116 117 – Die Nummer fĂŒr den schnellen Arzttermin

Terminservicestellen können bei Bedarf einen schnellen Arzttermin besorgen
Gesetzlich Versicherte sollen genauso schnell einen Arzttermin bekommen wie Privatversicherte. Die Terminservicestellen machen es möglich.

TagtĂ€glich passiert es in Deutschland: Es geht einem nicht gut und man brĂ€uchte dringend einen Termin beim Facharzt. Doch leider sind die ĂŒber Monate hinaus ausgebucht. Hier sollen die Terminservicestellen Abhilfe schaffen und bei dringenden FĂ€llen schnell einen Arzttermin vereinbaren.

Die Terminservicestellen sind Teil des Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG). Doch was bringt nun das Gesetz fĂŒr schnellere Termine und bessere Versorgung im Einzelnen? FĂŒr wen ist es gemacht und wer profitiert davon?

Das Terminservice-Gesetz im Überblick

Das Terminservice- und Versorgungsgesetz gibt es schon seit ein paar Jahren und wird immer wieder erweitert. Folgendes soll damit erreicht werden:

  • Patienten der Gesetzlichen Krankenkasse sollen genauso schnell einen Termin bekommen wie Privatversicherte.
  • Die Terminvermittlung organisiert einen Termin zu Haus-, Kinder- und FachĂ€rzten innerhalb von 4 Wochen.
  • Innerhalb von 2 Wochen muss ein Termin fĂŒr eine psychotherapeutische Akutbehandlung erfolgen.

Ab dem 01.01.2020 sollen folgende Neuerungen eintreten:

  • Die Servicestellen sollen an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr erreichbar sein. Bis 2020 haben die Terminservicestellen noch feste Zeiten, an denen sie erreichbar sind.
  • Die Servicestellen erhalten eine bundeseinheitliche Notdienstnummer 116117. Bis 2020 hat jedes Bundesland seine eigenen Servicestellen.
  • Bei AkutfĂ€llen wird auch wĂ€hrend der Sprechstundenzeiten an Ärzte, Ă€rztlichen Bereitschaftsdienst, KrankenhĂ€user, Notfallambulanzen und Rettungsdienste vermittelt. Die Zuweisung erfolgt nach standardisierten ErsteinschĂ€tzungen.
  • Termine sollen nicht nur telefonisch, sondern auch online oder mittels einer App gebucht werden können.
Terminservicestellen - So bekommen Sie schnell einen Termin beim Arzt
So beantragen Sie einen schnellen Termin bei einer Terminservicestelle. SpĂ€testens 4 Wochen nach Beantragung mĂŒssen Sie einen Arzttermin haben.

So lÀuft die Terminvermittlung ab

Prinzipiell ist zu beachten, dass ĂŒber die Terminservicestellen nur Termine vermittelt werden können, die DRINGLICH sind. Nur dann erhalten Sie eine bevorzugte und zeitnahe Versorgung innerhalb von 4 Wochen.


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  1. Sie erhalten eine Überweisung vom Haus- oder Facharzt. Nur wenn die Überweisung mit einem Code gekennzeichnet ist, haben Sie die Berechtigung auf einen schnellen Termin. (Ausnahme: Zum Augenarzt und GynĂ€kologen wird keine Überweisung benötigt).
  2. Rufen Sie bei der Terminservicestelle an und teilen Sie mit, fĂŒr welchen Arzt Sie einen Behandlungstermin benötigen. Halten Sie Ihre Überweisung mit dem Code und Ihre Krankenkarte parat.
  3. Die Terminservicestelle sucht jetzt einen passenden Termin bei einem entsprechenden Arzt. Innerhalb einer Woche muss sich die Servicestelle bei Ihnen zurĂŒckmelden.
  4. Zwischen Ihrem ersten Anruf bei der Servicestelle und Ihrem Sprechstundentermin beim Arzt dĂŒrfen nicht mehr als 4 Wochen liegen.
  5. Sollte es der Terminservicestelle nicht möglich sein, innerhalb der 4-Wochen-Frist einen Termin fĂŒr Sie zu bekommen, wird sie einen ambulanten Behandlungstermin in einem Krankenhaus fĂŒr Sie vereinbaren.
  6. Der Ihnen genannte Termin ist verbindlich. Sollten Sie Ihren Termin wieder absagen mĂŒssen, muss dieser sowohl beim Arzt als auch bei der Terminservicestelle storniert werden. Der Termin kann dann an andere Patienten weitergegeben werden.

TiPP: Bei Neurologen, Gastroenterologen und Kardiologen ist es meist sehr schwer, einen Termin fĂŒr die Sprechstunde zu bekommen. Dann bieten viele Krankenkassen an (wenn es kein Fall fĂŒr die Terminservicestellen ist) fĂŒr die Patienten einen Termin zu vereinbaren.

Voraussetzungen, um die Terminservicestellen in Anspruch nehmen zu können

Unter folgenden Voraussetzungen können Patienten die Terminservice-Stelle fĂŒr die Vermittlung eines Arzttermins in Anspruch nehmen:

  • Sie mĂŒssen gesetzlich krankenversichert sein.
  • Sie benötigen eine Überweisung zum Facharzt. Er allein entscheidet, ob Ihre Überweisung dringlich ist und Sie den Terminservice in Anspruch nehmen können.
  • FĂŒr Sprechstundentermine beim Augenarzt, GynĂ€kologen oder fĂŒr ein ErstgesprĂ€ch bei einem Psychotherapeuten ist keine Überweisung erforderlich.

Vermittlung Arzttermin: Was ist noch zu beachten?

  • Nehmen Sie den Terminvermittlungsservice erst dann in Anspruch, wenn Sie selbst schon alles versucht haben, um zeitnah einen Behandlungstermin bei Ihrem Wunscharzt zu bekommen.
  • Bei einer Terminvermittlung ĂŒber den Vermittlungsservice können Sie sich den behandelnden Arzt nicht aussuchen.
  • Ebenso wenig können Sie sich eine bestimmte Uhrzeit oder den Ort aussuchen. Sie mĂŒssen den Termin und Arzt nehmen, der gerade frei ist. FĂŒr einen schnellen Termin mĂŒssen Sie eine gewisse Entfernung von Ihrem Wohnort akzeptieren.
  • FĂŒr Routineuntersuchungen oder Bagatell-Erkrankungen gilt die 4-Wochen-Frist nicht. Um eine Bagatell-Erkrankung handelt es sich, wenn nicht zwingend innerhalb von 4 Wochen eine Behandlung notwendig ist.
  • Der Arzt entscheidet, ob eine Überweisung zum Facharzt dringend ist oder nicht.
  • Zu ZahnĂ€rzten und KieferorthopĂ€den kann kein Termin vermittelt werden.
  • Es ist auch eine Vermittlung zu Haus- und KinderĂ€rzten möglich. DafĂŒr wird ebenfalls keine Überweisung benötigt.
  • Termine fĂŒr verschiebbare Untersuchungen (z.B. FrĂŒherkennungsuntersuchungen, Verlaufskontrolluntersuchungen usw.) können nicht ĂŒber den Terminservice gebucht werden.
  • Die Ärzte werden fĂŒr die neuen Serviceleistungen zusĂ€tzlich bezahlt, um einen Anreiz zu haben, Termine fĂŒr AkutfĂ€lle frei zu halten.

Ansonsten haben Patienten auch die Möglichkeit, ĂŒber die Arztsuche der KassenĂ€rztlichen Bundesvereinigung einen Arzt zu suchen.


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Sonderregelung Termine bei Psychotherapeuten

Ganz problematisch war es in der Vergangenheit, einen Termin bei einem Psychotherapeuten zu bekommen. Wartezeiten von 6 bis 12 Monaten waren da keine Seltenheit. Bei psychischen Problemen sind das natĂŒrlich unhaltbare ZustĂ€nde.

Die Terminservicestellen vermitteln nun auch Termine zu Psychotherapeuten. Folgendes sollten Sie dazu wissen:

  • Die Terminservicestelle vermittelt einen Termin fĂŒr ein ErstgesprĂ€ch bei einem Psychotherapeuten. Dazu ist keine Überweisung notwendig.
  • Stellt der Therapeut fest, dass eine psychotherapeutische Akutbehandlung* oder eine probatorische Sitzung** nötig ist, muss er dies in der Patienteninformation vermerken. Mit dieser Empfehlung kann der Patient dann wiederum einen Ersttermin ĂŒber die Terminservicestellen beantragen.
  • Die Terminstelle muss innerhalb von 2 Wochen einen Termin zur Akutbehandlung vermitteln.
  • Über die Terminservicestellen werden weder Kurz- noch Langzeittherapien vermittelt.
  • Es gibt keinen Anspruch auf einen Wunschtherapeuten.

*Definition Akutbehandlung. Eine Akutbehandlung soll zur Besserung akuter Krisen- und AusnahmezustÀnden beitragen. Der Patient soll stabilisiert werden.

**Definition „probatorische Sitzung“: Hier handelt es sich um eine „Probesitzung‘“. Der Psychotherapeut soll herausfinden, ob eine Therapie notwendig ist und welche Therapie die geeignetste wĂ€re. Der Patient hat die Möglichkeit festzustellen, ob der Therapeut seinen Vorstellungen entspricht. Wenn Therapeut und Patient nicht „auf einer WellenlĂ€nge liegen“, kann dies dazu fĂŒhren, dass die Therapie gar nicht richtig greift. Nach der probatorischen Sitzung wird entschieden, wie es weitergeht und ob eine Kurz- oder Langzeitbehandlung notwendig ist und beantragt werden soll.

Rechtsgrundlage Terminservicestellen

Die Terminservicestellen sind Teil des Terminservice- und Versorgungsgesetz TSVG, auch Gesetz fĂŒr schnellere Termine und bessere Versorgung genannt. Mehr dazu finden Sie im Bundesanzeiger.


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Fazit

Vorteil: Wer dringend einen Arzttermin benötigt, kann ĂŒber die Terminservicestellen innerhalb von 4 Wochen vermittelt werden.

Nachteil: Liegt kein Akutfall vor, muss trotzdem unter UmstĂ€nden lange gewartet werden, so wie z.B. auf einen Termin bei einem Kardiologen. Es gibt einfach auf gewissen Gebieten, wie z.B. der Kardiologie oder der Neurologie, zu wenige Ärzte.

Auch bei Ă€lteren Menschen liegt hĂ€ufig keine Akutsituation vor aber sie mĂŒssten dennoch in die Ă€rztliche Sprechstunde. Auch Sie mĂŒssen dann unter UmstĂ€nden sehr lange auf einen Termin warten.

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  • Quelle Grafik: Beier / Pflege-durch-Angehoerige.de

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