Wohnraummodernisierung – Planung behindertengerechter Badumbau

Wer sich mit dem Gedanken trägt, sein Bad zu modernisieren, wird sich vielleicht auch überlegen, ob er den Badumbau auch gleich altersgerecht oder gar barrierefrei durchführen soll.

Es spricht nur wenig dagegen, nicht für den Notfall vorzusorgen. Und die Möglichkeiten sind sehr vielfältig und meist einfacher als zuerst gedacht.

Worauf Sie jedoch unbedingt achten sollten, wenn Sie Ihr Bad behindertengerecht modernisieren möchten:

Beispiel Barrierearmes Bad
Beispiel Barrierearmes Bad

Wer hilft bei der Planung von behindertengerechten Wohnräumen?

Ein altersgerechter oder behindertengerechter Umbau des Sanitärbereiches muss gut durchdacht werden. Ein guter Architekt oder Wohnberatungsstellen können Wunder wirken, haben sie doch tagtäglich mit der Materie zu tun. Pflegestützpunkte beraten sogar kostenlos über wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Gute Anregungen und Planungsvorschläge finden sich auch im Internet und sind zur ersten Ideenfindung bestens geeignet. Auch ohne Pflegebedürftigkeit sind behindertengerechte Wohnungen nicht nur sinnvoll, sondern auch sehr komfortabel. Bauliche Veränderungen in einer Mietwohnung müssen allerdings vorher mit dem Vermieter abgeklärt werden.

Mit zur Planung gehören auch die finanziellen Aspekte. Ein Badumbau kann teuer werden, deshalb sollte man sich informieren, welche Zuschüsse für den Badumbau es gibt und wo diese Zuschüsse für einen behindertengerechten Wohnungsumbau beantragt werden können.

Was ist bei der Planung eines behindertengerechten Bades zu beachten?

Es gibt verschiedene Arten, sein Bad den persönlichen Erfordernissen für eine häusliche Pflege anzupassen. Die Definitionen sind altersgerechtes Wohnen, behindertengerechtes, rollstuhlgerechtes aber auch barrierefreies oder barrierearmes Wohnen. Lediglich der Begriff barrierefrei ist gesetzlich definiert und unterliegt strengen DIN-Anforderungen.

Gerade ältere Menschen tun sich mit einem Badumbau schwer. Es müssen Angebote eingeholt und die Arbeiten koordiniert werden. Und oftmals dauert ein Badumbau sehr lange. Mittlerweile gibt es Badumbau-Firmen, die für Sie die Zuschüsse beantragen und hinterher auch mit der Pflegekasse abrechnen.


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Größe des Badezimmers

  • Leider werden Bäder oftmals viel zu klein geplant. Für Menschen ohne Behinderung durchaus ausreichend, ist die freie Bewegungsfläche für einen Menschen mit Mobilitätsunterstützung dann zu gering. Der Aktionsradius, also das Drehen um die eigene Achse, eines Menschen ohne Gehhilfen oder Rollstuhl beträgt circa 60 x 60 Zentimeter, bei einem Rollstuhlfahrer erhöht sich der Aktionsradius auf circa 150 x 150 Zentimeter.

Badezimmertüre

  • Wichtig ist, dass die Türe nach außen hin geöffnet werden kann. Denn stürzt eine Person im Bad und bleibt bewusstlos an der Türe liegen, kann diese von außen nicht geöffnet werden.
  • Türgriffe müssen vom Rollstuhl aus leicht zu bedienen sein. Sind die Griffe zu hoch angebracht, wird zu viel Kraft zum Öffnen der Türe benötigt.
  • Die Türen müssen eine Mindestbreite von 0,90 m haben.
  • Die Übergänge sollten schwellenfrei gestaltet sein.

Duschbereich

  • Duschen sollten prinzipiell befahrbar sein. Dies kann zum Beispiel über einen komplett offenen Duschbereich ohne Duschkabine, aber auch über geräumige und mit dem Rollstuhl befahrbare bodengleiche Duschtassen sein.
  • Wer nicht an allen Seiten Duschwände möchte, kann auch eine oder zwei Seiten ganz offen lassen.
  • Haltegriffe sind je nach Schwere der Behinderung an tragfähigen Wänden anzubringen. Können aber je nach Bedarf jederzeit nachgerüstet werden.
  • Duschsitze gibt es in verschiedenen Ausführungen, wobei ein Klappsitz in der Regel die beste Lösung ist. Der Duschsitz muss so angebracht werden, dass beim Sitzen die Armaturen nicht berührt werden.
  • Duschbrause sollte im Sitzen bedienbar sein.
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Badewanne

  • Ob Dusche und Badewanne notwendig sind, oder ob zum Beispiel nur eine Dusche installiert wird, ist nicht nur eine Sache der Raumgröße sondern auch der persönlichen Vorlieben.
  • Auch hier müssen die Haltegriffe sinnvoll angebracht werden.

Toilette

  • Idealerweise ist die Toilette von mindestens 2 Seiten zugänglich, so dass ein Rollstuhl gut abgestellt und bei Bedarf von einer Pflegeperson immer Hilfe gegeben werden kann.
  • Haltegriffe an einer tragfähigen Wand installieren. Alternativ gibt es Toilettensitze, an denen bereits Haltgriffe angebracht sind.
  • Die Toilette muss unter Umständen auf die erforderliche Höhe angepasst werden. Eine höhenverstellbare Toilette wäre die Alternative.
  • Je nach Bedarf ist für die Spülung ein großer, leicht erreichbarer Taster oder eine funkgesteuerte Bedienung notwendig.
  • Die Position des Papierhalters muss unter Umständen angepasst werden.

Waschbecken

  • Der Waschtisch sollte mit einem Rollstuhl unterfahrbar sein. Das bedeutet, dass nicht nur das Waschbecken flach gehalten ist, sondern dass auch die Abflüsse so angebracht sind, dass diese dem Rollstuhlfahrer nicht im Weg sind.
  • Die Armaturen am Waschbecken müssen gut vom Rollstuhl aus erreichbar sein.
  • Ideal für einen Haushalt mit mehreren Personen – aber sehr teuer – sind höhenverstellbare Waschtische.
  • Ausziehbare Schlauchbrause am Waschbecken wäre sinnvoll. Alternativ sind auch Armaturen mit einem infrarotgesteuerten Spülsystem eine hilfreiche Lösung.
  • Haltegriffe im Waschtischbereich an tragfähigen Wänden.

Spiegel

  • Spiegel sind – am besten hochkant – so anzubringen, dass sowohl aus der Sitz- als auch aus der Stehposition ein freier Blick besteht.

Ablageflächen

  • Die  Ablageflächen sollten in einer Höhe von ca. 85 Zentimetern angebracht werden.

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Waschmaschine

  • Wenn nötig, kann die Waschmaschine für ein einfacheres Be- und Entladen auf ein Podest von circa 30 Zentimetern gestellt werden.

Bodenbeläge

  • Rutschfeste Fliesen sind ein Muss.
  • Aber auch Fußmatten müssen unbedingt rutschhemmend sein.

Welche Zuschüsse gibt es für behindertengerechte Wohnungs-Umbauten?

Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen gibt es unter bestimmten Voraussetzungen von der Pflegekasse, von der Krankenkasse zum Beispiel für die Hilfsmittel (Haltegriffe, Duschsitze/Toilettensitze usw.), der Rentenversicherung, über Förderprogramme vom Staat durch die KfW-Bank, durch günstige Kreditzinsen und die Möglichkeit der steuerlichen Abzugsfähigkeit als Außergewöhnliche Belastung.

Wer arbeitslos ist, bekommt unter Umständen auch einen Teil der Kosten für die Wohnraummodernisierung über die Agentur für Arbeit oder das Sozialamt erstattet. Wichtig ist zu wissen, dass es auch Zuschüsse gibt, die ohne Pflegegrad beantragt werden können.


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Otto Beier - Autor bei Pflege-durch-Angehoerige

Gemeinsam mit seiner Frau betreut Otto Beier seit 2012 seine pflegebedürftigen Eltern und Schwiegereltern. Er gibt Insider-Tipps für Pflegebedürftige und ihre Angehörigen und schreibt als Pflegender – direkt von der Front – über seine Erfahrungen mit dem Pflegedschungel.

Mehr gibt es auch auf Facebook oder Xing, aber vor allem auch bei „Über mich“.

7 Antworten auf „Wohnraummodernisierung – Planung behindertengerechter Badumbau“

Den Zuschuss für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen in Höhe von 4.000 Euro bekommen Sie nur mit Pflegegrad. Haben Sie schon darüber nachgedacht, einen Pflegegrad zu beantragen. Selbst mit einem PG 1 bekommen Sie einen Zuschuss von 4.000 Euro für den Umbau Wanne zur Dusche. Bei einem Standardumbau reicht in der Regel der Zuschuss und Sie müssen dann auch nicht zuzahlen. Sie können sich mit meinem kostenlosen Pflegegradrechner einen ersten Eindruck verschaffen, ob Sie nicht tatsächlich Anspruch auf einen Pflegegrad haben. Das geht nämlich schneller als man denkt. Der Pflegegradrechner ist nur eine vage Einschätzung.
Sollten Sie eine professionelle Unterstützung bei der Beantragung des Pflegegrades benötigen, kann ich Ihnen unseren unabhängigen Pflegesachverständigen empfehlen.

Hallo,
ich bin 44 Jahre alt und hatte im September 2017 eine Gehirnentzündung. Seitdem beziehe ich nun eine volle Erwerbsminderungsrente und habe einen GdB 50. Ich habe das Problem in und aus die Badewanne zu kommen, da ich durch die Erkrankung eine Ataxie habe. Ich habe gedacht, dass ich mich schneller von meinen Ausfällen durch die Krankheit erholen würde, dem ist aber leider nicht so. Meine Frage: Bekomme ich auch ohne eine Pflegestufe Unterstützung für den Umbau einer Badewanne zur Duschtasse? Mit meinem Neurologen habe ich schon die Situation besprochen, er würde es mir verschreiben, er fragte mich nach einer Schlüsselnummer, aber da habe ich keine zu gefunden. Da ich durch die Krankheit auch finanziell eingeschränkt bin und ich diese Maßnahme für meine Situation sinnvoll fände. Was muss ich beachten und an wen muss ich mich wenden?
Viele Grüße
Sascha Clotten

Ich möchte mein Bad behindertengerecht umbauen. Ich bin schwerbehindert und früh Rentner und voller Arthrose und komme nicht mehr alleine aus der Badewanne raus. Da musa eine barrierefreie Dusche hin. Darum will ich mein Bad behindertengerecht umbauen. Habe kein Geld. Kann ich da Zuschüsse beantragen.

Sehr geehrter Herr Klein, bitte setzen Sie sich unbedingt mit Ihrer Pflegekasse in Verbindung, um zu klären, inwiefern Ihnen ein Außenlift genehmigt werden kann. Da Sie beide Pflegestufe 2 haben, haben Sie ja auch beide Anspruch auf die Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen. Diese betragen mittlerweile bis zu 4.000 Euro. Ich selbst kann Ihnen diese Frage nicht verbindlich beantworten, da ich nicht beraten darf. Deshalb meine Bitte, sich mit der Pflegekasse in Verbindung zu setzen. Ich wünsche Ihnen viel Erfolg.
Viele Grüße

Meine Frau 76 und ich /5 Jahre, beide Pflegestufe 2 wünsche eine Außenlift.
Meine Frau kann sehr, sehr schlecht den vorhandenen Treppenlift benutze.
Haben wir eine Schangse einen gebrauchte Lift zu beantragen?.

Ich freue mich über ihre Informationen und wünsche sie auch weiter.

Viele Grüße Danke

Berthold Klein

Berthold

Danke für das Lob. Es freut mich, wenn Ihnen die Seite gefällt und ich fände es schön, wenn Sie den Blog weiterempfehlen würden.

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