Warum ein Eierlikör beim Besuch der Oma so hilfreich sein kann

Über die Kommunikation mit älteren Menschen: Es ist mitunter schwer, die Eltern (oder Großeltern) zu Hause oder im Seniorenheim zu besuchen und ein Gesprächsthema zu finden. Manchmal können unsere Mütter und Väter dem längst schon nicht mehr folgen, was wir erzählen. Manchmal fällt uns gar kein Gesprächsthema ein und mitunter ist die ganze Situation schon so bedrückend und lässt uns schweigen.

Von der Schwierigkeit, etwas sagen zu müssen
oder:
„Ich bringe (wieder) Eierlikör mit!“

Oft ist es schlichtweg das Krankheitsbild, was uns die Kommunikation so unendlich erschwert. Möglicherweise ist unser Familienmitglied schon so fortgeschritten an Demenz erkrankt, und wir finden uns in einer Situation der Schwäche wieder, die uns traurig und hilflos macht.


Gastbeitrag von Brita Wellnitz


 

Liebe Angehörige, an dieser Stelle möchte ich Sie motivieren, etwas Ungewöhnliches zu probieren. Kaufen Sie Eierlikör! Wenn Sie ins Seniorenheim gehen, nehmen Sie genug für alle mit.

Eierlikör erleichtert die Kommunikation mit älteren Menschen


Eierlikör öffnet Türen! Er war das Modegetränk unserer Eltern und Großeltern! Es gibt fast niemand, der einem Eierlikör widerstehen könnte! Und: es gibt auch fast niemand, der ihn nicht vertragen würde.

Sie werden sich wundern, wie gut Ihr Mitbringsel ankommt. Meine Empfehlung: Machen Sie ein Ritual daraus! Immer zur Begrüßung gibt es ein Eierlikörchen. Sie haben damit einen Einstieg in ein Gespräch, sie bringen Freude und geschmackliche Abwechslung!


 

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Sollten Sie Ihre Eltern im Seniorenheim besuchen, besprechen Sie Ihr Vorhaben natürlich unbedingt mit der Pflegekraft. Aber lassen Sie sich nicht einschüchtern! Oftmals reagieren Pflegekräfte auf „Alkohol“ erschüttert. Klären Sie in Ruhe, dass Sie niemanden betrunken machen wollen, sondern lediglich einen Funken Erinnerung mitbringen.

Ich habe bettlägerige Menschen erlebt, die keine Sprache mehr besaßen, die aber mit ihrer Zunge jeden Tropfen der Köstlichkeit aufgeschleckt, geschmatzt haben vor Freude, gegurrt haben vor Lust! Ich habe hochbetagte Menschen erlebt, die mit den Fingern jedes kleinste bisschen der gelben Leckerei aus dem Glas gewischt haben und anschließend genüsslich den Finger abschleckten!

Eine Runde Eierlikör, bestenfalls sogar im Schoko- oder Waffelbecher, verbindet Familienmitglieder, schafft Zusammengehörigkeit, lässt Erinnerungen wach werden, macht glücklich und zaubert ein Lächeln auf das Gesicht Ihrer Eltern!

Was gibt es Schöneres?

Autorenvorstellung

Dieser wunderbare Beitrag stammt wieder einmal aus der Feder von Brita Wellnitz DIE Fachfrau, wenn es um Demenz geht. Sie ist Leiterin und Mitbegründerin der Demenz-WG Schwarzachhaus sowie Geschäftsführerin des Fördervereins Lebensring – Verein für Menschen mit besonderen Pflegebedürfnissen e.V.
Das große Anliegen von Brita Wellnitz ist es, Menschen mit Demenz zu verstehen und in ihrer ganzen Person zu respektieren. Sie identifiziert sich mit den Problemen und Herausforderungen der Betroffenen.

Brita Wellnitz

Brita Wellnitz


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Quelle Bildmaterial:#Canva-Member © von Getty Images
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Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

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