Die neue Pflegereform 2022 – Jetzt alle Änderungen auf einen Blick

Die neue Pflegereform auf einen Blick
Die neue Pflegereform – Alle Änderungen auf einen Blick

Das Pflegegesetz wird von Zeit zu Zeit angepasst. So hatten wir zum 01.01.2017 das PflegestÀrkungsgesetz II. Zum 01.01.2022 bekommen wir die Pflegereform 2021.

Die Einzelheiten der Pflegereform und der Änderungen hier auf einen Blick.

Pflegereform 2021 – Änderungen zum 01.01.2022

Zum 01.01.2022 tritt die Pflegereform 2021 in Kraft. Eigentlich ist es eher ein Pflegereförmchen und weniger eine Reform. So schön sich das auch auf den ersten Blick liest, bleibt fĂŒr die PflegebedĂŒrftigen und ihre Angehörigen letztendlich nicht viel hĂ€ngen.

Die Änderungen der Pflegereform auf einen Blick:


Monatliche Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro


1. Pflegesachleistungen (Pflegedienst)

Der monatliche Leistungsbetrag Pflegesachleistungen nach § 36 SGB XI steigt um ca. 5 %. Mit den Pflegesachleistungen werden die Leistungen des Pflegedienstes verrechnet.

Daraus ergibt sich folgender Anspruch auf Pflegesachleistungen:

PflegegradPflegesachleistungen
bis 2021
Pflegesachleistungen
ab 2022
Pflegegrad 2  689 €  724 €
Pflegegrad 31.298 €1.363 €
Pflegegrad 41.612 €1.693 €
Pflegegrad 51.995 €2.095 €

Auswirkungen der Pflegesachleistungs-Erhöhungen fĂŒr die PflegebedĂŒrftigen

  • Die Erhöhung der PflegesachleistungsansprĂŒche bedeutet in der Praxis, dass bei Inanspruchnahme der Kombinationspflege dem PflegebedĂŒrftigen am Ende des Monats mehr Pflegegeld ausbezahlt wird. Die genauen Zahlen können Sie unserem kostenlosen Pflegegeldrechner entnehmen.
  • Die PflegekrĂ€fte sollen ab 2023 Gehaltserhöhungen bekommen. Das ist nur gerecht. Treibt aber andererseits die Preise in die Höhe. Es ist abzuwarten, ob die Erhöhung des Sachleistungsbetrags auch tatsĂ€chlich dazu fĂŒhrt, dass durch die Pflegereform die PflegebedĂŒrftigen entweder mehr Pflegeleistungen „einkaufen“ können oder am Monatsende (bei Kombinationspflege) mehr Pflegegeld ĂŒbrigbleibt.
  • 40 % der ungenutzten PflegesachleistungsbetrĂ€ge können auch ohne Antrag fĂŒr Entlastungsleistungen verwendet werden. Mehr dazu bei der Audi BKK.

2. Kurzzeitpflege

Die Leistungen der Kurzzeitpflege erhöhen sich von bisher 1.612 Euro auf 1.774 Euro.

Daraus ergibt sich auch, dass bei der Kombination aus der Kurzzeitpflege mit den nicht in Anspruch genommenen Mitteln aus der Verhinderungspflege dann auf maximal 3.386 Euro (§ 42 Abs. 2 SGB XI) im Kalenderjahr aufgestockt werden kann.

Berechnungsgrundlage:

Kurzzeitpflege 1.774 € + Verhinderungspflege 1.612 € = 3.386 €.

Hier finden Sie die ErklÀrungen zur Verrechnung Kurzzeitpflege mit Verhinderungspflege.


Anmerkung

Die Leistungen der Verhinderungspflege bleiben gleich.

3. StationÀre Pflege (im Pflegeheim)

Die Pflegeheimkosten sind in vielen Einrichtungen schon sehr hoch. Heimbewohner erhalten deshalb von der Pflegeversicherung zusÀtzlich zu den Pflegekosten (nach § 32 SGV XI) ab dem 01.01.2022 einen sogenannten Leistungszuschlag zum Eigenanteil der pflegebedingten Kosten, welcher mit der Dauer der Pflege wie folgt steigt:

Jahre Aufenthalt im Heim Prozentualer Zuschlag
Im 1. Jahr5 % des pflegebedingten Eigenanteils
Im 2. Jahr25 % des pflegebedingten Eigenanteils
Im 3. Jahr45 % des pflegebedingten Eigenanteils
Ab dem 4. Jahr70 % des pflegebedingten Eigenanteils

Was bedeutet der Zuschlag fĂŒr die Heimbewohner?

Die Begrifflichkeit „Leistungszuschlag“ ist fĂŒr Laien sicherlich sehr verwirrend, denn letztendlich ist es ein Zuschuss zu den Pflegeheimkosten und keine Mehrkosten. Die ZuschĂŒsse von 5, 25, 45 bzw. 70 % lesen sich auf den ersten Blick sehr schön. Doch diese gibt es nur auf den pflegebedingten Eigenanteil. Kost und Logis, evtl. Ausbildungskosten oder Investitionskosten mĂŒssen nach wie vor selbst getragen werden.


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Wie sich das auswirkt, möchte ich Ihnen an einem Preis-Beispiel unseres ortsansĂ€ssigen Pflegeheims verdeutlichen. Hier handelt es sich um ein „Standard-Pflegeheim“ und NICHT um ein Luxus-Pflegeheim.

Beispiel: Herr Altmann hat Pflegegrad 4 und ist im 2. Jahr im Pflegeheim. Folgende monatliche Kosten kommen auf ihn zu:

KostenartKosten bis 2021
Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (incl. Ausbildungskosten)1.850,00 €
Unterkunft + Verpflegung955,00 €
Investkosten770,00 €
Summe Heimkosten bis 20213.575,00 €
25 % Erstattung auf pflegebedingten Eigenanteil aus 1.850 €462,50 €
Summe Heimkosten ab 20223.112,50 €

Zusammenfassung „StationĂ€re Pflege“:

  • Anhand dieses Beispiels können Sie erkennen, dass Herr Altmann anstatt 3.575 € bis Ende 2021 mit der neuen Pflegereform ab 2022 nur noch 3.112,50 € zahlen muss. Damit sehen die Prozente nicht mehr ganz so glĂ€nzend aus.
  • Die angestrebten 70 % Leistungszuschlag ab dem 4. Unterbringungsjahr in der Pflegeeinrichtung sind sehr sportlich angesetzt, da die durchschnittliche Verweildauer im Pflegeheim bei ca. 30 Monaten liegt.
  • Die bisherigen Jahre, die der Betroffene bereits im Pflegeheim untergebracht war, werden bei der Berechnung berĂŒcksichtigt. Ist z.B. zum 01.01.2022 eine Person schon 6 Jahre im Pflegeheim untergebracht, bekommt sie tatsĂ€chlich den Leistungszuschlag von 70 %.
  • Um den Zuschlag zu erhalten, muss kein Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Die Pflegekasse rechnet den Leistungszuschlag direkt mit dem Heimbetreiber ab.
  • Auch hier ist davon auszugehen, dass die Personalkosten steigen, da die Pflegeheime einen verbesserten PersonalschlĂŒssel (bemessen an der Bewohnerstruktur) vorweisen und die PflegekrĂ€fte nach Tarif bezahlen sollen. Was dann letztendlich von dem Zuschlag ĂŒbrigbleibt, ist abzuwarten.

4. Verordnung von Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln

Bislang konnte nur der MDK, ein Krankenhausarzt oder der behandelnde Arzt eine Verordnung fĂŒr ein Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel ausstellen.

Bei der Auswahl von geeigneten Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln soll das Pflegepersonal nun mehr Entscheidungsbefugnis bekommen. Die PflegekrĂ€fte sollen konkrete Empfehlungen fĂŒr Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel aussprechen können. Dies ist im Rahmen ihrer Leistungserbringung nach den § 36 SGB V, § 37 und 37c SGB V sowie bei BeratungseinsĂ€tzen nach § 37 Abs. 3 SGB XI möglich.

Durch diese neue Regelung ist dann keine Àrztliche Verordnung mehr nötig.

Bitte beachten: Wenn Sie bei der Kasse ein Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel beantragen, darf die Empfehlung der Pflegekraft nicht Àlter als 14 Tage sein.

Die Bearbeitungsfrist fĂŒr AntrĂ€ge fĂŒr Pflegehilfsmittel durch die Pflegekasse wird auf 3 Wochen festgelegt (§ 40 Abs. 7).

Fazit: Dass die PflegekrĂ€fte mehr Entscheidungsbefugnis bekommen, macht natĂŒrlich Sinn. Sie kennen aus der regelmĂ€ĂŸigen Pflege die Patienten und wissen, wo ein entsprechendes Hilfsmittel die Pflege maßgeblich erleichtern wĂŒrde. HĂ€ufig ist es auch so, dass die behandelnden Ärzte nicht genĂŒgend darĂŒber informiert sind, welche Hilfsmittel es gibt und fĂŒr den Patienten hilfreich wĂ€ren. Ich denke, dass sich dieser Teil der Pflegereform zugunsten der Betroffenen auswirken wird.


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5. Übergangspflege im Krankenhaus:

Ist nach einem Krankenhausaufenthalt keine Versorgung durch hĂ€usliche Krankenpflege, Pflegeleistungen nach dem SGB XI, Kurzzeitpflege oder einer Reha sichergestellt, besteht laut § 39e SGB V ein Anspruch auf eine zehntĂ€gige Übergangspflege im Krankenhaus.

Das bedeutet, dass das behandelnde Krankenhaus nicht nach Hause oder in eine andere Einrichtung entlĂ€sst, sondern fĂŒr max. 10 Tage je Krankenhausaufenthalt den Patienten weiter behandelt. Das Krankenhaus versorgt den Patienten mit allen nötigen Arznei-, Heil und Hilfsmitteln, aktiviert ihn und ĂŒbernimmt die Grund- und Behandlungspflege.

Die Kosten fĂŒr die Übergangspflege, incl. Unterkunft, Verpflegung und Ă€rztliche Behandlung ĂŒbernimmt die Krankenkasse (nicht die Pflegekasse).

Die Entlassung erfolgt nach den Regeln des Entlassmanagements.

6. Anspruch auf Pflegeberatung

Es besteht auch nach der Beantragung eines Pflegegrades der Anspruch auf Pflegeberatung seitens der Pflegeversicherung. Die Pflegeversicherung muss innerhalb von 2 Wochen einen Ansprechpartner, auch fĂŒr weitere Leistungen der Pflegekasse zur VerfĂŒgung stellen (z.B. Pflegesachleistungen, wohnumfeldverbessernde Maßnahmen usw.).

Sollte die Pflegeversicherung dies nicht leisten können, muss eine Beratungsstelle benannt werden.

Wir beraten Sie auch gerne weiterhin schnell und kostenlos. Rufen Sie uns einfach an unter 07195 / 982 9999.

7. Kostenerstattung nach dem Tod

KostenerstattungsansprĂŒche nach dem SGB XI sollen nicht mit dem Tod des PflegebedĂŒrftigen erlöschen. Die bis zum Todestag nicht in Anspruch genommenen Leistungen können noch innerhalb von 12 Monaten nach dem Tod geltend gemacht werden. Dies betrifft z.B. die Kosten fĂŒr


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Fazit: Dies ist eine erfreuliche Regelung der neuen Pflegereform. Denn gerade bei den o.g. Leistungen gehen die Betroffenen in Vorleistung. Jetzt können die Erben auch nach dem Tod noch die im Voraus verauslagten Kosten zurĂŒckerstattet bekommen.

Sonstige Änderungen der Pflegereform 2021

  • 40 % der Pflegesachleistungen können als Entlastungsleistungen verwendet werden. FĂŒr die Umwandlung des Sachleistungsbetrags ist es ab 01.01.2022 nicht mehr nötig, einen Antrag zu stellen. (§ 45a SGB XI).
  • Erhöhung Pflegeversicherungsbeitrag: Der Beitragssatz zur Pflegeversicherung steigt fĂŒr Kinderlose um 0,1 %. Damit mĂŒssen kinderlose Beitragszahler 3,4 % Pflegeversicherungsbeitrag anstatt 3,3 % bezahlen. Versicherte mit Kinder bezahlen weiterhin 3,05 %. Diese Regelung gilt fĂŒr alle BundeslĂ€nder, mit Ausnahme von Sachsen.
  • Mehr PflegekrĂ€fte im Pflegeheim: Durch die Vorgabe von bundeseinheitlichen Personalgrenzen soll ab 01.07.23 die Einstellung von mehr Personal ermöglicht werden. Der Personalbedarf wird anhand des neuen Personalbemessungsverfahrens anhand der Bewohnerstruktur errechnet.
  • Verbesserung der Versorgung in der Altenpflege durch Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Bezahlung. Die Pflegereform sieht vor, dass ab 01.09.22 nur noch Pflegeeinrichtungen zur Versorgung zugelassen werden, die die Pflege- und BetreuungskrĂ€fte mindestens nach Tarif oder auch nach irchenarbeitsrechtlichen Regelungen bezahlen.
  • Ab 2022: JĂ€hrlich pauschaler Bundeszuschuss von 1 Milliarde Euro an die Pflegeversicherung.

Was wurde mit der Pflegereform nicht realisiert

  • Weder das Pflegegeld noch die Verhinderungspflege wurde erhöht.
  • Im Gesetzentwurf war vorgesehen, dass osteuropĂ€ische PflegekrĂ€fte fĂŒr die 24h-Pflege mit bis zu 40 % aus den Pflegesachleistungen finanziert werden können. Das wĂ€re eine große finanzielle Erleichterung fĂŒr die PflegebedĂŒrftigen gewesen.

Quellen: AOK-Verlag | Haufe-Verlag

PflegestĂ€rkungsgesetz – Änderungen zum 01.01.2017

Zum weiteren Nachlesen bleiben hier die Änderungen der Pflegereform von 2017 bestehen.

  • EinfĂŒhrung eines neuen Begutachtungsverfahrens (NBA). Bis Ende 2016 wurde die PflegebedĂŒrftigkeit und Einstufung in eine Pflegestufe daran gemessen, wieviel Minuten Hilfe der PflegebedĂŒrftige tĂ€glich bei der Pflege benötigte. Mit dem neuen Begutachtungsassessment werden bei der Begutachtung durch den MDK sechs Lebensbereiche (Module) begutachtet und bewertet. Gesetzestext: §§ 14, 15, 18 SGB XI.
  • Pflegegrade fĂŒr Kinder: FĂŒr die Feststellung eines Pflegegrades bei Kindern und Jugendlichen bis zum 18. Lebensjahr gibt es ebenso neue Begutachtungsrichtlinien. Diese entsprechen in großen Teilen den Begutachtungsrichtlinien fĂŒr Erwachsene. Ein wesentlicher Unterschied ist jedoch, dass die Bewertung der SelbststĂ€ndigkeit verglichen wird mit der SelbststĂ€ndigkeit altersentsprechend entwickelter Kinder und Jugendlicher im gleichen Alter.
  • NeueinfĂŒhrung von Pflegegrad 1: Die Leistungen des neu eingefĂŒhrten Pflegegrad 1 sind nicht zu vergleichen mit einer vorherigen Pflegestufe. Auch nicht mit Pflegestufe 0. Menschen mit Pflegegrad 1 erhalten einige Leistungen ĂŒberhaupt nicht, im Gegensatz zu PflegebedĂŒrftigen in den Pflegegraden 2 bis 5. Gesetzestext: § 28a SGB XI
  • Landespflegegeld Bayern: Wichtig ist in diesem Zusammenhang auch noch zu wissen, dass Bayern ein zusĂ€tzliches Landespflegegeld von jĂ€hrlich 1.000 Euro bezahlt. Alle weiteren Informationen dazu finden Sie in meinem Beitrag Landespflegegeld: Bayern zahlt 1.000 € im Jahr!

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  • Einrichtungseinheitlicher Eigenanteil (EEE) in Pflegeeinrichtung: Wer vollstationĂ€r in einer Pflegeeinrichtung untergebracht ist, dem wurden bis 2016 die pflegebedingten Aufwendungen gemĂ€ĂŸ seiner Pflegestufe berechnet. Das bedeutete, je höher die Pflegestufe war, desto höher die Kosten fĂŒr die pflegebedingten Aufwendungen. Ab 01.01.2017 bezahlen alle Heimbewohner mit Pflegegrad 2 bis 5 die gleichen SĂ€tze fĂŒr die pflegebedingten Aufwendungen, unabhĂ€ngig vom Pflegegrad. Gesetzestext: § 84 SGB XI
  • ZusĂ€tzliche Betreuung und Aktivierung in Pflegeeinrichtungen: Hier handelt es sich um individuelle Betreuungsangebote. Betreuungs- und Aktivierungsaufgaben gehören nicht zu den pflegerischen TĂ€tigkeiten. PflegebedĂŒrftige haben jetzt einen Anspruch auf eine individuelle zusĂ€tzliche Betreuung und Aktivierung in einer Pflegeeinrichtung. Diese Regelung betrifft sowohl die teilstationĂ€ren als auch die vollstationĂ€ren Pflegeeinrichtungen und gilt auch fĂŒr Personen mit Pflegegrad 1. Bis Ende 2016 KONNTEN die Einrichtungen diese Leistungen anbieten. Ab 2017 MÜSSEN die Einrichtungen die Leistung anbieten. Gesetzestext: § 43b SGB XI
  • Rentenbeitragszahlungen und Arbeitslosengeld: FĂŒr ehrenamtlich pflegende Personen werden unter bestimmten Voraussetzungen BeitrĂ€ge zur Rentenversicherung bzw. Arbeitslosenversicherung bezahlt. Seit dem 01.07.2017 werden auch fĂŒr pflegende Rentner von der Pflegekasse RentenbeitrĂ€ge bezahlt. Damit kann die Rente aufgebessert werden. Mehr dazu finden Sie hier. Gesetzestext: Rentenversicherung § 44 SGB XI sowie Gesetzestext: Arbeitslosenversicherung § 26 SGB III
 

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  • Hilfsmittel/Pflegehilfsmittel: Werden im Gutachten zur Einstufung in einen Pflegegrad vom Gutachter Pflegehilfsmittelempfehlungen ausgesprochen, so gelten diese als Antrag auf Hilfsmittel. Im Klartext heißt das: Wird im Gutachten empfohlen, dass der pflegebedĂŒrftige Mensch ein Pflegebett, einen Duschstuhl und einen Rollator benötigt, muss fĂŒr diese Hilfsmittel kein erneuter Antrag bei der Pflegekasse gestellt werden. Somit ist keine Ă€rztliche Verordnung fĂŒr die aufgefĂŒhrten Hilfsmittel nötig. Letztendlich muss jedoch die Pflegekasse der Empfehlung des Gutachters zustimmen. Bei den Pflegehilfsmitteln zum Verbrauch wurde der monatliche Betrag wieder auf 40 Euro herabgesetzt. Gesetzestext: § 18 SGB XI
  • Pflegeberatung: PflegebedĂŒrftige haben Anspruch auf Pflegeberatung bei Antragstellung auf einen Pflegegrad (Erstantrag) und bei Antrag auf Höherstufung des Pflegegrades. Bei der Pflegeberatung sollen die Pflegenden und PflegebedĂŒrftigen ĂŒber die ihnen zustehenden Leistungen der Pflegeversicherung informiert werden. Das bedeutet, dass jeder der pflegebedĂŒrftig wird oder im Pflegegrad höhergestuft wird, von der Pflegekasse darĂŒber beraten werden muss, welche Leistungen (Pflegegeld, Tagespflege/Nachtpflege, Hilfsmittel und Pflegehilfsmittel, Familienpflegezeit usw.) ihm zustehen. Gesetzestext: § 7b SGB XI
  • Beratungseinsatz: Seither bekamen pflegebedĂŒrftige Personen nur dann einen Beratungseinsatz, wenn sie „nur“ Pflegegeld in Anspruch nahmen. Ab 2017 bekommen auch Personen die ambulante Pflegeleistungen (z.B. Inanspruchnahme eines Pflegedienstes) beziehen halbjĂ€hrlich einen Beratungseinsatz erstattet. Bei diesem Beratungseinsatz handelt es sich um eine Beratung/Schulung der pflegebedĂŒrftigen Menschen und ihren Pflegepersonen. Die QualitĂ€t der hĂ€uslichen Pflege soll sichergestellt sein. Anspruch auf einen Beratungseinsatz haben Personen mit einem Pflegegrad 1 bis 5. Gesetzestext: § 37 SGB XI
  • Aussetzung Anspruch bei verspĂ€teter Leistungszusage: Die Pflegekasse ist verpflichtet, innerhalb einer gesetzlichen Frist einen schriftlichen Bescheid ĂŒber den Antrag eines Pflegegrades zu erteilen. Wird diese Frist ĂŒberschritten, hat der Antragsteller das Recht, pro angefangene Woche 70 Euro fĂŒr die FristĂŒberschreitung zu verlangen. Gesetzestext-Auszug: § 18 Abs. 3b Satz 5 SGB XI (3b) Erteilt die Pflegekasse den schriftlichen Bescheid ĂŒber den Antrag nicht innerhalb von 25 Arbeitstagen nach Eingang des Antrags oder wird eine der in Absatz 3 genannten verkĂŒrzten Begutachtungsfristen nicht eingehalten, hat die Pflegekasse nach Fristablauf fĂŒr jede begonnene Woche der FristĂŒberschreitung unverzĂŒglich 70 Euro an den Antragsteller zu zahlen. 📖 Krankenkassen mĂŒssen bei AntrĂ€gen Fristen einhalten. Kennen Sie Ihre Rechte?

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Quelle Bildmaterial:#Canva-Member Â© for free – von AJEL von Free Photos

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