengleiche Dusche eingebaut. Das hat den Vorteil, dass keine Höhen überwunden werden müssen und dadurch die Sturzgefahr deutlich reduziert werden kann. Auch Pflegende kommen besser an die pflegebedürftige Person heran um diese gut waschen können. 

Wie ein Umbau Badewanne zu Dusche innerhalb von einem Tag, ohne Dreck und Lärm funktioniert, lesen Sie bitte hier

► Badumbau Wanne zu Dusche

 

Badewannentüre

Eine weitere Möglichkeit, bequem in die Badewanne einzusteigen, ist die Badewannentüre. In die bestehende Badewanne wird eine 100 % wasserdichte Türe eingebaut. Durch die Badewannentüre ist nur noch eine geringe Einstiegshöhe zu überwinden. Die Badewannentüren sind in nahezu jede vorhandene Badewanne einbaubar – selbst die zusätzliche Nutzung eines Badewannenlifts ist möglich. Auch dieser Einbau ist relativ schnell, maximal innerhalb eines Tages, durchgeführt.

► Einbau Badewannentüre für den sicheren Einstieg

 

Badewannenlift

Ein recht gutes Hilfsmittel kann ein Badewannenlifter sein. Denn nicht nur das Ein- und Aussteigen in die Wanne kann ein Problem sein, sondern auch das Aufstehen und Hinsetzen in der Badewanne. Der Badewannenlift übernimmt diese Aufgabe. Je nach Ausführung ist es möglich, mit dem gesamten Lift vorsichtig ins Wasser abgesenkt und nach dem Bad wieder nach oben gebracht zu werden. 

► Badewannenlift – für mehr Sicherheit beim Baden

► Badewannenlift-Ratgeber: Tipps für die Anschaffung eines Badewannenlifts

 

Zuschüsse für Badsanierung

Wie bereits schon angesprochen: Eine Badsanierung kann sehr teuer werden. Doch gerade pflegebedürftige Menschen sind oft auf ein barrierearmes Bad angewiesen. Wer einen Pflegegrad 1 bis 5 hat, kann bei seiner Pflegekasse einen Zuschuss von bis zu 4.000 Euro für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen beantragen. Aber auch über die KfW-Bank können Sie unter Umständen Zuschüsse erhalten. Sie sollten sich auf alle Fälle VOR Beginn der Umbaumaßnahmen bei Ihrer Pflegekasse und den anderen Institutionen erkundigen, welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen. Lassen Sie sich die Kostenübernahmen unbedingt bestätigen.

 

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