Hilfsmittelversorgung im Pflegeheim

Zum Thema Hilfsmittelversorgung im Heim bekam ich vor kurzem folgende Frage gestellt: Wie ist die Hilfsmittelversorgung im Pflegeheim gesichert? Bekommen Pflegeheimbewohner auch Hilfsmittel verordnet und wenn ja, wer muss diese dann beantragen?

Wer krank/pflegebedürftig ist hat Anspruch auf Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel, unabhängig davon ob er in der häuslichen Umgebung gepflegt wird oder in einem Pflegeheim oder einem betreuten Wohnen.

Gibt es Unterschiede in der Beantragung der Hilfsmittel?

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Einer der wichtigsten Unterschiede ist wohl der, WER die Hilfsmittel beantragen muss. Wer zuhause gepflegt wird, muss alle seine Hilfsmittel selbst beantragen. Bei der Hilfsmittelversorgung im Pflegeheim ist das etwas anders. Das Pflegeheim muss ständig gewisse Hilfsmittel für alle Heimbewohner vorhalten. Darunter fallen zum Beispiel

Diese Hilfsmittel dürfen nicht über den einzelnen Heimbewohner beantragt und über deren Pflegeversicherung abgerechnet werden.


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Alle Hilfsmittel, die nicht vom Altenheim vorgehalten und zur Verfügung gestellt werden müssen, müssen über eine ärztliche Verordnung beantragt werden. Es gibt strenge Regelungen, welche Hilfsmittel die Pflegeeinrichtung vorhalten muss und welche Hilfsmittel über eine ärztliche Verordnung speziell für den einzelnen Heimbewohner beantragt werden müssen.

Für den Heimbewohner selbst ist die Abwicklung der Beantragung von Hilfsmitteln nicht viel anders als für Personen die zu Hause gepflegt werden. Entweder die Hilfsmittel werden vom Pflegeheim gestellt oder sie werden beantragt.

Für die Pflegeeinrichtung dagegen ist es etwas schwieriger, eine korrekte Abgrenzung zu finden, welche Hilfsmittel vom Altersheim/Seniorenheim vorgehalten werden müssen und welche personenbezogen beantragt werden können.  Wer welches Hilfsmittel zu zahlen hat, ist auch im Abgrenzungskatalog geregelt. Aber das ist letztendlich die Angelegenheit der Pflegeeinrichtung und weniger des Heimbewohners.

Wer beantragt die Hilfsmittel für Heimbewohner?

Die notwendigen Hilfsmittel beantragt in der Regel die Pflegeeinrichtung. Das heißt, weder der Pflegebedürftige noch deren Angehörigen müssen sich um die Beantragung kümmern. Übrigens: Hilfsmittel, die von der Krankenkasse bezahlt werden, sind in einem Hilfsmittelverzeichnis gelistet.

Wer beantragt Inkontinenzmaterial für Heimbewohner?

Inkontinenzmaterial wie Windeln, Einlagen usw. sind ebenfalls Hilfsmittel. Inkontinenzmaterial muss beim Arzt beantragt werden. Viele Pflegeeinrichtungen vereinbaren mit den Krankenkassen eine Inkontinenzpauschale für alle Heimbewohner. Damit muss nicht für jeden einzelnen Pflegebedürftigen das Inkontinenzmaterial beantragt werden.

Wenn das Pflegepersonal jedoch für einen Heimbewohner Inkontinenzmaterial verwendet, obwohl es medizinisch nicht notwendig ist, muss das Heim die Kosten für das Inkontinenzmaterial übernehmen.

icon-book Lese-TiPP: Ab mittlerer Inkontinenz werden Windeln von der Krankenkasse bezahlt


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Quelle Bildmaterial: Fotolia#84368969  © viperagp

Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.

4 Antworten auf „Hilfsmittelversorgung im Pflegeheim“

Hallo meine Schwiegermutti ist nach einem Schlaganfall einseitig gelehmt und ist im Pflegeheim untergebracht. Seit ca. 3 Wochen musste sie nach einer Blasenentzündung vom Katheter auf Windeln umgestellt werden.Jetzt verlangt das Pflegeheim von uns 30 Euro monatlich für die Windeln.Wir haben uns in unserem Umfeld aber schlau gemacht und Bekannte die in der gleichen Situation sind befragt und da haben wir erfahren das keiner mehr als 7 Euro im viertel Jahr zahlt.Wir hatten auch mehrmals bei der Krankenkasse um Auskunft gebeten aber nach jedem Anruf war ich unsicherer da keiner mir eine eindeudige Antwort geben konnte.Meine Frage ist jetzt was müssen wir ans Pflegeheim zahlen .Der Anbieter den das Pflegeheim hat ist Mediclean und die Krankenkasse ist AOK PLUS Thüringen.Würde mich über eine baldige Antwort freuen.MFG

Ich darf Sie nicht beraten. Möchte Ihnen aber kurz sagen: Der Anspruch auf Hilfsmittel ist im § 33 SGB 5 eindeutig geregelt.
Wird Ihre Mutter tatsächlich nicht mit ausreichend Inkontinenzmaterial versorgt, können Sie sich bei der Heimleitung beschweren, wenn das nichts nützen sollte, können Sie sich mit der zuständigen Krankenkasse/Pflegekasse in Verbindung setzen. Auch der zuständige Arzt könnte informiert werden.
Mehr zu dazu finden Sie auch in meinem Beitrag Ab mittlerer Inkontinenz werden Windeln von der Krankenkasse übernommen

Was können wir tun, wenn offensichtlich die Pauschale für Hilfsmittel, die das Heim mit der Krankenkasse vereinbart hat, zu niedrig ist? Meine Mutter ist aufgrund einer Querschnittslähmung inkontinent und kann ihren Stuhl nicht halten. Das Heim behauptet, ihr stünden pro Tag nur zwei Windeln und zwei Einlagen zu. Das ist aber weder ausreichend noch hygienisch. Das Heim macht Druck, und meine Mutter wird immer depressiver und leidet unter diesen Zuständen. Was können wir da tun? Ist es wirklich hier in Deutschland so, dass hilfsbedürftige Menschen in ihren Exkrementen ausharren müssen, bis Ihnen nach der Uhr eine frische Windel zusteht?

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