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Chronisch kranke Menschen haben in der Regel einen wesentlich höheren Bedarf an Medikamente, Therapien, Heil- und Hilfsmittel usw. Deshalb macht es Sinn, daß hier eine finanzielle Entlastung, in Form der Befreiung von der Medikamenten-Zuzahlung geschaffen wurde.

In den Richtlinien des Gemeinsamen Bundesausschusses zur Umsetzung der Regelungen für schwerwiegend chronisch Erkrankte („Chroniker-Richtlinie“) sind die Definitionen über „schwerwiegend chronisch krank“ verankert.

 

 

Welche finanzielle Entlastung haben chronisch Kranke bei den Zuzahlungen

Die Zuzahlungen betragen bei gesetzlich Krankenversicherten maximal 2 % des Jahresbruttoeinkommens der Familie, bzw. bei chronisch kranken Menschen maximal 1 %. Genaueres dazu siehe in meinem Beitrag „Geld sparen mit der Zuzahlungsbefreiung für Medikamente und Hilfsmittel

Mit meinem kostenlosen Zuzahlungsrechner können Sie sich schnell und einfach ausrechnen, wann Ihre Belastungsgrenze erreicht ist.

 

Meine Buchempfehlungen zum Thema Pflege

 

 

ExtraTipp

 

Wer gilt als chronisch krank

Die Krankenkassen gehen von einer schwerwiegenden chronischen Krankheit aus, wenn folgende Kriterien vorhanden sind:

  • Wenn der Patient innerhalb eines Jahres wegen dieser Krankheit mindestens einmal im Quartal in ärztlicher Behandlung ist UND zusätzlich
  • mindestens ein Pflegegrad 3 oder höher genehmigt ist, oder
  • ein Grad der Behinderung (GdB) von 60 % vorliegt, oder
  • eine kontinuierliche medizinische Versorgung notwendig ist, ohne die eine lebensbedrohliche Verschlimmerung, eine Verminderung der Lebenserwartung oder eine dauerhafte Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die aufgrund derselben schwerwiegenden Erkrankung verursachte Gesundheitsstörung zu erwarten ist.

 

 

Wer entscheidet, ob eine chronische Krankheit vorliegt

Zuerst müssen die oben genannten Kriterien zutreffen. Dann entscheidet die Krankenkasse individuell darüber, ob eine schwerwiegende chronische Krankheit vorliegt.

 

Muss ein Antrag gestellt werden

Die Krankenkassen haben ihre eigenen Vordrucke für die Anerkennung einer schwerwiegend chronischen Erkrankung.

  • Der Antrag auf verminderte Medikamentenzuzahlung muss bei der Krankenkasse angefordert werden
  • Der behandelnde Arzt (oder Hausarzt) füllt den Antrag aus
  • Die Krankenkasse entscheidet, ob der Antrag befürwortet oder abgelehnt wird

 

Weitere Beiträge zum Thema Pflege

 

Quelle Bildmaterial: Fotolia#80967287  © Zerbor

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