PflegebedĂŒrftige haben Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel

Kostenlose Pflegehilfsmittel, zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat
Kostenlose, zum Verbrauch bestimmte kostenlose Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat

Hygiene in der Pflege ist sehr wichtig. PflegebedĂŒrftige haben deshalb Anspruch auf kostenlose Pflegehilfsmittel im Wert von 40 Euro pro Monat.

Wer in hĂ€uslicher Pflege einen pflegebedĂŒrftigen Menschen betreut, hat in der Regel alle HĂ€nde voll zu tun. Das bisschen Zeit, das ĂŒbrig bleibt, nutzen die meisten Pflegenden dafĂŒr, das Allernötigste im Haus und fĂŒr sich selbst zu erledigen.

Vieles kommt zu kurz. Sich dann aber noch damit auseinandersetzen zu mĂŒssen, auf welche ZuschĂŒsse ein Anspruch besteht, ĂŒbersteigt meist die Zeit und Kraft. Schade, denn hier kann sich einiges summieren.

Deshalb ist es mir heute ein ganz besonderes Anliegen, darauf hinzuweisen, dass jedem PflegebedĂŒrftigem pro Monat kostenlose Pflegehilfsmittel, welche zum Verbrauch benötigt werden, in Höhe von 40 Euro zustehen.

Was sind zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel?

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind im Pflegehilfsmittelverzeichnis (Produktgruppe 54) aufgelistet und sind unter anderem:

  • Einmalhandschuhe
  • Desinfektionsmittel
  • Mundschutz
  • Bettschutzeinlagen
  • SchutzschĂŒrzen

Kostenlose Pflegehilfsmittel – Wie funktioniert das?

Automatische monatliche Lieferung

Jeder PflegebedĂŒrftige hat andere BedĂŒrfnisse an Hilfsmitteln. Schon nach kurzer Zeit der Pflege kristallisiert sich heraus, was am hĂ€ufigsten benötigt wird.

Um den Pflegenden das stĂ€ndige Nachordern der Hilfsmittel zu erleichtern, haben sich mittlerweile Firmen darauf spezialisiert, die notwendigen Hilfsmittel zum Verbrauch jeden Monat bequem nach Hause zu liefern. Die Pflegenden mĂŒssen sich also um nichts mehr kĂŒmmern.

Kostenlose Pflegehilfsmittel

Gerade weil es ganz unterschiedliche BedĂŒrfnisse gibt, sind auch die Paketzusammenstellungen individuell zusammen gestellt. Die Anbieter von solchen standardisierten Hilfsmittelboxen bieten meistens an, dass monatlich auch zwischen den einzelnen Standardpaketen gewechselt werden kann.

Ein guter Pflegehilfsmittel-Lieferservice ĂŒbernimmt die Abrechnung und die komplette Kommunikation/den Schriftverkehr mit der Pflegekasse.

Wie erfolgt die Lieferung?

Wer sich fĂŒr die monatliche Lieferung einer Pflegehilfsmittelbox entscheidet, bekommt die von ihm ausgewĂ€hlte Variante automatisch jeden Monat nach Hause geliefert. Achten Sie bei der Auswahl des Lieferanten darauf, dass Sie weder zusĂ€tzliche Portokosten bezahlen mĂŒssen noch an Vertragslaufzeiten gebunden sind.

Wer keine automatische Lieferung möchte, kann kostenlose Pflegehilfsmittel auch in der Apotheke oder in einem SanitÀtshaus usw. erhalten.

Wer hat Anspruch auf die monatlichen Pflegehilfsmittel?

Folgende Kriterien mĂŒssen erfĂŒllt sein:

  • Wer einen Pflegegrad 1 bis 5 hat, hat laut Sozialgesetz Anspruch auf zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel zum Verbrauch in Höhe von 40 Euro monatlich.
  • Die Pflege muss zu Hause oder in einer Wohngemeinschaft erfolgen.
  • Die Pflege wird von Angehörigen oder einem Pflegedienst durchgefĂŒhrt.
  • Pflegehilfsmittel im Pflegeheim: FĂŒr PflegebedĂŒrftige im Pflegeheim können von den pflegenden Angehörigen keine Pflege-Verbrauchsmittel geordert werden.

Kostenlose Pflegehilfsmittel

Wie mĂŒssen Pflegehilfsmittel beantragt werden?

  • Wenn Sie sich fĂŒr eine monatliche Lieferung ĂŒber einen Pflegehilfsmittel-Lieferservice entschieden haben, reicht es im Allgemeinen aus, wenn Sie das Antragsformular dieser Firma ausfĂŒllen und an diese zurĂŒckschicken. Die weiteren FormalitĂ€ten werden von dort ĂŒbernommen. Der Antrag muss nicht jeden Monat neu gestellt werden. Die Lieferung erfolgt automatisch jeden Monat.
  • Möchten Sie Ihre zum Verbrauch bestimmten Hilfsmittel selbst jeden Monat einkaufen, dann mĂŒssen Sie einen Antrag bei der Pflegekasse stellen. Das Procedere fĂŒr die Antragstellung und Genehmigung ist von Pflegekasse zu Pflegekasse unterschiedlich. Am besten fragen Sie direkt bei Ihrer Pflegekasse telefonisch an. Meist reicht ein formloses Schreiben mit den Daten des PflegebedĂŒrftigen (Antragstellers) wie Name, Anschrift, Geburtsdatum, Versicherungsnummer.
  • Ist im Gutachten des Medizinischen Dienstes (MDK) bereits vermerkt, dass Hilfsmittel zum Verbrauch zum Verbrauch benötigt werden, ist dies von Vorteil und reicht als Grund bei der Antragstellung aus.
  • Eine Verordnung oder ein Rezept vom Arzt ist nicht erforderlich.

Was ist, wenn der Antrag auf kostenlose Pflegehilfsmittel abgelehnt wird?

Wird der Antrag auf Hilfsmittel zum Verbrauch abgelehnt, besteht die Möglichkeit, innerhalb von einem Monat einen Widerspruch einzulegen.

Zur Beachtung

  • Ist der Antrag fĂŒr die zum Verbrauch bestimmten Pflegehilfsmittel von der Pflegekasse genehmigt, ist die Laufzeit zu prĂŒfen. Hier kann es Unterschiede geben zwischen einer „unbegrenzten Laufzeit“ oder einer „jĂ€hrlichen Laufzeit“. Ist die Laufzeit jĂ€hrlich, muss rechtzeitig ein neuer Antrag gestellt werden.
  • Bei der Abrechnung ĂŒber die Pflegehilfsmittel-Pauschale wird unterschieden zwischen a) Pflegehilfsmittel und b) zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. Die in diesem Beitrag beschriebene Pauschale von 40 Euro gilt nur fĂŒr zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel. FĂŒr alle anderen Pflegehilfsmittel (wie z. B. Pflegebetten, Sitzhilfen, Lagerungsrollen usw.) gelten andere Bestimmungen und Zuzahlungspflichten.
  • Wer keinen Pflegegrad hat oder wem der Antrag auf einen Pflegegrad abgelehnt wurde, sollte prĂŒfen, ob er nicht doch AnsprĂŒche auf eine Einstufung in einen Pflegegrad hat.

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