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Rollstuhl mit elektrischer Schiebehilfe

Rollstuhl mit elektrischer Schiebehilfe


Einen Rollstuhl zu schieben ist für viele pflegenden Angehörigen nicht möglich, weshalb die elektrische Schiebehilfe für den Rollstuhl ein geeignetes Hilfsmittel sein kann, um die Pflegeperson zu entlasten und dem pflegebedürftigen Menschen wieder mehr Mobilität und Freiheit zu geben.

So kann dann z.B. auch die Seniorin ihren Mann im Rollstuhl noch ohne fremde Hilfe Spazieren fahren.

 

 

Was sind Schiebehilfen für Rollstühle?

Die sogenannten Schiebe- und Bremshilfen sind elektrische Zusatzantriebe für Rollstühle, um der Pflegeperson das Schieben des Rollstuhls zu erleichtern. Ein Rollstuhl samt Patient bringt einiges an Gewicht auf die Waage. Für ältere oder gehandicapte Menschen ist es schon schwer, den Rolli auf der Ebene zu schieben, ganz zu schweigen von leichten Anstiegen oder gar unwegsamerem Untergrund. Die Schiebehilfe unterstützt die Begleitperson beim Schieben des Rollstuhls, aber genauso greift auch die Bremshilfe bei einem abschüssigen Gelände ein. Denn auch das Halten und Bremsen des Rollstuhls ist für viele Menschen nicht mehr möglich.

In der Regel wird die Schiebehilfe- und Bremshilfe nachträglich angebaut. Mit dem Rollstuhllieferanten bzw. dem Lieferanten der Schiebehilfe ist unbedingt abzuklären, ob die Schiebehilfe für den vorhandenen Rollstuhl geeignet ist.

 

Was ist der Unterschied zwischen einer Schiebehilfe und einem elektrischen Rollstuhl?

►Ein elektrischer Rollstuhl wird vom Rollstuhlfahrer selbst bedient und gesteuert. Bei einem Elektrorollstuhl ist also keine Begleitperson notwendig. Aber nicht mehr jeder Rollstuhlfahrer kann seinen Rolli selbst fahren und benötigt deshalb jemanden, der für ihn den Rollstuhl schiebt.

►Eine elektrische Brems- und Schiebehilfe ist eine reine Unterstützung für die Begleitperson, wenn diese nicht in der Lage ist, den Rollstuhl eigenständig fortzubewegen.

 

 

Was kostet eine elektrische Schiebehilfe für den Rollstuhl?

Es gibt verschiedene Arten von Schiebe- und Bremshilfen. Die Kosten sind abhängig vom Hersteller, der Leistung und der Beschaffenheit. Allerdings ist hier im oberen Preissegment mit mehreren tausend Euro  zu rechnen.

Sprechen Sie mit Ihrem Hilfsmittellieferanten (Sanitätshaus), welche elektrische Antriebsform in Ihrem Fall empfehlenswert und ausreichend ist.

 

Meine Buchempfehlungen zum Thema Pflege:

  1. Nur wer gut für sich sorgt, kann für andere sorgen
  2. Hausaufgaben für Schlaganfallpatienten: Übungen und Hilfestellungen für Betroffene und Angehörige
  3. Aktivieren mit Handgymnastik: Übungen mit Alltagsgegenständen. Fingerspiele für Menschen mit und ohne Demenz. Band 3 

 

Wer übernimmt die Kosten für die Schiebehilfe?

Die elektrische Schiebehilfe ist ein Hilfsmittel, das bei Notwendigkeit von der Krankenkasse bezahlt wird. Allerdings müssen auch hier wieder gewisse Voraussetzungen erfüllt werden und manchmal werden dringend benötigte Hilfsmittel von der Krankenkasse beim ersten Antrag auch abgelehnt.

Wichtig: Wurde die elektrische Schiebehilfe genehmigt, ist sie meist nur eine Leihgabe und muss an die Krankenkasse zurückgegeben werden, wenn sie nicht mehr benötigt wird.

TiPP 1: Bei einem von der Krankenkasse bezahlten elektrischen Rollstuhlantrieb muss die Krankenkasse auch die laufenden Stromkosten für die Schiebehilfe übernehmen. 📌 Lese-TiPP: Krankenkasse muss Stromkosten für elektrische Hilfsmittel bezahlen.

TiPP 2: Weitere nützliche Hilfsmittel finden Sie auch in unserer Hilfsmittelberatung.

 

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Wie wird eine Schiebe- und Bremshilfe beantragt?

Ein elektrisch betriebener Rollstuhlantrieb ist ein Rollstuhlzubehör und kann als Hilfsmittel beantragt werden. 📌 Lese-TiPP: So werden Hilfsmittel beantragt.

In kurzen Worten läuft die Beantragung der Schiebehilfe ungefähr so ab:

  1. Am besten erkundigen Sie sich bei einem Sanitätshaus, welche Schiebehilfe für Sie in Frage kommt. Das Sanitätshaus kann Ihnen dann auch mitteilen, was auf der ärztlichen Verordnung stehen muss, damit Sie das Hilfsmittel auch genehmigt bekommen.
  2. Danach beantragen Sie bei Ihrem Arzt eine Hilfsmittelverordnung für die Schiebe- und Bremshilfe. Legen Sie ihm die Formulierungshilfe des Sanitätshauses vor, damit er die entsprechende Begründung gleich mit in die Verordnung übernehmen kann.
  3. Reichen Sie die Verordnung bei Ihrer Krankenkasse ein.
  4. Der Antrag auf ein Hilfsmittel muss dann durch die Krankenkasse genehmigt werden.
  5. Unter Umständen wird die Krankenkasse den MDK (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) zu Ihnen nach Hause schicken um zu prüfen, ob überhaupt eine Notwendigkeit für die Schiebehilfe besteht.
  6. Nach Prüfung des Antrags kann die Krankenkasse die Schiebehilfe genehmigen oder auch ablehnen.
  7. Ob Sie ein Hilfsmittel genehmigt bekommen, hängt nicht davon ab, ob Sie einen Pflegegrad haben oder nicht. Auch Menschen ohne Pflegegrad benutzen Hilfsmittel.

 

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Die Schiebehilfe wurde abgelehnt. Was ist zu tun?

Es ist durchaus möglich, dass Ihnen die Pflegekasse/Krankenkasse die Schiebehilfe ablehnt. Das kommt häufiger vor.

  • Wenn Sie aber einen berechtigten Anspruch haben, sollte Sie sich nicht entmutigen lassen und Widerspruch gegen die Ablehnung des Hilfsmittels einlegen.
  • Wurde auch der Widerspruch abgelehnt, haben Sie die Möglichkeit, ein Klageverfahren einzuleiten.
  • Nehmen Sie professionelle Hilfe in Anspruch. Dies kann zum Beispiel auch ein Sozialdienst eines Pflegedienstes sein. Gut ausgebildete Sozialdienstmitarbeiter helfen Ihnen bei der Antragstellung. Eine weitere Möglichkeit ist, dass Sie sich mit dem Sanitätshaus in Verbindung setzen mit der Bitte, man möge Ihnen beim Widerspruch helfen.
  • Außerdem können Sie auch gerne unsere Pflegeberatung in Anspruch nehmen.

Bezüglich der Ablehnung von Hilfsmitteln und der elektrischen Brems- und Schiebehilfe im Besonderen, möchte ich auf folgendes hinweisen:

Ist der Antrag auf die Schiebehilfe schlecht begründet, wird dieser unter Umständen abgelehnt, weil die Krankenversicherung keine Notwendigkeit für dieses Hilfsmittel sieht. Nun ist es aber so, dass die Mitarbeiter der Krankenkasse in der Regel weder den Patienten noch die Betreuungsperson noch die persönlichen Umstände kennen. Es wird also vielfach nach Aktenlage entschieden. Deshalb ist es ganz wichtig, dass der Antrag schon beim ersten Anlauf richtig formuliert wird. Es muss begründet werden, warum die BETREUUNGSPERSON den Rollstuhl nicht mehr selbst schieben kann!

Nachfolgend möchte ich Ihnen noch ein paar Tipps für die Antragstellung auf eine Schiebe- und Bremshilfe geben.

TiPP 1: Für die Genehmigung einer elektrischen Rollstuhlschiebehilfe wird meist ein Nachweis benötigt, dass die Pflegeperson körperlich nicht mehr in der Lage ist, den Rollstuhl zu schieben. „Körperlich nicht mehr in der Lage“ bedeutet aber auch, dass die Pflegeperson zwar selbst noch gehen kann, ihr aber das Schieben des Rollstuhls nur unter größten körperlichen Anstrengungen möglich ist. Dies wäre dann eine unzumutbare Belastung für die Begleitperson.

TiPP 2: Es ist wichtig, dass die Krankenkasse die körperliche Leistungsfähigkeit der KONKRETEN Pflegeperson und nicht IRGENDEINER Person beurteilt. Achten Sie also darauf, dass die Krankenkasse nicht von einer durchschnittlichen Betreuungsperson ausgeht, sondern von IHRER speziellen Situation. Mehr dazu im Urteil des Sächsischen Landessozialgerichts vom 06.06.2013 (L 1 KR 149/12).

TiPP 3: Bei Personen, die im Pflegeheim wohnen, geht man allgemein davon aus, dass diese vom Pflegepersonal betreut und auch im Rollstuhl gefahren werden. Wird die pflegebedürftige Person aber regelmäßig von einem Angehörigen betreut und im Rollstuhl gefahren, kann auch hier eine Schiebehilfe beantragt werden, wenn die Betreuungsperson nicht in der Lage ist, den Rollstuhl zu schieben. Mehr dazu im Urteil des Sozialgerichts Dresden vom 17.10.2011, Aktenzeichen S18KR542/10.

 icon-paperclip  Lese-TiPP: Hilfsmittelversorgung im Pflegeheim.

 

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Quelle Bildmaterial: Fotolia #151557346 © asferico

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