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Im Altmühltal gibt es das Schwarzachhaus – eine Wohngemeinschaft für acht Menschen mit Demenz – mit einem gemeinnützigen Träger.

Die Betreiber dieser Wohngemeinschaft haben es sich zum Ziel gesetzt, hochbetagten Menschen einen wunderschönen Lebensabend zu schenken und mit Wärme und Einfühlsamkeit das Alt-sein zu erleichtern.

Demenz in knappen Worten

Demenz ist eine schlimme und heimtückische Krankheit. Stückchenweise verschwindet die Welt um einen herum. Erst die Tage, Stunden und Jahre, dann die Namen, dann die Fähigkeiten, etwas zu tun, dann die Sprache. Und alles, was man am liebsten gern festhalten würde, löst sich in nichts auf. Das macht Angst, es irritiert, das möchte man für sich behalten.

Daher wissen die meisten Mitmenschen wahrscheinlich nicht, dass ihr Nachbar, ihr Ehepartner, Ihr Elternteil womöglich an Demenz erkrankt ist.

  • Zu wenig ist den meisten Menschen bekannt über die ersten Symptome der Krankheit, die nicht nur aus Vergessen bestehen.
  • Zu gut können die Betroffenen anfangs über ihre Defizite hinwegtäuschen.
  • Zu spät bemerken Familienmitglieder, dass „etwas nicht in Ordnung ist“.

Das Konzept der Demenz-WG

Die eigene Selbständigkeit im Alter zu bewahren, nimmt für die meisten Menschen einen hohen Stellenwert ein. Doch die Möglichkeit, diese wirklich zu erhalten, ist in vielen Einrichtungen sehr eingeschränkt – dies trifft vor allem auf demenziell erkrankte Pflegebedürftige zu.

Demenz-WG für bis zu 8 Personen

Demenz-WG für bis zu 8 Personen

Die Gemeinschaft von bis zu 8 Personen lebt, wie früher die Großfamilie, gemeinsam in einer großen Wohnung. Die zentrale Idee ist eine an der „Normalität“ orientierte Organisation des Tagesablaufs. Eine Isolation des Einzelnen kann so unterbunden werden. Als Verbindung zur realen Welt stehen die Alltagsbegleiter und das Pflegeteam zur Seite.
In der Gemeinschaft kann der Einzelne durch Hilfe der Gruppe und der Alltagsbegleiter erlernte soziale Verhaltensmuster, ein Betätigungsfeld und die Bestätigung seiner Person und seiner Leistung (wieder) finden. Das Leben erhält wieder einen Inhalt und der Betroffene einen neuen Platz in dieser Welt.

Der Tagesablauf in der Demenz-WG

Zur Pflege demenziell erkrankter Menschen werden Geduld und Ruhe benötigt, vor allem wenn die Abläufe nicht gleich koordiniert bzw. umgesetzt werden können. Helfend greifen Alltagsbegleiter und Pflegekräfte dann ein, wenn Signale gegeben werden, die eine Verunsicherung, Überforderung oder Angst anzeigen.

Über die Ebene der Erinnerung und Emotionen sowie durch ständiges Üben / Tun sollen die in Vergessenheit geratenen alltäglichen Abläufe wieder neu gefördert werden. Die Bewohner werden in die täglichen Hausarbeiten, wie z.B. Beteiligung am Tischdecken, Essensvorbereitungen, abwaschen, Katze versorgen usw. einbezogen.

Die Tagesabläufe orientieren sich an den bekannten Tagesstrukturen der Lebensgeschichte der Bewohner. So ist der gemeinsame pünktliche Mittagstisch z. B. genauso möglich, wie ein späteres Frühstück. Bei der Zubereitung der Mahlzeiten wird auf bekannte Rezepte zurückgegriffen, um so Erinnerungen und Emotionen zu wecken.

Jede/r Bewohner/in wird mit all ihren/seinen Stärken und Schwächen akzeptiert. Das Recht auf Privatheit ist gerade im Gemeinschaftsleben sehr wichtig. So werden natürlich auch – z. B. der Wunsch nach Ruhe und Rückzug –  unbedingt erfüllt und respektiert.

Mehr Informationen…

… gibt es auf der Internetseite www.schwarzachhaus.de und persönlich bei Brita Wellnitz, Telefon 0173 – 365 1508.

 

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© Otto Beier - www.Pflege-durch-Angehoerige.de