Was Sie über “Angebote zur Unterstützung im Alltag” wissen sollten

Die Angebote zur Unterstützung im Alltag – sind wichtige Leistungen sowohl für den Pflegebedürftigen selbst als auch für die Pflegenden. Es handelt sich hierbei um einen zweckgebunden Geldbetrag, den sogenannten Entlastungsbetrag, der zum einen zum Beispiel für die zusätzliche Förderung der pflegebedürftigen Menschen eingesetzt werden kann, aber auch zur Entlastung der Pflegeperson.

Neuerungen des Pflegestärkungsgesetzes (PSG II) seit 2017

Viele kennen die “Angebote zur Unterstützung im Alltag” noch mit anderen Begrifflichkeiten. Doch seit dem 01.01.2017 gibt es diverse Änderungen.

  • Seit 2017 erhalten alle Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 1 bis 5 einen Entlastungsbetrag von jeweils 125 Euro pro Monat.
  • Der doppelte Betrag für Menschen mit eingeschränkter Alltagskompetenz entfällt.
  • Aus dem Begriff “zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen” wird der Begriff “Entlastungsbetrag”.
  • Der Begriff “niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote” wird ersetzt durch “Angebote zur Unterstützung im Alltag”.

Welche Leistungen können mit dem Entlastungsbetrag bezahlt werden?

Mit dem Entlastungsbetrag können Sie unter anderem folgende Leistungen bezahlen:

Mehr zur Verrechnung des Entlastungsbetrags mit anderen Leistungen erfahren Sie in meinen Beiträgen Das bringt der Entlastungsbetrag sowie Kurzzeitpflege mit dem Entlastungsbetrag verrechnen.

Was sind Angebote zur Unterstützung im Alltag?

Die Betreuungsangebote können sehr vielfältig sein und sollen auch die Angehörigen entlasten.

Eine grundlegende Beschreibung finden Sie in meinem Beitrag “Was sind „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ und wer bietet diese an

Hier einige Beispiele

  • Beratung und Schulung von pflegenden Angehörigen.
  • Stundenweise Betreuung von Demenzkranken.
  • Unterstützung des Hilfebedürftigen beim Pflegen von sozialen Kontakten.
  • Betreuung von Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit.
  • Familien entlastende und unterstützende Dienstleistungen wie z. B. Begleitung beim Besuch des Friedhofs, in den Zoos oder ins Konzerts, zu öffentlichen Veranstaltungen, Ausflügen usw.
  • Entlastung der Familie bei Behördengängen, Arztbesuchen.
  • Unterstützung der Pflegeperson im Haushalt und bei der hauswirtschaftlichen Versorgung (haushaltsnahe Dienstleistungen).
  • Unterstützung bei der Einkaufsplanung und beim Einkaufen.
  • Individuelle Hilfe für Organisation und Bewältigung des Alltags.
  • Beaufsichtigung von sturzgefährdeten Personen.
  • Beschäftigungstherapie mit Ergotherapeuten.
  • Entspannungstherapien, Förderung der Motorik.
  • Begleitung als Betreuungsperson im Urlaub, betreute Reisen und Unternehmungen.
  • Gedächtnistraining, Tanzen, Gymnastik.
  • Förderung von Hobbys und Beschäftigungen.
  • Musiktherapieanleitung.
  • Sitzwachen.
  • Lesen von Büchern, Zeitungen usw.

Meine Empfehlung:
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Muss ein Antrag für den Entlastungsbetrag gestellt werden?

Um die Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch nehmen zu können und den Betreuungsbetrag auch bezahlt zu bekommen, muss ein Antrag bei der Pflegekasse/Krankenkasse gestellt werden.

Damit Sie die Kosten erstattet bekommen, müssen die Rechnungen/Belege der anerkannten Leistungserbringer vorgelegt werden. Alternativ können die Leistungserbringer auch direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Der Entlastungsbetrag ist eine Kostenerstattung, das heißt, die anerkannten Beträge werden nicht frei ausbezahlt sondern sind mit Rechnungen zu belegen. Nur die tatsächlich entstandenen und belegten Kosten werden erstattet.

Klären Sie mit Ihrer Pflegekasse im Vorfeld, welche Leistungserbringer zugelassen sind, damit Sie dessen Kosten auch wirklich erstattet bekommen.

ExtraTipp: Was Sie über stundenweise Verhinderungspflege wissen sollten und was zu tun ist, damit Ihnen das Pflegegeld nicht gekürzt wird, lesen Sie bitte meinem Beitrag über die stundenweise Verhinderungspflege.

Müssen die zustehenden Beträge in einem Jahr verbraucht werden?

Nein. Es gibt die Möglichkeit, nicht in Anspruch genommene Leistungen in das nächste Kalenderjahr zu übertragen. Allerdings müssen die dann spätestens bis Ende des Kalenderhalbjahres aufgebraucht sein.

Alle Kosten, die Sie nicht von Versicherungsträgern usw. erstattet bekommen, sollten Sie unbedingt bei der Jahressteuer als Außergewöhnliche Belastung geltend machen.


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Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.

44 Antworten auf „Was Sie über “Angebote zur Unterstützung im Alltag” wissen sollten“

Die Gesetze zum Entlastungsbetrag sind von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Das betrifft auch die Zulassungen – und damit zusammenhängend, wer über diese Leistungen abrechnen darf.
Bitte setzen Sie sich mit der Pflegekasse der Dame in Verbindung und klären Sie, ob Sie als Alltagshelferin bei der Kasse zugelassen sind und über die Kasse abrechnen können. Bei der Kasse kann man Ihnen auch sagen, wie lange rückwirkend Sie diese Leistungen abrechnen können.

Hallo,
Meine Frage: ich mach bei einer Dame den Haushalt. Wir würden das über den Entlastungsbetrag 125 € laufen lassen. Habe den Schein
Nachbarhelfe. Wir würden das rückwirkend machen. Wie lange geht das? MfG Jamaa Aanan

Guten Tag, unser Sohn (8) hat den Pflegegrad 4. Wir rechnen seit Jahren die Entlastungsleistungen mit einem Bekannten und der Kasse ab! Wir sind in NRW und haben bei der Kasse angefragt, ob man für diese Art des Angebotes was wir nutzen auch die 40 % der Sachleistungen nutzen kann! Die Kasse sagt nein! Stimmt das?

Pflegegrad 1 wegen Depressionen wurde nun anerkannt. Meine Tochter kümmert sich um anstehende Dinge wie ab und an einkaufen, Begleitung zu Terminen die die ambulante Betreuung nicht begleitet..sie putzt hier 2 mal die Woche und ist eigentlich immer für mich da wenn ich sie brauche.Sie darf aber den Pauschalbetrag nicht erhalten?Ich möchte keine fremden Menschen im Haus haben, die ambulante Betreuung ist schwierig genug in meiner Situation 🙁

Ich pflege meine Mutter und hat den Pflegegrad 5, sie ist ans Bett gebunden und meine Kinder helfen ebenfalls mit. Wir kriegen aber nur Pflegegeld, hat man da eine Möglichkeit weitere zusätzliche Geldleistungen zu bekommen?

Sie schreiben, dass auch eine freiwillige Helferin vom jeweiligen Land anerksmnt die Haushaltshilfe und Einkäufe übernehmen darf. Wiss. muss ich der Krankenkasse einreichen, damit die bez ahlung such abgesichert ist.

Welchen Sinn macht es einen Erstattungsbetrag für Alltagsleistungen von dem der Verhinderungspflege abzugrenzen, wenn das Geld des Erstattungsbetrages auch für die Kosten der Verhinderungspflege verwendet werden kann, wie es sich aus ihrem Bericht ergibt? Man könnte doch gleich von vorenherein die Vehinderungspflege um diesen Betrag erhöhen? Nachbarn und Freunde dürfen die Verhinderungspflege leisten und somit auch die Leistungen für den Erstattungsbetrag?
Bitte klären sie mich über diesen Konflikt auf.

Hallo Anna.

Den Entlastungsbeitrag dürfen nur zertifizierte Dienste direkt bei den Kassen abrechnen. Ich würde den Haushaltsservice mal fragen, ob er nach §45b anerkannt ist. Viele dieser Dienstleister sind es nämlich.
Es klingt jetzt vielleicht verrückt, aber schau mal nach “Demenzbetreuungs – Diensten” in deiner Nähe.
Diese übernehmen auch hauswirtschaftliche Leitungen.

Liebe Grüße Babsy
(Senio Aktiv)

Anerkannt bedeutet, dass es ein Serviceangebot sein muss, das von der Pflegekasse anerkannt ist. Bei dem Entlastungsbetrag ist dies leider auch noch von Bundesland zu Bundesland ganz unterschiedlich. Hinzu kommt, dass ein Pflegedienst meist wesentlich teurer als ein Haushaltshilfeservice ist. Fragen Sie doch mal bei Ihrem zuständigen Pflegestützpunkt nach, ob er vielleicht eine Auflistung von Anbietern für den Entlastungsbetrag hat.

Hallo,

ich wäre über eine Antwort sehr dankbar.
Meine Tochter hat den Pflegegrad 2 und wir würden gern den Entlastungsbetrag nutzen, um eine Haushaltshilfe mitzufinanzieren.
Nun sagte mir unsere Pflegekasse, dass dies grundsätzlich möglich sei, aber dass dies nur über einen ambulanten Pflegedienst möglich sei. Nun verhält es sich aber so, dass die örtlichen Pflegedienste leider gar nicht die Kapazitäten haben, eine Haushaltshilfe anzubieten. Ich habe jetzt einen zuverlässigen Haushaltshilfeservice gefunden, der allerdings kein Pflegedienst ist.
Muss die Pflegekasse das trotzdem anerkennen?
Was bedeutet anerkannte Haushalts- und Serviceangebote?
Kann mir jemand helfen? Das wäre ganz wunderbar.
Vielen lieben Dank im Voraus.

Mit freundlichen Grüßen!
Anna

Kann ich als Tochter,bei meiner Mutter die Betreuungsleistungen nach Paragraph 45 abrechnen? Bin gelernte Altenpflegerin mit Ausbildung PDl und Ausbildung nach Paragraph45.Bitte um eine konkrete Aussage.

Angebote zur Unterstützung im Alltag
zählt zu dieser Unterstützung auch die Übernahme der Kosten für einen warmen Mittagstisch “Essen auf Rädern”?

Mein 44jähriger Sohn hat Pflegestufe 2 mit zusätzlicher Betreuung von 104 Euro monatlich. Wir haben das die letzten 2 Jahre nicht in Anspruch genommen.
Nun haben wir Urlaub an der Nordsee geplant. Um uns zu entlasten würde nun meine Tochter und Schwiegersohn mitfahren um mit dem Bruder was zu unternehmen (Schifffahrten, Disco-Besuch, Kino usw.), was uns altershalber schwer fällt.
Kann auch in diesem Fall das Betreuungsgeld in Anspruch genommen werden.

Mein 44jähriger Sohn ist geistig behindert und hat Pflegestufe 2.
Es geht um die zusätzlichen Betreuung von 104 Euro monatlich, was auch genehmigt ist.
Ich habe das letztes Jahr nicht in Anspruch genommen.
Nun ist ein Urlaub an der Nordsee geplant mit meiner Tochter und Schwiegersohn. Um uns bei dem Urlaub zu entlasten und auch mit dem Bruder etwas zu unternehmen, was uns altershalber schwer fällt, wäre es schön, wenn sie die zusätzlichen Betreuungskosten bekommen würden.
Ist das rechtlich so vorgesehen?

Hallo Herr Beier,

für meine Mutter bekomme ich Pflegegeld.
Nun habe ich mich bei der Sozialstation, bei der wir Mitglied sind, erkundigt, ob eine einmalige wöchentliche Hilfeleistung für Baden oder Duschen erfolgen kann.
Sämtliche anderen Leistungen, Kochen, Putzen,Einkaufen und Körperpflege morgens und zu sonstigen Zeiten werden durch mich bzw. meinem Bruder durchgeführt.
Jetzt verlangt die Sozialstation, dass wir Kombinierte Pflege und Sachleistungen beantragen sollen, damit diese wöchentliche Arbeit direkt mit der Kasse abgerechnet werden kann.
Meine Frage: Einmal in der Woche Pflegedienst – kann ich diese Leistung auch mir in Rechnung stellen lassen und selbst bei den Betreuungs- und Entlastungsleistungen geltend machen?

Viele Grüße
P. Klemm

Wir haben osteuropäische Pflegerinnen zur 24 Stunden Pflege und 24 Stunden Betreuung. Pflegesachleistungen können nicht abgerechnet werden, aber die Verhinderungspflege kann in Anspruch genommen werden. Den kompletten Betrag konnten wir als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Unser zwei Perlen haben uns in der Not sehr geholfen und tun dies immer noch täglich. Eine preiswertere Pflege und Betreuung war uns nirgends möglich. Und den Damen ist auch sehr geholfen.

Hallo und guten Tag zusammen.

Ich habe für meine Mutter 76 J., Pflegestufe 2, den Pflegedienst einmal täglich im Haus. Dessen Kosten werden über die Pflegekombileistungen auch problemlos übernommen. Allerdings werden die ausgewiesenen Investitionskosten nicht von der Pflegekasse übernommen.
Zusätzlich habe ich über Nachbarschaftshilfe eine Putzhilfe für meine Mutter, deren Kosten werden mir über den Pflegedienst in Rechnung gestellt.
Diese Rechnung reiche ich monatlich bei der Pflegekasse ein, um über die 104€ “Regel” eine Rückerstattung zu bekommen. Hat die ganze Zeit auch geklappt, allerdings weigert sich die Kasse seit einem Monat von diesen 104 Euro auch die (übriggebliebenen) Investitionskosten zu zahlen. Die Rechnung der Nachbarschaftshilfe beläuft sich ca. auf 70 €, also müssten ca.34 € übrig sein.
Ist es zulässig, dass die Kasse sich weigert, die Investkosten in Höhe von ca. 10 € aus diesem Kontingent zu übernehmen?

Danke im Voraus und allen anderen Pflegenden viel Kraft!
Peter

Hallo,

es gibt ja die Möglichkeit nach § 45a, Leistungen nach § 45b auch durch aus den Leistungen nach § 36 zu finanzieren. Aber ist gibt da einen Satz der mir nicht ganz kler ist.
“Pflegebedürftige in häuslicher Pflege können danach eine Kostenerstattung zum Ersatz von Aufwendungen für Leistungen der nach Landesrecht anerkannten Angebote zur Unterstützung im Alltag unter Anrechnung auf ihren Anspruch auf ambulante Pflegesachleistungen erhalten, soweit für den entsprechenden Leistungsbetrag nach § 36 in dem jeweiligen Kalendermonat keine ambulanten Pflegesachleistungen bezogen wurden.”

Heißt das jetzt ich darf in dem Monat garkeine Leistungen nach §36 in Anspruch nehmen, wenn ich diese Umwandlung machen möchte oder darf ich 60% der Leistungen nach §36 in Anspuch nehmen und dann noch 40 % nach §45b?

Mfg

Heiko

Ich darf Sie aus rechtlichen Gründen nicht beraten.
Ich empfehle Ihnen aber, sich mit einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe in Verbindung zu setzen. Dort bekommen Sie auch telefonisch Auskunft. Pflegestützpunkt beraten kostenlos.

Oben im Artikel schreiben Sie im Abschnitt “Welche Leistungen können mit diesen Geldern bezahlt werden”, dass auch Verhinderungspflege mit den Geldern der “Zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen” bezahlt werden können.
Ist hier auch Verhinderungspflege durch Nachbarn gemeint, die allerdings über keine Zertifizierung nach §45 b SGB XI verfügen?
Das Kontingent der Verhinderungspflege haben wir zusammen mit 50% nicht genutzter Kurzzeitpflege bereits ausgeschöpft. Nun frage ich mich, ob ich zu meiner Entlastung bei der Pflege meines geistig behinderten Bruders die Leistungen der bereits bewilligten “Zusätzlichen Betreuungs- und Entlastungsleistungen” auch in die beschrieben Verhinderungspflege umwandeln kann.
Bitte helfen Sie mir mit der Erklärung Ihrer obigen Auflistung.
Ich stelle übrigens allgemein fest, dass es wohl sehr schwer ist, auch die Feinheiten des Pflegegesetzes umfassend darzustellen. Es bleiben leider immer wieder Fragen offen, was das Ganze leider noch viel mühseliger macht oft als die Pflege selbst.

Hallo Herr Meier,

danke für Ihre ausführliche Antwort!
Damit helfen Sie mir sehr weiter.

Herzliche Grüße
Uli Roth

Hallo Herr Roth,
ich darf Sie aus rechtlichen Gründen nicht beraten.
Trotzdem möchte ich Ihnen dazu kurz ein paar Worte sagen:
– Der Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen ist Ermessenssache der Pflegekasse. D.h., die Sachbearbeiter der PK entscheiden, welche Maßnahmen genehmigt und welche nicht genehmigt werden.
– Nachträglich (und vor allem rückwirkend über 2 Jahre) ist immer schwierig.
– 2014 lag der Zuschuss noch bei ca. 2.500 Euro anstatt bei 4.000 Euro
– Trotz allem lohnt es sich immer wieder, solche Dinge persönlich mit dem zuständigen Sachbearbeiter der Pflegekasse zu klären. Es bringt oft schon viel, wenn die persönliche Situation erklärt wird. Die Mitarbeiter der Pflegekasse kennen die einzelnen Fälle ja nur als Aktenlage und nicht persönlich als betroffenen Menschen.
Es tut mir leid, daß ich Ihnen keinen besseren Bescheid geben kann.
Viele Grüße
Otto Beier

Hallo Herr Beier,

kann man die 4000,–€ Zuschuss für einen Badezimmer auch nachträglich beantragen. Wir mussten 2014, nach einem Oberschenkelhalsbruch sehr schnell reagieren und bauten gleich ein Bad weil meine Mutter keine Treppe mehr steigen konnte. Auf tel. Nachfrage bei der Krankenkasse sagte man mir damals, nein dafür bekommen sie keinen Zuschuss. Das Schlafzimmer haben wir durch umräumen auf die gleiche Etage verlegt.

Danke für Ihre Antwort
Uli Roth

Sie müssen bei der Pflegekasse einen Antrag stellen. Wie das geht, lesen Sie in meinem Beitrag Antrag behindertengerechter Wohnungsumbau. Voraussetzung ist eine Pflegestufe.
Beim Kostenvoranschlag sollten Sie nachsehen, ob dort Hilfsmittel mit angeboten werden (z.B. Haltestangen). Diese sollten sie separat bei der Krankenkasse beantragen (Hilfsmittel sind Krankenkassenleistungen und keine Pflegekassenleistungen). Damit haben Sie mehr finanzielle Mittel für den eigentlichen Umbau zur Verfügung.

Hallo,
was muss ich tun um die 4000,–€ Zuschuss für einen Badezimmer Umbau zu erhalten? Insgesamt kostet der Umbau fast 18.000€. Wie rechne ich dabei die Kosten für Toilette und Dusche um?

Ich darf Sie nicht beraten. Ich würde Ihnen aber empfehlen, daß Sie sich mit einemPflegestützpunkt in Verbindung setzen. Pflegestützpunkte dürfen beraten und arbeiten kostenlos. Außerdem kann die Gesamtsituation dort besprochen werden, um vielleicht abzuklären, was Ihre Mutter sonst noch benötigt (z.B. Hilfsmittel oder Pflegehilfsmittel) usw., um gut versorgt zu sein.

ich bin total verwirrt!!! ich kümmere mich seit geraumer zeit sehr intensiv um meine mutter, 84 j, pflegestufe 1. – sie kann z.z. nur ganz wenige schritte laufen. d.h. ich erledige sämtliche einkäufe, koche jeden tag, räume bei ihr auf, kümmere mich so ziemlich um alles. alle 2 wochen kommt eine reinigungskraft. ich selbst erhalte eine vollen erwerbminderungsrente. kann ich in dieser situation irgendwelche gelder beantragen?

Fragen Sie doch mal beim Pflegedienst direkt nach, warum die Damen die Tische und Sessel nicht verrutschen dürfen. Ansonsten hätten Sie ja auch die Möglichkeit, eine Reinigungskraft die auf Rechnung arbeitet zu engagieren. Klären Sie das aber bitte vorher mit Ihrer Krankenkasse.

Seit 3 Jahren Pflege ich meine 2 Tanten , die mit im Haus wohnen und bin Vollzeit beschäftigt. Zu meiner Entlastung habe ich die Pflegedienstleitung von 104€ beantragt bzw. Doppelt ,da sie ja zu zweit sind, beide haben die Pflegestufe 1. Jetzt kommt jede Woche eine Hilfe ( wenn sie nicht krank ist) und übernimmt die Reinigung der Wohnung, und da liegt jetzt mein Problem, es werden keine Tische verschoben ( muss meine Tante selbst machen ) kein Sessel verrutscht , nichts ! Bei Nachfrage : Das dürfen wir nicht !
Kann dass sein ?
Ich schaffe viel, aber zwei Haushalten sauber zu halten fällt mir langsam schwer, doch so kann es auch nicht weiter gehen.
Die Dame wird vom Pflegedienst gestellt.

Hallo Gaby,
genau das Problem habe ich auch. Meine Tochter würde diese Pflege übernehmen.
Aber da meine Tochter einen anderen Nachnamen hat und auch woanders wohnt, werden wir das einfach mal so beantragen. Woher weiß die Kasse das Deine Schwägerin auch deine Schwägerin ist? Vorrausgesetzt ihr habt verschiedene Nachnamen. Zuviel Ehrlichkeit ist nicht immer ratsam. Es geht schließlich um den zu pflegenden Angehörigen. Ich finde es ganz schlimm, das es einem bei der privaten Pflege so schwer gemacht wird und da wundert man sich das viele Menschen einfach ins Heim gebracht werden. Nicht jeder hat die Kraft den Angehörigen zu pflegen und sich gleichzeitig mit der Krankenkasse rumzuschlagen.
Mein Tipp: Immer versuchen die Lücken zu finden, denn die gibt es!!

Hallo,

ich möchte die 104€ zusätzliche Betreuungskosten beantragen. Meine Schwägerin wuerde das übernehmen die Altenpflegerin ist.

Jetzt sagt meine Kasse das Verwandte des 1+2 Grades das nicht übernehmen koennen.

Stimmt das?

Kann mir wenn jemand einen Paragraphen nennen wo das steht.

Danke und Gruss Gaby

Bezug auf Chris F., 23. Oktober 2015 at 10:09
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

@Chris F, schon Erfolge?

Wir haben genau das gleiche (?) Problem.

Meine Mutter ist jetzt ins Heim gekommen, nach 4 Wochen Kurzzeitpflege und 4 Wochen Verhinderungspflege jetzt Vollstationär.

Das Heim hat für die beiden Monate SEP und OKT jeweise 1mal die 104€ abgerechnet, es bleibt aber natürlich noch ein erheblicher Restbetrag offen, der beglichen werden muss

Lt. verschiedenen Quellen kann man diese 104€ ja “ansparen” und sogar ins nächste Jahr übertragen, also muss man ja auch rückwirkend drauf “zugreifen” können.

Die “Leistung” wurde am 27/7 beantragt, die BEK sagt, dann gibts auch rückwirkend nur 104€ ab Juli einschl.

Aber die Gelder stehen ja JEDEM am 1/1 zu – nur muss eine ERSTATTUNG dann noch beantragt werden mit entsprechendem Nachweis – bei mir Rechnung der Pflegeeinrichtung über 17xx€.

BEK will aber erst ab Juli zahlen – was ist richtig?

Hallo Herr Beier,
Danke für Ihre Antwort.

Wir sind jetzt gut gerüstet und steigen mit der Pflegekasse in den Ring!

Die Pflegekasse hat uns diese Leistungen nachträglich genehmigt und bezahlt – und zwar ohne großes Aufhebens. Ich habe aber schon öfter gehört, daß nicht alle Kassen so einfach bezahlen.
Geregelt ist das hier
§ 45b SGB XI Zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen, Verordnungsermächtigung

Hallo Zusammen. Nachdem wir uns seit ein paar Tagen mit der Krankenkasse herumschlagen:

Es besteht ein Anspruch auf Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Höhe von 104 EUR pro Monat. Wir wurden NACH Erbringung der Leistungen durch einen Pflegedienst durch eben diesen darauf hingewiesen, dass die Beantragung durch den Versicherten erfolgen muss. Aus dem Pflegegesetz (Sozialgesetzbuch §45b?) geht nicht hervor, ab wann der Anspruch auf Zahlungen für Entlastungsleistungen besteht.

Konkret werden ja innerhalb eines Kalenderjahres die monatlichen Entlastungsleistungen 104 EUR addiert, so dass innerhalb des Kalenderjahres bis zu 1248 EUR zur Verfügung stehen.

Die Pflegekasse teilte nun mit, dass ein Anspruch auf Zuzahlung (in diesem Fall auf Addition der monatlichen Zuzahlungen) erst in dem Monat beginnt, in dem ein entsprechender Antrag gestellt wurde. Ist es somit richtig, dass für Pflegeleistungen , welche z.b. im September erbracht wurden und im Oktober durch Einreichung einer entsprechenden Rechnung beantragt wurden, noch keine Addition erfolgte und somit erst für Pflegeleistungen ab Oktober 104 EUR zur Verfügung stehen?

Falls ja, gibt es hierfür aus dem Pflegegesetz entsprechende Textpassagen, die das ganze belegen? In der Theorie müsste dann ja bereits im Januar ein Antrag gestellt werden, um im Kalenderjahr auf den Höchstbetrag zu kommen, auch wenn im Januar noch gar keine entsprechende Pflegeleistung erbracht wird oder gar planbar ist?

Kennt sich hier jemand ein wenig mit der Materie aus ?

Beste Grüße aus München

Fragen Sie bei Ihrer Kasse nach, wo Sie einen Kurs belegen können. Oder setzen Sie sich mit einem Pflegestützpunkt in Verbindung. Vielleicht kann Ihnen dort weitergeholfen werden. Unter Umständen können Sie einen Pflegegrundkurs auch bei Ihrem Pflegedienst erhalten.

Seit Oktober 2013 habe ich für meinen Mann die Plegestufe 3 und die o.a. 100,00 – jetzt ja 104,00 – schriftlich vorliegen. Pflege, Hilfsmittel und die Vertretung bekomme
ich. O.K. Seit Oktober 2014 habe ich eine private Hilfskraft für den Haushalt und
bekomme aber dafür keine finanzielle Hilfe ( z. B. die 104,00 – welche ich noch nie abgefordert habe. ) Ein erforderlicher Weg wäre ja jetzt über die Nachbarschaftshilfe,
nur wäre dafür extra ein Pflegegrundkurs nötig. Die Pflegekasse kann mir aber
keinen in Bad Segeberg anbieten..
WAS KANN MAN DANN UNTERNEHMEN ??

Was ist unter anerkannte Haushalts – und Service Leistungen zu verstehen?
Sehr gute Information zu den Sachverhalt.
Tschüß

Danke für die sehr gute Zusammenfassung bzw. Übersicht.
Leider werden auch diesen Text zu wenig Betroffene lesen.
Grüße aus Berlin-Brandenburg

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