Personen, die mehrere Medikamente täglich benötigen, stehen vor einer ganz alltäglichen Problematik: Die verordneten Präparate müssen pünktlich, regelmäßig und therapietreu eingenommen werden. Sich ohne Unterstützung exakt und dauerhaft an den festgelegten Zeitplan zu halten, ist nicht immer einfach. Erst recht bei hohen Einnahme-Intervallen. Das aber ist für die Betroffenen zwingend nötig. Vergessene oder falsch eingenommene Medikamente können dramatische Gesundheitsprobleme verursachen. Ein innovatives Hilfsmittel, das den Patienten Sicherheit gibt und die Pflegenden deutlich entlastet, ist der automatische Tablettenspender Careousel:

 

 

Wie funktioniert der Tablettenspender Careousel?

Die automatische Tablettenbox Careousel stellt in einem Tablettenring insgesamt 28 Fächer zur Verfügung. In jedes einzelne Fach passen etwa 7 – 8 Tabletten in genormter Größe, was im Normalfall für eine gleichzeitige Einnahme mehr als ausreichend ist. Zum voreingestellten Zeitpunkt rotiert der Tablettenring, wodurch der Zugriff auf ausschließlich ein einziges Fach ermöglicht wird. Dabei erinnert er mit einem akustischen Signal präzise an die Einnahmezeit. Alternativ oder gleichzeitig kann ein optisches Signal aufleuchten, wodurch auch den speziellen Anforderungen von Menschen mit Gehörproblemen Rechnung getragen wird.

 

Was unterscheidet diese Art von Tablettenspendern von Tablettendosen?

Der Vergleich mit handelsüblichen Tablettendosen ist allenfalls teilweise zielführend, zumal es sich bei dem automatischen Tablettenspender um ein vollkommen eigenständiges Produkt handelt. Im Gegensatz zu rein manuell bedienbaren Boxen oder Dosen nutzt er zeitgemäße digitale Technologie. Die adaptiert er auf die Anforderungen von Menschen, die auf eine pünktliche Medikamentenstellung angewiesen sind. Neben der oben bereits beschriebenen Erinnerungsfunktion können zahlreiche weitere Punkte im Menü programmiert werden. Dadurch überwacht das Gerät sowohl die korrekte Entnahme der Medikamente als auch sich selbst: die eigene Funktionalität.

Ein weiterer maßgeblicher Unterschied zu herkömmlichen Tablettenboxen ist die integrierte Nachrichtenfunktion. In der GSM-Variante ist das Gerät mit einer SIM-Card ausgestattet. Wird die Einnahme der Medikamente verpasst, gehen die vorsortierten Medikationen zur Neige, liegt das Gerät auf dem Rücken oder treten sonstige Unstimmigkeiten auf, wird unverzüglich eine SOS-Nachricht per SMS an zuvor eingegebene Notfallnummern gesendet. Dadurch wird den Betroffenen einerseits lange Zeit eine würdevolle Selbstständigkeit ermöglicht. Auf der anderen Seite haben die pflegenden Angehörigen das gute Gefühl, bei auftretenden Problemen schnellstens helfend eingreifen zu können, beispielsweise mit einem simplen Telefonat oder dem kurzen „Gang nach nebenan“.

 

Für wen ist der Medikamentenspender geeignet?

Das Careousel Advance eignet sich grundsätzlich für alle Menschen, die ihre Medikamente gesichert pünktlich und in der richtigen Dosierung nach Medikamentenplan einnehmen müssen. Im Mittelpunkt steht dabei die Therapietreue mit den beiden Hauptaspekten „Erinnerung“ und „richtige Dosierung“. Umso bedeutsamer bei Erkrankungen, bei denen therapeutisch hohe Einnahme-Intervalle notwendig sind. So beispielsweise bei Demenz, Alzheimer, Parkinson, diagnostizierter Herzinsuffizienz oder allgemein in der Geriatrie. Das Careousel ist eine pragmatische Unterstützung dafür, auch multimorbide  Menschen die würdevolle Selbstständigkeit zu erhalten.

 

a.)    Menschen mit Demenz

Die Problematik bei der Medikation von Demenz-Erkrankten ist, dass die Menschen sich schleichend immer weniger an notwendige Handlungen und Termine erinnern können. Ganz praktisch bedeutet das, dass ihnen die Verknüpfung von Zeit und Handlung fehlt. Der Verlust der Hirnzellen schreitet unaufhaltsam fort. Allerdings betrifft das in erster Linie das Kurzzeitgedächtnis. Bekannt ist, dass das Langzeitgedächtnis auch im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung noch lange emotional angesprochen werden kann.

Exakt hier setzt die digitale Tablettenbox mit ihrer Erinnerungsfunktion an. Das Gerät signalisiert mit akustischen oder optischen Signalen die Einnahmezeit. Auf diese Trigger-Signale können die Demenz-Erkrankten trainiert werden, gewissermaßen eine Konditionierung nach dem pawlowschen Prinzip. Erklingt die Melodie oder leuchtet das Careousel auf, steht der Demenz-Erkrankte auf und nimmt die Medikamente ein. Das Resultat ist ein antrainiertes Verhaltensmuster mit einer entsprechenden Reaktion auf den „Weckruf“. Das Careousel sollte möglichst frühzeitig nach der Diagnose eingesetzt werden, nämlich solange sich Informationen noch vom Kurz- ins Langzeitgedächtnis überführen lassen.

Besonders hoch ist bei Demenz-Patienten das Risiko einer Fehlmedikation. Ganz plakativ und bodenständig ausgedrückt: Wenn man nicht weiß, wann genau man welche Medikamente nehmen muss, weiß man auch nicht, welche man vergessen hat. Also passiert immer wieder der schlimmste anzunehmende Fall überhaupt: Die Personen nehmen einfach mal mehrere „möglicherweise“ vergessene Rationen gleichzeitig. Beim Careousel ist eine solche Fehl- bzw. Überdosierung nicht möglich. Zum jeweiligen Einnahmezeitpunkt kann nur auf ein einzelnes Tablettenfach zugegriffen werden. Nicht rechtzeitig entnommene Tabletten werden sogar wieder eingezogen.

 

b.)   Menschen mit Parkinson

Automatische Tablettenbox (Tablettenspender)

Automatische Tablettenbox (Tablettenspender)

Die spezielle Anforderung bei der Therapie von Morbus Parkinson ist die teils hohe Frequenz der Medikamenteneinnahme. Um das aufeinander aufbauende Zusammenspiel der Wirkstoffe nicht zu gefährden, müssen die Präparate bei optimaler Therapietreue mit geringstmöglicher Karenzzeit eingenommen werden. Schon kleinste Abweichungen können die charakteristischen Symptome wie den Tremor verstärken oder für Verwirrungszustände sorgen. Dabei sind Medikationsintervalle von 9 Dosierungen täglich keine Seltenheit.

Betroffene und pflegende Angehörige profitieren von den insgesamt 28 zur Verfügung stehenden Fächern, in denen sich die Präparate nach Medikamentenplan auch bei derart hoher Einnahmefrequenz für drei Tage vorbereiten lassen. Zudem ist das aktuelle Medikamentenfach auch bei einsetzendem Tremor noch vernünftig zu erreichen. Gibt es rein manuelle Probleme bei der Bedienung, erhalten die Pflegenden eine Information und können unverzüglich helfen.

 

c.)    Menschen mit Herzinsuffizienz

Die Herzinsuffizienz mit all ihren unterschiedlichen Ausprägungen wird allgemein als Systemerkrankung verstanden. Eine Behandlung ist nur im Gesamtkomplex möglich. Dabei kommen zahlreiche unterschiedliche Präparate zum Einsatz, von denen jedes seine ganz spezielle Bedeutung für die Effektivität der Therapie hat. Zwangsläufig ergibt sich daraus eine ganze „Medikamenten-Sammlung“, bei der die Wirkweise des einen Präparates ohne die des anderen nicht denkbar ist. Obschon Herzinsuffizienz chronisch und somit nicht heilbar ist, kann sie dennoch gut behandelt werden. Zwingend wichtig ist die konsequente Therapietreue.

Aufgrund der zahlreichen – in diesem Falle beabsichtigen – Wechselwirkungen der Medikamente kann eine sehr hohe Einnahmefrequenz der Präparate notwendig sein. Optimal darauf ausgerichtet ist das Careousel von Mediring dadurch, dass hier (bis zu) 24 stündliche „Wecksignale“ pro Tag einprogrammiert werden können. Ein Patient mit Herzinsuffizienz ist im Normalfall keineswegs geistig verwirrt; allerdings in seiner körperlichen Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Er kann das Gerät also problemlos eigenständig oder mit leichter Unterstützung bedienen. So denn die Einhaltung des Medikamentenplanes gewährleistet ist. Durch die Vorsortierung der Medikamente und die vielfach einstellbare Weckfunktion, bietet das Careousel die größtmögliche Sicherheit gegen Vergessen, Verschlafen und Fehlmedikation.

 

d.)   Geriatrie-Patienten

Die Bandbreite der geriatrischen Erkrankungen und Problematiken ist immens. Sehr häufig – wenn nicht gar die Normalität – ist allerdings das negative Zusammenspiel von mehreren Krankheitsbildern. Der Fachbegriff dafür ist die Multimorbidität. Die mehrfachen Erkrankungen und degenerativen Prozesse lassen sich oftmals nicht mehr einzeln behandeln. Eine durchaus anspruchsvolle Anforderung für die Therapie, die in vielen Fällen nur noch begleitend und unterstützend sein kann. Zielsetzung ist eine würdevolle Begleitung bei Symptom- und Schmerzlinderung und möglichst hoher Lebensqualität im letzten Lebensabschnitt. Unter dem Strich bedeutet das oftmals eine Vielzahl von Medikamenten, also ein beträchtliches Risiko der Polypharmazie.

Das Careousel kombiniert hier insbesondere drei primäre Vorzüge: Die Vorsortierbarkeit der Medikationen durch fachkundige Personen, die Zugriffsmöglichkeit auf nur ein einziges Fach, was gerade für Menschen mit normaler oder krankheitsbedingter Altersvergesslichkeit ausschlaggebend ist, und die SOS-Funktion, mit der die Senioren überwacht werden können, ohne sich überwacht zu fühlen. Bedenken muss man hier, dass das Alter selbst keine Krankheit ist, aber häufig von vielen Krankheiten begleitet wird.

 

 

Welche Vorteile bietet diese Form von Tablettenspendern?

Der automatische Tablettenspender schafft als „digitales Gedächtnis“ Sicherheit und Entlastung für alle Beteiligten. Für pflegende Angehörige ist das pünktliche und therapietreue Anreichen der Medikamente eine zeitaufwendige Alltagsbelastung. In der Realität kann das auf Dauer kaum präzise und zeitgenau eingehalten werden. Leicht vorstellbar, wie tagesbestimmend beispielsweise eine 9-fache Medikation sein kann. Als sinnvolles und verlässliches Hilfsmittel unterstützt und entlastet das Careousel die Angehörigen.

Die Betroffenen selbst profitieren von der größtmöglich machbaren Selbstständigkeit. Ein Aspekt der Würde und Lebensqualität auch im hohen Alter und teils fortgeschrittenem Krankheitsstadium. Jede winzige Kleinigkeit, bei der man nicht auf die Angehörigen oder externe Hilfe angewiesen ist, ist zugleich Balsam für die Seele. Steht das Stichwort „Automatisierung“ allgemein eher für Entmenschlichung, verhält sich das bei dieser Art des Tablettenspenders genau andersherum: Durch die gebotene Eigenständigkeit der Pflegeperson und die eingesparte Zeit der pflegenden Angehörigen ermöglicht das Careousel sehr viel mehr Menschlichkeit und echtes soziales Miteinander.

 

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Wer befüllt die Tablettenbox?

Die Vorsortierung der Präparate können die Betroffenen selbst oder deren Angehörige vornehmen. Entscheiden wird sich das üblicherweise an der Menge der einzunehmenden Medikamente, der speziellen Erkrankung und dem individuellen Gesundheitszustand. Sind viele Präparate nötig, kommen die Patienten und Pflegende möglicherweise an ihre Grenzen. Schließlich sind die meisten Pflegenden zunächst einmal medizinische Laien, die sich mit pharmazeutischen Produkten nicht letztgültig auskennen können.

In diesem Sinne wurde bei dem Careousel auch an die Befüllung über die Apotheke oder den Pflegedienst gedacht. Erhältlich sind dafür separate Tablettenringe mit transparentem Deckel. Geeignet sind die als Wechselringe für die Befüllung, während der Hauptring sich im Gerät befindet. Durch den transparenten und fest verschließbaren Deckel kann der befüllte Tauschring auch sicher transportiert werden.

Mehr über die Möglichkeit, die Medikamentengabe bzw. das Stellen der Arzneien im Medikamentendispenser auf Rezept zu erhalten, lesen Sie bitte hier.

 

Warum ist eine Fehlmedikation so problematisch?

Grundsätzlich gilt die Binsenweisheit: Nur eingenommene Medikamente können wirken. Bedenken muss man in dieser Hinsicht, dass Therapiepläne langfristig ausgelegt und die Wirkstoffe genau aufeinander ausgerichtet sind. Werden Tabletten nicht eingenommen, kann das den kompletten Therapie-Erfolg gefährden. Insofern ist die versäumte Einnahme in sich bereits eine Fehlmedikation.

Noch weitaus problematischer wird es, wenn die falschen Medikamente eingenommen werden. In solchen Fällen sind die Wechselwirkungen keinesfalls harmlos, ganz im Gegenteil. Sie sind lebensgefährdend bis tödlich. Die nackten Zahlen sprechen eine geradezu bedrückend deutliche Sprache: Allein in Deutschland sterben jährlich ca. 30.000 Menschen an falsch verabreichten Medikamenten. Schätzungen des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte zufolge sind medikamentöse Wechselwirkungen der Grund für rund 300.000 – vermeidbare – stationäre Krankenhausaufenthalte pro Jahr.

Für Patienten und Angehörige ist es aus Gründen der Sicherheit außerordentlich wichtig, den Überblick zu behalten. Richtungsweisend positiv ist, dass Ärzte seit 2016 bei der Verordnung von mehr als zwei Medikamenten verpflichtet sind, einen Medikamentenplan auszustellen und im Laufe der Behandlung zu aktualisieren. Der folgerichtig nächste Schritt ist es, das Anreichen der Medikamente so sicher wie irgend möglich zu organisieren. Bei der Medikamentenstellung muss also nicht nur gesichert sein, dass die richtigen Präparate eingenommen werden. Gleichzeitig ist es oberste Pflicht dafür zu sorgen, dass Menschen keine falschen Medikamente oder überhöhte Dosierungen zu sich nehmen. Der Grund dafür, dass beim Careousel jeweils nur ein Fach offen erreichbar ist und das Gerät gegen Falschzugriff sogar gesperrt werden kann.

  • Gibt es schon Erfahrungen mit dem Tablettenspender?

Im Mediring Careousel stecken mittlerweile über 20 Jahre Erfahrungswerte. Der erste automatische Tablettenspender Careousel wurde von Mats Eriksson und Ingemar Hägerbro 1994 in Schweden erfunden. Gemeinsam mit dem Swedish Institute of Assistive Technology und in Kooperation mit Attendo Care, dem leitenden Anbieter für Altenfürsorge in Skandinavien, haben sie 1994 das erste Gerät konstruiert. 1997 erhielt es den schwedischen Award für „Konstruktion und Design“.

Seit dem wurde das Careousel ständig weiterentwickelt und dem Stand der Technik immer wieder angepasst. Nicht zuletzt sind in die Weiterentwicklung tausende Rückmeldungen von Nutzern eingeflossen. So entstand z.B. der patentierte und softwaregesteuerte Verschlussmechanismus zur Vermeidung von Überdosierungen.

 

Gibt es die automatische Tablettenbox auf Rezept?

Seit Mitte 2013 wird Careousel auch auf dem deutschen Markt vertrieben. Die gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich hierzulande bislang nicht an den Kosten. Auf Rezept gibt es den Tablettenspender insofern noch nicht. Die Mediring GmbH ist bestrebt, eine vollständige oder anteilige Kostenübernahme per Listung bei den Krankenkassen zu erwirken. Eine Grundsatzentscheidung gibt es zum aktuellen Zeitpunkt – Stand Anfang 2018 – noch nicht. Allerdings haben einige Nutzer von ihrer privaten Krankenkasse Zuschüsse erhalten. Privatversicherte sollten sich unbedingt bei ihrer PKV nach einem Zuschuss oder der Komplettübernahme erkundigen. Gegenwärtig ist zu beobachten, dass die Akzeptanz des Produktes in der Gesundheitsbranche spürbar zunimmt. In England und Skandinavien ist der digitale Tablettenspender bereits seit Jahren zehntausendfach mit enormen Einsparungen für die dortigen Kostenträger im Einsatz. Bleibt zu hoffen, dass die deutschen Krankenkassen schnellstens auf diesen Zug aufspringen und die Kosten übernehmen:

 

Bezugsquelle und weitere Informationen

Der innovative Tablettenspender Careousel wird über das auf gesundheits- und pflegeunterstützende Produkte spezialisierte Unternehmen Mediring GmbH verkauft. Weitere Informationen unter https://www.mediring.de.

 

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Bildquelle: Mediring