Multimedikation: Krank durch zu viele Medikamente

Multimedikation - Wenn Medikamente krank machen
Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Wir zeigen Ihnen, warum Sie diese Warnung unbedingt beherzigen sollten, wenn Sie mehrere Medikamente nehmen.

Multimedikation – wenn zu viele Medikamente zur Gefahr werden. Je mehr körperliche Beeinträchtigungen ein Mensch hat, umso mehr Medikamente sind nötig. Bei mehreren Arzneimitteln geht schnell der Überblick verloren. Muss die gelbe Tablette vor, während oder nach dem Essen genommen werden? Ist die grüne Pille nur einmal oder mehrmals täglich zu nehmen? Verträgt sich die Blutdrucktablette mit dem Blutverdünner?

Zu viele oder falsch eingenommene Medikamente können deshalb schnell zur Gefahr werden.

  • Jede dritte Einlieferung eines Seniors ins Krankenhaus resultiert aus Medikamentenproblemen. Das heißt, das Medikament wurde entweder gar nicht, zum falschen Zeitpunkt oder in der falschen Dosis eingenommen. Hinzu kommen die Wechsel- und Nebenwirkungen.
  • Jährlich sterben in Deutschland bis zu 25.000 Menschen an gravierenden Medikationsproblemen. Das ist jeder 33. Todesfall!
  • Im Vergleich dazu sind, laut dem Statistischen Bundesamt, im Jahr 2021 knapp 2.600 Menschen bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Was können Sie nun als Betroffener oder als pflegender Angehöriger machen?

Was ist eine Multimedikation / Polymedikation

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Wenn mehrere Medikamente gleichzeitig und dauerhaft eingenommen werden, spricht man von einer Multimedikation oder auch Polymedikation. Wer also mehr als 3 oder 4 rezeptpflichtige und rezeptfreie Medikamente einnimmt, fällt in diese Kategorie.

Eine Multimedikation ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel. Unsere Gesellschaft wird immer älter und mit zunehmendem Alter steigen auch die Erkrankungen und damit verbunden die Menge an Medikamenten, die gleichzeitig eingenommen werden müssen. Rund 8,5 Millionen Menschen müssen regelmäßig 5 und mehr Medikamente parallel einnehmen, oftmals sind es sogar zehn und noch mehr. Je älter, umso mehr Medikamente.

Die Problematik der Multimedikation besteht darin, dass nicht klar ist, ob die Medikamente miteinander harmonieren oder ob sie sich gegenseitig beeinträchtigen und Schaden anrichten. Leider ist den Patienten auch meistens gar nicht bewusst, welche Wechselwirkungen ihre Medikamente haben und welchen Gefahren sie damit ausgesetzt sind.

Zu viele Medikamente gefährden die Gesundheit

Mit 50 beginnen die ersten gravierenden körperlichen Einschränkungen, ab 60+ haben die meisten mehrere Diagnosen wie Rheuma, Arthrose, Diabetes, Herzprobleme, zu hoher Blutdruck bis hin zur Multimorbidität. Und für jede Krankheit wird mindestens ein Medikament, häufig auch mehrere, benötigt. Um sich selbst dann noch etwas Gutes zu tun, greifen viele auch noch auf freiverkäufliche Nahrungsergänzungsmittel, Vitamine, Mineralstoffe aber auch Schmerzmittel zurück.

Da taucht natürlich die Frage auf: „Wie viele Medikamente sind überhaupt nötig?“

Zuviel Medikamente hebeln jedoch häufig die Wirkungen gegeneinander aus. So können einzelne Arzneimittel untereinander die Wirkung verstärken oder vermindern oder sie heben die Wirkung komplett auf.

Dass wir uns richtig verstehen: Wer viele Erkrankungen hat, benötigt auch eine entsprechende Vielzahl an Medikamenten. Trotzdem birgt die Menge der Medikamente ein nicht zu unterschätzendes Risiko. Deshalb sollten die Arzneimittelgaben regelmäßig überprüft werden. Denn häufig wird bei einem Medikamenten-Check durch die Apotheke oder einen Arzt festgestellt, dass das eine oder andere Präparat abgesetzt, die Dosis reduziert oder durch ein verträglicheres ersetzt werden könnte.

Werden die Medikamente unkontrolliert eingenommen, kann es zu fatalen Folgen kommen.

Hier beginnen 2 gravierende Probleme:

  • Neben- und Wechselwirkungen: Die unterschiedlichen Erkrankungen werden von unterschiedlichen Ärzten behandelt. Jeder Facharzt verordnet Medikamente, ohne zu wissen, welche Medikamente bereits verschrieben wurden. Das kann zu gefährlichen Wechsel- und Nebenwirkungen führen.
  • Mangelnder Überblick: Häufig wissen die Betroffenen nicht mehr, welches Medikament sie wann einnehmen müssen. Es kommt zur falschen Einnahme (Medikationsfehler), was auch wiederum sehr gefährlich werden kann. Gerade bei der termingerechten Einnahme der Medikamente hapert es häufig. Weil den Betroffenen der Überblick fehlt, werden die Medikamente einfach mal nach Gutdünken geschluckt, anstatt genau zu beachten, ob z.B. VOR, NACH oder WÄHREND des Essens die Medikamente genommen werden müssen. Manche Medikamente verlieren sogar durch die falsche Einnahme ihre Wirkung.

Je mehr Medikamente eingenommen werden müssen, umso höher das Risiko für Neben- und Wechselwirkungen. Außerdem steigt das Risiko eklatant, dass die Medikamente zur falschen Zeit und in der falschen Menge eingenommen werden.

Wichtig: Auch wenn Sie viele Arzneimittel einnehmen müssen, dürfen Sie diese auf keinen Fall ohne den Arzt absetzen oder die Dosierung verändern.


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Anhand eines gar nicht seltenen Beispiels möchten wir Ihnen kurz zeigen, wie problematisch es ist, an mehreren behandlungsbedürftigen Erkrankungen zu leiden, und damit verbunden die korrekte Einnahme der Arzneimittel. Bei der hier beispielhaft aufgeführten Dame handelt es sich um eine sehr starke Multimedikation.

  • Eine ältere Patientin hat 5 mittelschwere Erkrankungen wie Osteoarthritis, Diabetes Typ 2, Osteoporose, Hypertonie und COPD.
  • Für eine korrekte Therapie müsste sie 12 Medikamente, in 19 Einzeldosen zu 5 unterschiedlichen Tageszeiten einnehmen.
  • Sie müsste sich jeden Tag den Blutzucker messen.
  • Zusätzlich müsste sie mittels eines Pulsoxymeters ihren Blutsauerstoffgehalt überprüfen.
  • Mit ihrem Peak-Flow-Meter müsste Sie die Lungenfunktion kontrollieren.
  • Außerdem muss sie auch noch die Auswertungen prüfen und verstehen. Sind diese grenzwertig, müsste sie den Arzt informieren.

Schon jüngere Menschen wären mit dieser Medikation häufig überfordert. Da muss man es älteren Menschen doch einfach nachsehen, dass sie irgendwann den Überblick verlieren.

Quelle: Doccheck.com

Was ist die Ursache, dass zu viele Medikamente eingenommen werden?

Eigentlich verlässt man sich auf die behandelnden Ärzte und kommt daher gar nicht auf die Idee, dass man unter Umständen mit Medikamenten vollkommen überversorgt ist. Aber wie kommt es zu einer Multimedikation? Es gibt viele Gründe und Ursachen, einige davon sind:

  • Multimorbidität: Wer unter mehreren Erkrankungen leidet, braucht auch entsprechend viele Medikamente.
  • Nach erfolgreicher Behandlung Medikament nicht abgesetzt: Der Arzt verschreibt – zusätzlich zu den Dauermedikamenten – für plötzlich aufgetretene Beschwerden ein Medikament. Bei den vielen Medikamenten wird dann schnell vergessen, welches Medikament für was bestimmt war. So kann es passieren, dass einmal verordnete Medikamente treu brav weiter eingenommen werden, obwohl die Krankheit bereits erfolgreich behandelt wurde.
  • Nehmen Sie die noch weiter: Kennen Sie das, wenn der Arzt sagt: „Nehmen Sie diese Tabletten noch weiter, bis die Packung leer ist. Danach steigen Sie auf die neuen Medikamente um.“ Müssen viele Medikamente eingenommen werden, geht aber der Überblick verloren, welches Medikament für welche Krankheit ist. Irgendwann werden für ein und dieselbe Erkrankung zwei Medikamente (das alte und das neu verordnete Medikament) genommen.
  • Versuch fehlgeschlagen: Für ein und dieselbe Erkrankung gibt es unterschiedliche Wirkstoffe. Nicht immer ist die erste Medikamentenverordnung erfolgreich oder für den Patienten verträglich. Dann müssen weitere Medikamente getestet werden. Hier muss darauf geachtet werden, dass die Arzneimittel, die keinen Erfolg gebracht haben, mit ärztlicher Absprache abgesetzt werden.
  • Mangelhafte Absprache: Das Krankenhaus oder ein mitbehandelnder Arzt verordnet Ihnen Medikamente, weiß aber nicht, was Sie bereits an anderen Medikamenten einnehmen. Hier kann es vorkommen, dass Sie für ein und dasselbe Erkrankungsbild mehrere Medikamente bekommen.
  • Nebenwirkungen werden für neue Erkrankung gehalten: Wird nicht erkannt, dass Nebenwirkungen durch ein gewisses Medikament ausgelöst wurden, wird die Nebenwirkung ebenfalls medikamentös behandelt. Besser wäre es in solch einem Fall, das problemauslösende Medikament durch ein verträglicheres zu ersetzen oder die Dosis anzupassen.
  • Nicht jede Erkrankung ist behandlungsbedürftig: Nicht jede körperliche Störung braucht eine medikamentöse Behandlung. Arzt und Patient sollten den Mut haben, auf nicht notwendige Medikamente zu verzichten.
  • Kein Medikationsplan: Noch immer verfügen nur wenige Patienten über einen korrekt geführten Medikamentenplan.
  • Freiverkäufliche Medikamente: Gerne lassen wir uns zu der These hinreißen: was nicht verschreibungspflichtig ist, kann auch nicht schaden. Das ist ein schwerer Irrtum. So kann z.B. das freiverkäufliche, rein pflanzliche Medikament Johanniskraut, das viele bei depressiven Verstimmungen einnehmen, bewirken, dass andere Medikamente stark an ihrer Wirkung verlieren. Das ist z.B. bei gleichzeitiger Einnahme von Johanniskraut und Blutdrucksenkern der Fall. Das bedeutet, dass der Patient ordnungsgemäß einen Blutdrucksenker einnimmt, dieser aber so gut wie keine Wirkung mehr zeigt. Das gleiche gilt auch z.B. bei der Kombination von Johanniskraut mit Herzmitteln, Cholesterinsenkern oder Schmerzmitteln.
  • Angst vor Verschlechterung des Gesundheitszustandes: Sowohl Patienten als auch die Ärzte befürchten häufig eine Verschlechterung des Gesundheitszustandes, wenn ein Medikament abgesetzt wird.

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Wie behalten Sie den Überblick über die Medikamente?

Die Dosis macht das Gift. Wie Sie oben gesehen haben, kann es schnell passieren, dass zu viele Medikamente eingenommen werden. Deshalb sollten Sie Ihre Medikamente bzw. die Ihrer pflegebedürftigen Angehörigen, im Blick haben und Hilfe in Anspruch nehmen.

  • Wer mehr als drei Medikamente nimmt, sollte unbedingt einen Medikamentenplan haben. Dieser muss aktualisiert werden, wenn sich die Dosis der Medikamente ändert, neue Medikamente hinzukommen oder alte wegfallen. Hier erfahren Sie mehr über den Medikamentenplan. Nehmen Sie den Medikationsplan zu jedem Arztbesuch oder Krankenhausaufenthalt mit, damit für den Arzt gleich ersichtlich ist, welche Medikamente Sie bereits nehmen.
  • Wer seine Medikamente nicht mehr selbst zusammenrichten kann oder den Überblick über die Medikamente verloren hat, kann sich die Medikamente auch vom Pflegedienst vorrichten lassen. Für die Medikamentengabe ist eine Verordnung vom Arzt notwendig.
  • Alternativ können Sie sich auch auf Rezept einen digitalen Tablettenspender verordnen lassen. Die Medikamente werden dann von der Apotheke digital zusammengestellt und verblistert an Sie ausgegeben.
  • Es ist sinnvoll, wenn Sie eine Stammapotheke haben. Sie können dort auch alle Ihre Medikamente auf Neben- und Wechselwirkungen prüfen lassen.

Vorsortieren der Medikamente ist sehr fehleranfällig

Das manuelle Vorsortieren der Medikamente in die Wochenbox ist ein sehr fehleranfälliges Verfahren. Und das hat Gründe.

So sind in den meisten Fällen keine oder nur unvollständige Medikationspläne vorhanden. Niemand hat vorher fachkundig geprüft, ob es durch die Einnahme, der von verschiedenen Ärzten verordneten Medikamente nicht zu gravierenden und gesundheitsgefährdenden Wechselwirkungen kommen kann. Erschwerend hinzu kommt, dass bis zu 50 Prozent der Medikamente falsch eingenommen werden oder die Einnahme schlichtweg komplett vergessen wird.

Erleichterung durch digitale Tablettenspender

Lösungen für diese vielschichtige Problematik kann dabei ein kleiner intelligenter Medikamentenspender sein, der durch die Vor-Ort-Apotheke betreut und bestückt wird und beim Patienten zuhause steht. Der Apotheke kommt mit Blick auf Polymedikation ohnehin eine zentrale Bedeutung zu, da der jeweilige Apotheker über die notwendige pharmazeutische Kompetenz verfügt und einen Gesamtmedikationsplan erstellen kann. Hierfür müssen alle Rezepte der behandelnden Ärzte des Patienten an diese Apotheke gehen.

Über die Apotheke erhält der Patient dann wiederum einen kleinen intelligenten Medikationsspender, der den Medikationsplan automatisch erhält. Die Medikamente sind für sieben oder 14 Tage maschinell und fehlerfrei vorgerichtet und im Spender enthalten. Pflegebedürftige und/oder Patienten werden auf jeden Einnahmezeitpunkt ihrer Tabletten und Pillen automatisch hingewiesen – und sowohl optisch als auch akustisch daran erinnert, dass sie ein Medikament einnehmen müssen. Sollte darauf nicht reagiert werden, wird nach kurzer Zeit der Angehörige oder der Pflegedienst über eine App oder SMS informiert.

Digitale Tablettenspender können also zur Problemlösung beitragen und maßgeblich dabei helfen, dass Senioren und Pflegebedürftige zur richtigen Zeit das richtige Medikament in der richtigen Dosis erhalten. Das wiederum entlastet die Angehörigen mental und auch zeitlich – und kann ihnen ein gutes und sicheres Gefühl geben, dass mit ihren Angehörigen alles in Ordnung ist.

Der digitalen Tablettenspender ist ein anerkanntes Hilfsmittel. Die Kosten können deshalb von der Krankenkasse übernommen werden. Weitere Informationen zu den digitalen Tablettenspendern.

Die digitalen Tabletten-Dispenser erfüllen somit die folgende wichtige 5-R-Regel bei der Verabreichung von Medikamenten

  • Richtiger Patient?
  • Richtiges Arzneimittel?
  • Richtige Dosierung (oder Konzentration)?
  • Richtige Applikation (auch Applikationsart)?
  • Richtige Zeit (richtiger Zeitpunkt)?

Kostenloser Medikamenten-Check bei Multi-Medikation

Seit Mitte 2022 haben alle Versicherten der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen das Recht auf eine kostenlose Medikationsanalyse. Korrekt heißt das „Die erweiterte Medikationsberatung bei Polymedikation“. Diese wird in Apotheken durchgeführt.

 


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Bei dem Medikamenten-Check geht es darum

  • unangemessene Medikationen und unbeabsichtigte Verordnungskaskaden zu vermeiden (unangebrachte, unnötige Medikamente)
  • unerwünschte arzneimittelbezogene Probleme zu vermeiden (medikamentöse Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen)
  • Fehlanwendungen zu erkennen (falsche Uhrzeit, falsche Menge)
  • Über-, Fehl- oder Unterversorgungen zu erkennen (zu hohe oder zu geringe Dosierung)
  • die Anzahl aller Medikamente für den Patienten überschaubar zu halten.

Was ist in der Medikationsberatung inbegriffen?

Die Medikationsberatung ist sehr umfangreich und besteht aus 2 Teilen: Dem Analyseteil und dem Auswertungs- und Beratungsteil. Zur Medikationsberatung gehören deshalb:

Arzneimittelerfassung: Erfassung aller Medikamente, die Sie momentan einnehmen. Hierzu gehören auch Salben, Inhalationen bzw. nicht verordnungspflichtige Medikamente. Ebenso erfolgt eine Erfassung der Dosierungsanweisung der Medikamente, des evtl. vorhandenen Medikamentenplans sowie Laborwerte, Arzt- und Krankenhausberichte.

Arzneimitteltherapie-Sicherheitsprüfung: Hier geht es um den klassischen Medikamenten-Check. Passen die Medikamente zusammen? Hebt das eine Medikament die Wirkung des anderen auf? Gibt es Anwendungsprobleme? Werden die Medikamente zur richtigen Zeit in der richtigen Dosis genommen? Usw.

Abschlussgespräch: Nach Überprüfung aller Daten bespricht der Apotheker mit Ihnen die Auswertung und gibt Ihnen, falls notwendig, Lösungsvorschläge an die Hand. Vorhandene Medikationspläne werden – wenn nötig – überarbeitet. Wer noch keinen Plan hat, bekommt einen ausgestellt. Auf Wunsch kann die Apotheke die Ergebnisse mit dem behandelnden Arzt besprechen.

Was Sie sonst noch zur Medikationsberatung wissen sollten?

  • Anspruch auf die Medikationsberatung haben Personen, die länger als einen Monat mindestens 5 verschiedene Medikamente in Dauermedikation einnehmen müssen.
  • Häufigkeit der Beratung: Die Beratung erhalten Sie auf Wunsch 1 x jährlich. Sollten sich in der Medikation erhebliche Änderungen ergeben, können Sie auch schon früher eine Beratung in Anspruch nehmen. Sprechen Sie dazu mit Ihrem Apotheker.
  • Ort der Beratung: Die Beratung findet in der Apotheke statt. Wenn nötig, kann die „Medikationsberatung bei Multimedikation“ auch zuhause erfolgen.
  • Benötigte Unterlagen: Es ist empfehlenswert, wenn Sie zum Beratungstermin ihren vorhandenen Medikationsplan, ihre letzten Laborbefunde, Entlassungsbriefe von Krankenhaus oder Reha-Einrichtung sowie Arztbriefe mitbringen
  • Wer macht die Beratung: Die Beratung darf nur von Apothekerinnen und Apothekern durchgeführt werden, die eine spezielle Fortbildung absolviert haben.

Warum ist eine Medikamentenanalyse wichtig?

Nicht nur der Hausarzt verordnet Medikamente, sondern auch Fachärzte. In der Regel erfolgen keine Absprachen der Ärzte bei Neuverordnungen von Medikamenten. Wie oben jedoch schon beschrieben, können Medikationsfehler nicht nur zu schweren Gesundheitsschäden, sondern auch häufig zum Tode führen.

Eine Überprüfung Ihrer Medikamente bringt Ihnen keine Nachteile, sondern nur Vorteile.

Was kostet die Medikationsanalyse?

Die Medikationsanalyse ist kostenlos, wenn die Voraussetzungen zur Inanspruchnahme erfüllt sind.

Bei Personen, die gesetzlich krankenversichert sind, rechnet die Apotheke direkt mit der Krankenkasse ab.

Bei Personen, die privat krankenversichert sind, rechnet die Apotheke direkt mit dem Nacht- und Notdienstfonds ab. Das bedeutet, dass Privatversicherte weder eine Zahlung bei der Apotheke leisten, noch eine Rechnung bezahlen müssen.


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Gerd Mayer-Philippi Geschäftsführender Gesellschafter der Compware Medical und Co-Gründer von tantum sana.
Co-Autor: Gerd Meyer-Philippi

Geschäftsführender Gesellschafter der Compware Medical und Co-Gründer von tantum sana.

Herr Meyer Philippi war maßgeblich an der Entwicklung von digitalen Medikamenten-Dispensern beteiligt. Es war ihm wichtig, dass die Medikamenteneinnahme nicht nur erleichtert, sondern vor allem auch sicherer wird.

Wir bedanken uns sehr herzlich bei ihm für die ergänzenden Texte zur Multimedikation.

Quelle Bildmaterial:#Canva-Member © for free von michellegibson

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