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Kur und Reha: Großer Ratgeber mit allem was Sie wissen sollten

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Es gibt viele Gründe, dass man sich körperlich nicht mehr gut fühlt. Erschöpfung, eine Operation oder eine chronische Erkrankung, gesundheitliche Beeinträchtigungen nach einem Unfall – die Liste könnte noch lange fortgeführt werden. Der Körper muss sich wieder erholen. Eine Reha oder eine Kur können dabei helfen, wieder zu Kräften zu kommen, die Erkrankung zu heilen oder zu lindern.

Alles was Sie über Rehabilitationen und Vorsorgekuren wissen müssen, habe ich Ihnen in meinem Ratgeber zusammengestellt.

 

 

Was ist eine Reha?

Eine Kur/Reha kann zum einen vorbeugend erfolgen, um weitere Gesundheitsschäden oder eine Pflegebedürftigkeit zu vermeiden. Zum anderen sollen mit einer Kur bestehende gesundheitliche Einschränkungen geheilt oder gebessert werden. Dazu führt die Rehabilitationseinrichtung individuell auf den Patienten abgestimmt medizinische Heilmaßnahmen durch.

Ziel einer Reha ist es, den Patienten wieder so zu mobilisieren, dass die Gesundheit – soweit möglich – wiederhergestellt wird und er am sozialen Leben wieder teilnehmen kann. Bei Berufstätigen steht selbstverständlich die Erhaltung bzw. Wiederherstellung der Arbeitskraft im Mittelpunkt der Rehamaßnahme.

Anmerkung zu den Begriffen Kur und Reha: Eine Reha (Rehabilitation) ist eine Pflichtleistung der gesetzlichen Kassen. Mit dem neuen Sozialgesetz wird der früher gebräuchliche Begriff „Kur“ für die klassische Rehabilitation nicht mehr verwendet. Im Sprachgebrauch werden die Begriffe Kur und Reha immer noch stark vermischt. Ich spreche in diesem Beitrag deshalb zum besseren Verständnis sowohl von Kur als auch von Reha, auch wenn der Begriff „Kur“ für die medizinische Reha veraltet ist. Bitte sehen Sie mir das nach. Der Begriff „Kur“ ist der ambulanten bzw. stationären Vorsorgekur vorbehalten. Diese wird von der Krankenkasse bezahlt, Voraussetzung ist, dass kein anderer Kostenträger die Kurkosten übernimmt.

 

Welche Maßnahmen werden in den Reha-Einrichtungen angeboten?

Das ist ganz unterschiedlich und unter anderem von folgenden Kriterien abhängig:

  1. Von der Einrichtung. Nicht jede Einrichtung bietet bei gleichen Erkrankungen auch die gleichen Heilmaßnahmen an.
  2. Vom Kurarzt. Er wird individuell bestimmen, welche Heilmethoden er für Sie als die richtigen ansieht.
  3. Von der Erkrankung. Die Reha-Anwendungen werden auf den Patienten und seine Erkrankung abgestimmt. Ein Krebspatient erhält andere Anwendungen als ein Patient mit Übergewicht oder einer Parkinson-Erkrankung.

Unter anderem werden in den diversen Kur- und Rehakliniken zum Beispiel folgende medizinischen Anwendungen angeboten: Massagen, Bewegungsbäder, Entspannungskurse, Krankengymnastik, Lymphdrainage, Ernährungsberatung, Kochkurse, Ergotherapie, Physiotherapie, Wassergymnastik, Rückenschule, Wärmetherapie, Kältetherapie, Psychotherapie, uvm.

 

Besonderheit: Reha für pflegende Angehörige

Auch pflegende Angehörige haben das Recht auf eine Reha. Gerade als Pflegeperson sind Sie besonders anfällig für Überarbeitung, Ausbrennen / Burnout. Es nützt niemandem, wenn Sie sich komplett verausgaben, so dass Sie selbst nicht mehr in der Lage sind, Ihren Angehörigen zu pflegen. Mehr über die Reha für pflegende Angehörige finden Sie hier.

 

Besonderheit: Reha vor Rente

Wenn berufstätige Menschen längere Zeit krank und arbeitsunfähig sind, muss entschieden werden, wie es weiter geht. Bevor jedoch eine Rente beantragt wird, kann die Krankenkasse den Erkrankten auffordern, eine Reha zu beantragen. Es gilt der Grundsatz „Reha vor Rente“. Mit der Rehabilitationsmaßnahme sollen die Erkrankten wieder in den Arbeitsprozess eingegliedert werden, um eine dauerhafte Erwerbsunfähigkeit zu vermeiden.

 


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Besonderheit: Reha vor Pflege

Wie bei der „Reha vor Rente“ soll auch bei der „Reha vor Pflege“ geprüft werden, ob durch eine Rehabilitation eine Pflegebedürftigkeit vermieden werden kann. Mehr dazu auch im „§ 31 SGB XI – Vorrang der Rehabilitation vor Pflege“. Kommt die Pflegekasse zu dem Entschluss, dass durch die Reha eine Pflegebedürftigkeit verhindert werden kann, wird sie den Versicherten auffordern, eine Rehamaßnahme zu beantragen.

 

Ambulante medizinische Reha

Der Unterschied zwischen einer stationären und einer ambulanten /teilstationären Reha ist die Unterbringungsart. Bei der stationären Kur sind Sie wie in einem Hotel mit Vollpension untergebracht und erhalten Ihre verordneten Anwendungen.

Eine ambulante Kur findet wohnortnah in einem zugelassenen Rehazentrum oder einer Rehaklinik statt. Sie wohnen wie gewohnt zu Hause und fahren zu den vereinbarten Zeiten in die ambulante Rehaklinik. Dort erhalten Sie über den Tag verteilt Ihre Reha-Anwendungen. Für das Essen ist auch gesorgt. Abends gehen Sie wieder nach Hause. Wenn nötig, können Sie auch von einem Fahrdienst geholt und abends wieder nach Hause gebracht werden. So müssen Sie nicht selbst zur ambulanten Reha fahren.

Die stationäre Reha hat den Vorteil, dass Sie aus dem Alltagstrott herauskommen und nicht mehr ständig im gewohnten Umfeld sind. Sie müssen sich während des Rehaaufenthaltes nicht um Ihre privaten Belange kümmern und können sich ganz auf sich selbst konzentrieren und entspannen.

 

Wie beantrage ich eine Kur?

Eine Reha müssen Sie über Ihren Hausarzt oder Facharzt verordnen lassen. Das heißt, nur wenn der Arzt eine Notwendigkeit für eine Reha sieht, wird er Ihnen diese auch verordnen, also quasi Kur auf Rezept.

Danach müssen Sie einen Antrag auf Reha stellen. Dazu verwenden Sie, wenn die Rentenversicherung der Kostenträger ist, das Antragsformular G110 der Rentenversicherung.

Und wer hilft beim Ausfüllen des Rehaantrags? Es kommt auf den Arzt an. Manche Ärzte füllen die Anträge selbst aus, bei manchen müssen Sie den Antrag selbst ausfüllen. Sie müssen jedoch auf alle Fälle plausibel erklären, warum Sie die Reha benötigen. Je besser Sie Ihren Antrag auf Reha formulieren, umso eher die Chance, die Maßnahme genehmigt zu bekommen. Nehmen Sie sich deshalb Zeit zum Ausfüllen des Kurantrags.

TiPP: Mir hat auch die Krankenversicherung schon geholfen, den Antrag auszufüllen. Die Krankenkasse hat dann auch den Antrag gleich an die Deutsche Rentenversicherung (DRV) weitergeleitet. Auch Pflegestützpunkte können Ihnen Hilfe leisten beim Ausfüllen des Kurantrags. Weitere Tipps finden Sie hier.

Die zuständige Versicherung wird den Antrag prüfen und evtl. auch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) beauftragen, zu prüfen, ob eine Notwendigkeit vorliegt. In manchen Fällen kann es auch sein, dass eine körperliche Untersuchung angeordnet wird, um die Notwendigkeit zu belegen. Nach Prüfung des Antrags durch den Kostenträger erhalten Sie eine schriftliche Zusage für die Reha oder einen Ablehnungsbescheid.

WICHTIG: Wenn Sie privatversichert sind, müssen Sie prüfen, ob die Kurkosten übernommen werden. Unter Umständen haben Sie auch ein Anrecht auf Beihilfe.

 

Wie lange dauert das Antragsverfahren?

Sie müssen schon ein paar Wochen einplanen, bis Sie einen Bescheid über Ihren Kurantrag erhalten. Wenn der Kostenträger noch Fragen hat oder Unterlagen fehlen, die noch angefordert werden müssen, kann es noch länger dauern.

TiPP: Deshalb gleich mit dem Antrag alle notwendigen Unterlagen mit einreichen.

 

Wo beantrage ich eine Kur?

Für die Kostenübernahme der Reha können verschiedene Kostenträger in Frage kommen, wie z.B. die Krankenkasse, die Rentenversicherung oder die Unfallversicherung. Wenn für Sie nicht klar ist, wer die Kosten übernimmt, ist das nicht weiter tragisch. Reichen Sie z.B. bei Ihrer Krankenversicherung den Antrag ein, obwohl diese nicht zuständig ist, muss Ihre Krankenkasse Ihren Antrag an die zuständige Stelle – meist die Rentenversicherung – weiterleiten. Das bedeutet: Jeder Kostenträger ist verpflichtet den Antrag anzunehmen und dann an den zuständigen Kostenträger weiterzuleiten.

 

Welche Kostenträger gibt es für die Kur?

Wie hier schon mehrfach erwähnt, gibt es verschiedene Kostenträger für Ihre geplante Reha. Welches der richtige Kostenträger ist, ist nicht immer so einfach ersichtlich. Deshalb fragen Sie sich berechtigt: Wer zahlt meine Reha?

  1. Wenn es um den Erhalt der Arbeitskraft bzw. den Weg zurück ins Arbeitsleben geht, ist in der Regel die Deutsche Rentenversicherung zuständig.
  2. Bei einer Reha aufgrund eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit ist die Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft) zuständig.
  3. Zur Vermeidung von Pflegebedürftigkeit ist zum Beispiel die gesetzliche Krankenversicherung zuständig. Bei privat Versicherten ist die PKV (Private Krankenversicherung) zuständig, was jedoch abhängig ist vom Versicherungsvertrag.
  4. Für eine ambulante oder stationäre Vorsorgekur ist die Krankenkasse zuständig.
  5. Die sogenannte offene Badekur wird von der Krankenkasse bezuschusst.
  6. Aber auch die Bundesagentur für Arbeit (Arbeitsamt), das Sozialamt oder Kriegsopferfürsorge können in Frage kommen.
  7. Bei Privatversicherten und Beihilfeberechtigten wird sich die Beihilfe auch an den Kosten beteiligen. Das ist jedoch abhängig von den bundesländerspezifischen Verträgen.

 

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Wer hat Anspruch auf eine Reha?

Wie Sie im vorherigen Abschnitt gesehen haben, gibt es verschiedene Kostenträger, die für die Kostenübernahme für einen Kuraufenthalt in Frage kommen. Ob Sie Anspruch auf eine Reha haben und welche Voraussetzungen erfüllt werden müssen, hängt vom Kostenträger ab. Ob und wann Ihnen eine Kur zusteht, müssen Sie also direkt mit dem Kostenträger klären.

Bei allen Rehabilitationsträgern müssen jedoch folgende Voraussetzungen prinzipiell erfüllt werden:

  1. Sie müssen körperlich in der Lage sein, die Rehabehandlung auch durchführen zu können.
  2. Ihr Arzt muss feststellen, dass eine Notwendigkeit für eine Reha besteht.

TiPP: Nicht jeder Arzt denkt bei kranken Menschen daran, eine Reha zu verordnen, obwohl sie vielleicht dringend nötig wäre. Wenn Sie das Gefühl haben, eine Kur zu benötigen, sprechen Sie deshalb Ihren Arzt darauf an. Wenn er eine Notwendigkeit für eine Kur sieht und Sie rehafähig sind, wird er den Antrag sicherlich stellen.

Mehr dazu finden Sie jedoch auch hier auf den Seiten der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

In diesem Zusammenhang stellt sich natürlich die Frage: Wann steht mir eine Kur zu? Bei welchen Krankheiten kann man in eine Kur gehen?

Das Spektrum der Erkrankungen, für die eine Reha angebracht ist, ist sehr breit. Ich möchte Ihnen hier nur einige Beispiele an Erkrankungen nennen, die in Rehaeinrichtungen behandelt werden:

  • Erkrankungen der Atemwege wie z.B. Bronchitis, COPD, Asthma usw.
  • Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems wie Herzerkrankungen, Bluthochdruck.
  • Gewichtsprobleme, wie Übergewicht / Untergewicht.
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates wie z.B. Rückenprobleme, Bandscheibenvorfall, Karpaltunnelsyndrom, Rheuma, Gicht, Arthrose, Osteoporose.
  • Hautkrankheiten.
  • Krebserkrankungen und Krebsnachsorge (onkologische Reha).
  • Psychosomatische Erkrankungen, Burnout, Erschöpfung, Depressionen, Trauerbewältigung.
  • Parkinson, Schlaganfall.
  • Erkrankungen des Alters – Geriatrische Reha.

 

Können auch Rentner eine Kur beantragen?

Es ist ein Irrglaube, dass nur berufstätige Menschen eine Reha genehmigt bekommen. Auch Rentner und Pensionäre erhalten eine Kur, wenn dies aus gesundheitlichen Gründen erforderlich ist. Die „Kur für Rentner“ wird dann jedoch nicht mehr von der gesetzlichen Rentenversicherung, sondern im Regelfall von der Krankenversicherung bezahlt.

 

Wird bei Demenz eine Reha genehmigt?

Voraussetzung einer Reha ist auch bei dementen Menschen, dass eine Behandlungsbedürftigkeit, eine Rehabilitationsfähigkeit und eine positive Rehabilitationsprognose vorliegt. Im Allgemeinen tun sich die Krankenkassen damit schwer, bei einer Demenz eine Reha zu genehmigen. Oftmals wird davon ausgegangen, dass bei Demenz durch eine Reha keine Besserung erzielt werden kann.

Ein Fall aus der Praxis: Für eine an Alzheimer erkrankte Frau wurde von den Fachärzten eine Reha beantragt. Die Ärzte der Betroffenen hatten bescheinigt, dass die Reha in einer speziellen auf Alzheimer ausgerichteten Therapieeinrichtung den Verlauf der Krankheit voraussichtlich günstig beeinflusst und das Fortschreiten der Krankheit verzögert werden. Die Krankenkasse lehnte die Reha ab. Da sich der Ehemann der Erkrankten viel von der Reha versprach, wurde die Maßnahme angetreten und vorerst selbst bezahlt. Gleichzeitig legte der Ehemann Widerspruch und danach Klage ein. Nachdem über mehrere Instanzen geklagt wurde, hat das Landessozialgericht Stuttgart (LSG) am 24.07.2018 entschieden, dass die Krankenkasse für die Rehakosten aufkommen muss. Das Landessozialgericht begründete, dass die Ablehnung des Antrags rechtswidrig sei, weil die individuellen Verhältnisse, die Schwere der Erkrankung und der Erfolg der Behandlungsziele nicht ausreichend geprüft wurden.

Da es notwendig war, dass der Ehemann seine erkrankte Frau in die Reha begleitete, musste die Krankenkasse auch dessen Kosten (bis auf den Eigenanteil) übernehmen.

Mehr dazu: Aktenzeichen L 11 KR 1154/18

 

Was ist eine ambulante oder stationäre Vorsorgekur?

Wie bereits oben beschrieben, ist die Bezeichnung „Kur“ durch den Begriff Reha ersetzt worden. Allerdings gibt es noch ambulante oder stationäre Vorsorgekuren. Der Kostenträger ist dann die Krankenkasse. Die Vorsorgekur wird nur von der Krankenkasse übernommen, wenn kein anderer Kostenträger (z.B. die Rentenversicherung) in Frage kommt.

 

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Wie oft kann ich eine Kur beantragen?

Stand Januar 2018 steht Ihnen alle 4 Jahre eine erneute Kur zu, wenn Sie die Voraussetzungen dazu erfüllen. Ist jedoch aus zwingenden medizinischen Gründen schon vor Ablauf der 4 Jahresfrist eine erneute Reha notwendig, können Sie auch früher einen Antrag auf Rehabilitation stellen.

BEISPIEL:

Herr Langer war im April 2016 in einer orthopädischen Reha. Im Mai 2017 erleidet er aufgrund von Überarbeitung und Dauerstress ein schweres Erschöpfungssyndrom, das dringend medizinisch behandelt werden muss. Hier sollte Herr Langer erneut eine Reha beantragen, da es sich um zwei ganz unterschiedliche Erkrankungen handelt. Der behandelnde Arzt von Herrn Langer muss in seinem Antrag auf Rehabilitation jedoch gut begründen, WARUM bereits nach einem Jahr wieder eine Reha notwendig wird.

TiPP: Sollte eine dringend benötigte Reha abgelehnt werden, sollten Sie unbedingt Widerspruch einlegen.

 

Was passiert, wenn die Kur abgelehnt wurde?

Die Kostenträger genehmigen eine stationäre Rehamaßnahme nur dann, wenn alle ambulanten Leistungen vor Ort ausgeschöpft sind. Ist die gesetzliche Rentenversicherung zum Beispiel davon überzeugt, dass es für den Antragsteller ausreichend ist, wenn er die physiotherapeutischen Maßnahmen vor Ort in Anspruch nimmt, wird die Rentenversicherung den Antrag ablehnen.

Das bedeutet deshalb: Beim Antrag auf medizinische Rehabilitation ist es ganz wichtig, dass dieser gut begründet wird. Der Kur-Antrag wird normalerweise vom behandelnden Arzt ausgefüllt.

Wurde der Antrag abgelehnt, können Sie Widerspruch gegen den Rehabescheid einlegen. Es ist nichts seltenes, dass der Rehaantrag beim ersten Mal abgelehnt wurde. Mit dem Ablehnungsbescheid wird Ihnen zum einen der Grund der Ablehnung mitgeteilt und zum anderen, in welchem Zeitraum Sie Widerspruch einlegen können.

 

Reha: Widerspruch wurde abgelehnt → Klage vor dem Sozialgericht

Wurde auch der Widerspruch abgelehnt, haben Sie als letztes Mittel die Möglichkeit, gegen den Kostenträger vor dem Sozialgericht zu klagen. Fragen Sie nach, welche Kosten auf Sie zukommen können.

 

Reha abgelehnt: Wie formuliere ich einen Widerspruch?

Die Versicherung teilt Ihnen auf dem Ablehnungsbescheid mit, warum die Reha abgelehnt wurde.

Sie haben nichts zu verlieren! Legen Sie deshalb fristgerecht Widerspruch ein. Entkräftigen Sie die Ablehnungsgründe für die Reha. Ihr Arzt kann Ihnen dabei helfen. Aber auch Pflegestützpunkte können Sie unterstützen. Auf alle Fälle sollten Sie aber Hilfe für die Formulierung des Widerspruchs in Anspruch nehmen, denn von dieser Formulierung hängt es ab, ob die Kur genehmig wird oder nicht.

Prüfen Sie vorab nochmals, ob der Rehagrund im Antrag auch richtig und umfassend formuliert wurde. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie nochmals näher auf die Notwendigkeit der Kur eingehen.

 

Gibt es einen generellen Rechtsanspruch auf eine Reha?

Gesetzlich Versicherte haben das Recht auf eine medizinische Reha gemäß § 40 Sozialgesetzbuch SGB V sowie § 41 SGB 41 (Medizinische Reha für Mütter und Väter). Bei Privatversicherten ist der Anspruch auf Reha abhängig vom Vertrag.

 

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Aus welchen Gründen kann eine Kur abgelehnt werden?

Kann es sein, dass eine Kur abgelehnt wird? Die Ablehnung einer Reha kann mehrere Gründe haben:

  1. Es liegt keine ausreichende körperliche und/oder psychische Beeinträchtigung vor.
  2. Der Abstand zur letzten Rehamaßnahme ist zu kurz. Sie haben die Wartezeit von 4 Jahren nicht eingehalten. Hat sich jedoch Ihr Zustand wesentlich verschlechtert oder kamen zusätzlich ganz andere Beschwerden hinzu, sollten Sie dies unbedingt richtig erläutern.
  3. Der Kostenträger ist der Auffassung, dass noch nicht alle therapeutischen Maßnahmen vor Ort ausgeschöpft sind.
  4. Sie sind physisch oder psychisch nicht in der Lage, eine Rehabilitation anzutreten, das heißt, Sie sind nicht rehafähig.
  5. Der Antrag auf Reha wurde falsch oder unvollständig ausgefüllt, notwendige Unterlagen nicht beigefügt oder Sie haben auf Nachfragen des Versicherers nicht reagiert.
  6. Die Versicherung geht von einer negativen Erfolgsprognose aus, das bedeutet, es wird davon ausgegangen, dass die Reha keinen Erfolg bringen würde.

 

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Welche Arten von Kuren gibt es?

Zuerst einmal müssen Sie natürlich anspruchsberechtigt sein, um eine Reha zu erhalten. Aber es gibt nicht nur die Möglichkeit, dass Sie alleine zur Kur gehen, es gibt noch ganz andere Arten:

Mutter-Kind-Kur

Die Organisation des Haushalts, die Erziehung der Kinder, vielleicht auch noch die Pflege der Eltern kann sehr kräfteraubend sein. Da ist es hilfreich, wenn die Mutter sich in einer Kur behandeln lassen kann. Die Kinder gehen mit in Kur und werden stundenweise betreut, so dass sich die Mutter voll und ganz auf ihre Anwendungen konzentrieren kann. Die Mutter-Kind-Kur ist eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenkasse.

Vater-Kind-Kur

Das gleiche Anrecht auf eine Kur haben auch die Väter. Sie erhalten dann die sogenannte Vater-Kind-Kur. Auch dies ist eine Pflichtleistung der gesetzlichen Krankenversicherung.

Familienkur

Bei der Familienkur müssen entweder alle Familienmitglieder rehabedürftig sein oder zumindest beide Elternteile. Die Kinder können mit zur Kur gehen, wenn für sie zuhause keine Betreuung gewährleistet ist.

Kinderreha

Bei der Kinderreha ist das Kind entweder alleine zur Reha, oder mit einer Begleitperson. Das ist abhängig vom Alter und dem Gesundheitszustand des Kindes.

Reha mit Ehepartner

Auch das ist möglich. Viele Menschen fühlen sich wohler, wenn sie nicht alleine zur Reha müssen. Deshalb ist es möglich, dass der Ehepartner mitgeht. Ist der Ehepartner nicht rehabedürftig, muss er natürlich seine Kosten selbst bezahlen. Das Paar kann sich in der Rehaklinik ein Doppelzimmer nehmen und der Partner zahlt dann seinen Teil zu.

Reha für pflegende Angehörige

Wer einen Angehörigen pflegt, hat das Recht auf eine medizinische Reha. Diese Reha können Sie als Angehöriger alleine in Anspruch nehmen, Sie können aber auch die pflegebedürftige Person mit in Reha nehmen. Das müssen Sie dann entsprechend abklären, so dass der Pflegebedürftige auch adäquat betreut wird. Hier lesen Sie mehr über die Reha für pflegende Angehörige.

 

Was ist eine Anschlussheilbehandlung?

Eine Anschlussheilbehandlung ist eine ambulante oder vollstationäre Reha im Anschluss einer stationären Krankenhausbehandlung. Wurden Sie zum Beispiel aufgrund eines Bandscheibenvorfalls an der Bandscheibe operiert, können Sie eine Anschlussheilbehandlung (AHB) erhalten.

Der Sozialdienst des Krankenhauses stellt und organisiert mit Ihrer Einwilligung den Antrag auf Anschlußheilbehandlung, die dann sofort bzw. spätestens 2 Wochen nach Entlassung angetreten werden sollte. Da heutzutage z.B. nach einer Bandscheiben-OP nur noch ein paar Tage Krankenhausaufenthalt notwendig sind, sollten Sie so früh wie möglich mit dem Arzt über eine möglich Anschlußheilbehandlung sprechen, damit diese auch rechtzeitig beantragt und durch den Kostenträger genehmigt werden kann.

Eine Anschlußreha kann sowohl stationär als auch ambulant durchgeführt werden.

 

 

Welche Kurklinik / Rehabilitationseinrichtung ist die richtige?

Kurkliniken sind spezialisiert auf einzelne Krankheitsbilder und sind schwerpunktmäßig auf diese ausgerichtet. So gibt es psychosomatische Rehakliniken, Kliniken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, für onkologische Erkrankungen uvm. Oftmals decken die Rehakliniken mit ihrem Behandlungsspektrum jedoch nicht nur ein Krankheitsbild ab, sondern mehrere. So bietet zum Beispiel eine Klinik für psychosomatische Erkrankungen auch die Behandlung von orthopädischen Erkrankungen an.

Wichtig ist, dass Sie in einer Spezialklinik behandelt werden, die auf Ihr Krankheitsbild ausgerichtet ist.

 

Kann ich die Rehaklinik selbst aussuchen?

Viele Patienten erkundigen sich bereits im Vorfeld über die im Internet angebotenen Kurklinikverzeichnisse für Deutschland, welche Rehaklinik ihnen zusagen würde. In der Regel ist es so, dass Sie bei Ihrem Antrag auf Rehabilitation bereits eine Wunschklinik angeben können. Genehmigt der Kostenträger die Reha, kann es sein, dass er Sie jedoch ganz woanders hinschicken möchte. Das kann unter anderem den Grund haben, dass

  • der Kostenträger Ihre Wunschklinik nicht passend für Ihr Krankheitsbild hält,
  • die gewünschte Klinik keinen Versorgungsvertrag mit dem Kostenträger hat (eventuell anfallende Mehrkosten müssten Sie selbst tragen),
  • der Sachbearbeiter übersehen hat, dass Sie eine Wunschklinik angegeben haben,
  • die Klinik zu weit von Ihrem Wohnort entfernt ist.

TiPP 1: Wenn Ihnen die vom Kostenträger genehmigte Klinik nicht zusagt, können Sie sich mit der Versicherung in Verbindung setzen. Denn gemäß § 40 Sozialgesetzbuch (SGB) V „Leistungen zur medizinischen Rehabilitation“ haben Sie ein Wunsch- und Wahlrecht. Der Kostenträger ist verpflichtet, Ihre Wünsche zu berücksichtigen.

TiPP 2: Wird Ihre Wunsch-Rehaklinik abgelehnt, weil sie zu weit vom Wohnort entfernt ist, dann liegt es daran, dass die Versicherung die Fahrtkosten übernimmt. Daher wird sie eine Klinik wählen, die möglichst nahe an Ihrem Wohnort ist. Wenn Sie die übersteigenden Fahrtkosten selbst bezahlen, haben Sie gute Chancen, doch noch Ihre Wunschklinik genehmigt zu bekommen.

 

Kann ich den Reha-Termin verschieben?

Wenn es dringende Gründe gibt, eine Reha zu verschieben, sollten Sie mit der Rehaeinrichtung Kontakt aufnehmen und um eine Verlegung des Termins bitten. Trotzdem sollten Sie folgendes beachten:

Wenn Sie eine Reha beantragen, hat das eine medizinische Notwendigkeit und Ihre körperlichen Beschwerden sollen durch die Reha gemindert oder geheilt werden. Es sollte also schon Ihr persönliches Interesse sein, den Termin, wenn möglich, wahrzunehmen.

 

Welche Kosten kommen mit einer Reha auf mich zu?

Der Kostenträger übernimmt für Sie bei einer stationären Reha-Unterbringung die Kosten für Unterkunft und Verpflegung sowie für alle medizinisch notwendigen Anwendungen. Trotz allem können noch Kosten bei Ihnen hängen bleiben wie zum Beispiel Zuzahlungen von 10 Euro pro Tag als Eigenleistung, Fahrtkosten usw. Bei einer offenen Badekur müssen Sie für die Unterbringung und Verpflegung selbst aufkommen, da Sie lediglich Anspruch auf die Kostenübernahme der medizinischen Anwendungen haben.

 

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Wird der Lohn oder das Gehalt während der Kur weiterbezahlt?

Wurde Ihre Reha genehmigt und alle Voraussetzungen erfüllt, haben Sie einen gesetzlichen Entgeltfortzahlungsanspruch von 6 Wochen. Das heißt, innerhalb dieses Zeitraums erhalten Sie Ihr Gehalt/Ihren Lohn weiterhin von Ihrem Arbeitgeber bezahlt. Reicht diese Zeit nicht aus, weil z.B. der Anspruch wegen gleichartiger Vorerkrankung schon verbraucht ist, können Sie nach diesen 6 Wochen z.B. Übergangsgeld beantragen.

Aber auch hier ist wieder ausschlaggebend, wer der Kostenträger für die Rehamaßnahme ist. Dies entscheidet, ob und in welcher Art und Höhe Sie Leistungen erhalten. Das ist eine ganz individuelle Angelegenheit, die Sie schon vor der Antragstellung auf eine Rehabilitationsmaßnahme mit Ihrer Versicherung klären können.

WICHTIG: Als Arbeitnehmer sind Sie verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber mitzuteilen, dass eine Kur genehmigt wurde, wann diese beginnt und wie lange sie voraussichtlich dauert. Informieren Sie Ihren Arbeitgeber nicht, kann dieser die Entgeltfortzahlung verweigern.

 

Muss ich für die Reha Urlaub nehmen?

Ihr Arbeitgeber darf Ihnen für die Zeit der medizinischen (sozialrechtlich bewilligten) Rehamaßnahme, egal ob ambulant oder stationär, keine Urlaubstage anrechnen.

 

Muss ich zur Kur eine Zuzahlung leisten?

Prinzipiell muss eine Zuzahlung zur Reha geleistet werden – der Eigenleistungsanteil. Aber es gibt hier auch Ausnahmen. Wurde die Reha aufgrund eines Berufsunfalles notwendig, müssen Sie keine Zuzahlung zur Kur leisten. Personen unter 18 Jahren sind ebenfalls zuzahlungsbefreit. Bei einer ambulanten Kur müssen Sie ebenso nichts zuzahlen. Fragen Sie aber in Ihrem speziellen Fall bei Ihrem Kostenträger nach, ob Sie Zuzahlungen leisten müssen, in welcher Höhe und für wie lange.

 

Wer übernimmt die Fahrtkosten zur Kur?

Auch hier kommt es wieder auf den Leistungsträger an, ob Sie die Fahrtkosten ganz oder teilweise erstattet bekommen. Wenn Sie zum Beispiel als Wunschklinik eine Einrichtung gewählt haben, die wesentlich weiter entfernt von Ihrem Wohnort ist, als die Einrichtung, welche von der Versicherung vorgeschlagen wurde, kann es sein, dass Sie selbst noch einen Eigenanteil an den Fahrtkosten bezahlen müssen.

Fahren Sie selbst mit dem Auto zur Kurklinik, wird man Ihnen vielleicht nur die Kosten der günstigsten Zugverbindung erstatten. Klären Sie das auf alle Fälle mit Ihrer Versicherung.

Ambulante Rehakliniken bieten häufig einen Fahrservice an. Sie werden dann morgens geholt und nachmittags wieder nach Hause gebracht. So entstehen Ihnen keine Kosten.

 

Können die Kurkosten steuerlich geltend gemacht werden?

Krankheits- und Pflegekosten können Sie steuerlich als außergewöhnliche Belastungen geltend machen. Dazu gehören auch alle Kosten, die Ihnen während Ihres Kuraufenthaltes entstanden sind und die Sie selbst bezahlen mussten. Darunter fallen z.B. die Zuzahlungen zum Rehaaufenthalt, nicht erstattete Fahrtkosten, Gebühren für ärztliche Bescheinigungen usw.

Wurde der Rehaaufenthalt aufgrund eines Berufsunfalls oder einer Berufskrankheit nötig, können Sie die angefallenen Kosten als Werbekosten geltend machen.

Ambulante Vorsorgekuren – sogenannte Kururlaube – können ebenfalls steuerlich geltend gemacht werden, wenn Sie mit der Steuer vom Arzt ein Attest über die Notwendigkeit der Vorsorgekur einreichen.

 

Was passiert, wenn ich die Kur abbreche?

Bei einer Reha, die zur Erhaltung oder Wiederherstellung der Arbeitskraft verordnet wurde, sollten Sie schon sehr gute Gründe haben, wenn Sie die Kur vorzeitig beenden/abbrechen. So sind Sie z.B. zur Mitwirkung verpflichtet, Die Mitwirkungspflicht beinhaltet auch, dass Sie an den verordneten Maßnahmen teilnehmen. Sicher kann Sie niemand zwingen, an Therapien teilzunehmen, die Ihnen nicht gut tun. Das müssen Sie dann aber mit Ihrem Kurarzt besprechen und er wird Ihnen vermutlich eine alternative Behandlung anbieten.

Wenn Sie ohne medizinische oder anderweitig wichtige Gründe und ohne Rücksprache mit dem behandelnden Rehateam die Maßnahme abbrechen, müssen Sie unter Umständen mit Konsequenzen rechnen. Vielleicht wird der Versicherungsträger eine angedachte Rente/Erwerbsminderungsrente ablehnen. Vielleicht wird es Probleme geben, wenn Sie wieder eine Reha beantragen. Der Abbruch der Reha wird auf alle Fälle aktenkundig bleiben.

 

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Wie geht es nach der Kur weiter?

Zum Ende der Rehamaßnahme werden Sie ein Gespräch mit Ihrem behandelnden Kur-Arzt haben. Bei diesem Gespräch wird entschieden, wie es nach der Reha weitergehen soll. Dabei können folgende Möglichkeiten in Betracht gezogen werden:

  1. Bei Berufstätigen wird entschieden, ob die Kur so erfolgreich war, dass die Arbeit wieder aufgenommen werden kann oder ob der Kurende nach der Reha-Maßnahme noch weiterhin als arbeitsunfähig einzustufen ist.
  2. Nach einer ambulanten oder vollstationären Reha kann Ihnen auch eine „Intensivierte Rehabilitationsnachsorge (IRENA)“ angeboten werden. IRENA ist eine berufsbegleitende Maßnahme und findet wohnortnah statt. Sie gehen nach der Reha also weiter Ihrer Beschäftigung nach, erhalten aber über einen gewissen Zeitraum hinweg noch weitere therapeutische Anwendungen vom Leistungsträger bezahlt. IRENA gibt es nur für bestimmte Krankheitsbilder und die wöchentlichen Einheiten werden mit dem Kostenträger und der Rehaeinrichtung abgesprochen.
  3. Wer zum Beispiel auf Grund der Folgen eines Unfalls in Reha kam, seinen Beruf aber zukünftig nicht mehr ausführen kann, kann entsprechende Leistungen zur Integration ins Berufsleben beantragen, dazu gehören zum Beispiel auch Umschulungsmaßnahmen.
  4. Es ist auch möglich, dass Sie nach der Reha als arbeitsunfähig entlassen werden. Sie werden dann zur Weiterbehandlung an Ihre Ärzte zu Hause übergeben. Dort wird entschieden, wann und ob Sie wieder arbeiten können.
  5. War die Reha nicht erfolgreich, kann es sein, dass Sie nach der Maßnahme eine Rente oder Erwerbsminderungsrente erhalten oder auch als pflegebedürftig eingestuft werden.

TiPP: Falls während der Reha festgestellt wird, das Sie körperlich so beeinträchtigt sind, dass zum Beispiel ein Pflegegrad, ein Schwerbehindertenausweis oder eine Rente beantragt werden muss, dann wenden Sie sich noch in der Rehaklinik an die dortige Sozialstation. Man wird Ihnen beim Ausfüllen der Anträge behilflich sein. Mehr dazu lesen Sie bitte in diesem Beitrag.

 

Wie lange dauert eine Kur?

Im Normalfall dauert die Reha 3 Wochen. Allerdings kann die Rehabilitationsmaßnahme auch verlängert werden. Das entscheidet der behandelnde Arzt vor Ort. Die Verlängerung muss die Rehaklinik dann mit Ihrer Zustimmung beantragen und genehmigen lassen. Wenn Ihnen der Arzt vorschlägt, dass die Reha verlängert wird, können Sie zustimmen oder die Verlängerung auch ablehnen. Sie sollten mit dem Arzt gemeinsam abklären, wie sinnvoll eine Verlängerung ist.

TiPP: Vergessen Sie nicht, Ihrem Arbeitgeber Bescheid zu geben, wenn Sie eine Verlängerung erhalten.

 

Was ist ein Kururlaub?

Die korrekte Bezeichnung für Kurlaub, Kururlaub oder auch ambulante Badekur ist „ambulante Vorsorgemaßnahme“. Ein Kururlaub ist eine Mischung aus selbst finanziertem Urlaub mit vom Arzt verordneten medizinischen Anwendungen.

Zusammenfassend sei folgendes zum Kururlaub gesagt:

  • Die Krankenkasse übernimmt lediglich die Kosten für die verordneten medizinischen Maßnahmen. Sie dagegen organisieren dagegen selbst die Anfahrt, Unterkunft und Verpflegung und kommen auch für diese Kosten selbst auf.
  • Unter gewissen Voraussetzungen bezuschusst die Krankenkasse mit einem kleinen Betrag den Kururlaub. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, ob Sie einen Kurzuschuss beantragen können.
  • Der Kurlaub findet in einem staatlich anerkannten Kurort statt, wo Sie dann auch Ihre therapeutischen Maßnahmen erhalten.
  • Im Gegensatz zur vollstationären Reha werden Sie beim Kururlaub nicht von der Arbeit freigestellt, sondern müssen regulär Urlaub nehmen.
  • Ein Kururlaub dauert 2 bis 3 Wochen.
  • In der Regel erhalten Sie bei einem Kururlaub weniger Anwendungen als in einer vollstationären Reha. Beim Kururlaub sollen Sie mehr Zeit für sich und die Entspannung haben.
  • Kururlaub ist nicht nur auf Deutschland beschränkt. Sie können auch im Ausland kuren.
  • Die ambulante Vorsorgekur muss beantragt und genehmigt werden.
  • Einen Kururlaub können Sie alle 3 Jahre beantragen.

 

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