Pflegegrad bei Krebs. Voraussetzungen, Leistungen, Pflegegeld

Unter gewissen Voraussetzungen erhÀlt man auch bei Krebs einen Pflegegrad zuerkannt.
Unter gewissen Voraussetzungen erhÀlt man auch bei Krebs einen Pflegegrad zuerkannt.

Gibt es einen Pflegegrad bei Krebs? Eine Krebsdiagnose ist fĂŒr alle Beteiligten im ersten Moment ein Schock. Obwohl die Diagnose zunĂ€chst nur wenig ĂŒber den möglichen Verlauf und die Heilungschancen aussagt, bedeutet sie fĂŒr die Betroffenen und deren Angehörigen einen tiefen Einschnitt ins Leben.

Bevor wir ĂŒberhaupt nĂ€her darauf eingehen, ob ein Pflegegrad bei Krebs zugesprochen wird, ist es wichtig, die Definition von Krebs zu kennen.

Was ist Krebs eigentlich?

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Definition Krebs: Krebs ist ein Sammelbegriff fĂŒr alle bösartigen Krebserkrankungen. Die bösartigen Krebszellen wuchern unkontrolliert und verdrĂ€ngen oder zerstören gesundes Gewebe. Krebs ist also ein bösartiger Tumor. Gutartige Tumore dagegen werden nicht als Krebs bezeichnet.

In diesem Beitrag geht es darum, ob und unter welchen Voraussetzungen es einen Pflegegrad bei bösartigen Krebserkrankungen gibt.

Voraussetzungen fĂŒr einen Pflegegrad bei Krebs

Welche Voraussetzungen mĂŒssen neben der Diagnose Krebs gegeben sein, damit ein Pflegegrad bewilligt werden kann?

Hierzu schauen wir uns zunĂ€chst einmal die Definition der PflegebedĂŒrftigkeit genauer an:

Die Voraussetzungen fĂŒr einen Pflegegrad sind unter anderem:

  • Die Person muss betreuungsbedĂŒrftig bzw. hilfsbedĂŒrftig sein
  • Die HilfsbedĂŒrftigkeit ist zeitlich nicht begrenzt

Die HilfsbedĂŒrftigkeit ist abhĂ€ngig davon, wie selbststĂ€ndig oder unselbststĂ€ndig die betroffene Person ist. Je nach Schwere der SelbststĂ€ndigkeit erfolgt die Einstufung in einen Pflegegrad 1 bis 5.

Pflegegrad 1Geringe BeeintrÀchtigung der SelbstÀndigkeit
Pflegegrad 2Erhebliche BeeintrÀchtigung der SelbstÀndigkeit
Pflegegrad 3Schwere BeeintrÀchtigung der SelbstÀndigkeit
Pflegegrad 4Schwerste BeeintrÀchtigung der SelbstÀndigkeit
Pflegegrad 5Schwerste BeeintrĂ€chtigung der SelbstĂ€ndigkeit mit besonderen Anforderungen fĂŒr die pflegerische Versorgung

Bei einer Krebserkrankung handelt es sich um eine Erkrankung, die in vielen FÀllen therapierbar ist. Durch Chemo-Therapie, Strahlentherapie, Entfernung der Tumore etc. soll der Krebs bekÀmpft und geheilt werden.

Deshalb ist bei der Beurteilung, ob eine Person einen Pflegegrad bei Krebs bekommt, auch hier nicht die Diagnose „Krebs“ im Fokus der Bewertungskriterien, sondern die daraus resultierende Schwere und Dauer der PflegebedĂŒrftigkeit. Eine vorrĂŒbergehende PflegebedĂŒrftigkeit, z.B. im Anschluss an eine mit der Krebsdiagnose verbundenen Operation, rechtfertigt die Einstufung in einen Pflegegrad somit nicht.

Die Diagnose Krebs hat damit nicht zwangslĂ€ufig eine PflegebedĂŒrftigkeit zur Folge. Therapie- und Genesungsphasen sind in der Regel zeitlich begrenzt, weswegen die Voraussetzung der andauernden PflegebedĂŒrftigkeit oftmals nicht erfĂŒllt werden kann.


Hinweis: Wer einen Pflegegrad hat und zu Hause gepflegt wird hat jeden Monat Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel. Diese können Sie hier einfach bestellen.


So viel zur Theorie, was den Pflegegrad bei Krebs anbelangt. Aber die Praxis sieht eben doch hÀufig anders aus.

Wann sollte ein Pflegegrad bei Krebs beantragt werden?

Ob ein Pflegegrad bei Krebs genehmigt wird, ist abhĂ€ngig davon, wie stark die BeeintrĂ€chtigungen der SelbststĂ€ndigkeit des Betroffenen sind. Also wie viel Hilfe und UnterstĂŒtzung eine pflegebedĂŒrftige Person benötigt.

Deshalb kann nicht pauschal gesagt werden, ob Sie einen Pflegegrad bei Krebs erhalten und wenn ja, in welcher Höhe. Denn: „Krebs ist nicht gleich Krebs“ und „pflegebedĂŒrftig nicht gleich pflegebedĂŒrftig“.

Dazu 2 Beispiele, welche die unterschiedliche PflegebedĂŒrftigkeit bei Krebserkrankungen verdeutlichen:

Beispiel 1 – Kein Pflegegrad bei Krebs

Herr Friedrich hatte Prostatakrebs ohne Metastasen. Die Operation verlief problemlos, der bösartige Tumor konnte komplett entfernt werden. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus benötigte Herr Friedrich keine fremde Hilfe.

Er wird keinen Pflegegrad erhalten.

BegrĂŒndung: Bei Erkrankungen die im FrĂŒhstadium erkannt und behandelt werden, ist die Heilungschance recht hoch. Die Person wird vermutlich keinen Pflegegrad bekommen, wenn keine HilfsbedĂŒrftigkeit vorliegt.

Beispiel 2 – Pflegegrad bei Krebs

Herr Martin hatte Blutkrebs und bekam Chemotherapie. Da der Blutkrebs lange nicht erkannt wurde, war er schon vor der Behandlung körperlich sehr in Mitleidenschaft gezogen. Die Chemotherapien waren sehr anstrengend fĂŒr ihn. Er benötigte Hilfe bei der Körperpflege, konnte auch nicht mehr alleine zur Toilette und die Treppen im und ums Haus konnte er auch nur noch mit UnterstĂŒtzung rauf- und runtergehen. Im Haus wurde ein Treppenlift installiert und das Bad musste behindertengerecht umgebaut werden. Trotz entsprechenden Therapien geht es Herrn Martin eher schlechter als besser.

Es ist davon auszugehen, dass Herr Martin einen Pflegegrad bekommt.

BegrĂŒndung: Ein Pflegegrad sollte beantragt werden, bei Krebserkrankungen die

  • schwer therapierbar und/oder die Patienten auf umfangreiche UnterstĂŒtzung angewiesen sind oder
  • sich bereits im Endstadium befinden und es praktisch keine Heilungschancen mehr gibt.

Die zwei Beispiele zeigen, wie die BeeintrÀchtigungen der SelbststÀndigkeit, der Verlauf der Erkrankung, der Therapieerfolg und somit auch die Heilung des Krebses, die Genehmigung eines Pflegegrades beeinflusst.

Der Verlauf der Erkrankung ist unter anderem beeinflusst von

  • Art
  • GrĂ¶ĂŸe
  • Ausbreitung
  • Zeitpunkt der Diagnosestellung
  • Alter
  • Geschlecht
  • Allgemeiner Gesundheitszustand

Sollten es nach der Krebsdiagnose zu Folgeerkrankungen, wie z.B. einer Depression, kommen und die betroffene Person ist deshalb nicht mehr in der Lage den Alltag selbstÀndig zu bewerkstelligen, kann ein Antrag auf Pflegegrad gestellt werden und das auch, wenn der Krebs erfolgreich behandelt werden kann.

Eine einfache Methode, um herauszufinden, ob Sie evtl. einen Pflegegrad bei Krebs erhalten können, ist unser kostenloser Pflegegradrechner.


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Welche Leistungen gibt es von der Krankenkasse bzw. Pflegekasse

Gesetzliche Krankenkasse und Pflegekasse sind im Prinzip ein und dieselbe Krankenversicherung. Sind Sie z.B. bei der AOK krankenversichert, sind Sie auch automatisch bei der AOK pflegeversichert. Nur die Leistungen unterscheiden sich.

Krankenkassen-Leistungen:

Je nach Bedarf und Verordnung ĂŒbernimmt die Krankenkasse die Kosten fĂŒr:

Pflegekassen-Leistungen:

Wurde ein Pflegegrad genehmigt, erhalten Sie von der gesetzlichen Pflegeversicherung folgende Leistungen:

HĂ€usliche PflegeEntlastungsbetrag
PflegegeldPflegehilfsmittel
Pflegesachleistungen (Pflegedienst)Tagespflege
KurzzeitpflegeVerhinderungspflege
Wohnumfeldverbessernde MaßnahmenAußerklinische Intensivbetreuung
PflegeberatungUnterbringung im Pflegeheim
Pflegezeit und FamilienpflegezeitPflegekurse
Reha fĂŒr PflegebedĂŒrftigeReha fĂŒr pflegende Angehörige
Rehasport 

Hier finden Sie eine umfassende Übersicht aller Pflegeleistungen.


Monatliche Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro


Krebs und psychische Erkrankungen

Die Diagnose Krebs wirft sowohl die Betroffenen als auch die Angehörigen aus der Bahn. Unter UmstĂ€nden kann die psychische Belastung fĂŒr den Betroffenen so groß werden, dass er in Depressionen verfĂ€llt. Diese Depressionen beeinflussen den Krankheitsverlauf eher negativ als positiv. In diesem Fall ist zu prĂŒfen, ob die Depressionen und AngstzustĂ€nde so schwer sind, dass diese mit zur Genehmigung eines Pflegegrades beitragen. Denn auch fĂŒr psychische Erkrankungen kann ein Pflegegrad gestellt werden. Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag Psychische Erkrankungen: So beantragen Sie einen Pflegegrad.

Auslöser der psychischen Erkrankungen bei einer Krebsdiagnose können z.B. sein:

  • Verarbeitung und Akzeptanz der Erkrankung: Die Diagnose Krebs muss erst verarbeitet werden. In der Regel geschieht dies ĂŒber mehrere Phasen hinweg (Ablehnung der Krankheit, Hadern mit der Krankheit, Akzeptanz der Krankheit). WĂ€hrend diesen Phasen der Akzeptanz einer Krankheit kann es zu unterschiedlich schweren Depressionen kommen.
  • Todesangst: Angst, die Krankheit nicht zu ĂŒberleben.
  • Angst vor der Krankheit und der Behandlung: Die Betroffenen wissen nicht was auf sie zukommt, welche Behandlungsmaßnahmen erfolgen und wie sich diese auf die Gesundheit auswirken. Angst vor Schmerzen.
  • Angst, wie die Familie die Situation verkraftet: NatĂŒrlich ist nicht nur die Angst um die eigene Person und Situation bei den Betroffenen vorhanden. Viele fragen sich, wie wird die Familie diese Belastung durchstehen, kommt es zur Trennung vom Lebenspartner usw.
  • Existenzangst: Existentielle Fragen beschĂ€ftigen die Betroffenen: Was passiert mit mir und meiner Familie, wenn ich lĂ€ngere Zeit nicht arbeitsfĂ€hig bin oder die Krankheit nicht ĂŒberlebe. Wie ist meine Familie finanziell abgesichert? Wer zahlt die Raten fĂŒr den Kredit?

Als Krebspatient können Sie auch psychoonkologische Hilfe in Anspruch nehmen. Die Psychologen betreuen Sie dann wÀhrend der einzelnen Phasen Ihrer Krankheit. Fragen Sie beim Sozialdienst Ihres behandelnden Krankenhauses nach.

ZusÀtzliche Diagnose Krebs bei bereits vorhandenem Pflegegrad

Wir weisen immer wieder darauf hin, dass eine Pflegegraderhöhung beantragt werden sollte, wenn sich der Gesundheitszustand des PflegebedĂŒrftigen verschlimmert.

Eine Verschlimmerung könnte auch sein, wenn zusÀtzlich zu den bereits bestehenden körperlichen oder seelischen BeeintrÀchtigungen noch die Diagnose Krebs im Raum steht.

Hier sollt unbedingt geprĂŒft werden, ob eine Erhöhung des Pflegegrades möglich ist. Es ist nĂ€mlich ein Unterschied, ob ein Pflegegrad neu oder ob eine Erhöhung durch Verschlimmerung beantragt wird. Das möchten wir Ihnen an folgendem Beispiel zeigen:

Der Pflegegrad wird ĂŒber ein Punktesystem ermittelt.

Pflegegrad 112,5 bis unter 27,0 Punkte
Pflegegrad 227,0 bis unter 47,5 Punkte
Pflegegrad 347,5 bis unter 70,0 Punkte
Pflegegrad 470,0 bis unter 90,0 Punkte
Pflegegrad 590,0 bis 100,0 Punkte

Beispiel:

  • Herr Walter hatte im MĂ€rz 2021 mit insgesamt 46 Punkten den Pflegegrad 2 erhalten. Das ist der kleinste vollwertige Pflegegrad. Trotzdem sind da mindestens 27 von 100 Punkten notwendig. Da muss also schon eine gewisse BeeintrĂ€chtigung vorliegen.
  • Im Mai 2021 wurde bei Herrn Walter Krebs diagnostiziert. Herr Walter beantragte eine Höherstufung des Pflegegrades und bekam im November 2021 mit 50 Punkten den Pflegegrad 3 zugesprochen.

Das Beispiel verdeutlicht, dass beim Erstantrag auf einen Pflegegrad eine viel höhere HĂŒrde genommen werden muss als bei einem Höherstufungsantrag (auch Verschlimmerungsantrag genannt). Hier reichen oftmals 1 oder 2 Punkte aus, um den höheren Pflegegrad zu erhalten.


Wichtig
 
PrĂŒfen Sie bitte, ob eine Höherstufung bei Ihnen möglich ist. Gerne können Sie sich zu diesem Thema auch an unsere Pflegelotsen wenden, die Ihnen umfassend weiterhelfen und Sie – falls nötig – auch an die richtigen Stellen weiterleiten.

Wer hilft bei der Beantragung des Pflegegrades

Wenn Sie einen Pflegegrad bei Krebs beantragen, haben Sie folgende Möglichkeiten:

  • Sie können selbst einen formlosen Antrag bei Ihrer Krankenkasse stellen.
  • Im Normalfall verfĂŒgt jedes Krankenhaus ĂŒber einen Sozialdienst. Sprechen Sie den Sozialdienst des Krankenhauses an, in dem Sie behandelt werden. Das hat den Vorteil, dass versiertes Fachpersonal den Antrag stellt und auch gleich alle notwendigen Unterlagen beilegt.
  • Auch PflegestĂŒtzpunkte können beim Beantragen helfen.
  • Gerne vermitteln Ihnen auch unsere Pflegelotsen entsprechende Ansprechpartner.

Weitere Informationen erhalten Sie auch in unserem Beitrag „Pflegegrad beantragen – So vermeiden Sie Fehler“.


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Pflegegrad wurde abgelehnt – So legen Sie Widerspruch ein.

Wenn Sie einen Pflegegrad beantragt haben, ist es durchaus möglich, dass Sie eine Ablehnung erhalten. Viele berechtigte AntrĂ€ge werden beim ersten Mal abgelehnt. Das kann ganz unterschiedliche GrĂŒnde haben.

Wenn Ihre körperlichen BeeintrÀchtigungen so schwer sind, dass bei Ihnen ein Pflegegrad erforderlich wÀre, sollten Sie fristgerecht Widerspruch einlegen.

Das wichtigste dazu in KĂŒrze, weiterfĂŒhrende Informationen erhalten Sie dann in unserem Beitrag „Pflegegrad abgelehnt â–ș Keine Angst vor einem Widerspruch“:

  • Fristgerecht Widerspruch einlegen.
  • Falls beim Ablehnungsschreiben kein Gutachten des MDKs beigelegt war, dieses unbedingt gleich mit dem Widerspruch anfordern.
  • Falls Sie dem Widerspruch keine BegrĂŒndung beigelegt haben, sollte Sie gut formulierte GrĂŒnde benennen. Sie sollten hier unbedingt fachmĂ€nnische Hilfe in Anspruch nehmen, denn letztendlich geht es um viel Geld.

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Schwerbehindertenausweis bei Krebs

Egal ob PflegebedĂŒrftigkeit oder Schwerbehinderung. Beide haben eines gemeinsam. Es kann fĂŒr die Betroffenen sehr teuer werden. Deshalb macht es Sinn, wenn möglich nicht nur einen Pflegegrad zu beantragen, sondern auch einen Schwerbehindertenausweis. In der Regel wird bei einer Krebserkrankung mindestens ein GdB von 50 anerkannt und damit auch ein Schwerbehindertenausweis ausgestellt.

Hier erfahren Sie alles, was Sie zum Thema Schwerbehindertenausweis bei Krebs wissen mĂŒssen.

Meine Lese-Empfehlung:

Hilfreiche Tipps

  • Entlassmanagement: Wenn Sie aus der Klinik entlassen werden, muss das Krankenhaus Ihnen alle nötigen Verordnungen fĂŒr die nĂ€chsten Tage ausstellen. Dazu zĂ€hlen Hilfsmittelverordnungen, ArbeitsunfĂ€higkeitsbescheinigung, Rezepte fĂŒr Medikamente und Therapien usw.
  • Krankheitsbedingten Kosten von der Steuer absetzen: Gerade bei chronischen und langwierigen Erkrankungen kann einiges an Krankheits- und Pflegekosten zusammenkommen. Diese können Sie bei der Steuer geltend machen.
  • Fahrtkosten zur Chemotherapie: Krebspatienten können mit dem Taxi zur Behandlung ins Krankenhaus, zum Facharzt oder zur Chemotherapie usw. fahren. Die KostenĂŒbernahme muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Manche KrankenhĂ€user veranlassen das fĂŒr Sie, so dass Sie nichts mehr machen mĂŒssen. Wenn nicht, mĂŒssen Sie sich mit Ihrer Krankenkasse in Verbindung setzen.
  • Zuzahlungsbefreiung beantragen: Die Zuzahlung zu Medikamenten, Hilfsmitteln, Therapien, Reha-Aufenthalten usw. ist auf 2 % des Bruttoeinkommens beschrĂ€nkt. Chronisch kranke Menschen mĂŒssen jedoch nur 1 % des Bruttoeinkommens selbst bezahlen. Die Zuzahlungsbefreiung muss beantragt werden. Ab welchem Betrag Sie die 1 %-Regelung in Anspruch nehmen können, erfahren Sie ĂŒber unseren kostenlosen Zuzahlungsrechner.
  • Rehabilitationsmaßnahmen: Sehr hĂ€ufig werden bei Krebspatienten auch Rehabilitationsmaßnahmen angeboten. Hier gibt es die Möglichkeit, eine stationĂ€re Reha zu machen, oder eine teilstationĂ€re. Bei der teilstationĂ€ren Reha schlafen Sie zuhause und sind nur tagsĂŒber im Rehazentrum. Einige Rehazentren holen die Patienten auch direkt zuhause ab und bringen Sie abends wieder zurĂŒck.
  • WeiterfĂŒhrende Informationen erhalten Sie auch auf dem ONKO-Internetportal.

Vorsorge treffen – Vollmachten ausstellen

Die wenigsten setzen sich mit den Themen „schwere Krankheiten“ oder „Sterben“ auseinander. Irgendwelche Vollmachten oder VerfĂŒgungen zu schreiben, schiebt man immer wieder vor sich her.

SpÀtestens jetzt, wenn die Diagnose Krebs im Raum steht, sollten Sie unbedingt alle notwendigen Vollmachten erstellen lassen. Wenn die Dokumente wirklich rechtssicher sein sollen, ist es gut, wenn ein Notar oder Rechtsanwalt mit hinzugezogen wird.

Die wichtigsten Vollmachten im Überblick:

Vorsorge- und GeneralvollmachtBetreuungsvollmacht
PatientenverfĂŒgungBestattungsvollmacht

Fazit: Antrag auf einen Pflegegrad bei Krebs

Bei der Beantragung eines Pflegegrades ist es faktisch so wie auch schon bei der eigentlichen Diagnosestellung – pauschale Aussagen zu treffen ist nicht möglich.

Letztendlich muss auch hier jeder Fall individuell begutachtet werden, um die optimale Versorgung der Erkrankten sicherstellen zu können.


Mobiler Notruf - fĂŒr zuhause & unterwegs

Solange die Krebserkrankung behandelbar ist und sich daraus keine weiteren Folgen oder physische/psychische EinschrÀnkungen ergeben, wird kein Pflegegrad bewilligt werden. Sie können jedoch einen Behindertenausweis beantragen, der Ihnen einige Nachteilsausgleiche bietet.

Wenn jedoch aufgrund der Krebserkrankung die HilfsbedĂŒrftigkeit der betroffenen Person steigt, kann ein Pflegegrad beantragt bzw. erhöht werden.

Pflege erleichternde Hilfsmittel und Wohnraumanpassung bei Krebs

Hilfsmittel: Viele wissen nicht, dass sie Hilfsmittel beantragen können. Die Hilfsmittel erleichtern die Pflege eines Angehörigen. Andererseits sind Sie fĂŒr den Patienten eine unerlĂ€ssliche Erleichterung, um das tĂ€gliche Leben zu bestreiten. Sowohl von der Krankenkasse als auch von der Pflegekasse stehen Ihnen Hilfsmittel zu. Die Hilfsmittelbeantragung erfolgt bei Ihrer Kranken-/Pflegekasse.

Die Genehmigung der Hilfsmittel ist natĂŒrlich von der Notwendigkeit abhĂ€ngig. Jeder Pflegefall ist individuell. Deshalb braucht Herr Kunz andere Hilfsmittel als Herr MĂŒller. Sprechen Sie deshalb mit Ihrem Arzt oder Therapeuten, welche Hilfsmittel in Ihrem speziellen Fall hilfreich wĂ€ren.

Hier stellen wir Ihnen ein paar pflegeerleichternden Hilfsmittel vor.

Elektrischer RollstuhlArm- und/oder Beintrainer
Badewannenlift / TuchliftPflegehilfsmittel
InkontinenzmaterialMatratzenauflage mit Alarmfunktion
Aufstehsessel mit AufstehhilfePflegebetten – Seniorenbetten
ElektromobileSenioren-Notruf m. Sturzerkennung
Hausnotruf 

Wohnraumanpassung: Bei schwerer PflegebedĂŒrftigkeit reichen Hilfsmittel oft nicht aus und es ist eine Wohnraumanpassung nötig. FĂŒr einen behindertengerechten Umbau können Sie (mit Pflegegrad) von der Pflegekasse bis zu 4.000 Euro Zuschuss fĂŒr einen behindertengerechten Umbau erhalten.

Dazu gehören dann zum Beispiel:

Treppenlifte / SitzlifteBadumbau Wanne zu Dusche
BadewannentĂŒre, nachtrĂ€glicher Einbau  Komplett-Badsanierung, behindertengerecht

große Auswahl an Senioren- und Pflegebetten

HĂ€ufige Fragen und Antworten

Welchen Pflegegrad gibt es bei Krebs?

Ob Sie bei einer Krebserkrankung einen Pflegegrad erhalten, ist davon abhĂ€ngig, wie selbststĂ€ndig Sie Ihr Leben bestreiten können. Je hilfebedĂŒrftiger Sie sind und je mehr UnterstĂŒtzung Sie benötigen, umso höher der Pflegegrad.

Wenn Sie keine oder nur wenig UnterstĂŒtzung benötigen, werden Sie auch keinen Pflegegrad erhalten. Über unseren kostenlosen Pflegegradrechner können Sie sich einen Überblick verschaffen, ob Ihre HilfebedĂŒrftigkeit so hoch ist, dass Sie einen Pflegegrad erhalten.

Wieviel Pflegegeld gibt es bei Krebs?

Das Pflegegeld ist davon abhÀngig, wie hoch der Pflegegrad ist. Bei Pflegegrad 1 gibt es kein Pflegegeld, erst ab dem Pflegegrad 2 bis 5.

WeiterfĂŒhrende Infos zu: Pflegegeld und andere Pflegeleistungen

Gibt es einen Pflegegrad bei Krebs mit Metastasen?

Diese Frage ist nicht pauschal zu beantworten. Auch hier geht es darum, wie stark der Patient auf fremde Hilfe angewiesen ist, also wie pflegebedĂŒrftig er ist. Es gibt Krebspatienten mit Metastasen, die sich anfangs noch vollkommen selbst versorgen können. Dann gibt es keinen Pflegegrad. Schreitet die Krankheit jedoch fort und der Patient braucht viel UnterstĂŒtzung, wird sicherlich ein Pflegegrad genehmigt werden.

Nicht die Diagnose Krebs oder Krebs mit Metastasen setzt voraus, dass ein Pflegegrad genehmigt wird. Sondern wieviel UnterstĂŒtzung der Patient benötigt, um sein tĂ€gliches Leben zu bestreiten.

Gibt es einen Pflegegrad bei Krebs im Endstadium?
Die meisten Patienten mit Krebs im Endstadium sind auf fremde UnterstĂŒtzung angewiesen. Der Krebs zehrt den Körper aus, die Betroffenen werden schwĂ€cher. Auch die psychische Belastung darf nicht außer Acht gelassen werden. Bei der Einstufung in einen Pflegegrad werden sowohl die physischen als auch die psychischen EinschrĂ€nkungen berĂŒcksichtigt. Es ist also davon auszugehen, dass hier der Pflegegrad genehmigt wird.
Bezahlt die Krankenkasse eine Haushaltshilfe fĂŒr Krebspatienten?

Es ist möglich, dass Sie eine Haushaltshilfe beantragen können. In der Regel stellt die Krankenkasse die Haushaltshilfe. Kann die Krankenkasse keine geeignete Person zur VerfĂŒgung stellen, können Sie auch selbst eine Haushaltshilfe organisieren. Die Kasse ĂŒbernimmt dann die Kosten.

Sie können auch Freunde beauftragen, Ihnen im Haushalt zu helfen. Allerdings: Bei Verwandten bis zum 2. Verwandtschaftsgrad werden keine Kosten von der Krankenkasse ĂŒbernommen.

Die Beantragung der Haushaltshilfe mĂŒssen Sie bei der Krankenkasse einreichen. Sprechen Sie Ihre Krankenversicherung an, welche Voraussetzungen vorliegen mĂŒssen.

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Quelle Bildmaterial:#Canva-Member Â© for free von KatarzynaBialasiewicz / Getty Images Pro

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