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Personen mit einem Pflegegrad / einer Pflegestufe haben unter anderem Anspruch auf Verhinderungspflege und Kurzzeitpflege. Doch nicht immer werden die zustehenden Leistungen auch benötigt und damit verfiel der Anspruch regelmäßig.

Seit 2015 ist es nun möglich, die Leistungen der Verhinderungspflege mit den Leistungen der Kurzzeitpflege zu kombinieren.

Wer also die Leistungen der Kurzzeitpflege nicht in vollem Umfang benötigt, kann sich diese auf die Verhinderungspflege anrechnen lassen und umgekehrt. (Alle relevanten Leistungen sind im übrigen im neuen Pflegestärkungsgesetz verankert).

 

 

Verhinderungspflege

Kostenlose Pflegeberatung, Pflegeschulung oder verpflichtender Beratungseinsatz
Bevor ich auf die Kombinationsmöglichkeiten eingehe, hier noch einige Eckdaten zur Verhinderungspflege/Ersatzpflege (Korrekte Bezeichnung: Häusliche Pflege bei Verhinderung der Pflegeperson). Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad 2 bis 5 haben Anspruch auf

  • Verhinderungspflege für bis zu 6 Wochen/42 Kalendertage im Jahr.
  • Verhinderungspflegegeld bis zu 1.612 Euro / Jahr (Mit Kombination Kurzzeitpflege 2.418 Euro).

 

Kurzzeitpflege

Pflegebedürftige mit einem Pflegegrad 2 bis 5 haben Anspruch auf

  • Kurzzeitpflege für bis zu 4 Wochen im Jahr (Mit Kombination Verhinderungspflege insgesamt 8 Wochen/56 Kalendertage).
  • Kurzzeitpflegegeld bis zu 1.612 Euro / Jahr (Mit Kombination Verhinderungspflege 3.224 Euro).

Wußten Sie übrigens, daß Sie auch Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe erhalten können?

 

Bitte nicht vergessen!
Mit einem Pflegegrad haben Sie Anrecht auf monatliche Pflegehilfsmittel.

 

Kurzzeitpflege mit Ansprüchen aus Verhinderungspflege kombinieren

Jede Person mit Pflegegrad 2-5 hat nun die Möglichkeit, die Leistungen der Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege zu kombinieren.

Für folgende Gegebenheiten ist das zum Beispiel sehr interessant:

  • Wenn Frau X mehrere Tage verhindert ist, gibt sie ihren pflegebedürftigen Ehemann prinzipiell in ein Pflegeheim für eine Kurzzeitbetreuung. Verhinderungspflege nimmt sie deshalb nie oder nur ganz selten in Anspruch.
  • Mit der Möglichkeit, Kurzzeitpflege mit Verhinderungspflege kombinieren zu können, bedeutet das für Frau X, dass sie ihren Mann länger als 4 Wochen, jedoch höchstens 8 Wochen, in ein Pflegeheim für die Kurzzeitpflege geben kann.
  • Diese Zeiten ergeben sich schnell, wenn zum Beispiel der pflegende Angehörige aufgrund einer schweren Krankheit einen längeren Krankenhausaufenthalt mit anschließender Reha zu absolvieren hat.

Wer die Kurzzeitpflege mit der Verhinderungspflege verrechnen möchte, hat einen jährlichen Anspruch auf

  • Erhöhung der Kurzzeitpflege von 4 auf maximal 8 Wochen.
  • 1.612 Euro Kurzzeitpflege plus bis zu 100 % der Verhinderungspflege in Höhe von 1.612 Euro = Maximal 3.224 Euro.
  • Dieser Anspruch gilt für Personen mit einem Pflegegrad 2 bis 5.

Eine ausführliche Information finden Sie auch auf der Praxisseite des Bundesgesundheitsministeriums.

 

  icon-hand-o-right Gut zu wissen 

1. Die Kurzzeitpflege ist in zweifacher Hinsicht begrenzt: Nämlich zeitlich und finanziell. Das bedeutet, es können in 8 Wochen maximal 3.224 Euro verbraucht werden.

2. Weder bei der Verhinderungspflege noch bei der Kurzzeitpflege werden die Kosten für Kost und Logis (Hotelkosten und Verpflegung) übernommen. Für diese Kosten können Sie die nicht verbrauchten Leistungen aus dem Entlastungsbetrag (monatlich 125 Euro) zur Verrechnung heranziehen.

 


 icon-hand-o-right Nützliche Alltagshilfen:
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Verhinderungspflege mit Ansprüchen aus Kurzzeitpflege kombinieren

Es ist auch möglich, zu den Leistungen aus der Verhinderungspflege auch noch Leistungen aus der Kurzzeitpflege hinzuzunehmen und zu kombinieren/verrechnen. Darauf ist zu achten:

 

Wer die Verhinderungspflege mit der Kurzzeitpflege kombiniert, hat Anspruch auf

  • Zusätzlich bis zu 50 % des Leistungsanspruches aus der Kurzzeitpflege (sofern dieser noch nicht ausgeschöpft wurde).
  • Das bedeutet: Zusätzlich zu den 1.612 Euro Verhinderungspflege können noch bis zu 806 Euro aus der Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden, also insgesamt maximal 2.418 Euro.
  • Dieser Anspruch gilt für Personen mit Pflegegrad 2 bis 5

 

Rechtliches

  • § 39 SGB XI – Verhinderungspflege
  • § 42 SGB XI – Kurzzeitpflege
  • § 45a SGB XI – Berechtigter Personenkreis erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz

 

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