Therapien für Pflegebedürftige: Nutzen | Anspruch | Möglichkeiten | Beantragung

Therapien für pflegebedürftige Menschen. Großer Nutzen und leicht beantragt
Therapien für Pflegebedürftige: Zielgerichtete Therapien können dabei helfen, die Lebensqualität von Pflegebedürftigen zu verbessern und ihnen ein erfüllteres Leben zu ermöglichen.

Wer pflegebedürftig ist, hat meist körperliche Beschwerden und Schmerzen. Diese können mit diversen Therapien behandelt und die Beschwerden reduziert werden. So kann z.B. eine

  • Logopädie bei Menschen mit Schluckbeschwerden die schluckrelevanten Muskeln trainieren,
  • medizinische Fußpflege einen Diabetespatienten vor einer Amputation schützen.
  • Ergotherapie den Schlaganfallpatienten dabei unterstützen, wieder alltägliche Tätigkeiten wie Duschen, Essen, Anziehen usw. ausüben zu können.

Diese Therapien nennt man gesetzeskonform Heilmittel. Jedoch dürfen Heilmittel nicht mit den Heilmitteln des Volksmundes verwechselt werden, bei dem es sich meist um Naturheilmittel, Tees oder Salben handelt.

Erfahren Sie in unserem Beitrag alles zu den Themen Nutzen | Verordnung | Abrechnung | Kostenübernahme von Therapien für pflegebedürftige Menschen.

Welche Therapien dürfen als Heilmittel vom Arzt verordnet werden?

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Heilmittel sind Therapien, die vom Arzt verordnet werden können. Wie oben bereits erwähnt – haben Heilmittel nichts mit Medikamenten, Einreibungen, Tees usw. zu tun.

In Deutschland sind Heilmittel in fünf Kategorien unterteilt:

  • Ergotherapie: Hilfe bei alltäglichen Aktivitäten
  • Logopädie: Behandlung von Sprach-, Schluck-, Stimm- und Sprechstörungen
  • Physiotherapie: Behandlung von Bewegungsstörungen
  • Ernährungstherapie: Behandlung von Ernährungsstörungen
  • Podologie (medizinische Fußpflege): Behandlung von Fußproblemen

Alle vom Arzt verordnungsfähigen Heilmittel finden Sie im sogenannten Heilmittelkatalog und werden von spezialisierten Therapeuten durchgeführt.

Der Heilmittelkatalog beinhaltet auch

  • welches Heilmittel,
  • bei welcher Diagnose
  • in welcher Menge

durch den Arzt verordnet werden kann und was medizinisch angemessen und wirtschaftlich ist. Des Weiteren soll das vorgegebene Therapieziel erreicht werden.

Wie helfen Therapien bei pflegebedürftigen Menschen?

Wer pflegebedürftig ist weiß oft nicht mehr, wie er alltägliche Aufgaben wie Essen, Anziehen, Waschen, auf Toilette gehen und vieles mehr bewältigen soll.

Ergotherapie, Logopädie, Podologie, Physiotherapie und Ernährungstherapie können Ihnen dabei helfen, Ihre Selbstständigkeit und Unabhängigkeit zu erhalten oder wiederzuerlangen. Diese Maßnahmen tragen auch dazu bei, die häusliche Pflege einfacher zu gestalten.

Welche Vorteile bringen Ihnen die Anwendungen? Sie können Ihnen unter anderem dabei helfen

  • Ihre alltäglichen Aufgaben besser, schmerzfreier und einfacher zu bewältigen,
  • Ihr Zuhause sicher zu gestalten
  • wieder an sozialen Aktivitäten teilzunehmen,
  • Ihre Sprach-, Sprech- und Schluckfähigkeiten zu verbessern,
  • Ihre Mobilität und Beweglichkeit zu verbessern,
  • Ihre gesamte Lebensqualität zu verbessern und damit verbunden ein erfüllteres und selbstbestimmteres Leben zu führen.

Welche Art von Hilfe die Therapeuten bei Ihnen durchführen, ist primär abhängig von Ihrer Erkrankung und Ihrem Allgemeinzustand, Ihren persönlichen Zielen und individuellen Bedürfnissen.

ERGOtherapie bei pflegebedürftigen Menschen

Was ist Ergotherapie? Ergotherapie ist eine ganzheitliche Gesundheitsmaßnahme, die darauf ausgerichtet ist, Menschen dabei zu unterstützen, ihre Selbstständigkeit bei alltäglichen Aktivitäten zu verbessern. Sie konzentriert sich darauf, Menschen zu helfen, ihre Fähigkeiten in Bereichen wie Selbstversorgung, Produktivität und Freizeit zu stärken, insbesondere wenn diese Fähigkeiten aufgrund körperlicher, geistiger oder emotionaler Einschränkungen beeinträchtigt sind.

Die Ziele der Ergotherapie bei pflegebedürftigen Menschen sind:

  • Erhaltung oder Wiedererlangung der Selbständigkeit.
  • Vermeidung von Folgeschäden.
  • Verbesserung der Lebensqualität.

Mögliche Maßnahmen und Aufgaben der Ergotherapie bei Pflegebedürftigen sind:

  • Hilfe bei der Bewegung: Ziel ist es, Ihre Beweglichkeit zu verbessern, wenn Sie Schwierigkeiten beim Gehen, Stehen oder Sitzen haben sowie die Unterstützung bei Problemen der Grobmotorik bzw. Feinmotorik. Bei den Übungen sollen Ihre Muskeln gestärkt und Ihre Beweglichkeit verbessert werden. Ferner kann zur Sturzprophylaxe die Balance und Koordination trainiert werden.
  • Hilfsmittel-Vorschläge für die Bewegung: Der Therapeut kann Ihnen entsprechende Hilfsmittel wie z.B. Rollatoren oder Bein- und Fußtrainer empfehlen, die Ihnen die Bewegung erleichtern und das Training unterstützen.
  • Training für den Alltag: Die alltäglichen Aufgaben wie Essen, Anziehen, Waschen und Toilettengang werden geübt und Tipps gegeben, wie die Aufgaben leichter zu bewältigen sind.
  • Hilfsmittel-Vorschläge für den Alltag: Zur Erleichterung des Alltags können Ihnen Hilfsmittel wie z.B. Badewannenlifte, höhenverstellbare Toiletten, Treppensteighilfen, oder ein behindertengerechter Badumbau, spezielles Geschirr bzw. Besteck für Menschen mit Parkinson-Erkrankungen usw. empfohlen werden.
  • Hilfe bei der geistigen Gesundheit: Hier wird darauf hingearbeitet, Ihre kognitiven Fähigkeiten wie Gedächtnis, Konzentration und Problemlösung zu verbessern. Dies geschieht durch Kreativitätsübungen, finden von neuen Hobbies und Aktivitäten und dem Knüpfen von neuen Kontakten. Weitere Möglichkeiten sind, Ihnen dabei zu helfen, Stress und Angst zu reduzieren.
  • Hilfe bei der Kommunikation: Ergotherapeuten sind dafür zuständig, gemeinsam mit Ihnen Ihre Sprach- und Kommunikationsfähigkeiten zu verbessern, Ihren Wortschatz zu erweitern oder auch Gebärdensprache zu lernen.

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Bei welchen Erkrankungen wird Ergotherapie eingesetzt?

Die Ergotherapie wird bei vielen Krankheitsbildern eingesetzt.

Hier finden Sie Beispiele von Erkrankungen, bei denen Ergotherapie eingesetzt wird
  • ADS/ADHS
  • Amputationen
  • Amyotrophe Lateralsklerose
  • Angststörungen
  • Anorexie
  • Arthritis
  • Arthritis bei Kollagenosen
  • Arthrodesen
  • Belastungsstörungen
  • Blutung
  • Borderline-Störung
  • Bulimie
  • Chronische Schmerzen
  • Degenerative Gelenkerkrankungen
  • Demenz
  • Diabetes mellitus
  • Dysmelie
  • Emotionale Störung im Kindesalter 
  • Endoprothesenimplantation
  • Entwicklungsstörungen mit Beginn in Kindheit und Jugend
  • Entzündlich-rheumatischen Erkrankungen
  • Epilepsie
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Essstörungen
  • Fehlbildungen
  • frühkindlicher Autismus
  • Hydrozephalus
  • Hypoxie
  • infantile Zerebralparese
  • Kompartmentsyndrom
  • Krebserkrankungen
  • Meningoenzephalitis
  • Mischkollagenosen Sharp-Syndrom
  • Morbus Alzheimer
  • Morbus Bechterew
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Muskeldystrophie
  • Muskelerkrankungen
  • Myasthenie
  • Myopathien
  • Myotonie
  • Narben nach Verbrennungen/Verätzungen
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Neurotische Störungen
  • Operationsfolgen
  • Orthopädische Erkrankungen
  • Periphere Nervenläsionen
  • periphere Paresen
  • Persönlichkeitsstörungen
  • Plexusparesen
  • Poliomyelitis,
  • Polymyositis
  • Polyneuropathien
  • Psychische Erkrankungen
  • Querschnittssyndrome, komplett/inkomplett
  • Rheumatoide Arthritis
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Schädel-Hirn-Trauma
  • Schizophrenie
  • schizotype und wahnhafte Störungen
  • Schlaganfall
  • Schultersteife
  • Sklerodermie
  • Spina bifida
  • spinale Muskelatrophie
  • Spondyloarthritiden
  • Spondylodesen
  • Störung des Sozialverhaltens
  • Sympathische Reflexdystrophie
  • Systemischer Lupus erythematodes
  • traumatischen Gelenkerkrankungen
  • Trisomie 21
  • Tumor
  • Verhaltensstörungen mit Beginn in Kindheit und Jugend
  • Vorderhornschädigungen
  • Wirbelsäulen-Frakturen
  • zerebrale Ischämie
  • Zwangsstörungen

Welche Anwendungen gibt es bei der Ergotherapie

Die Ergotherapie umfasst folgende Therapie-Anwendungen, welche die Beschwerden positiv beeinflussen, lindern, verbessern oder verhindern sollen:

Vorrangige HeilmittelBegleitende Heilmittel
Hirnleistungstraining/neuropsychologisch orientierte BehandlungPsychisch-funktionelle Behandlung
Motorisch-funktionelle BehandlungThermische Anwendungen
Psychisch-funktionelle Behandlung 
Sensomotorisch-perzeptive Behandlung 

Ergotherapie bei Menschen mit Demenz

Demenz kann zu starken körperlichen und geistigen Veränderungen führen. Die Betroffenen werden vergesslich, verlieren die Orientierung und erkennen irgendwann ihre Familie, Kinder oder Freunde nicht mehr. Dies kann zu einer hohen psychischen Belastung führen. Bei Demenz kann Ergotherapie dabei helfen, die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit der Betroffenen zu erhalten oder wiederzuerlangen.

Körperliche Aktivität ist bei Demenz ein wichtiger Bestandteil. Außerdem kann körperliche Aktivität den Krankheitsverlauf einer Demenz günstig beeinflussen.

Konkrete Beispiele für körperliche Aktivität bei Demenz:

  • Arbeiten im Haushalt
  • Basteln
  • Gartenarbeit
  • Gymnastikübungen
  • Musizieren
  • Radfahren
  • Schwimmen
  • Singen
  • Spazierengehen
  • Tanzen

Besonderheiten bei der Ergotherapie bei Demenz

Die Behandlung

  • konzentriert sich auf die Förderung der verbleibenden Fähigkeiten der Betroffenen.
  • ist meist spielerisch und kreativ gestaltet, um die Aufmerksamkeit und Motivation der Betroffenen zu fördern.
  • findet oft in einer vertrauten Umgebung statt, um die Sicherheit und Geborgenheit der Betroffenen zu gewährleisten.
  • wird häufig in Gruppen durchgeführt, um den sozialen Kontakt der Betroffenen zu fördern,
  • kann auch im häuslichen Umfeld erfolgen.

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Ergotherapie nach einem Schlaganfall

Wer nach einem Schlaganfall auf Hilfe angewiesen ist, bei dem kann Ergotherapie helfen, alltägliche Aufgaben wie Essen, Anziehen oder Gehen wieder komplett – bzw. teilweise – selbst zu erledigen.

Besonderheiten der Ergotherapie nach einem Schlaganfall: Die Behandlung

  • sollte so früh wie möglich begonnen werden, um die Folgen des Schlaganfalls zu minimieren,
  • ist in der Regel intensiver und erfordert mehr Zeit,
  • ist auf die individuellen Bedürfnisse und Einschränkungen des Patienten abgestimmt,
  • zielt darauf ab, die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Patienten wiederherzustellen oder zu verbessern,
  • konzentriert sich auf die Wiederherstellung der körperlichen und kognitiven Fähigkeiten, die durch den Schlaganfall beeinträchtigt wurden.
  • wird oft von anderen Therapien wie Physiotherapie oder Logopädie begleitet.

LOGOpädie bei pflegebedürftigen Menschen?

Logopädie ist eine therapeutische Behandlung, die Menschen mit Sprach-, Sprech- und Schluckstörungen hilft. Logopädie kann eine wichtige Rolle bei der Verbesserung der Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen spielen. Gezielte Übungen können dazu beitragen, dass die Patienten wieder in der Lage sind, sich mit anderen Menschen zu verständigen, sich ausreichend zu ernähren und ihre Mundhygiene zu verbessern.


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Die Ziele der Logopädie bei pflegebedürftigen Menschen sind vielfältig und richten sich nach den individuellen Bedürfnissen und Einschränkungen des Einzelnen:

  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, um sich mit anderen Menschen austauschen und auch ihre Gefühle besser ausdrücken zu können. Dies kann durch Übungen zur Verbesserung der Artikulation, der Stimme, des Sprechtempos und der Lautstärke erreicht werden. Damit sollen die Betroffenen wieder am sozialen Leben teilnehmen und ihre Bedürfnisse äußern können.
  • Verbesserung der Nahrungsaufnahme, damit sie sich ausreichend ernähren können. Dies kann durch Übungen zur Verbesserung des Schluckreflexes und der Kau- und Mundmotorik erreicht werden.
  • Verbesserung der Mundhygiene, um Zahnerkrankungen und Infektionen vorzubeugen. Dies kann durch Anleitungen zu Mundpflegetechniken und durch Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit des Kiefers erreicht werden.
  • Verbesserung von Schluckstörungen, z.B. bei Menschen mit Dysphagie, indem sie die Muskeln im Mund- und Rachenraum stärken und die Technik des Schluckens verbessern.
  • Verhinderung von Komplikationen, wie Schluckstörungen oder Aspiration, die zu gesundheitlichen Problemen führen können.


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Bei welchen Erkrankungen wird Logopädie eingesetzt?

Bei folgenden Erkrankungen bzw. Erkrankungen, die Sprachentwicklungsstörungen, Störungen der Sprache oder Artikulation zur Folge haben, kann eine Logopädie verordnet werden:

Hier finden Sie Beispiele von Erkrankungen, bei denen Logopädie eingesetzt wird
  • Amyotrophe Lateralsklerose
  • Angeborene cranio-faziale und orofazialen Fehlbildungen
  • Anlagebedingte familiäre Sprachschwäche mit Krankheitswert
  • Anomalien der Sprechorgane
  • Aphasie
  • Ataxien
  • AVWS (Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung
  • Demenz
  • Dysarthrie
  • Dyslalie
  • Dysphagie
  • Dystonie
  • Dystrophie
  • Enzephalitis
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Extraglottische Hyperfunktion
  • Fehlfunktion der Zunge
  • Gaumensegeldefekte
  • Gaumenspalten
  • Glottische Hyperfunktion oder Hypofunktion
  • Habituelle Taschenfaltenstimme
  • Hormonelle Stimmstörungen
  • Hörsturz
  • Idiopathisches Stottern
  • Infantile Zerebralparese
  • Kehlkopffehlbildungen
  • Kehlkopfhochstand
  • Kehlkopfverletzungen
  • Kieferanomalie, Kieferfehlbildung, Kieferfehlstellung
  • Kieferspalte
  • Kopf-Hals-Tumore
  • Kopfverletzungen
  • Krankhafter Verlauf des Stimmbruchs
  • Krebserkrankungen
  • Lippenspalte
  • Lungenkrankheiten
  • Meningitis
  • Morbus Parkinson
  • Mundanomalie
  • Mundhöhlenerkrankungen
  • Myasthenia gravis
  • Nach tumorchirurgischen Eingriffen im Kiefer-, Zahn- oder Mundbereich
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Operationen oder Bestrahlung im Bereich des Schlucktraktes
  • Orofaziale Störungen
  • Periphere oder zentrale Gaumensegelparesen
  • Periphere oder zentrale neurogene Stimmlippenminderbeweglichkeit
  • periphere und zentrale Hörstörungen
  • Plötzlich eingetretene Stimmlosigkeit
  • Poltern
  • Psychische Erkrankungen
  • Psychogene Aphonie
  • Rhinophonia
  • Schädigung der Hörfunktion
  • Schädigung der kognitiv-sprachlichen Funktionen
  • Schädigung der Sprechfunktionen
  • Schädigung der Stimme mit Heiserkeit, Beeinträchtigung des Stimmklangs
  • Schluckstörungen
  • Somatisches oder psychisches Trauma
  • Sprachentwicklungsstörungen
  • Sprachliche Reifestörung aufgrund von Anomalien der Zahnstellung, des Kiefers und des Gaumens
  • Stimmlippenparalyse
  • Stimmlippenparese
  • Störungen der zentralen Hörfunktionen
  • Störungen des Sprechens/der Sprache bei hochgradiger Schwerhörigkeit oder Taubheit
  • Störungen des Sprechens/der Sprache bei Versorgung mit Hörimplantaten, Knochenleitungsimplantaten, Cochlea Implantaten
  • Stottern
  • Supraglottische Hyperfunktion
  • Velopharyngeale Insuffizienz
  • Veränderte Kehlkopfanatomie und -physiologie nach (Tumor-)Operationen
  • Zahnfehlstellung
  • Zustand nach Hirnoperationen
  • Zustand nach Laryngektomie

Welche Anwendungen gibt es bei der Logopäde?

Bei der Logopädie gibt es folgende Therapie-Anwendungen:

  • Schlucktherapie
  • Sprachtherapie
  • Sprech- und Sprachtherapie
  • Sprech- und Stimmtherapie
  • Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie
  • Stimmtherapie

Logopädie bei Menschen mit Demenz

Der Verlust der Sprache ist ein häufiges Symptom einer Demenz. Menschen mit Demenz können Schwierigkeiten haben, Wörter zu finden, sich verständlich auszudrücken oder zu verstehen, was andere sagen. Dies kann zu sozialer Isolation und Rückzug führen. Logopädie zielt darauf ab, die Betroffenen darin zu unterstützen, sich verständlich auszudrücken und zu verstehen, was andere sagen.

Zu den Zielen der Logopädie bei Demenz gehören:

  • Verbesserung der Sprachflüssigkeit
  • Verbesserung der Aussprache
  • Verbesserung des Wortschatzes
  • Verbesserung des Hörverständnisses

Logopäden verwenden verschiedene Übungen und Aktivitäten, um die Kommunikationsfähigkeiten von Menschen mit Demenz zu verbessern. Zu den häufigsten Übungen gehören:

  • Übungen zur Verbesserung des Sprachverständnisses, bei denen die Patienten neue Wörter und Ausdrücke lernen sollen. Ein weiteres Ziel ist, die Aufmerksamkeit und Konzentration zu verbessern.
  • Übungen zur Verbesserung der Sprachproduktion, wobei die Aussprache verbessert werden soll und damit verbunden, die Möglichkeit neue Wörter und Sätze zu bilden.
  • Übungen zur Verbesserung der Schluckfähigkeit, welche die Muskeln im Mund- und Rachenraum trainieren und stärken sollen. Damit kann erreicht werden, dass die Nahrung wieder besser in den Magen transportiert wird.

Logopädie nach einem Schlaganfall

Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben, können Probleme haben, sich zu artikulieren, zu verstehen oder zu schlucken. Das kann sehr frustrierend sein und einsam machen. Logopädie kann dabei helfen, die Kommunikationsfähigkeiten wiederherzustellen oder zu verbessern.

Die Maßnahme zielt darauf ab,

  • die Sprachflüssigkeit
  • die Aussprache
  • den Wortschatz
  • das Hörverständnisses
  • die Kommunikationsfähigkeiten im Alltag

zu verbessern.


Bewegungstherapie mit dem Thera-Trainer

PHYSIOtherapie bei pflegebedürftigen Menschen

Physiotherapie: Die Wichtigkeit von Bewegung

Die große Angst von pflegebedürftigen Personen ist häufig, dass sie bald nicht mehr in der Lage sind, sich selbst zu versorgen. Physiotherapie ist dabei eine effektive und sichere Therapieform, die Ihnen helfen kann, Ihre Lebensqualität zu verbessern, indem sie sich mit der Erhaltung und Verbesserung Ihrer Bewegungsfähigkeit befasst.

Die Ziele der Physiotherapie bei pflegebedürftigen Menschen sind:

  • die Beweglichkeit und Kraft zu verbessern oder erhalten,
  • Schmerzen zu reduzieren,
  • durch Sturzprophylaxe Stürze zu verringern und schwere Verletzungen zu vermeiden,
  • Lebensqualität zu verbessern.

Tipp zur Sturzprophylaxe: Um Stürzen auf der Treppe vorzubeugen, helfen Treppensteighilfen, trittsichere Stufen oder Antirutschbeläge.

Hier einige Übungen, auf die der Physiotherapeut zurückgreifen kann, um die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern damit sie wieder am sozialen Leben teilnehmen können:

  • Übungen zur Verbesserung der Beweglichkeit, um die Gelenke und Muskeln zu mobilisieren und die Beweglichkeit zu erhalten.
  • Übungen zur Verbesserung der Kraft, um die Muskeln zu stärken und die Kraft zu erhöhen.
  • Übungen zur Verbesserung des Gleichgewichts, um das Gleichgewicht zu verbessern und Stürze zu vermeiden.
  • Übungen zur Schmerzlinderung, dass die Betroffenen sich besser bewegen können.
  • Übungen zur Verbesserung der Koordination, um alltägliche Aufgaben zu erleichtern.
  • Wassergymnastik als schonende Form der Physiotherapie, für Menschen mit Gelenkschmerzen oder anderen Einschränkungen.

Bei welchen Erkrankungen wird Physiotherapie eingesetzt

Physiotherapie kann bei einer Vielzahl von Erkrankungen und Beschwerden bei pflegebedürftigen Menschen eingesetzt werden. Dazu gehören unter anderem:

Hier finden Sie Beispiele von Erkrankungen, bei denen Physiotherapie eingesetzt wird
  • Adnexitis
  • Alzheimer
  • Amputationen
  • Amyotrophe Lateralsklerose (ALS)
  • Angioplastie
  • Arterielle Gefäßerkrankungen
  • Arthrodesen
  • Arthrose
  • Asthma bronchiale
  • Ataxie
  • Atethose
  • Bänderrisse
  • Bandersatz
  • Bandscheibenprolaps
  • Bandscheibenvorfall
  • Beckenbodeninsuffizienz
  • Beckenverletzung, Beckenfraktur
  • Benigner paroxysmaler Lagerungsschwindel
  • Blockierungen
  • Blutgefäßfunktionsstörung oder -schädigung
  • Bronchiektasie
  • Bypass
  • Chronifiziertes Schmerzsyndrom im Zahn-, Mund- und Kieferbereich
  • Claudicatio
  • Colitis ulcerosa
  • Colon irritable
  • COPD
  • Degenerative Wirbelsäulen-Erkrankungen
  • Demenz
  • Dickdarmfunktionsstörung
  • Dystonie
  • Entzündlich-rheumatische Wirbelsäulen-Erkrankungen
  • Epilepsie
  • Erkrankungen des Bewegungsapparates
  • Erkrankungen des zentralen Nervensystems
  • Fallneigung
  • Fehlbildungen
  • Fehlhaltungen und Fehlstellungen der Füße
  • Fibromyalgie
  • Floride juvenile Hyperkyphose
  • Gelenkerkrankungen
  • Gelenkfunktionsstörungen Zahn- und Kieferbereich
  • Haltungsstörungen
  • Harninkontinenz
  • Hemiparese
  • Hüftluxation
  • Hypermobilität
  • Hypotonie
  • Hypoxie
  • infantile Zerebralparese
  • Inkontinenz
  • Ischämie
  • Kausalgie
  • Kiefergelenkstörungen, Kiefermuskelstörungen
  • Knochenbrüche
  • Kollagenosen
  • Koordinationsstörung
  • Kyphosen
  • Lipödem
  • Lungenemphysem
  • Lungenfibrose
  • Lymphabflussstörungen
  • Lymphabflussstörungen im Mund- und Kieferbereich
  • Lymphgefäßschädigung
  • Lymphknotenschädigung
  • Lymphödem
  • Megakolon
  • Meningoencephalitis
  • Meningomyelocele
  • metabolische Muskelerkrankungen
  • Monoparese
  • Morbus Crohn
  • Morbus Paget
  • Morbus Parkinson
  • Morbus Raynaud
  • Mukoviszidose
  • Multiple Sklerose
  • Muskelatrophie
  • Muskelatrophie Zahn- und Kieferbereich
  • Muskelausdauerschädigung
  • Muskeldysbalance Zahn- und Kieferbereich
  • Muskeldystrophie
  • Muskelerkrankungen
  • Muskelerkrankungen, entzündliche
  • Muskelfunktionsschädigung
  • Muskelhyper-/hypotonie Zahn- und Kieferbereich
  • Muskelhypertrophie Zahn- und Kieferbereich
  • Muskelinsuffizienz Zahn- und Kieferbereich
  • Muskelkoordinationsschädigung
  • Muskelkraftschädigung
  • Muskeltonusstörungen
  • Muskelverkürzungen
  • Muskulärer Schiefhals
  • Myalgien
  • Myasthenia gravis
  • Myoendopathien
  • Nach Unfällen
  • Nervensystemschädigung
  • Nervenverletzungen
  • Neuralgie
  • neurogene Darmlähmungen
  • Neuromuskuläre Erkrankungen
  • Neuropathische Schmerzen
  • Oberschenkelhalsbruch
  • Osteogenesis imperfecta
  • Osteoporose
  • Paraparese
  • Patellaluxation
  • Periarthropathien
  • Periphere Nervenläsionen
  • Periphere Paresen / auch orofazial
  • Phantomschmerzen nach Amputationen
  • Phlebo-Lymphödem
  • Pleuritis
  • Plexusparese
  • Pneumonie
  • Poliomyelitis
  • Polyneuritis
  • Polyneuropathien
  • Primäre ziliäre Dyskinesie
  • Prostatitis
  • Psoriasisarthritis
  • Querschnittssyndrome
  • Radikuläre Paresen
  • Reaktive Arthritis
  • Rheuma
  • Rückenmarkverletzungen
  • Schädelhirnverletzungen
  • Schädigung der Bewegungssegmente
  • Schlaganfall
  • Schmerzfehlhaltungen
  • Schmerzsyndrom
  • Schulterluxation
  • Schwindelgefühl
  • Sensibilitätsstörungen
  • Skoliosen
  • spastische Tonuserhöhung
  • Spina bifida
  • Spinalis anterior Syndrom
  • Spondarthropien
  • Spondylolisthesis
  • Sportverletzungen
  • Störungen der Atmung
  • Stuhlinkontinenz
  • Stumpfschmerz
  • Sympathische Reflexdystrophie
  • Syringomyelie
  • Tendopathien
  • Tetraparese
  • Thoraxverletzungen
  • Thrombektomie
  • Tracheotomie
  • Traumata im Zahn-, Mund- und Kieferbereich
  • Tumor
  • vestibulärer Schwindel
  • Vorderhornerkrankungen des Rückenmarks
  • Wirbelsäulenerkrankungen
  • Wirbelsäulenverletzungen
  • Chronische Wunden oder Dekubitus


Bitte nicht vergessen!
Mit einem Pflegegrad haben Sie Anrecht auf monatliche Pflegehilfsmittel.


Welche Anwendungen gibt es in der Physio-Therapie

Die Physiotherapie umfasst eine Reihe von Anwendungen, welche die Beschwerden lindern, verbessern oder verhindern sollen. Dazu gehören:



Vorrangige Heilmittel


Vorrangige Heilmittel
BindegewebsmassageElektrostimmulation
ChirogymnastikElektrotherapie
CO2BadHydroelektrische Bäder
ColonmassageKältetherapie
InhalationTraktion
Klassische MassagetherapieWärmetherapie
Krankengymnastik 
Krankengymnastik – Atemtherapie 
Krankengymnastik am Gerät 
Krankengymnastik im Bewegungsbad 
Krankengymnastik zur Behandlung des zentralen Nervensystems 
Manuelle Lymphdrainage 
Manuelle Therapie 
Manuelle Therapie im Bewegungsbad 
Periostmassage 
Segmentmassage 
Übungsbehandlung 
Unterwasserdruckstrahltherapie 

ERNÄHRUNGStherapie bei pflegebedürftigen Menschen

Ernährungstherapie kann dabei helfen, die Gesundheit und das Wohlbefinden des Patienten zu verbessern und die Lebensqualität zu erhöhen.

Die Ziele der Ernährungstherapie bei pflegebedürftigen Menschen sind:

  • Sicherstellung einer ausreichenden Versorgung mit Nährstoffen
  • Vorbeugung und Behandlung von Mangelernährung
  • Verbesserung der Verdauung und des Stoffwechsels
  • Linderung von Schluckbeschwerden
  • Steigerung des Wohlbefindens und der Lebensqualität

Dazu einige Beispiele:

  • Bei Demenz kann das Ziel der Ernährungstherapie sein, den Gewichtsverlust zu stoppen oder umzukehren.
  • Bei Krebs kann das Ziel sein, die Nebenwirkungen der Chemotherapie zu lindern.
  • Bei Diabetes mellitus kann das Ziel sein, den Blutzuckerspiegel zu kontrollieren.
  • Bei Schluckbeschwerden kann das Ziel sein, die Schluckbeschwerden zu lindern und den Patienten sicher zu ernähren.

Die Ernährungstherapie kann verschiedene Maßnahmen umfassen, darunter:

  • Erstellung eines Ernährungsplans
  • Beratung zu gesunder Ernährung
  • Unterstützung bei der Nahrungsaufnahme
  • Anpassung der Ernährung an spezielle Bedürfnisse

Bei welchen Erkrankungen wird Ernährungstherapie eingesetzt?

Ernährungstherapie ist eine wichtige Therapie für Menschen mit Stoffwechselerkrankungen, Allergien oder besonderen Ernährungsbedürfnissen.

Hier Beispiele von Erkrankungen, bei denen Ernährungstherapie eingesetzt wird
  • Abetalipoproteinämie
  • Ahornsirupkrankheit
  • Carnitintransportdefekt
  • CPT I + II
  • Enzymdefekte des Eiweißstoffwechsels
  • Enzymdefekte des Fett- und Energiestoffwechselstörungen
  • Enzymdefekte des Kohlenhydratstoffwechsels
  • Galaktosämie
  • Gedeihstörung
  • Gewichtsverluststörung
  • Glucose-Galactose-Malabsorption
  • GLUT I Defekt
  • Glutarazidurie
  • Glykogenose
  • Harnstoffzyklusdefekte
  • Hereditäre Fructoseintoleranz
  • Homocystinurie
  • Isovalerianazidurie
  • LCAD-Mangel
  • MCAD-Mangel
  • Methylmalonylazidurie
  • MTP-Mangel
  • Mukoviszidose
  • Ornithinämie
  • Phenylketonurie
  • Propionazidurie
  • Pyruvatdehydrogenase-Mangel
  • Stoffwechselerkrankungen
  • Tyrosinämie
  • VLCAD-Mangel

PODOlogie auf Rezept bei pflegebedürftigen Menschen

Die Podologie, also medizinische Fußpflege, ist eine wichtige Behandlung, die von einem Podologen durchgeführt wird, um die Fußgesundheit von pflegebedürftigen Menschen zu verbessern und Fußprobleme zu behandeln oder zu verhindern.

Ausführliche Informationen hierzu finden Sie in unserem Beitrag Medizinische Fußpflege auf Rezept.

Eine medizinische Fußpflege auf Rezept können Patienten erhalten mit:

  • Chronische Myelitis
  • Diabetes mellitus
  • Durchblutungsstörungen
  • Kollagenosen
  • Nervenschädigungen
  • Neuropathien
  • Querschnittsyndrom
  • Spina bifida
  • Syringomyelie
  • systemische Autoimmunerkrankungen
  • Traumatisch bedingten Schädigungen des Rückenmarks
  • Unguis incarnatus
Weltweit erstes teilbares Rollstuhlrad

Was ist der Unterschied zwischen medizinischer und kosmetischer Fußpflege? Medizinische Fußpflege ist eine ärztliche Behandlung, die von einem Podologen durchgeführt wird. Kosmetische Fußpflege ist eine Behandlung, die von einem Fußpfleger durchgeführt wird.

Folgende Therapien werden in der Podologie angewendet:

  • Hornhautabtragung
  • Nagelbearbeitung
  • Podologische Komplexbehandlung
  • Nagelspangenbehandlung

Welche Therapien können nicht verordnet werden?

Gemäß der Heilmittelrichtlinie übernehmen Krankenkassen für die nachfolgenden Therapien KEINE Kosten.

Hier mehr erfahren zu den nicht verordnungsfähigen Therapien
  • Akupunktmassage
  • Atemtherapie nach Middendorf
  • Atlas-Therapie nach Arlen
  • Fußreflexzonenmassage
  • Hippotherapie
  • Höhlentherapie
  • Isokinetische Muskelrehabilitation
  • Konduktive Förderung nach Petö
  • Magnetfeldtherapie ohne Verwendung implantierter Spulen (Magnetfeldgeräte zur Anwendung bei der invasiven Elektroosteostimulation unterliegen den Regelungen über die Verordnung von Hilfsmitteln)
  • Mototherapie
  • Musik- und Tanztherapie
  • Zilgrei-Methode

Für folgende Indikationen wird ebenfalls keine Kostenübernahme genehmigt:

  • Entwicklungsbedingte Sprechunflüssigkeit im Kindesalter.
  • Stimmtherapie bei nicht krankhaftem Verlauf des Stimmbruchs.
  • Alle psychotherapeutischen Behandlungsformen, die Regelungsgegenstand der Psychotherapie-Richtlinie sind.
  • Störungen wie Lese- und Rechtschreibschwäche, sonstige isolierte Lernstörungen
  • Maßnahmen, die der persönlichen Lebensführung zuzuordnen sind.
  • Massage des ganzen Körpers (Ganz- bzw. Vollmassagen).
  • Massage mittels Gerätes oder Unterwassermassage mittels automatischer Düsen.
  • Teil- und Wannenbäder, soweit sie nicht nach den Vorgaben des Heilmittelkataloges verordnungsfähig sind.
  • Sauna, römisch-irische und russisch-römische Bäder.
  • Schwimmen und Baden, auch in Thermal- und Warmwasserbädern.
  • Maßnahmen, die der Veränderung der Körperform (z.B. Bodybuilding) oder dem Fitness-Training dienen.
  • Maßnahmen, die ausschließlich der Anreizung, Verstärkung und Befriedigung des Sexualtriebes dienen sollen.

Quelle: Heilmittelrichtlinie

Gibt es Psychotherapie auf Rezept?

Die Psychotherapie gibt es zwar auch auf Rezept, sie ist jedoch nicht Gegenstand der Heilmittel-Richtlinie. Die Psychotherapie ist in der separaten Psychotherapie-Richtlinie verankert.

Wie werden die Therapien beantragt und verordnet?

Die Therapien werden als Heilmittel vom behandelnden Arzt verordnet. Pro Heilmittelverordnung werden im Normalfall 6 – 10 Behandlungen verschrieben.

Sollten die Beschwerden danach nicht nachgelassen haben, kann der Arzt bis zu zwei Folgeverordnungen ausstellen. Das heißt, insgesamt 3 Rezepte.

Im Anschluss daran muss eine Wartefrist von 6 Monaten eingehalten werden, bevor der behandelnde Arzt eine erneute Verordnung ausstellen kann.

Sollten die Beschwerden jedoch nicht besser und mehr Heilmittel-Verordnungen notwendig werden, hat der Arzt die Möglichkeit, bei bestimmten Erkrankungen ohne vorherige Genehmigung durch die Krankenkasse, im Rahmen des „langfristigen Heilmittelsbedarfs“, weitere Behandlungen zu verordnen.

Was ist ein langfristiger Heilmittelbedarf?

Liegen schwere und dauerhafte funktionelle/strukturelle Schädigungen vor, welche für mindestens 1 Jahr durchgehend behandelt werden müssen, kann der Arzt auf der Heilmittelverordnung einen langfristigen Heilmittelbedarf vermerken.

Voraussetzungen für die Verordnung eines langfristigen Heilmittelbedarfs sind also:

  • Die Feststellung einer schweren funktionellen/strukturellen Schädigung.
  • Die Notwendigkeit einer fortlaufenden Behandlung.
  • Der Behandlungszeitrum wird mindestens 1 Jahr betragen.

Bei der Verordnung einer dauerhaften Heilmitteltherapie orientiert sich der Arzt an der Diagnoseliste.

  • Für alle dort aufgeführten Erkrankungen gilt die Heilmittelverordnung von vornherein als genehmigt.
  • Für die Verordnung ist lediglich die medizinische Notwendigkeit aus Sicht des ausstellenden Arztes erforderlich.
  • In der Regel wird die Verordnung für 12 Wochen ausgestellt.
  • Für die Folgeverordnung ist dann ein erneuter Arztbesuch und eine medizinische Untersuchung erforderlich.

Welche Erkrankungen sind auf der Diagnoseliste aufgeführt?

vorherige Genehmigung seitens der Krankenkasse kann Ihnen der Arzt einen langfristigen Heilungsbedarf z.B. für folgende Krankheiten verordnen:

  • Angeborene Fehlbildungen des Gehirns
  • Angeborene Fehlbildungen und Deformationen des Muskel-Skelett-Systems
  • Angeborene Hüftdysplasie
  • Apallisches Syndrom (Wachkoma)
  • Autismus
  • Entzündliche Polyarthropathien
  • Formen der Arthritis
  • Gaumenspalte mit Lippenspalte
  • Gelenkerkrankungn
  • Klumpfuß
  • Krankheiten der Wirbelsäule und des Skelettsystems
  • Krankheiten und Verletzungen des Nervensystems
  • Lupus erythematodes
  • Lymphknotenkrebs, Lymphdrüsenkrebs
  • Lymphödem
  • Marfan-Syndrom
  • Morbus Parkinson
  • Multiple Sklerose
  • Nach operativen Eingriffen des Skelettsystems, wie z.B. Knieprothese, Hüftprothese, Schulterprothese
  • Polyneuropathien
  • Querschnittslähmung
  • Skoliose
  • Spina bifida („offener Rücken“)
  • Spinalkanalstenose
  • Spondylopathien (degenerative Wirbelsäulenerkrankung)
  • Störungen der Sprache
  • Trisomie 18
  • Trisomie 21 (Down-Syndrom)
  • Verlust der oberen, oder unteren Extremität (Arm, Bein, Hand, Fuß)

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Kann eine langfristige Verordnung ausgestellt werden, wenn die Erkrankung nicht auf der Diagnoseliste aufgeführt ist?

Die Liste der Erkrankungen, welche eine funktionelle oder strukturelle Schädigung zur Folge haben ist lang und nicht alle einzelnen Krankheiten sind in den Diagnoselisten aufgeführt. Trotzdem kann ein langfristiger Handlungsbedarf (eine Therapie für mindestens ein Jahr) erforderlich sein.

Dieser muss dann im Vorfeld bei der Krankenkasse genehmigt werden. Hierfür muss der behandelnde Arzt auf der Verordnung die Notwendigkeit begründen. Aus der Begründung muss hervorgehen, dass die Erkrankung mit einer aus der Diagnoseliste vergleichbar ist und dass die Notwendigkeit für eine Heilmitteltherapie für mindestens 1 Jahr besteht.

Wie wird der Antrag gestellt? Sobald die ärztliche Begründung vorliegt, können Sie bei Ihrer Krankenkasse einen Antrag auf „langfristigen Heilmittelbedarf“ stellen. Legen Sie dem Antrag eine Kopie der begründeten ärztlichen Verordnung bei. Das Original bekommt der zuständige Therapeut/Therapeutin.

Wie lange ist die Frist für die Bearbeitung? In der Regel muss die Kasse innerhalb vier Wochen nach Eingang des Antrags über die Genehmigung entschieden haben. Für die Genehmigung des Antrags kann ein Gutachten durch den Medizinischen Dienst notwendig sein. Sollten dafür ergänzende Informationen erforderlich sein, wird sich die Kasse mit Ihnen in Verbindung setzen. Die vier-Wochen-Frist wird dann so lange unterbrochen, bis der Krankenkasse und dem Medizinischen Dienst alle notwendigen Formulare vorliegen.

Kombination von verschiedenen Heilmitteln

Bei komplexeren Diagnosen können auch mehrere Heilmittel kombiniert verordnet werden. Solche Heilmittelkombinationen kommen vor allem bei Erkrankungen des Nervensystems, des Bewegungsapparates und der Atmungsorgane in Frage. Dazu zählen z.B.

  • Schlaganfall: Nach einem Schlaganfall kann eine Kombination aus Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie helfen, um motorische und kognitive Funktionen zu verbessern und die Sprachfähigkeit wiederherzustellen.
  • Multiple Sklerose: Bei dieser chronisch-entzündlichen Erkrankung des zentralen Nervensystems können eine Kombination aus Physiotherapie, Ergotherapie und Krankengymnastik dazu beitragen, motorische Funktionen und die Muskelkraft zu erhalten und zu verbessern.
  • Querschnittslähmung: Hier können Heilmittelkombinationen aus Physiotherapie, Ergotherapie und gezieltem Muskeltraining helfen, um die Selbstständigkeit und Beweglichkeit der betroffenen Person zu verbessern.
  • Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD): Bei COPD können eine Kombination aus Physiotherapie, Atemgymnastik und medikamentöser Therapie dazu beitragen, die Atemfunktion zu verbessern und die Belastbarkeit zu steigern.
  • Rheumatoide Arthritis: Hier kann eine Kombination aus Physiotherapie, Ergotherapie und medikamentöser Therapie dazu beitragen, Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.

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Verordnung von Heilmitteln im Rahmen des Entlass-Managements

Häufig ist bei der Entlassung aus dem Krankenhaus eine Verordnung von Heilmitteln erforderlich, um an die Therapieerfolge aus dem Krankenhaus anzuknöpfen. Die Therapieversorgung kann im Rahmen des Entlass-Managements durch das Krankenhaus erfolgen. Damit soll die Folge-Versorgung des Patienten gleich nach der Entlassung sichergestellt werden.

Hier finden sie alle weiterführenden Informationen zum Entlass-Management.

Neu: Seit dem 01.01.2023 gilt, dass Folgeverordnungen für Heilmittel, aber auch für Häusliche Krankenpflege und Rehabilitationsmaßnahmen, zukünftig per Videosprechstunde ausgestellt werden können.

Für die Erstverordnung ist jedoch weiterhin der persönliche Kontakt zwischen Arzt und Patient notwendig. (siehe Ergänzung des §3a in der Heilmittel-Richtlinie).

Wie hoch sind die Zuzahlungen zu den Heilmitteln?

Die Zuzahlung zu den Heilmitteln beträgt in der Regel 10 Euro pro Verordnung + 10 % der Behandlungskosten. Bei Kindern werden die Kosten bis zum 18. Geburtstag vollständig von der Krankenkasse übernommen. Gerne können Sie sich die anfallenden Zuzahlungen über unseren kostenlosen Zuzahlungsrechner ausrechnen lassen.

Was ist der Unterschied zwischen Heilmitteln und Hilfsmitteln?

Körperliche Einschränkungen stellen die Betroffenen und ihre Angehörige täglich vor neue Herausforderungen. Sowohl Hilfsmitteln als auch Heilmittel sollen die Beschwerden der Betroffenen lindern und den Alltag erleichtern. Beide Maßnahmen können ärztlich verordnet werden und die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.


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Die nachfolgende Tabelle soll den Unterschied von Hilfs- und Heilmitteln verdeutlichen.

HeilmittelHilfsmittel
Heilmittel sind medizinische, nicht medikamentöse Behandlungen, die äußerlich angewendet werden.Hilfsmittel sind Produkte, die Menschen mit Behinderungen, Kranken und Pflegebedürftigen, den Alltag erleichtern sollen.
Ziel der Verordnung ist Das Heilen von Krankheiten. Dem Fortschreiten einer Erkrankung vorzubeugen. Beschwerden zu lindern. Vor Krankheiten zu schützen und dabei zu helfen Entwicklungsstörungen bei Kindern, oder die Pflegebedürftigkeit von älteren Menschen zu vermeiden.Ziel der Verordnung ist Der Ausgleich einer Behinderung oder Pflegebedürftigkeit Die Behandlung von Krankheiten Die Vermeidung von Entwicklungsstörungen bei Kindern (z.B. durch Hörgeräte) Menschen pflegen zu können und Pflegebedürftige zu unterstützen.
Welche Heilmittel können verordnet werden?
Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie (Stimm-, Sprech-, Sprach- und Schlucktherapie), Ernährungstherapie, Podologie (medizinische Fußpflege)
Welche Hilfsmittel können verordnet werden?
Pflegebetten, Rollstühle, Badewannensitze, Gehstöcke, Rollatoren, Haltegriffe, Hörgeräte, Brillen, Orthopädische Schuhe …
Wer führt Heilmittelverordnungen aus? Heilmittel, bzw. Heilbehandlungen dürfen nur von ausgebildeten und zugelassenen Therapeuten und Therapeutinnen angeboten und durchgeführt werden. Dazu gehören: Physiotherapeuten Ergotherapeuten Sprachtherapeuten (Logopäden) Ernährungstherapeuten Podologen (medizinische FußpflegerInnen) Masseure Medizinische BademeisterWo bekommt man das verordnete Hilfsmittel? Sanitätshäuser – z.B. Bandagen, Rollstühle, Wannenlift, Haltegriffe…
Augenoptiker – Brillen Hörgeräteakustiker – Hörgeräte Orthopädie-Techniker – Orthesen, Prothesen Medizinische Fußpfleger – Fuß- und Zehenpolster Orthopädische Schuhmacher – Einlagen, orthopädische Schuhe
Rezept:
Die Anzahl und Häufigkeit (1x pro Woche, oder mehrmals pro Woche..) der Anwendungen ist abhängig von der Erkrankung und der Art der Behandlung. Die maximale Behandlungsdauer beträgt 12 Wochen. Die Therapie muss spätestens 28 Tage nach dem Verordnungsdatum starten.  
Rezept:
Ein Hilfsmittel kann entweder dauerhaft, oder auch nur leihweise rezeptiert werden. (z.B. wenn aufgrund einer Verletzung nur vorübergehend ein Rollstuhl erforderlich ist) Nicht für alle Hilfsmittel ist die Krankenkasse der Kostenträger. Bei der Kostenübernahme ist der Zweck des Hilfsmittels ausschlaggebend. Verlinkung zum Beitrag Hilfsmittel   Das Rezept ist ab Datum der Ausstellung für 28 Tage gültig.  

Sie haben Hörprobleme aber der Weg zum Hörakustiker ist zu beschwerlich? Mobile Hörakustiker können einen Hörtest direkt bei Ihnen zu Hause durchführen.

Welche Therapien kann der Zahnarzt verordnen?

Zahnärzte können im Rahmen der Heilmittel folgendes verordnen:

Physiotherapie bei

  • Craniomandibulären Störungen (= im Kausystem befindende Störungen)
  • Fehlfunktionen durch angeborene Fehlbildungen oder Störungen im Zentralnervensystem
  • Schmerzsyndrom
  • Lymphabflussstörungen

Sprech/Sprachtherapie bei

  • Störungen des Sprechens
  • Störungen des oralen Schluckakts
  • Störungen der orofazialen Funktion (= Störungen der Muskelfunktion im Mund/Gesichtsbereich)

Fragen und Antworten zum Thema Therapien für Pflegebedürftige

Kann Ergotherapie eine Demenz heilen?

Nein, Ergotherapie kann Demenz nicht heilen. Sie kann jedoch dabei helfen, die Symptome von Demenz zu lindern und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Wer kann Ergotherapie bei Demenz durchführen?

Ergotherapie bei Demenz sollte von einem Ergotherapeuten durchgeführt werden, der Erfahrung mit demenziell veränderten Menschen hat.

Können auch Angehörige von Demenzpatienten eine Ergotherapie bekommen?

Ergotherapie kann Angehörigen von Demenzkranken helfen, ihre eigenen Ressourcen zu stärken und sich besser um den Betroffenen zu kümmern.

Wann beginnt die Ergotherapie nach einem Schlaganfall?

Die Ergotherapie beginnt in der Regel sehr früh nach einem Schlaganfall, sobald der Patient stabil ist. Der frühe Beginn der Behandlung ist wichtig, um die Folgen des Schlaganfalls zu minimieren und die Selbstständigkeit und Unabhängigkeit des Patienten wiederherzustellen oder zu verbessern.

Wie kann die Ergotherapie zu Hause fortgesetzt werden?

Ergotherapeuten arbeiten eng mit den Angehörigen der Patienten zusammen, um die Behandlung zu Hause fortzusetzen. Sie geben den Angehörigen Tipps und Übungen, mit denen sie die Patienten im Alltag unterstützen können.

Wann sollte Logopädie bei Demenz begonnen werden?

Logopädie kann in jeder Phase der Demenzerkrankung eingesetzt werden. Es ist jedoch sinnvoll, die Logopädie so früh wie möglich zu beginnen, um die Sprachfähigkeiten des Betroffenen zu erhalten oder zu verbessern.

Kann Logopädie auch bei Menschen im fortgeschrittenen Stadium der Demenz eingesetzt werden?

Ja, das ist möglich. In diesem Fall können die Therapieziele angepasst werden, um den Betroffenen weiterhin dabei zu helfen, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu erhalten.

Wie kann ich herausfinden, ob Logopädie für meinen Angehörigen mit Demenz geeignet ist?

Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder dem behandelnden Demenzspezialisten. Diese können Sie beraten, ob eine Logopädie sinnvoll ist und an wen Sie sich wenden können.

Wie kann ich die Logopädie bei meinem Angehörigen unterstützen?

Unterstützen Sie Ihren Angehörigen bei den Übungen und motivieren Sie ihn, auch zu Hause weiterzumachen.

Was ist die Heilmittel-Richtlinie?

In der Heilmittel-Richtlinie ist geregelt, welche Voraussetzungen notwendig sind, damit die verordneten Heilmittel von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden.
Sie ist eine Vereinbarung zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und den Ärzten mit Kassenzulassung, sowie den Leistungserbringern (Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten, Podologen, Ernährungstherapeuten usw.).
Bei der Verordnung von Heilmitteln für Privatpatienten kann der Patient selbst entscheiden, welche Heilmittel und in welcher Menge der Arzt diese verordnen soll.
Im Vorfeld ist es ratsam mit der privaten Krankenversicherung zu klären, welche Heilmittelkosten von der Kasse übernommen werden, denn sonst müssen die anfallenden Kosten aus eigener Tasche bezahlt werden.

Weitere Beiträge zum Thema Therapie

Quellen und weiterführende Informationen:

Heilmittelkatalog
Richtlinien über die Heilmittel
Kassenärztliche Bundesvereinigung
Digitaler Heilmittelkatalog
Bundesgesundheitsministerium
Stiftung für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

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Fachautorin

Sandra Läpple

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