Pflegewünsche – Heute festlegen, wie Sie morgen gepflegt werden möchten

Wie kann ich eine vernünftige Vorsorge treffen, so dass meine persönlichen Pflegewünsche bei einer Pflegebedürftigkeit berücksichtigt werden?

Einmal zum Pflegefall zu werden, bereitet uns allen Kopfzerbrechen. Was kommt da auf uns zu? Wer pflegt mich? Schiebt man mich ins Pflegeheim ab oder werde ich zuhause gepflegt?

Es ist aber nicht nur die Sorge vor einer Erkrankung oder körperlichen Beeinträchtigung. Nein, da ist auch die Angst, plötzlich durch die Kinder, den Partner oder gar einen gesetzlichen Betreuer „fremdbestimmt“ zu werden. Andere entscheiden nun, was für uns gut sein soll? Machen die nun mit mir, was sie wollen? Keiner will auf seine Vorlieben oder Gewohnheiten verzichten.

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Unsere Kinder oder Partner kennen uns ja mehr oder weniger gut. Aber Mitarbeiter eines Pflegedienstes oder Pflegeheims wissen erst mal gar nichts über uns. Sie kennen weder unsere Vorlieben noch unsere Abneigungen. Dabei wäre es so wichtig, dass diese Personen unsere Pflegewünsche kennen.

Die Pflege allein reicht nicht aus. Auch das persönliche Wohlbefinden ist ausschlaggebend für unsere Gesundheit.

Wie können wir nun vernünftig Abhilfe schaffen?

Schreiben Sie Ihre Pflegewünsche auf

Das Wohnen im Alter ist heute nicht nur Pflege zu Hause. Es gibt noch ganz andere Wohnformen wie z.B. das

Doch egal welche Wohnform für Sie in Frage kommt, sollten Sie neben den wichtigen Dokumenten wie Patientenverfügung, Betreuungsverfügung, Vorsorgevollmacht usw. auch Ihre Pflegewünsche festhalten.

Damit Pflegende wissen, was Sie einmal wollen, sollten Sie Ihre Wünsche, Vorlieben und Abneigungen aufschreiben. Schreiben Sie auf:

  • welche Musik Sie gerne hören,
  • was Ihre Lieblingsspeisen sind,
  • was Sie überhaupt nicht mögen,
  • morgens lieber Tee oder Kaffee zum Frühstück,
  • welches Ihre Lieblingssendungen im Fernsehen sind
  • welche Allergien Sie haben,
  • wer Ihre behandelnden Ärzte sind,
  • welche Medikamente Sie nehmen, usw.

Damit kann sich das Pflegepersonal das Sie einmal pflegt, zumindest etwas orientieren. Wer Sie nicht so gut kennt, meint es wahrscheinlich gut mit Ihnen, geht dabei aber eher von seinen eigenen Vorstellungen und Vorlieben aus als von Ihren. Das wäre eher kontraproduktiv.

Denn:

  • Nicht jeder der auf Rockmusik steht, hört gerne die Gruppe Metallica.
  • Nicht jeder der thailändisches Essen mag, verträgt scharfes Curry.
  • Der eine möchte eine Daunendecke, der andere ist dagegen hochgradig allergisch auf Daunen und braucht eine Mikrofaserdecke.
  • Nur weil man weiß, dass der Vater gerne Rotwein trinkt, weiß man noch lange nicht, welche Sorte und welches Land er bevorzugt. Kräftig oder lieblich, schwer oder leicht, mit oder ohne Holznote.

Gerade in Pflegeheimen wird viel mit Biografiearbeit gearbeitet. Bei Demenzpatienten ist das Kurzzeitgedächtnis nur noch wenig vorhanden. Sie leben eher in der Vergangenheit. Diese können Sie genau beschreiben, wissen jede einzelne Minute ihrer Hochzeit, des Heiratsantrags, die Geburt der Tochter usw.


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Leider wissen sie aber nicht, was sie am Morgen gefrühstückt haben. Das Pflegepersonal hat es nun viel einfacher mit den Demenzpatienten zu arbeiten, wenn es etwas aus deren Vergangenheit kennt. Gemeinsam können Sie längst vergessene Erinnerungen hochholen. Vielleicht waren es die leckeren Waffeln, welche die Mutter immer gebacken hatte, oder der herrliche Rotwein aus der Toskana.

Doch diese Erinnerungen müssen bekannt und vorher niedergeschrieben sein. Dann funktioniert auch die Biografiearbeit.

Das Wissen über einen Menschen
trägt zu einer besseren Pflege bei.

Sollte jeder seine Pflegewünsche festlegen?

Ja unbedingt. Ich möchte da auch kurz etwas näher darauf eingehen.

Pflegebedürftigkeit kann von heute auf morgen eintreten – und zwar in jedem Alter. Je länger die Lebenserwartung noch ist, umso präziser müssen Ihre Pflegewünsche für die Zukunft und die Pflege formuliert sein.

Unsere Kinder können schon einiges über uns wissen. Aber vieles was Ihnen persönlich wichtig ist, darüber machen sich die Kinder häufig gar keine Gedanken. Oftmals wohnen sie auch weiter weg, der Kontakt ist nicht so ausgeprägt und schon wissen die Kinder nicht mehr so gut über Sie und Ihre Vorlieben und Abneigungen Bescheid.

Auch Ihr Ehepartner weiß manchmal nach jahrzehntelanger Ehe nicht alles über Sie. Vielleicht sind Sie aber auch erst ein paar Jahre verheiratet. Kennt Ihr Partner Ihre langfristige Lebensplanung, Ihre Wünsche und Vorstellungen?

Erst recht sollten Sie handeln, wenn sie keine Angehörigen haben. Es ist nicht gewährleistet, dass Sie dann dem Pflegepersonal noch Ihre Wünsche mitteilen können. Sie müssen dann alles hinnehmen, so wie es das Pflegepersonal für Sie vorsieht. Denn für die Pflege- und Betreuungskräfte wird es dann sehr schwer, sich an die persönlichen Bedürfnisse und Wünsche des neuen Bewohners heranzutasten.

 

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Hier geht nicht nur wertvolle Zeit verloren, es kann sogar sein, dass der Bewohner anfangs durch die fehlenden Informationen leidet. Ein Pflegevorsorgeservice ist hier eine sinnvolle Möglichkeit, den zukünftigen Pflegepersonen und Pflegedienstleistern alle wichtigen Informationen so zeitnah zur Verfügung zu stellen, dass eine optimale Versorgung und Pflege vom ersten Tag an möglich sind.

Alternative: Pflegewünsche über einen Pflege-Vorsorgeservice verfügbar machen

Zugegeben, seine Wünsche, Verfügungen und Vorstellungen aufzuschreiben und zu deponieren ist aufwändig und nicht ganz einfach.

Eine Alternative ist ein Vorsorgeservice, der alle notwendigen Daten abfragt. Bei einem Pflegevorsorgeservice handelt es sich um die Möglichkeit, schon heute wichtige Dokumente sowie alle Informationen über die eigenen Ess- und Trinkgewohnheiten, über den eigenen bevorzugten Lebensstil, die eigenen persönlichen Wünsche im Pflegefall und wertvolle Biografie-Daten für einen späteren Pflegedienstleister (stationäre Einrichtung, Tagespflege oder mobiler Pflegedienst) in einem sicheren Portal zu hinterlegen.

Der Pflegealltag hat gezeigt, dass es für das Pflegepersonal immer sehr zeitintensiv – und manchmal fast unmöglich – war, bei neuen Heimbewohnern die individuellen Gewohnheiten, persönlichen Bedürfnisse oder die eigenen Vorlieben herauszufinden. Fühlt sich der pflegebedürftige Mensch nicht wohl in seiner Umgebung treten schnell Unzufriedenheit auf, der Betroffene leidet.

Damit es pflegebedürftigen Menschen zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung auch weiterhin gut geht, dass sie sich wohlfühlen, war der Grund, um diesen Service ins Leben zu rufen.

Was für Daten kann ich in einem Pflegevorsorgeportal speichern?

Diese Portale bieten die Möglichkeit, innerhalb 4 Fragenbereichen, Daten zu hinterlegen.

Im ersten Bereich hinterlegen Sie solche Informationen, die gerade in den ersten Tagen wichtig für Sie bzw. Ihre Pflegekräfte sind. Neben den notwendigen Stammdaten erhält der Pflegedienstleister hier Hinweise auf Ihren Gesundheitszustand oder Hilfebedarf sowie Angaben zu Ihren wichtigsten Gewohnheiten (z.B. ob man nachts gerne ein kleines Licht eingeschaltet haben möchte), Ihrer bisherigen Tagesstruktur und zu Ihren stärksten Abneigungen, z.B. gegen bestimmte Lebensmittel und Getränke (was mögen Sie z.B. gar nicht!).

Im zweiten Bereich können Sie wichtige Dokumente wie z.B. Patientenverfügung, Vorsorgevollmacht, Bestattungsvorsorge, Schwerbehindertenausweis, Befreiungsausweis, Implantat Ausweis u.v.m., digital hinterlegen.


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Im dritten Bereich geben Sie den jeweiligen Pflegedienstleistern sämtliche Informationen darüber, was Sie gerne machen, wie Ihr geregelter Tagesablauf im Detail aussehen sollte, und was Sie gerne essen und trinken.

Der vierte Bereich beschäftigt sich mit Ihrer, für jeden Pflegedienstleister so wichtigen, Biografie. Die Biografie bildet einen wichtigen Grundstein für die Erstellung der sogenannten Pflegeplanung ab. Je mehr Angaben Sie dort für Ihre zukünftigen Pflegedienstleister machen, umso leichter wird es für das Personal sein, den gesamten Pflegeprozess auf Ihre persönlichen Bedürfnisse auszurichten.

Der Vorteil des Pflege-Vorsorgeportals ist, dass Sie Ihre Daten so oft und so viel ändern, löschen oder ergänzen können wie Sie möchten. Dieses ist auch sehr wichtig. Denn Ihre aktuellsten hinterlegten Daten sind für einen späteren Pflegedienstleister die besten! Essgewohnheiten können sich ändern (vielleicht wird man im Laufe der Zeit überzeugter Vegetarier?). Musikgeschmack und andere Vorlieben oder Abneigungen können sich ändern. Auch der Gesundheitszustand kann gravierenden Veränderungen unterliegen, die immer weiter erfasst werden können.

Woher weiß die Pflegeeinrichtung, dass ich Pflegewünsche hinterlegt habe?

Sie erhalten mit Ihrem „Willkommenspaket“ u.a. zwei Aufkleber für Ihre Gesundheitskarte mit dem „Bitte pflege mich richtig!“ Logo, der dem Pflegedienstleister signalisiert, dass Sie wichtige Daten, Pflegewünsche und andere Informationen hinterlegt haben, die die jeweilige Pflegeinstitution sofort abrufen soll!

Zusätzlich erhalten Sie noch zwei Kartenhüllen, in welche die Gesundheitskarte und/oder Ihr Ausweis eingesteckt werden kann. Auf der Rückseite dieser Hüllen sind nochmals wichtige Hinweise auf hinterlegte Daten für die Pflegedienstleister aufgedruckt!

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Wer kann meine Daten im Ernstfall abrufen?

Wenn Sie sich bei dem Pflege-Vorsorgeportal registriert und Ihre Daten hinterlegt haben, können diese nur von einer vollstationären Pflegeeinrichtung, einer Tagespflegeeinrichtung oder ggf. von einem mobilen Pflegedienst abgerufen werden.

Dieser Service ist für die vorgenannten Institutionen kostenlos, die sich allerdings über ein spezielles Authentifizierungsverfahren legitimieren müssen. Jeder der vorgenannten Pflegedienstleister hat ein eigenes, von einer Behörde vergebenes Institutionskennzeichen (IK-Nummer). Diese IK-Nummer ist wie ein Ausweis! Nach der Überprüfung der anfragenden Institution werden durch das System weitere Angaben abgefragt, über die Sie als Pflege-Kunde identifiziert werden können.

Sind meine Daten sicher, oder kann jeder einfach meine Vorlieben einsehen?

Alle Ihre Daten werden ausschließlich in sicheren deutschen Rechenzentren gespeichert, die, jedes für sich genommen, Fremdzugriffe auf höchstem Niveau ausschließen können. Hier wird nicht nur der Schutz der Daten gewährleistet, sondern auch ein möglicher Datenverlust verhindert.

Das Pflege-Vorsorgeportal hat selbst keinen direkten Einblick in Ihre persönlichen Daten. Sie gestatten dem Portal lediglich die Nutzung anonymisierter Daten für Statistiken oder Analysen.

Welche Kosten kommen auf mich zu?

Der monatliche Beitrag beträgt 3,95 € incl. MWST. Für die Ersteinrichtung Ihres Kontos inklusive der Zusendung aller notwendigen Aufkleber, Kartenhüllen etc. wird eine einmalige Einrichtungspauschale in Höhe von derzeit € 24,95 inkl. MwSt.-Satzes erhoben. (Stand 15.02.2021)

Der Vertrag kann mit einer 3-monatigen Kündigungsfrist zum Ablauf der 12-monatigen Laufzeit gekündigt werden.

Im Moment gibt es für den Pflegevorsorgeservice leider noch keine Zuschüsse von der Krankenkasse.

Fazit

Ja, es ist ein großer Aufwand, seine persönlichen Pflegewünsche aufzuschreiben und auf dem Laufenden zu halten. Aber wenn Sie im Alter wirklich noch so leben möchten wie Sie es sich vorstellen, lohnt sich dieser Aufwand allemal. Sie müssen ja nicht alles auf einmal aufschreiben.

Ob Sie Ihre Pflegewünsche und Vorsorgeunterlagen selbst schreiben und verwalten oder ob Sie dazu professionelle Hilfe oder Internetportale hinzuziehen, ist von Ihren persönlichen Vorlieben abhängig. Ein gravierender Nachteil ist, dass Unterlagen, die zu Hause aufgehoben werden, im Notfall vielleicht nicht gefunden werden. Eine Hinterlegung an einer zentralen Stelle ist deshalb sinnvoller.

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