Schlaganfall: Alles ĂŒber Risikofaktoren, Warnzeichen, Ursache und Vermeidung

Schlaganfall und PflegebedĂŒrftigkeit
SchlaganfĂ€lle können zur PflegebedĂŒrftigkeit fĂŒhren – sind aber zu beinahe 70 % vermeidbar

Ein Schlaganfall ist nichts, was auf die lange Bank geschoben werden darf. Es muss sofort reagiert, der Notarzt verstÀndigt und die richtige Behandlung eingeleitet werden. Je schneller gehandelt wird, umso geringer fallen in der Regel die BeeintrÀchtigungen und LangzeitschÀden wie Sprachstörungen oder LÀhmungen usw. aus.

Deshalb gilt bei einem Schlaganfall:

Z E I T    ist    H I R N

Dabei wÀren 70 % der SchlaganfÀlle vermeidbar.
Mit VerÀnderungen im Lebensstil
kann einem Schlaganfall vorgebeugt werden.

Definition: Was ist ein Schlaganfall?

Unter einem Schlaganfall versteht man eine Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff und NĂ€hrstoffen. Also eine Durchblutungsstörung im Gehirn, bei der Hirngewebe abstirbt. Die Ursache fĂŒr die Durchblutungsstörung kann z.B. ein Blutgerinnsel im Kopf oder eine GefĂ€ĂŸverkalkung sein.

Ein Schlaganfall tritt schlagartig und unerwartet auf.


✔ Kostenlose Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro mtl.
Heute bestellt – morgen verschickt | Abrechnung direkt mit Kasse

Andere Bezeichnungen fĂŒr einen Schlaganfall wĂ€ren: Hirnschlag, Hirninfarkt, Gehirnschlag, Gehirninfarkt oder Apoplex (Apoplexie).

Diese Auswirkungen kann ein Schlaganfall haben!

Um sich das Ausmaß und der GefĂ€hrlichkeit eines Hirninfarkts besser vorstellen zu können, habe ich Ihnen in dieser Statistik einige Fakten zu Schlaganfallerkrankungen in Deutschland zusammengestellt:

  • JĂ€hrlich erleiden ca. 270.000 Menschen einen Schlaganfall.
  • Der Schlaganfall ist die dritthĂ€ufigste Todesursache.
  • Innerhalb der ersten 4 Wochen sterben 20 % der Schlaganfallopfer.
  • Innerhalb eines Jahres versterben 37 % der Schlaganfallpatienten.
  • 70 % aller SchlaganfĂ€lle wĂ€ren vermeidbar.
  • 83 % aller SchlaganfĂ€lle sind ischĂ€mische SchlaganfĂ€lle
  • Ca. 25 % der SchlaganfĂ€lle sind leichte SchlaganfĂ€lle
  • Jeder zweite Schlaganfall-Überlebende wird pflegebedĂŒrftig und/oder schwerstbehindert.
  • Bei 70 % der Betroffenen stellt sich eine langanhaltende Behinderung ein.
  • Menschen ab 65 Jahren sind am hĂ€ufigsten betroffen.
  • Zwischen 2010 und 2016 stieg die Zahl der SchlaganfĂ€lle um 10 %.
  • Die Zahl der SchlaganfĂ€lle bei den 20 bis 64 JĂ€hrigen ist in den letzten Jahren weltweit um 25 % gestiegen.
  • Je mehr Risikofaktoren bei einem Menschen zusammenkommen, umso mehr steigt die Gefahr, einen Gehirninfarkt zu erleiden.
  • Bei Menschen, die bereits einen Hirnschlag hatten, ist die Gefahr eines weiteren Schlaganfalls höher als bei Menschen, die noch keinen Schlaganfall hatten.

Diese Statistik zeigt eindeutig, dass die Gefahr, frĂŒher oder spĂ€ter einen Schlaganfall zu erleiden, sehr hoch ist. Deshalb ist es wichtig, die Gefahren und Risiken zu kennen und einem Hirnschlag vorzubeugen.

Quellen: Focus.de / neurologen-und-psychiater-im-netz.org / Deutsche Gesellschaft fĂŒr Neurologie


 icon-hand-o-rightNĂŒtzliche Alltagshilfen:
icon-plus  Kostenlose Pflegehilfsmittel fĂŒr bis zu 40 Euro pro Monat !
icon-plus  Treppenlifte – Mit Pflegegrad bis 4.000 Euro Zuschuss !
icon-plus  NachtrĂ€glicher Einbau BadewannentĂŒre – Innerhalb weniger Stunden !
icon-plus  Rollator-Rollstuhl - 3in1-Lösung wenn die Beine schwach werden. Auf Rezept


Welche Arten von Schlaganfall gibt es?

Es gibt 2 Schlaganfall-Arten, die sich aufgrund ihrer Entstehung unterscheiden:

Schlaganfall Arten
Bei einem Schlaganfall wird unterschieden zwischen ischÀmischer Schlaganfall und hÀmorrhagischer Schlaganfall

IschÀmischer Schlaganfall

Ca. 80 % aller SchlaganfĂ€lle handelt es sich um einen ischĂ€mischen Hirnschlag. Die Ursache fĂŒr einen ischĂ€mischen Hirninfarkt ist eine Durchblutungsstörung

HĂ€morrhagischer Schlaganfall

Die restlichen 20 % der SchlaganfÀlle sind hÀmorrhagische SchlaganfÀlle. Bei diesen HirnschlÀgen ist die Ursache eine Gehirnblutung.

Wichtig ist es aber auch zu wissen, dass manche SchlaganfĂ€lle gar nicht oder nur ganz wenig wahrgenommen werden. Dazu gehören der „stumme Schlaganfall“ und der „Mini-Schlaganfall“.

Stummer SchlaganfallMini-Schlaganfall

Jeder weiß, bei einem Schlaganfall wird gleich das große Programm gefahren. Blaulicht, Martinshorn, ab ins Krankenhaus. Und warum ist das so? Weil die Auswirkungen eines Hirninfarkts in der Regel so heftig sind, dass sie lebensbedrohliche bis tödliche Auswirkungen haben können.

Ganz anders bei einem stummen Schlaganfall. Er kann (fast) unbemerkt verlaufen. Die Symptome werden entweder gar nicht bemerkt oder sie werden nicht mit einem Hirnschlag in Verbindung gebracht. Aber wie kommt es dazu?

Bei einem Hirnschlag kommt es zu einer Durchblutungsstörung im Hirn. Bei einem stummen Schlaganfall ist das auch so, jedoch mit dem Unterschied, dass der Gehirninfarkt einen Bereich im Gehirn betrifft, der nichts mit sprechen, artikulieren, gehen usw. zu tun hat. Deshalb fehlen die klassischen Symptome wie Sprachschwierigkeiten, LÀhmungen, usw.

Jetzt könnte man meinen „GlĂŒck gehabt“. Aber dem ist nicht so. Wer bereits einen Hirninfarkt hatte, ist gefĂ€hrdeter fĂŒr weitere SchlaganfĂ€lle. Und da ist es egal, in welchem Hirnareal der Schlaganfall stattfand.

Deshalb ist ein stummer Schlaganfall niemals harmlos und muss Àrztlich behandelt werden.

Der Mini-Schlaganfall kann mit vorĂŒbergehenden und schwĂ€cheren Schlaganfall-Symptomen auftreten. Nach kurzer Zeit können die Symptome vorĂŒber sein. Allerdings kann der Mini-Schlaganfall ein Vorbote eines großen Schlaganfalls sein.

Auch hier gilt: Die Symptome des leichten Schlaganfalls nicht ignorieren und sofort den Notarzt anrufen. Unter UmstĂ€nden kann sogar ein großer Hirninfarkt verhindert werden. Trotz allem kann es sein, dass der behandelnde Arzt den Mini-Schlaganfall nicht erkennt und deshalb auch eine notwendige Behandlung ausbleibt. Die Gefahr fĂŒr einen weiteren, dann aber schweren Hirninfarkt steigt.

Der Minischlaganfall wird auch als „transitorische ischĂ€mische Attacke (TIA)“ bezeichnet.

Anzeige
Thera-Trainer fĂŒr den tĂ€glichen Einsatz beim Arm-Bein-Trainings

Schlaganfall – Erste Hilfe: Was ist zu tun?

Was Sie als Anwesender tun sollten, wenn Sie bei Ihrem GegenĂŒber den Verdacht auf einen Schlaganfall haben:

→ Notruf: Ein Schlaganfall ist ein Notfall. Deshalb unbedingt den Notrufnummer 112 anwĂ€hlen.

→ Hilfe von Notrufzentrale: In der Theorie weiß man vieles. Im Ernstfall sieht es aber anders aus. Man ist aufgeregt. ErklĂ€ren Sie deshalb dem Notdienst, welche Symptome der Betroffene hat und fragen Sie, welche Erste-Hilfe-Maßnahmen Sie einleiten sollen bis der Rettungswagen kommt.

→ Beruhigung: Beruhigen Sie den Patienten. Teilen Sie ihm mit, dass der Notarzt unterwegs ist. Sorgen Sie dafĂŒr, dass der Betroffene nicht alleine ist.

→ Essen, GetrĂ€nke, Medikamente: Geben Sie möglichst keine Nahrung oder FlĂŒssigkeiten bis der Rettungsdienst da ist. Liegt nĂ€mlich eine Schluckstörung vor, kann es zu ErstickungsanfĂ€llen kommen.

→ Lagerung: Sorgen Sie dafĂŒr, dass die Kleidung nicht einengt. Evtl. Knöpfe öffnen. Den Oberkörper in eine fĂŒr den Patienten angenehme Lagerung bringen.

→ Erbrechen oder Bewusstlosigkeit: Zahnprothesen entfernen und in stabile Seitenlage bringen.

→ Herzstillstand: Beginnen Sie mit Wiederbelebungsmaßnahmen.

Wenn der Notdienst eingetroffen ist, sollten Sie diesem alle wichtigen Arztberichte und vor allem den Medikamentenplan aushÀndigen.

Symptome eines Schlaganfalls

Wie wirkt sich nun ein Schlaganfall aus? Was sind die Symptome? Die Anzeichen des Gehirninfarkts sind abhÀngig von der im Kopf betroffenen Region. Deshalb hat jeder Hirnschlag andere Anzeichen und KANN eine oder mehrere dieser Symptome und Warnzeichen haben:


 icon-hand-o-right  Ihr Bad ist nicht barrierearm?
Jetzt 4.000 Euro Zuschuss sichern!

  • LĂ€hmungserscheinungen: Halbseitige LĂ€hmung der Beine, Arme, HĂ€nde, FĂŒĂŸe, TaubheitsgefĂŒhl, kribbeln im Arm, LĂ€hmungen oder GefĂŒhlsstörungen im Gesicht, herabhĂ€ngender Mundwinkel.
  • Sprachstörungen / VerstĂ€ndigungsprobleme: Wortfindungsstörung, Sprache ist abgehackt, verwaschene oder lallende Aussprache, verdrehte Worte oder Silben, der Betroffene kann Gehörtes nicht verstehen oder umsetzen.
  • Bewusstseinsstörungen: RĂ€umliche oder zeitliche Desorientierung, Verwirrtheit
  • Sehstörungen: Sehen von Doppelbildern, EinschrĂ€nkung des Gesichtsfeldes, vorĂŒbergehende Erblindung, verschwommenes Sehen, Schleier vor den Augen.
  • Schluckstörungen
  • Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Koordinationsprobleme und Schwindel: Drehschwindel, Gleichgewichtsstörungen, Gangunsicherheiten, plötzlich auftretende StĂŒrze, Fallangst
  • Bewusstlosigkeit

Schlaganfall-Test fĂŒr Laien

Woher sollen wir wissen, wenn unser GegenĂŒber plötzlich einen Schlaganfall erleidet? Wir sind ja schließlich keine Ärzte. Dabei ist es so wichtig, einen Schlaganfall zu erkennen, weil ab jetzt jede Sekunde zĂ€hlt. Beim geringsten Verdacht den Notarzt rufen.

Schlaganfall F-A-S-T Test
Laien können anhand des FAST-Tests herausfinden, ob eventuell ein Schlaganfall vorliegt

Der F-A-S-T Test kann Aufschluss geben:

F-A-S-T ist die AbkĂŒrzung fĂŒr

F → wie Face (Gesicht)
A â†’ wie Arms (Arme)
S → wie Speech (Sprechen)
T → wie Time (Zeit)

Anzeichen fĂŒr einen Hirninfarkt können somit wie folgt aussehen:

  • Ein einseitig verzogenes Gesicht
  • Arme sinken ab, wenn sie nach vorne gehalten werden sollen
  • LĂ€hmungserscheinungen am Körper und im Gesicht
  • Sprache ist undeutlich, wenn der Betroffene etwas nachsprechen oder vorlesen soll.

Trotz allem ist dieser Test nur vage. Denn es gibt ja auch den „stummen Schlaganfall“ bei dem diese Symptome dann nicht auftreten.


☛ NĂŒtzlich + Hilfreich

24h-PflegekrÀfte aus Osteuropa. Zuhause leben statt im Heim !
Elektrischer Rollstuhl - Faltbar | Auf Rezept | Jetzt Probefahren!
Theratrainer fĂŒr zuhause – Bewegungstrainer fĂŒr aktives + passives Training !
Kostenlose Pflegeberatung - Pflegegrad beantragen | Widerspruch einlegen uvm.

Wie wird ein Hirninfarkt festgestellt?

Der Arzt hat einige Möglichkeiten, einen Schlaganfall zu diagnostizieren. Wichtig ist, dass ĂŒberhaupt ein Verdacht auf einen Hirninfarkt vorliegt und dementsprechend dann auch die Untersuchungen durchgefĂŒhrt werden.

Der Notarzt wird einige Untersuchungen zu Reaktion, Aussprache, Mimik, Bewusstseinsstörungen, LÀhmungen, Puls, Blutdruck, Herzschlag usw. machen. Danach wird er die Erstversorgung einleiten.

Im Krankenhaus haben die Ärzte unter anderem folgende Diagnosemöglichkeiten, um einen Schlaganfall zu erkennen:

  • Angiografie
  • Blutwertuntersuchungen
  • Computertomografie
  • EKG (Elektrokardiogramm)
  • Lumbalpunktion (Nervenwasserentnahme aus dem RĂŒckenmarkskanal)
  • MRT (Magnetresonanztomografie)
  • Ultraschall der HalsgefĂ€ĂŸe / Duplex-Sonografie

Verlauf und Prognose eines Schlaganfalls?

Die SchÀdigungen durch den Schlaganfall und der Krankheitsverlauf bei dem Patienten sind davon abhÀngig:

  • Wie schnell Hilfe geleistet wurde. Zeit ist Hirn. Je schneller behandelt wird, umso grĂ¶ĂŸer die Chance, die SchĂ€digungen einzudĂ€mmen.
  • Welche Hirnareale betroffen sind und wie groß die HirnschĂ€digung ist.
  • Ob noch weitere Komplikationen oder gar ein weiterer Hirnschlag hinzukommen.
  • Ob intakte Bereiche des Gehirns die Funktion der geschĂ€digten Hirnareale teilweise oder ganz ĂŒbernehmen können.
  • Wie alt die Patienten sind. Menschen ĂŒber 70 haben im Allgemeinen eine schlechtere Prognose als jĂŒngere Personen.
  • Von der behandelnden Klinik. Es gibt Kliniken, die auf Schlaganfallpatienten spezialisiert sind, sogenannte Stroke Units.
  • Von der Nachbehandlung, Reha, Therapien, der eigenen Motivation usw.

Der Verlauf eines Schlaganfalls ist so individuell wie der Mensch selbst. Deshalb kann keine Prognose abgegeben werden. Ziel ist es jedoch, mit allen zur VerfĂŒgung stehenden Maßnahmen die FunktionsausfĂ€lle zurĂŒckzubilden.

Auch die Behandlungszeit in der Klinik, der anschließenden Reha usw. kann nicht verallgemeinert werden. Das ist immer abhĂ€ngig von der Schwere der SchĂ€digungen durch den Hirnschlag.

Zusammenfassend sei gesagt: Ein Hirnschlag kann stumm – also unentdeckt – verlaufen. Aber auch mit mehr oder weniger starken BeeintrĂ€chtigungen und FolgeschĂ€den.

Komplikationen nach einem Hirninfarkt

Nach einem Schlaganfall ist natĂŒrlich immer mit Komplikationen zu rechnen. Deshalb ist es auch hier wichtig, dass die Behandlung in einer Spezialklinik (Stroke Unit) stattfindet.

Zu den vielen Komplikationen gehören u.a.:

  • Thrombosen: Als ob der Gehirnschlag nicht schon hĂ€ufig tödlich verlĂ€uft, kann auch eine Thrombose sehr hĂ€ufig zum Tode fĂŒhren.
  • LungenentzĂŒndung: Eine LungenentzĂŒndung ist eine hĂ€ufigere Komplikation bei Krankheiten. Flaches Liegen oder angesammelten Schleim nicht richtig abhusten können, begĂŒnstigen eine LungenentzĂŒndung. Auch Schluckprobleme können zu einer LungenentzĂŒndung fĂŒhren. Kleine Essensreste kommen dann versehentlich ĂŒber die Atemwege in die Lunge. Man spricht auch von Dysphagie.
  • Dekubitus: Ein Dekubitus kann durch Druckstellen, hervorgerufen durch das viele Liegen und zu wenig Umlagerung, entstehen. Die Haut sollte sorgfĂ€ltig auf Druckstellen untersucht werden.
  • Harnwegsinfekte: Muss bei dem Patienten ein Katheter angelegt werden, kann es zu Harnwegsinfekten kommen.
  • Tödlicher Verlauf: Wie bereits erwĂ€hnt, ĂŒberleben viele Patienten den Schlaganfall nicht.

Anzeige
Pflegebetten / Krankenbetten mit Komfortfunktion

FolgeschÀden nach einem Schlaganfall

Blutgerinnsel im Kopf
Schlaganfall: Blutgerinnsel im Kopf

Neben den Komplikationen die bei einem Schlaganfall auftreten können, sind auch die bleibenden FolgeschÀden sehr beeintrÀchtigend. Je nach Schwere des Schlaganfalls ist es möglich, dass keine oder keine nennenswerten FolgeschÀden auftreten. Aber ein Hirnschlag kann auch sehr schwerwiegende und langfristige Auswirkungen mit sich bringen.

Zu den bleibenden SpÀtfolgen zÀhlen:

  • ArmbeeintrĂ€chtigungen
  • Atmungsstörungen beim Schlafen
  • Aufmerksamkeitsstörungen
  • Auszehrung
  • BeinbeeintrĂ€chtigungen
  • Demenz / Alzheimer
  • Depressionen
  • Dysphagie
  • Epileptische AnfĂ€lle
  • GefĂŒhlsstörungen
  • Gehstörungen
  • Gleichgewichtsprobleme
  • HalbseitenlĂ€hmung
  • Handlungsstörungen
  • Harnwegsinfekt / Harnwegsprobleme
  • HinfĂ€lligkeit
  • Hirnödem
  • Hörstörungen
  • Inkontinenz
  • Konzentrationsstörungen
  • LĂ€hmungserscheinungen
  • MobilitĂ€tsbeeintrĂ€chtigungen
  • Motorische BeeintrĂ€chtigungen
  • MĂŒdigkeit
  • Nierenprobleme
  • Paresen
  • PersönlichkeitsverĂ€nderungen
  • ReaktionsbeeintrĂ€chtigungen
  • Restless-legs
  • Schlafstörunen
  • Sehstörungen
  • Sprachstörungen / Sprechstörungen
  • SturzgefĂ€hrdung
  • Suizidgefahr
  • VerhaltensĂ€nderungen
  • VerstĂ€ndnisstörung

Inkontinenz Gratisproben Gratismuster


Behandlung und Therapien bei einem Gehirnschlag

Ein Schlaganfall kann dazu fĂŒhren, dass der Betroffene sein Leben lang medizinisch und therapeutisch betreut werden muss. Welche Maßnahmen, Therapien und Behandlungen im Einzelfall durchgefĂŒhrt werden, mĂŒssen die behandelnden Ärzte entscheiden. In der Regel sind bei der Schlaganfall-Behandlung Ärzte und Therapeuten aus unterschiedlichen Fachbereichen mit einbezogen.

→ Notarzt: Der alarmierte Notarzt ist der erste, der den Patienten untersuchen muss. Hat er den Verdacht auf einen Gehirnschlag, wird er den Patienten medizinisch versorgen und stabilisieren. Sinnvoll ist dann eine Einlieferung in eine Klinik mit einer speziellen Schlaganfall-Abteilung, einer sogenannten Stroke-Unit-Einheit.

→ Krankenhaus / Neurologe: In der Notaufnahme der Klinik wird der Neurologe den Patienten untersuchen und weitere Untersuchungen und notwendige Behandlungen durchfĂŒhren. Damit kann er sich einen ersten Eindruck ĂŒber die Schwere des Hirninfarkts verschaffen. Sind alle notwendigen Maßnahmen durchgefĂŒhrt, wird der Patient an die Fachabteilung oder an die Stroke-Unit-Einheit ĂŒbergeben.

→ Stroke-Unit-Klinik: In den Spezialstationen fĂŒr schlaganfallbetroffene Menschen ist das medizinische Personal auf Schlaganfallpatienten ausgelegt und sie verfĂŒgen auch ĂŒber das notwendige apparative Equipment, um den Patienten bestmöglich versorgen zu können. Hier wird dann die weitere Versorgung des Patienten stattfinden. Dieses Video gibt umfassend Auskunft ĂŒber die Stroke-Units. Wenn die Entlassung ansteht, kann vielerorts auf Wunsch eine Stroke-Nurse in Anspruch genommen werden.

→ Stroke-Nurse: Die Stroke-Nurse ist eine speziell fĂŒr Schlaganfallpatienten ausgebildete Krankenschwester, die Sie nach der Entlassung zu Hause unterstĂŒtzt. Sie koordiniert die weitere ambulante Behandlung, spricht mit den Ärzten, vermittelt wichtige Kontakte, gibt Therapieempfehlungen usw. Sie steht mit Rat und Tat zur Seite. Ziel ist es unter anderem, den Patienten so weit wie möglich zu mobilisieren und einen weiteren Schlaganfall zu vermeiden.

→ Ambulante Physiotherapie: Die BewegungsfĂ€higkeit ist nach einem Schlaganfall unterschiedlich stark beeintrĂ€chtigt. Oftmals entstehen HalbseitenlĂ€hmungen. Die Aufgabe des Physiotherapeuten besteht darin, mit gezielten Übungen die MobilitĂ€t und WahrnehmungsfĂ€higkeit des Patienten wieder herzustellen.

→ Ergotherapie: Ziel einer Ergotherapie ist es, die körperlichen und geistigen FĂ€higkeiten des Patienten wieder herzustellen. Der Betroffene soll so weit wie möglich wieder selbststĂ€ndig leben können. Dazu gehören z.B. motorische Trainings fĂŒr die Körperhygiene, das An- und Auskleiden, den Haushalt versorgen, einkaufen usw.

Der Ergotherapeut empfiehlt auch Hilfsmittel, die individuell fĂŒr den Patienten zusammengestellt werden. Denn auch hier gilt: Jeder Schlaganfall ist anders und jeder Schlaganfallbetroffene braucht andere Hilfsmittel.

→ LogopĂ€die: Nach einem Hirninfarkt können sowohl Sprachstörungen (Aphasie), Sprechstörungen (Dysarthrie) als auch Schluckstörungen (Dysphagie) auftreten. Ziel der LogopĂ€die ist es, die Sprache zu verbessern. Ganz wichtig ist aber auch, dass der LogopĂ€de die Dysphagie erkennt. Denn eine Schluckstörung kann sehr gefĂ€hrlich werden.

→ Psychotherapie / Psychiatrische Behandlung: Auch die Psyche ist nach einem Schlaganfall in Mitleidenschaft gezogen. Was gestern noch ging, ist heute undenkbar. AbhĂ€ngig von anderen Menschen zu sein. Das muss verkraftet und bewĂ€ltigt werden. Hier können Psychotherapeuten und Psychiater behilflich sein, um Depressionen vorzubeugen und zu behandeln.

Neuropsychologen helfen dabei, durch den Hirninfarkt entstandene GedÀchtnis- und Aufmerksamkeitsstörungen zu behandeln. Ziel ist es, dass sich die Patienten wieder besser konzentrieren können.

→ Ambulante oder stationĂ€re Rehabilitation: Nach einem Schlaganfall ist es durchaus ĂŒblich, dass die Patienten in eine Reha geschickt werden. Ob eher eine ambulante oder eine stationĂ€re Rehabilitationsmaßnahme geeignet ist, ist auch abhĂ€ngig vom Schweregrad des Schlaganfalls. In der Reha erhĂ€lt der Schlaganfallpatient natĂŒrlich alle erforderlichen und sinnvollen Therapiemaßnahmen, um nach der Maßnahme sein Leben so selbststĂ€ndig wie möglich zu meistern.

→ Rehasport: Gerade nach einem Schlaganfall wird hĂ€ufig auch ein Rehasport vom Arzt verordnet. Der Rehasport dient dazu, dass die Betroffenen wieder in die Gesellschaft bzw. ins Arbeitsleben integriert werden.

→ Selbsthilfegruppen: Nach einem Hirninfarkt ist das Leben meist nicht mehr so wie es vorher war. Schwere physische und psychische Probleme können auftreten. Selbsthilfegruppen können hier Aufbauarbeit leisten, informieren, individuell Probleme besprechen und gemeinsam eine Lösung angehen. Der Austausch mit anderen Betroffenen hilft vielfach schon, um die eigene Situation besser zu verstehen.

Selbsthilfegruppen sind jedoch nicht nur fĂŒr die Betroffenen, sondern auch fĂŒr die Angehörigen gedacht. Denn von den Auswirkungen der Erkrankung ist hĂ€ufig die ganze Familie betroffen.

→ Therapietreue: An dieser Stelle möchte ich noch darauf hinweisen, dass die besten TherapievorschlĂ€ge und Medikamente nichts nĂŒtzen, wenn sich die Patienten nicht daran halten. Die Therapietreue ist wichtig Baustein, um einen weiteren Schlaganfall zu vermeiden.


Pflegesessel in verschiedenen Varianten und Liegepositionen

Ursachen und Risikofaktoren fĂŒr einen Gehirnschlag?

Ob jemand einen Schlaganfall erleidet, hĂ€ngt auch stark von den Risikofaktoren ab. Je mehr Risikofaktoren zusammen kommen, desto höher die Gefahr, dass man „vom Schlag getroffen wird“, wie wir in SĂŒddeutschland sagen. Auch wenn wir im Stuttgarter Raum einen Schlaganfall schon mit dem Begriff „SchlĂ€gle“ verniedlichen, ist mit ihm keinesfalls zu scherzen. Die Gefahr, ihn nicht zu ĂŒberleben, ist sehr groß.

Einige Risikofaktoren können wir selbst beeinflussen und reduzieren, andere nicht.

Nicht beeinflussbare RisikenBeeinflussbare Risiken

Wenn Sie zu der Menschengruppe mit den nicht beeinflussbaren Risiken gehören, haben Sie schon von vornherein eine gewisse Vorbelastung. Da ist es ganz besonders wichtig, dass Sie zumindest die beeinflussbaren Risiken stark minimieren.

Zu den nicht beeinflussbaren Risiken gehören:

Das Geschlecht: Statistisch gesehen erleiden mehr MĂ€nner als Frauen einen Schlaganfall. Es versterben aber auch mehr Frauen an den Folgen eines Hirninfarkts als MĂ€nner.

Das Alter: Je Ă€lter desto anfĂ€lliger fĂŒr einen Schlaganfall.

Die Genetik: Das Risiko fĂŒr einen Hirnschlag ist erhöht, wenn in der Familie bereits Angehörige einen Schlaganfall hatten. Dieses Risiko ist also vererbbar.

70 % aller HirnschlĂ€ge wĂ€ren vermeidbar. Das gibt zu denken! Da macht es doch Sinn, sich ĂŒber die Risikofaktoren Gedanken zu machen und entsprechend gegenzusteuern. Diese Risikofaktoren kann jeder selbst beeinflussen:

  • Alkohol im Übermaß
  • Antibaby-Pille
  • Arteriosklerose
  • Bewegungsmangel
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus
  • Drogen
  • Fettstoffwechselstörungen
  • Herzerkrankungen
  • Hormonersatzbehandlungen bei Frauen in den Wechseljahren
  • Karotisstenose
  • Lungenemobolie (vorangegangene)
  • Rauchen
  • Stress
  • Übergewicht
  • Vorangegangener Schlaganfall

Der Gehirninfarkt ist nicht mehr klassisch eine Erkrankung des Alters. Mir persönlich ist ein Fall bekannt, bei dem ein ungeborenes Kind bereits im Mutterleib einen Schlaganfall erlitt.


Weltweit erstes teilbares Rollstuhlrad zum leichteren Umsetzen

Wichtige Vollmachten und VerfĂŒgungen bei Hirnschlag

Ich weise immer wieder in meinen BeitrĂ€gen darauf hin, wie wichtig es ist, dass schon in jungen Jahren gewisse VerfĂŒgungen und Vollmachten erstellt werden. Ja, man will sich mit schwerer Krankheit und Tod nicht auseinandersetzen. Aber wenn nichts geregelt ist, kann auch nicht nach den WĂŒnschen des Patienten gehandelt werden.

Deshalb sollten ein paar grundlegende Vollmachten vorliegen, die jedoch laufend ergÀnzt und auch neuen Lebenssituationen angepasst werden sollten.

Gerade bei einem Schlaganfall, der eigentlich immer unverhofft kommt, mĂŒssen die Angehörigen wissen, wie es weitergehen soll.

PatientenverfĂŒgungVorsorgevollmachtBetreuungsvollmacht

Liegt eine PatientenverfĂŒgung vor, wissen die Angehörigen und Ärzte genau, welche WĂŒnsche der Betroffene hat. Welchen medizinischen Maßnahmen stimmt er zu und welche lehnt er ab.

Kaum auszudenken: Der Ehemann oder Familienvater liegt im Koma und die Ehefrau darf nicht in die weitere medizinische Behandlung involviert werden. Sie hat kein Recht auf Entscheidung. Das kann passieren, wenn keine Vorsorge- oder Generalvollmacht erstellt wurde.

Auch im nicht medizinischen Bereich kann sie durch die Situation, dass der Ehemann vorĂŒbergehend oder dauerhaft nicht mehr geschĂ€ftsfĂ€hig ist, ohne eine Generalvollmacht schwer in BedrĂ€ngnis geraten.

Wer nicht mehr in der Lage ist, fĂŒr sich selbst zu sorgen, bekommt eine Betreuung zugesprochen. Das hat sich leider bei einem Hirninfarkt sehr schnell. Die gesetzliche Betreuung wird hĂ€ufig vom Gericht an einen Verwandten ĂŒbergeben. Aber halt nicht immer!

Damit im Ernstfall wirklich nur jemand die Betreuung fĂŒr Sie ĂŒbernehmen kann, dem Sie auch wirklich vertrauen, sollte unbedingt noch eine Betreuungsvollmacht erstellt werden. Die Betreuungsvollmacht können sie auch in Ihre Vorsorge-/Generalvollmacht mit integrieren.

FremdworterklÀrung

Aphasie→ erworbene Sprachstörung, z.B. nach einem Schlaganfall
Apoplex / Apoplexie→ Hirnschlag / Schlaganfall
Hemiplegie / Hemiparese→ halbseitige LĂ€hmung (HalbseitenlĂ€hmung)
Stroke→ Schlaganfall
Stroke Unit→ Schlaganfall-Einheit / Schlaganfall-Center / Schlaganfall-Klinik / Schlaganfall-Abteilung

Ansprechpartner und Hilfe fĂŒr Schlaganfallpatienten

Selbsthilfegruppen fĂŒr Schlaganfallbetroffene in Ihrem Umkreis.

Außerdem können Sie sich an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe wenden.


Oma kann wieder alleine duschen
Umbau Wanne zur Dusche in 1 Tag
Bis zu 4.000 Euro Zuschuss


Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe
Das Service-Telefon der Stiftung erreichen Sie ĂŒber 05241 / 97700
Montags bis donnerstags von 9.00 bis 17.00 Uhr
Freitags von 9.00 bis 14.00 Uhr

Mail: info@schlaganfall-hilfe.de

Unser Newsletter
fĂŒr Sie!

Tipps zur Pflegekasse & Pflegegeld,
Kurzzeit- u. Verhinderungspflege, Fehler bei MDK-Begutachtung, Entlastungsbetrag, GesetzesÀnderungen uvm.

Tragen Sie sich jetzt fĂŒr unseren kostenlosen Newsletter ein. Er erscheint 1-2 Mal pro Monat und hat das Ziel, dass Sie sich zukĂŒnftig im Pflegedschungel zurechtfinden und die Pflege erleichtert wird!

Quelle Bildmaterial:#Canva-Member © for free von Minerva Studioreha

Diesen Beitrag in Ihrem Netzwerk teilen