Was Sie über “Angebote zur Unterstützung im Alltag” wissen sollten

Die Angebote zur Unterstützung im Alltag – sind wichtige Leistungen sowohl für den Pflegebedürftigen selbst als auch für die Pflegenden. Es handelt sich hierbei um einen zweckgebunden Geldbetrag, den sogenannten Entlastungsbetrag, der zum einen zum Beispiel für die zusätzliche Förderung der pflegebedürftigen Menschen eingesetzt werden kann, aber auch zur Entlastung der Pflegeperson.

Welche Leistungen können mit dem Entlastungsbetrag bezahlt werden?

Mit dem Entlastungsbetrag können Sie unter anderem folgende Leistungen bezahlen:

 

Faltbarer elektrischer Rollstuhl anstatt elektrische Schiebehilfe

Mehr zur Verrechnung des Entlastungsbetrags mit anderen Leistungen erfahren Sie in meinen Beiträgen zum Entlastungsbetrag sowie Kurzzeitpflege mit dem Entlastungsbetrag verrechnen.

Was sind Angebote zur Unterstützung im Alltag?

Die Betreuungsangebote können sehr vielfältig sein und sollen auch die Angehörigen entlasten.

Eine grundlegende Beschreibung finden Sie in meinem Beitrag “Was sind „Angebote zur Unterstützung im Alltag“ und wer bietet diese an

Hier einige Beispiele

  • Beratung und Schulung von pflegenden Angehörigen.
  • Stundenweise Betreuung von Demenzkranken.
  • Unterstützung des Hilfebedürftigen beim Pflegen von sozialen Kontakten.
  • Betreuung von Pflegebedürftigen in der eigenen Häuslichkeit.
  • Familien entlastende und unterstützende Dienstleistungen wie z. B. Begleitung beim Besuch des Friedhofs, in den Zoos oder ins Konzerts, zu öffentlichen Veranstaltungen, Ausflügen usw.
  • Entlastung der Familie bei Behördengängen, Arztbesuchen.
  • Unterstützung der Pflegeperson im Haushalt und bei der hauswirtschaftlichen Versorgung (haushaltsnahe Dienstleistungen).
  • Unterstützung bei der Einkaufsplanung und beim Einkaufen.
  • Individuelle Hilfe für Organisation und Bewältigung des Alltags.
  • Beaufsichtigung von sturzgefährdeten Personen.
  • Beschäftigungstherapie mit Ergotherapeuten.
  • Entspannungstherapien, Förderung der Motorik.
  • Begleitung als Betreuungsperson im Urlaub, betreute Reisen und Unternehmungen.
  • Gedächtnistraining, Tanzen, Gymnastik.
  • Förderung von Hobbys und Beschäftigungen.
  • Musiktherapieanleitung.
  • Sitzwachen.
  • Lesen von Büchern, Zeitungen usw.

 icon-hand-o-rightNützliche Alltagshilfen:
icon-plus  Kostenlose Pflegehilfsmittel für bis zu 60 Euro pro Monat !
icon-plus  Treppenlifte – Mit Pflegegrad bis 4.000 Euro Zuschuss !
icon-plus  Nachträglicher Einbau Badewannentüre – Innerhalb weniger Stunden !
icon-plus  Seniorentablet - Für Menschen mit + ohne Demenz. 14 Tage kostenlos testen!


Muss ein Antrag für den Entlastungsbetrag gestellt werden?

Um die Angebote zur Unterstützung im Alltag in Anspruch nehmen zu können und den Betreuungsbetrag auch bezahlt zu bekommen, muss ein Antrag bei der Pflegekasse/Krankenkasse gestellt werden.

Damit Sie die Kosten erstattet bekommen, müssen die Rechnungen/Belege der anerkannten Leistungserbringer vorgelegt werden. Alternativ können die Leistungserbringer auch direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Der Entlastungsbetrag ist eine Kostenerstattung, das heißt, die anerkannten Beträge werden nicht frei ausbezahlt sondern sind mit Rechnungen zu belegen. Nur die tatsächlich entstandenen und belegten Kosten werden erstattet.

Klären Sie mit Ihrer Pflegekasse im Vorfeld, welche Leistungserbringer zugelassen sind, damit Sie dessen Kosten auch wirklich erstattet bekommen.

ExtraTipp: Was Sie über stundenweise Verhinderungspflege wissen sollten und was zu tun ist, damit Ihnen das Pflegegeld nicht gekürzt wird, lesen Sie bitte meinem Beitrag über die stundenweise Verhinderungspflege.

Müssen die zustehenden Beträge in einem Jahr verbraucht werden?

Nein. Es gibt die Möglichkeit, nicht in Anspruch genommene Leistungen in das nächste Kalenderjahr zu übertragen. Allerdings müssen die dann spätestens bis Ende des Kalenderhalbjahres aufgebraucht sein.

Alle Kosten, die Sie nicht von Versicherungsträgern usw. erstattet bekommen, sollten Sie unbedingt bei der Jahressteuer als Außergewöhnliche Belastung geltend machen.

Neuerungen durch das Pflegestärkungsgesetzes seit 2017

Viele kennen die “Angebote zur Unterstützung im Alltag” noch mit anderen Begrifflichkeiten. Doch seit dem 01.01.2017 gibt es diverse Änderungen.

  • Seit 2017 erhalten alle Pflegebedürftige mit den Pflegegraden 1 bis 5 einen Entlastungsbetrag von jeweils 125 Euro pro Monat.
  • Aus dem Begriff “zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen” wird der Begriff “Entlastungsbetrag”.
  • Der Begriff “niedrigschwellige Betreuungs- und Entlastungsangebote” wird ersetzt durch “Angebote zur Unterstützung im Alltag”.
24 Stunden Pflege - Vergleich
Meine Empfehlung: 24 Stunden Pflegekräfte. Bis zu 3 kostenlose Angebote erhalten und vergleichen.

Unser Newsletter
für Sie!

Tipps zur Pflegekasse & Pflegegeld,
Kurzzeit- u. Verhinderungspflege, Fehler bei MDK-Begutachtung, Entlastungsbetrag, Gesetzesänderungen uvm.

Tragen Sie sich jetzt für unseren kostenlosen Newsletter ein. Er erscheint 1-2 Mal pro Monat und hat das Ziel, dass Sie sich zukünftig im Pflegedschungel zurechtfinden und die Pflege erleichtert wird!

Quelle Bildmaterial: Fotolia #74542144 © Coloures-Pic

Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.