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Was hat sich in der Berechnung der Pflegebedürftigkeit geändert

Wurde bis Ende 2016 die Pflegebedürftigkeit einer Person nach Minuten erfasst und berechnet, so wird seit Januar 2017 die Pflegebedürftigkeit danach bewertet wie selbstständig eine Person ist und wie viel Hilfe sie benötigt.

Die Fragen bei der Begutachtung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkasse (MDK) sind in Module zusammengefasst. Innerhalb dieser Module werden die einzelnen Fragen über den Begutachter bewertet mit:

  • Selbstständig
  • Überwiegend selbstständig
  • Überwiegend unselbstständig
  • Unselbstständig

Je nachdem, ob selbstständig oder überwiegend unselbstständig usw. gibt es verschiedene Punkte. Die Punkte wiederum werden mit einer vorgegebenen prozentualen Bewertung bewertet und verrechnet.

Sie sehen – alles in allem eine sehr komplizierte Umrechnung und für den Laien ohne entsprechende Hilfe nicht nachvollziehbar.

► Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag „Die neuen Pflegegrade: So erfolgt die MDK-Prüfung mit den neuen Modulen

 

Wie kann Ihnen mein Pflegegradrechner helfen

Der Pflegegradrechner soll Ihnen bei der Selbsteinschätzung Ihrer Selbstständigkeit weiterhelfen. Mit unserem Pflegegradrechner können Sie

  1. auf einfache Weise nachvollziehen, welche Bereiche des täglichen Lebens bewertet werden. Damit wissen Sie, welche Fragen der Gutachter stellen wird und was wichtig ist, schon im Voraus mit anzugeben.
  2. sich oder Ihren pflegebedürftigen Angehörigen auf die Fragen des MDKs vorbereiten. Oftmals sind Pflegebedürftige sehr darauf bedacht, keine Schwächen zu zeigen und erzählen stolz, was Sie noch alles können. Wenn das so ist, dann ist es gut. Aber wenn tatsächlich Defizite vorliegen und diese verschwiegen werden, dann kann das dazu führen, dass die Pflegebedürftigkeit – und damit der Pflegegrad – nicht anerkannt wird.
  3. prüfen, ob bei Ihnen evtl. eine Pflegebedürftigkeit vorliegt. Oftmals ist man unsicher und weiß nicht, ob man tatsächlich schon pflegebedürftig ist. Manche Personen glauben, dass sie erst einen Pflegegrad zugesprochen bekommen, wenn sie den ganzen Tag bettlägrig sind. Doch das ist falsch. Verschaffen Sie sich einen Überblick. *
  4. prüfen, ob vielleicht eine Umgruppierung in einen höheren Pflegegrad möglich ist. Wie bei Punkt 3 herrscht auch oft bei der Umgruppierung in einen höheren Pflegegrad Unsicherheit. Auch hier können Sie prüfen, was Sie oder Ihr pflegebedürftiger Angehöriger tatsächlich noch selbst erledigen und was nicht mehr und wie sich das auf den Pflegegrad auswirkt. *

Mein TiPP: Führen Sie vor der Begutachtung durch den MDK unbedingt für 2 bis 3 Wochen ein aktuelles Pflegetagebuch. Eine aktuelle Vorlage für ein Pflegetagebuch finden Sie hier.

► Mehr dazu finden Sie in meinem Beitrag „Warum es wichtig ist, ein Pflegetagebuch zu führen

 

Welche Module beinhaltet die Begutachtung durch den MDK

Die Module, in welche die Begutachtung gegliedert sind, sind Bereiche des täglichen Lebens. Der Medizinische Dienst der Pflegekasse wird einen Antragsteller in folgenden Bereichen begutachten

  • Modul 1 – Mobilität
  • Modul 2 – Kognitive und kommunikative Fähigkeiten
  • Modul 3 – Verhaltensweisen und psychische Problemlagen
  • Modul 4 – Selbstversorgung
  • Modul 5 – Umgang mit krankheits- / therapiebed. Anford. u. Belast.
  • Modul 6 – Gestaltung des Alltagslebens und soziale Kontakte

Hier finden Sie hilfreiche Tipps, wie Sie Fehler bei der MDK-Begutachtung vermeiden können.

 

Was tun, wenn der Pflegegrad abgelehnt wurde

Es kommt sehr häufig vor, dass nach der ersten Begutachtung die Pflegebedürftigkeit abgelehnt und somit von der Pflegekasse kein Pflegegrad anerkannt wurde.

Wenn Ihre Ansprüche berechtigt sind (auch das können Sie einigermaßen über den Pflegerechner einschätzen), dann sollten Sie unbedingt Widerspruch einlegen. Ein entsprechendes Musterschreiben finden Sie hier. Es wird dann eine erneute Begutachtung stattfinden. Bereiten Sie sich auf diese Begutachtung durch den MDK gut vor. Nehmen Sie schon bei der ersten Begutachtung Hilfe in Anspruch. Die Pflegestützpunkte oder ein Pflegedienst können Ihnen da gute Dienste leisten.

Mein TiPP: Wer pflegebedürftig ist, dem stehen auch Leistungen zu. Es wäre schlecht, diese aus falscher Scham nicht einzufordern!! Denn letztendlich entscheidet der richtige Pflegegrad darüber, wieviel finanzielle Unterstützung SIE erhalten.

 

Was ist bei Pflegegrad 1 zu beachten

Pflegegrad 1 kann zum einen eine Chance für viele hunderttausende Pflegebedürftige sein, die vor 2017 keinen Pflegegrad/keine Pflegestufe erhalten hätten. Doch der Pflegegrad 1 ist kein vollwertiger Pflegegrad. So erhalten Sie zum Beispiel kein Pflegegeld, anderweitig aber wieder Zuschüsse für wohnumfeldverbessernde Maßnahmen.

Vermutlich werden jedoch auch viele in den Pflegegrad 1 eingruppiert werden, denen tatsächlich aber ein höherer Pflegegrad zustehen würde. Hier ist es wieder ganz wichtig, dass Sie prüfen, ob Ihre Eingruppierung richtig ist.

► Mehr dazu lesen Sie in meinem Beitrag „Pflegegrad 1 – Chance für finanzielle Unterstützung bei geringer Pflegebedürftigkeit

 

* Bitte beachten Sie unbedingt, dass der Pflegegradrechner nur aufzeigt, wie bewertet wird. Ob der Gutachter vom MDK Sie genauso sieht und einschätzt, wie Sie das selbst machen, ist etwas anderes. Darum gilt: Über die Beurteilung der Pflegebedürftigkeit und die Einschätzung über den Pflegegrad bestimmt der Mitarbeiter des MDKs und nicht der Pflegegradrechner. Doch selbst diese Entscheidung muss letztendlich die Pflegeversicherung noch bestätigen. Die Ergebnisse dienen damit lediglich einer unverbindlichen Einschätzung und sind auch keine persönliche Beratung.

Der Rechner wird auf eigene Verantwortung genutzt

 

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© Otto Beier - www.Pflege-durch-Angehoerige.de
 

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