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Egal ob ein Kind, der Partner oder ein Elternteil zu pflegen ist, stellt sich immer wieder die Frage: Kann ich die pflegebedürftige Person zu Hause pflegen oder muss ich sie an ein Pflegeheim übergeben? Selbstverständlich ist diese Frage zuerst einmal von der Pflegebedürftigkeit im Einzelnen abhängig. Sollten Sie sich für die Pflege im häuslichen Umfeld entscheiden, habe ich für den ersten Überblick mit meiner „Checkliste häusliche Pflege“ einige Fragen zusammengestellt, die es sich zu stellen gilt.

 

 

Was ändert sich durch einen Pflegefall?

Wenn Sie die Pflege eines hilfebedürftigen Menschen übernehmen, ändert sich für die Familie und den Pflegebedürftigen sehr viel. Dessen muß man sich einfach bewußt sein.

  • Der ganze Tagesablauf muß neu strukturiert und geordnet werden.
  • Pflegedienst oder Tages-/Nachtpflege müssen koordiniert werden.
  • Zusätzlich zum Job muß noch gepflegt werden. Es bleibt viel weniger Zeit für sich selbst übrig.
  • Hinzu kommt oftmals das schlechte Gewissen, nicht genug für den Pflegebedürftigen getan zu haben.
  • Auch gegenüber der Familie bekommt man ein schlechtes Gewissen. Vernachlässigt man den Partner, die Kinder oder Freunde und Bekannte?
  • Die eigene Spontanität geht verloren.
  • Die Pflege bringt meist eine höhere finanzielle Belastung mit sich.
  • Die Beziehung zwischen dem Pflegebedürftigen und der Pflegeperson kann sich gravierend verändern. Depressionen können auf beiden Seiten entstehen, was die Pflegearbeit erschweren und belasten kann.
  • Menschen verändern sich mit einer Krankheit. Demente Menschen werden „sonderbar“. Man erkennt oftmals den Partner oder das Elternteil von seiner Wesensart überhaupt nicht mehr. Überforderung macht sich breit, weil man nicht weiß, wie mit der Situation umgehen.
  • Wird der Partner zum Pflegefall, muß von der Pflegeperson auch die Aufgaben des Partners übernommen werden. Das heißt, die Aufgaben die auf die Ehepartner verteilt waren, wird nun von einer Person übernommen. Und das zusätzlich zur Pflege.

Extra-TiPPS

  1. In meinem Beitrag Anlaufstellen und Ansprechpartner für Pflegebedürftige und pflegende Angehörige finden Sie sehr viele Ansprechpartner rund um das Thema Pflege.
  2. In meinem Beitrag „Plötzlich Pflegefall – was tun?“ bekommen Sie ebenfalls noch hilfreiche Tipps.
  3. In diesem Beitrag erfahren Sie mehr über die häusliche Krankenpflege.

 

Wie ist Ihre finanzielle Situation?

Pflege ist teuer und Sie müssen deshalb in der Regel mit einer finanziellen Mehrbelastung rechnen. Damit die Kosten so gut wie möglich gedeckelt werden, sollten Sie unbedingt alle Zuschüsse und Pflegeleistungen der Pflegekasse in Anspruch nehmen.

 

Wie ist Ihre eigene Verfassung?

Die Pflege eines Angehörigen ist nicht einfach und wird Ihnen physische wie psychisch einiges abverlangen. Denn schließlich ist die häusliche Pflege dann eine gewisse Zusatzbelastung. Sie werden weniger Zeit für sich haben.

  • Wie viele Stunden täglich müssen für die Pflege aufgebracht werden?
  • Benötigt der Patient Hilfe beim Aufstehen oder zu Bett gehen?
  • Können Sie das Waschen und die Hygienepflege des Pflegebedürftigen übernehmen?
  • Ist die Pflege physisch/psychisch zu bewältigen?
  • Wird ein Pflegekurs benötigt (kostenlose Schulungen über Pflegekassen und Pflegedienste)?

 

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Wer hilft Ihnen bei der Pflege Ihres Angehörigen?

  • Gibt es Eltern, Verwandte, Geschwister, ehrenamtliche Mitarbeiter, Sozialstationen die aushelfen oder kurzzeitig die Pflege übernehmen können?
  • Eventuell könnte zur Unterstützung eine Pflegehilfe aus Polen oder einem anderen osteuropäischen Land mit eingestellt werden.
  • Gibt es die Möglichkeit einer Tagespflege vor Ort, um persönliche Auszeiten überbrücken zu können?
  • Welche Möglichkeiten einer Kurzzeitpflege in Ihrer Nähe gibt es und wie lange sind die Anmeldezeiten. Mit einem Kurzzeitpflegeplatz können Urlaub oder Krankheiten überbrückt werden.
  • Gemeinsamer Urlaub: Speziell auf behindertengerechte/barrierefreie Hotels und Ferienwohnungen achten.
  • Gibt es einen zuverlässigen Pflegedienst in der Nähe, der alle Arbeiten übernehmen kann, die nicht selbst ausgeführt werden können. Pflegedienste übernehmen zum Teil auch hauswirtschaftliche Tätigkeiten.
  • Rat bekommen Sie auch bei einem in der Nähe liegenden Pflegestützpunkt.

 

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Wie ist die häusliche Situation, das Wohmumfeld?

 

Welche Hilfsmittel benötigen Sie für die Pflege Ihres Angehörigen?

  • Rollstuhl oder gar Elektroantrieb für Rollstuhl oder ein Elektromobil
  • Toilettenstuhl
  • Toilettensitzerhöhung
  • Treppenlift
  • Pflegebett  oder Spezialmatratze
  • Patientenlifter
  • Rollator
  • Badewannenlift
  • Badewannen- oder Duschsitze. Wie Sie beim Duschen und Baden mit entsprechenden Hilfsmitteln vermeiden können, lesen Sie bitte hier.
  • Hausnotrufsystem (Hilfe über Knopfdruck, falls zu betreuende Person alleine zu Hause ist und dringend Hilfe benötigt)
  • Zum Verbrauch bestimmte Hilfsmittel (Desinfektionsmittel, Pflegehandschuhe usw.)

Extra-Tipp: In diesem Beitrag lesen Sie, wie Sie ein Pflegebett bei der Krankenkasse beantragen können.

 

Welche Vollmachten benötigen Sie?

  • Ganz wichtig: Ohne Vorsorgevollmacht / Patientenverfügung kann nicht im Namen der zu betreuenden Person gehandelt werden. Die meisten Krankenhäuser, Ärzte, Banken usw. geben ohne Vorsorgevollmacht keinerlei Auskünfte. Um eine Handlungsunfähigkeit zu vermeiden, sollte mit der zu pflegenden Person oder weiteren Angehörigen abgeklärt werden, in welchem Umfang eine Vollmacht ausgestellt wird.
  • In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen den Ratgeber „Die neue Vorsorge-Mappe mit CD-ROM – Alles für den Krankheits- oder Todesfall“ empfehlen, der alle wichtigen Vollmachten ausführlich beschreibt und auch entsprechende Vorlagen enthält

 

 Sonstiges

  • Wurde ein Schwerbehindertenausweis beantragt bzw. genehmigt? Falls die Eingruppierung zu niedrig oder der Antrag komplett abgelehnt wurde sollte ein Widerspruch eingelegt werden.
  • Welche Sport- bzw. Bewegungsangebote gibt es für die zu betreuende Person in Ihrer Umgebung?
  • Welche Möglichkeiten der sozialen Kontaktpflege können aus- bzw. aufgebaut werden, um eine Vereinsamung zu vermeiden.
  • Mitgliedschaft im VdK (Verband der Kriegsversehrten) oder SOVD? Dies kann sehr hilfreich sein, vor allem, wenn ablehnende Bescheide für Pflegestufen bzw. Pflegegrade, Schwerbehinderungen usw. ausgestellt wurden. Die Verbände bieten ihren Mitgliedern zu sehr geringen Kosten einen rechtlichen Beistand.

 

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