Kann nach einem Schlaganfall ein Pflegegrad beantragt werden?

Die Erteilung eines Pflegegrades ist nicht abhängig von einer bestimmten Krankheit sondern vom Grad der Selbstständigkeit bzw. Unselbstständigkeit bei der Bewältigung seines Alltags. Das bedeutet, es kommt darauf an, was der Pflegebedürftige nach dem Schlaganfall noch selbst machen kann oder wo benötigt er Hilfe. Je nach Schwere der Beeinträchtigungen kann entweder gar kein Pflegegrad erteilt werden oder aber auch bis zum Pflegegrad 5.

Gerade Menschen, die nach einen Schlaganfall wieder relativ gut hergestellt und mobilisiert werden können, haben aber doch noch Restdefizite. Hier sollte geprüft werden, ob nicht zumindest der Pflegegrad 1 in Frage kommt. Dieser ist zwar kein vollwertiger Pflegegrad, aber zumindest können Kosten übernommen werden für die behindertengerechte Sanierung einer Dusche oder Badewanne usw. Das macht immerhin bis zu 4.000 Euro aus.

Bei einem Schlaganfall geht meist ein Krankenhausaufenthalt oder eine Rehaaufenthalt mit einher. Die Sozialdienste dieser Einrichtungen beraten bezüglich dem Beantragen eines Pflegegrades und helfen auch dabei, die Formulare auszufüllen.

Mehr Informationen:

 

Muß ich beim Antrag auf Pflegegrad wissen, welche Leistungen ich will?

Wer das erste Mal einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung (so nennt sich der Antrag für einen Pflegegrad) stellt, ist bestimmt mit der einen oder anderen Frage überfordert. So zum Beispiel auch, ob Sie im Pflegefall

in Anspruch nehmen möchten. Sie sollten schon beim Stellen des Antrags wissen, für was Sie sich entscheiden. Sie können zwar nach erteiltem Pflegegrad immer noch wechseln, aber meist ist dies mit einer Wartezeit verbunden.

Mein Tipp:  Schreiben Sie in den Antrag, dass Sie noch nicht wissen, welche Leistung Sie in Anspruch nehmen, da Sie nicht ausreichend über die Leistungen informiert sind. Sie haben das Recht auf eine kostenlose Pflegeberatung bei der Pflegekasse. Vermerken Sie deshalb im Antrag, dass Sie bei einem persönlichen Beratungsgespräch die gewünschten Leistungen abklären.

Mehr Informationen zum Beratungsgespräch

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Muss ich bei der MDK-Begutachtung Befundberichte vorlegen?

Wenn Sie einen Antrag auf Leistungen der Pflegeversicherung (Pflegegrad-Antrag) stellen, ist es prinzipiell gut, wenn Sie beim Besuch des Begutachters des MDKs (Medizinischer Dienst der Krankenkasse) die Befundberichte vom Krankenhaus, von Ärzten, Rehaeinrichtungen usw. als Kopie vorlegen. Damit können Sie Ihre eigenen Aussagen über Ihre Beschwerden fachärztlich belegen und können damit auch beeinflussen, dass alle wichtigen und relevanten Beeinträchtigungen im MDK-Gutachten erfasst werden.

Wenn der Gutachter die Unterlagen vorliegen hat, kann er beim Erstellen des Gutachtens außerdem immer wieder nachschlagen.

Wenn Sie keine ärztlichen Befundberichte vorlegen, fordert die Pflegekasse die Berichte selbst an. Dann haben Sie aber keine Kontrolle, welche Berichte tatsächlich angefordert und in die Beurteilung mit eingeflossen sind.

Mehr Informationen zu MDK-Begutachtung

► Tipps, wie Sie Fehler bei der MDK-Begutachtung vermeiden

► Die neuen Pflegegrade: So erfolgt die MDK-Prüfung mit den neuen Modulen

 

 

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