Warum ein Seniorenbett eine Alternative zum Pflegebett sein kann

Seniorenbett statt Pflegebett: Wird ein Lebenspartner krank oder pflegebedürftig, ist das schon schlimm genug. Aber oftmals kommt zur Pflegebedürftigkeit auch noch eine räumliche Trennung in den eigenen vier Wänden hinzu, da ein klassisches Pflegebett/Krankenbett in den wenigsten Fällen in das gemeinsame Schlafzimmer passt.

Viele möchten aber auf das gemeinsame Schlafzimmer oder Bett nicht verzichten. Sie möchten den Partner gerne in ihrer Nähe haben. Oder es ist aus pflegerischer Sicht ein gemeinsamer Schlafraum besser.

Ein Seniorenbett ist die ideale Möglichkeit, Zweckmäßigkeit mit Design zu verbinden. Es gibt dazu mehrere Möglichkeiten.

Ein elektrischer Lattenrost ist die einfachste Möglichkeit

Mir selbst ist im engsten Familienkreis schnell klar geworden, wie problematisch es ist, in ein normal großes Schlafzimmer zusätzlich noch ein Pflegebett zu stellen. Um Platz für das Pflegebett zu schaffen, hätte das Ehebett auseinander genommen und zu einem Einzelbett umfunktioniert werden müssen, was aber ohne Einsatz eines Schreiners nicht möglich gewesen wäre.

Die einfachste und schnellste Möglichkeit, aus einem Standardbett ein funktionelles und komfortables Seniorenbett zu machen, ist die Verwendung eines elektrischen Lattenrostes.

Der elektrische Lattenrost bietet einen angenehmen Komfort durch das stufenlos verstellbare Kopf- und Fußteil. Ältere Menschen bekommen oft nicht mehr so gut Luft und sind froh, wenn das Kopfteil individuell höher gestellt werden kann. Es entlastet und lässt freier atmen. Oder das Essen muss im Bett eingenommen werden. Da bietet die Verstellbarkeit der Rückenlehne einen unschätzbaren Komfort.

Ein elektrisch verstellbarer Lattenrost hat unterschiedliche Liegezonen. Diese Zonen haben unterschiedliche Härten und sorgen – gemeinsam mit der Matratze – für ein gutes ergonomisches Liegen. Mittlerweile gibt es Lattenroste auch schon günstig übers Internet zu kaufen, z.B. bei Betten.de.

In der Regel sind elektrisch verstellbare Lattenroste für alle Matratzen geeignet. Eine Ausnahme sind Federkernmatratzen. Sie sind einfach zu wenig flexibel.

Ein großer Nachteil des klassischen, elektrisch verstellbaren Lattenrostes ist, dass er nicht in der Höhe verstellbar ist. Und gerade das ist in der Pflege sehr wichtig.

Der Einlegerahmen als weitere Alternative

Seniorenbett mit rundum verstellbarem Lattenrost
Seniorenbett mit rundum und in der Höhe verstellbarem Lattenrost

Soll das Seniorenbett aber eher als Pflegebett genutzt werden, gibt es auch die Möglichkeit eines Einlegerahmens. Ein Einlegerahmen ist ein Betteinsatz und wird anstelle des Lattenrostes in den Bettkasten gestellt. Der Einlegerahmen hat ebenfalls die Funktion, dass Kopf- und Fußteil verstellt werden können. Zusätzlich ist er aber noch komplett höhenverstellbar.

Bei Bedarf kann jetzt die Matratze mit dem gesamten Rahmen auf eine angenehme Höhe verstellt werden, so dass zum einen ein bequemes und sicheres Ein- und Aussteigen aus dem Bett möglich ist. Zum anderen kann der Hebepflegerahmen aber bis auf eine Höhe von ca. 74 Zentimetern hochgefahren werden, (was der Höhe eines Standard-Esszimmertisches entspricht) und somit ein Arbeiten/Pflegen direkt am liegenden Patienten möglich macht.

Ein Einlegerahmen ist ein sehr guter Ersatz zum klassischen Pflegebett. Gerade bei Pflegebedürftigen, die keine Bettgitter benötigen oder bei denen das Bett nicht zwingend von allen Seiten für die Pflege zugänglich sein muss, bietet sich diese Lösung an.


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Vorteile der Seniorenbetten

Die modernen, multifunktionsfähigen Seniorenbetten bieten nahezu den gleichen Komfort wie die reinen Pflegebetten, sind dabei aber wesentlich moderner im Design. Mir sind bei den Seniorenbetten folgende Vorteile wichtig:

  • Es wird kein separates Pflegezimmer benötigt, was oftmals auch gar nicht vorhanden ist.
  • Das gemeinsame Schlafzimmer kann auch weiterhin benutzt werden.
  • Es wird im Normalfall kein neues Bett benötigt, sondern nur ein elektrisch verstellbarer Bettrost oder ein Einlegerahmen.
  • Je nach Wunsch, kann nur für ein Bett oder für beide Betten ein solcher Komfortrahmen eingebaut werden.
  • Kopf- und Fußteile sind verstellbar. Ebenso ist das Bett durch den Einlegerahmen höhenverstellbar, was der Pflegeperson die Pflege sehr erleichtert.
  • Ein bequemes Sitzen zum Essen oder Lesen ist durch die Verstellmöglichkeiten der Rückenlehne gewährleistet.
  • Auf dem Betteinsatz können spezielle Pflegematratzen, z. B. Dekubitus-Matratzen verwendet werden.
  • Sieht so schick, modern und ansprechend wie ein normales Bett aus (zum Beispiel durch einen Echtholz-Rahmen oder gar einen Lederrahmen), hat aber die Vorteile eines komfortablen, multifunktionalen Pflegebetts.
  • Dadurch, dass nahezu jedes handelsübliche Bettgestell verwendet werden kann, paßt sich das Bett dem eigenen Geschmack und dem Style der Wohnung an.
  • 24-Volt-Kleinspannung für hohe Sicherheit, da die spannungsführenden Elemente außerhalb des Betts angebracht sind (keine Brandgefahr).
  • Für ältere Personen ist ein Heberahmen auch ganz besonders geeignet um die Betten neu zu beziehen. Das tiefe Bücken und hochheben der schweren Matratzen wird wesentlich erleichtert.

Kostenübernahme durch die Krankenversicherung

Die Kosten für einen verstellbaren Einlegerahmen werden von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen,

  • wenn die pflegebedürftige Person aufgrund fehlender Kraft das Bett nicht mehr manuell verstellen kann.
  • Wenn die Pflegeperson mangels eigene Kraft oder vorliegender Erkrankungen das Bett nicht manuell verstellen kann.
  • Wenn wegen der engen räumlichen Verhältnisse ein Pflegebett nicht eingesetzt werden kann, bzw. der Einlegerahmen die wirtschaftlichere Alternative darstellt. Versorgungsbereich gemäß § 126 SGB V: 19 A

Der Einlegerahmen muss als Hilfsmittel beantragt werden.

Bezugsquellen

Wenn Sie ein Seniorenbett mit einer Rundum- sowie Höhenverstellmöglichkeit als Ersatz für ein Pflegebett benötigen, sollten Sie auf eine gute Qualität und fachmännische Beratung achten. Denn ein Bett das für die Pflege eingesetzt wird, wird wesentlich mehr beansprucht. Fachmännische Beratung bekommen Sie zum Beispiel in einem Sanitätshaus. Dort kann man Ihnen auch genau sagen, welches Bett für Ihre Anforderungen geeignet ist.

Eine weitere Möglichkeit ist auch eine Beratung und Bestellung im Online-Sanitätshaus. Sie können hier schon mal vorab einen Katalog anfordern.

Mein Fazit:

Es muss nicht immer ein teures Boxspringbett sein, das eine bequeme Ein-/Ausstiegshöhe hat. Bevor man sein liebgewonnenes Bett, an dem unter Umständen viele Erinnerungen hängen, gegen ein klassisches Pflegebett austauscht, lohnt sich ein prüfender Blick, ob es nicht doch ausreicht, mit einem elektrisch verstellbaren Lattenrost oder einem Einlegerahmen das Bett den persönlichen Bedürfnissen anzupassen.
 


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Bettsystem Lippe Burmeier / www.Pflegebetten-24.de

Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.

5 Antworten auf „Warum ein Seniorenbett eine Alternative zum Pflegebett sein kann“

Unter Umständen können Sie einen Heberahmen von der Pflegekasse bekommen. Dieser muss dann bei der Kasse als Hilfsmittel beantragt werden. Ansonsten können Sie den Rahmen bei einem Sanitätshaus kaufen oder übers Internet bestellen. Wenn Sie im Internet bestellen möchten, kann ich Ihnen auch eine sehr gute Adresse nennen. Sie werden dort auch sehr gut und ausführlich beraten.
Geben Sie mir dazu dann einfach kurz Bescheid.

Hallo,
was muss ich tun, um so einen Hebepflegerahmen zu bestellen und was kostet er? Passt er in alle Betten? Vielen Dank.

Für meinen Opa haben wir ein elektrisches Lattenrost gekauft das man auch von der höhe vorstellen konnte. Als Pflegebett ist ein elektrisches Lattenrost sehr gut geeignet.

Der Einlegerahmen wird ja in den Bettkasten gestellt. Deshalb kann der Einlegerahmen maximal bis auf Höhe des Bettkastens nach unten gefahren werden. Für Menschen mit Bettflucht sind dagegen Niederflurbetten, die relativ weit nach unten gefahren werden können, besser. Die Wahl des richtigen “Pflegebettes oder Seniorenbettes” ist vom Einzelfall abhängig.

wäre es auch nicht sinnvoll wenn das Bett nicht nur höherverstellbar wäre sondern auch nach unten hin tiefer verstellbar wäre?

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