Medizinische Fußpflege auf Rezept

Wenn Sie an Diabetes erkrankt sind, können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für die medizinische Fußpflege ganz oder teilweise erstattet bekommen.

Immer mehr Menschen erkranken an der Stoffwechselstörung  Diabetes, im Volksmund auch Zuckerkrankheit genannt. Und die Dunkelziffer dazu ist sogar erschreckend hoch.

Doch Diabetes ist ein nicht zu unterschätzendes Krankheitsbild, das viele weitere Krankheitsbilder und Spätschäden mit sich bringen kann.

Einer dieser Diabetesfolgeerkrankungen ist das diabetische Fußsyndrom, das im schlimmsten Fall zu Amputationen einzelner Zehen oder des ganzen Fußes führen kann. Unabhängig von dem  Diabetes  Mellitus Typ 1 oder Typ 2, lesen Sie bitte in meinem Beitrag, was Sie als vorbeugende Maßnahmen zur Verhinderung eines diabetischen Fußes tun können.

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Eine weitere effektive Vorsorgemaßnahme um einen „Diabetesfuß“ zu vermeiden ist eine regelmäßige, fachmännische Fußbehandlung, eine sogenannte podologische Therapie.

Da diese Fußpflege für Diabetiker so immens wichtig ist, übernehmen die meisten Krankenkassen die Kosten für die medizinische Fußpflege, ohne dass ein Pflegegrad vorliegt oder beantragt wurde.

Voraussetzungen für die Kostenübernahme

  • Es muß ein diabetisches Fußsyndrom vorliegen. Nur wenn aufgrund des diabetischen Fußsyndroms Folgeschäden (Wundheilungsstörungen oder Entzündungen) zu erwarten sind, kann der Arzt die Behandlung genehmigen.

Kann jede/r Fußpfleger/in diese Behandlung durchführen

Nein. Wenn die Kosten erstattet werden sollen, darf eine podologische Therapie an einem diabetischen Fußsyndrom nur von den Krankenkassen anerkannten Podologen durchgeführt werden.


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Nicht jede medizinische Fußpflege hat automatisch eine Krankenkassenzulassung. Deshalb ist es wichtig, vor dem Vereinbaren eines Behandlungstermins nachzufragen, ob die ausgewählte Podologen-Praxis tatsächlich eine Zulassung für Ihre Krankenkasse hat. Außerdem geben die Krankenkassen gerne Auskunft darüber, welche Podologen-Praxis über einen Vertrag mit der Krankenkasse verfügt.

Welche Leistungen erbringt der Podologe

  •  Verletzungsfreie Hornhautabtragung an den Füßen, um Hautschädigungen, Risse und Entzündungen zu vermeiden
  • Verletzungsfreie Beseitigung von abnormen Nagelbildungen durch Schleifen, Fräsen und Schneiden der krankhaft verdickten Zehennägel
  • Untersuchung des Fußes auf Verletzungen, Entzündungen, Blasen, Geschwüre, offene Wunden, Druckstellen, Hühneraugen, Pilzerkrankungen, Warzen oder eingewachsene Fußnägel
  • Unterweisung des Patienten in Fuß-, Haut- und Nagelpflege
  • Prüfung des vorhandenen Schuhwerks auf die ideale Paßform

Was sind Leistungen, die vom Arzt erbracht werden müssen

Nicht vom Podologen behandelt werden dürfen:

  • Eingewachsene Nägel
  • Hautdefekte und Entzündungen an den Füßen
  • Offene Wunden

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Kostenerstattung über die Krankenkasse

Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Diabetes-Fußpflege. Die Verordnung für die Fußpflege wird vom Hausarzt ausgestellt. Da es grundsätzlich drei verschiedene Arten von medizinischer Fußpflege gibt, von denen die Krankenkasse die Kosten übernehmen kann, muß der Arzt entscheiden, welche Behandlungsform geeignet ist.

Verordnung

Die ärztliche Heilmittelverordnung muß unbedingt folgende Punkte enthalten:

  • Diagnose: Diabetisches Fußsyndrom
  • Das Wort „Hausbesuch“ (falls der Patient nicht mehr selbst die Podologen-Praxis aufsuchen kann)
  • Angabe, ob es sich um eine Erst-, Folge oder Langfristverordnung handelt
  • Anzahl der verordneten Behandlungen (bei der Erstverordnung maximal 3 Behandlungen, danach 6 Behandlungen)
  • Behandlungsintervall
  • Die Behandlungsform
  • a) Podologische Komplexbehandlung (Nagelbearbeitung sowie Hornhautabtragung), oder
  • b) Hornhautabtragung, oder
  • c) Nagelbearbeitung

Kostenerstattung / Zuzahlung

Mit Heilmittelverordnung muss der Patient eine prozentuale Zuzahlung sowie eine Behandlungsgebühr übernehmen. Ist der Patient von der Zuzahlung befreit, entfallen diese Kosten.

Pflegedienste bieten in Ihrem Leistungsumfang zum Teil auch Fußpflege an. Dies ist gut und sinnvoll für Patienten ohne Fußprobleme. In der Regel sind die Pflegefachkräfte jedoch keine Podologen. Deshalb gehört die Behandlung eines diabetischen Fußes auf alle Fälle in fachmännische, podologische Behandlung.

Werden die Kosten für Hausbesuche des Podologen übernommen

Wenn die Hausbesuche vom Arzt verordnet wurden, erstattet die Krankenkasse (KK) diese Kosten. Auch die Wegegebühren, die für die Anfahrt des Podologen entstehen, werden übernommen. Die Verordnung und Abrechnung eines Hausbesuches für eine podologische Therapie ist jedoch nur zulässig, wenn es dem Patienten aus medizinischen Gründen nicht möglich ist, den Therapeuten aufzusuchen oder wenn es aus medizinischen Gründen zwingend notwendig ist.


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Quelle Bildmaterial: Fotolia #99064057 © lester120

Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.

13 Antworten auf „Medizinische Fußpflege auf Rezept“

Das ist abhängig von Ihrer Krankenkasse. Bitte fragen Sie direkt dort nach.

Wie ist das eigentlich wenn man eine arterielle Verschlusskrankheit hat PvaK 4 ohne Diabetis hat, bezahlt das die Krankenkasse auch.

Hallo Frau Zant,
vielen Dank für Ihr Lob, das hat mich sehr gefreut. In der Regel sind Pflege- und Krankheitskosten steuerlich absetzbar. Ob das jedoch auch auf die medizinische Fußpflege zutrifft, kann ich Ihnen leider nicht sagen.
Ihr Steuerberater kann Ihnen da aber weiterhelfen. Ansonsten muss auch das Finanzamt Auskunft geben.

Hallo Herr Beier, danke für die Seite “Pflege-durch-angehörige.de”. Danke für die Zeit und Arbeit, die Sie darin investieren.

Meine Frage an Sie lautet: Ist der Besuch beim Podologen steuerlich absetzbar, wenn das MZ “H” vorliegt?

Hallo!
Das liest sich ja alles sehr gut; aber ich habe nur Probleme mit meiner Kasse. Wenn ich podologische Behandlund übersetze, komme ich auf medizinische Fußpflege!!???? Und es gibt in unseren Bereich kaum noch sog. Podologen, die auf Rezept arbeiten, weil der dokumentarische Aufwand zu gross ist!!!
Von der Kasse gibt es leider auch keine Hinweise auf Podologen, die bereit sind diese Fußpflege zu übernehmen.
Hier müsste der Gesetzgeber tätig werden und vernünftige Regularien erlassen, dass z.B. auch geprüfte medizinische Fußpfleger/innen tätig werden könnten.
Mit freundlichen Grüssen
Henning Gerbig

Sprechen Sie das bitte bei Ihrem Arzt an. Er weiß, ob Sie die Voraussetzungen für die Kostenübernahme erfüllen. Außerdem benötigen Sie eine Verordnung, die dann auch der Arzt ausstellen muss.

Ich bin Diabetikerin und auch an Arthrose schwer erkrankt: Knie, re. Schulter, re. Daumen, Rücken. Dadurch kann ich selbst die Fußpflege nicht selbst durchführen da ich sehr eingeschränkt in Bewegungen bin. Bezahlt mir die Krankenkasse die medizinische Fußpflege die ich als Diabetikerin auch regelmäßig machen sollte?

Unter gewissen Voraussetzungen kann die Fußpflege auch zu Hause durchgeführt werden. Eine Zuzahlung ist ebenfalls fällig. Ausführliche Informationen dazu finden Sie in meinem Beitrag.

Guten Tag
Habe mal eine frage. Ich bekomme vom Arzt eine Verordnung wegen Fußpflege. Kommen sie auch zu mir nachhause und muss ich noch was bezahlen wenn die Krankenkasse das übernimmt? Würde mich über eine Antwort sehr freuen.

Guten Tag Frau Schwarz,
ich darf Sie nicht beraten. Ich möchte Ihnen aber folgenden Tipp geben. Mir ist bekannt, daß nahezu nur Diabetes-Patienten die medizinische Fußpflege bezahlt bekommen. Aber vielleicht fragen Sie einmal den Podologen, ob ihm noch eine Möglichkeit bekannt ist, die Fußpflege von der KK bezahlt zu bekommen.

R. Schwarz
Mein Mann hat Pflegestufe II. kann die Wohnung nicht mehr alleine
verlassen, die Pflege übernehme ich. Nun habe ich ein Problem mit seinen Fußnägeln, dass müsste ein Podologe machen, da mein Mann zwar sämtliche Krankheiten hat nur kein Diabetis will die Krankenkasse die Kosten nicht übernehmen. Kann man in solchem Fall wirklich nichts tun oder gibt es noch andere Möglichkeiten?

Über Facebook habe ich folgenden Tipp bekommen:

“Insulinpflichtige Diabetiker können unter bestimmten Voraussetzungen über eine Verordnung diabetische Schuhe bekommen Allerdings mit einem Eigenanteil. (Verordnung durch einen Diabetologen ausstellen lassen und bei der KK einreichen).”

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