Grad der Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen

Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen. Welche Möglichkeiten haben Sie.
Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen. Wann kann ein Behindertenausweis beantragt werden und was ist zu beachten.

Herz-Kreislauferkrankungen zählen zu den häufigsten Todesursachen weltweit und können zu erheblichen Beeinträchtigungen der körperlichen Leistungsfähigkeit führen. Infolgedessen kann eine Behinderung vorliegen, die sowohl die Lebensqualität der Betroffenen als auch ihre Teilhabe am gesellschaftlichen Leben einschränkt.

Die Höhe des Behindertengrades ist dabei abhängig von der Leistungseinschränkung der Betroffenen.

Hat man bei Herz-Kreislauferkrankungen eine Behinderung?

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Ob bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen eine Behinderung vorliegt, kann nicht pauschal beantwortet werden. Es kommt auf den Einzelfall und die Schwere der Erkrankung an.

Grundsätzlich gilt:

  • Eine Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen liegt vor, wenn die körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit einer Person so weit eingeschränkt ist, dass sie im Vergleich zu gesunden Menschen nicht am gesellschaftlichen Leben teilnehmen kann.
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen können zu einer Vielzahl von Beeinträchtigungen führen, z. B. zu Atemnot, Müdigkeit, Schmerzen oder eingeschränkter Belastbarkeit.
  • Je nach Schwere der Beeinträchtigung kann eine Herz-Kreislauf-Erkrankung als Behinderung anerkannt werden.

Welche Formen von Herz-Kreislauferkrankungen gibt es?

Zu den Herz-Kreislauferkrankungen zählen unter anderem:

  • Bluthochdruck (Hypertonie)
  • Koronare Herzkrankheit (KHK) & Herzinfarkt
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz)
  • Endokarditis (Herzinnenwandentzündung)
  • Herzklappenfehler
  • Herzrhythmusstörungen
  • Perikarditis (Herzbeutelentzündung)

Welche Behandlungsmethoden gibt es bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Es gibt viele Behandlungsmethoden für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, die von der jeweiligen Erkrankung abhängen. Zu den häufigsten Behandlungsmethoden gehören:

Medikamente wie z.B. Blutverdünner, Lipidsenker (zur Senkung des Cholesterinspiegels), Blutdruck regulierende Medikamente, Betablocker…

Operationen können die Lebensqualität verbessern und lebensbedrohliche Folgen wie z.B. Herzinfarkt oder Kammerflimmern verhindern.

Indikationen für eine mögliche Operation am Herzen sind z.B.:

  • Verengte undichte Herzklappen
  • Herzrhythmusstörungen
  • Schwere Herzinsuffizienz
  • Angeborene Herzfehler

Lebensstiländerungen: Lebensstiländerungen können einen großen Beitrag zur Vorbeugung und Behandlung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen beitragen.

Dazu gehören z.B.:

  • Aufhören zu rauchen
  • Gesunde Ernährung
  • Regelmäßige Bewegung
  • Aufrechterhaltung eines gesunden Gewichts
  • Stressmanagement

Erziehung und Unterstützung: Das Erlernen der Selbstverwaltung von Herzerkrankungen ist wichtig für Menschen mit dieser Erkrankung. Dazu gehört das Erlernen der Anzeichen und Symptome einer Verschlechterung, die Einnahme von Medikamenten wie verordnet und die Umsetzung gesunder Lebensgewohnheiten.

Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen – Grad der Behinderung

Der Grad der Behinderung (GdB) bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen wird anhand der Funktionsbeeinträchtigung des Einzelnen beurteilt und kann zwischen 10 und 100 liegen.

Die Funktionsbeeinträchtigung wird anhand der folgenden Faktoren beurteilt:

  • Art der Herzerkrankung
  • Schwere der Herzerkrankung
  • Symptome der Herzerkrankung
  • Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit
  • Einschränkungen der Aktivitäten des täglichen Lebens

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Wie viel Prozent Behinderung bekommt man bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Der Grad der Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen wird nach den versorgungsmedizinischen Grundsätzen im Allgemeinen mit 10 – 100 bewertet und rechtfertigt so, ab dem GdB von 50, einen Schwerbehindertenausweis.

Für die Höhe des GdB ist bei Herz-Kreislauferkrankungen die Leistungseinschränkung ausschlaggebend, weniger die Erkrankung selbst.

Bei der Beurteilung werden neben dem klinischen Bild und den Funktionseinschränkungen im Alltag, auch Ergometerdaten und andere Parameter berücksichtigt. Diese ergänzen das klinische Bild und dienen als Richtwerte.

GDB-Tabelle – Herz-Kreislauferkrankungen

Koronare Herzkrankheit (KHK)
 
Einschränkung der Herzleistung
GdB Wert
keine wesentliche Leistungsbeeinträchtigung (keine Insuffizienzerscheinungen wie Atemnot, anginöse Schmerzen) selbst bei gewohnter stärkerer Belastung (z.B. sehr schnelles Gehen mit 7-8 km/h, schwere körperliche Arbeit), keine Einschränkung der Sollleistung bei Ergometerbelastung; bei Kindern und Säuglingen (je nach Alter) beim Strampeln, Krabbeln, Laufen, Treppensteigen keine wesentliche Leistungsbeeinträchtigung, keine Tachypnoe, kein SchwitzenGdB 0-10
Leistungsbeeinträchtigung bei mittelschwerer Belastung (z.B. forsches Gehen mit 5-6 km/h, mittelschwere körperliche Arbeit), Beschwerden und Auftreten pathologischer Messdaten bei Ergometerbelastung mit 75 Watt* (wenigstens 2 Minuten); bei Kindern und Säuglingen Trinkschwierigkeiten, leichtes Schwitzen, leichte Tachy- und Dyspnoe, leichte Zyanose, keine Stauungsorgane, Beschwerden und Auftreten pathologischer Messdaten bei Ergometerbelastung mit 1 Watt/kg Körpergewicht  GdB 20-40
Leistungsbeeinträchtigung bereits bei alltäglicher leichter Belastung (z.B. Spazierengehen mit 3-4 km/h, Treppensteigen bis zu einem Stockwerk, leichte körperliche Arbeit), Beschwerden und Auftreten pathologischer Messdaten bei Ergometerbelastung mit 50 Watt* (wenigstens 2 Minuten); bei Kindern und Säuglingen deutliche Trinkschwierigkeiten, deutliches Schwitzen, deutliche Tachy- und Dyspnoe, deutliche Zyanose, rezidivierende pulmonale Infekte, kardial bedingte Gedeihstörungen, Beschwerden und Auftreten pathologischer Messdaten bei Ergometerbelastung mit 0,75 Watt/kg KörpergewichtGdB 50-70
… mit gelegentlich auftretenden, vorübergehend schweren DekompensationserscheinungenGdB 80
Leistungsbeeinträchtigung bereits in Ruhe (Ruheinsuffizienz, z.B. auch bei fixierter pulmonaler Hypertonie); bei Kindern und Säuglingen auch hypoxämische Anfälle, deutliche Stauungsorgane, kardiale DystrophieGdB 90-100
*Die für Erwachsene angegebenen Wattzahlen sind auf mittleres Lebensalter und Belastung im Sitzen bezogen.
Quelle: Bundesamt für Justiz
Rhythmusstörungen
Anfallsweise auftretende hämodynamisch relevante Rhythmusstörungen (z.B. paroxysmale Tachykardien) je nach Häufigkeit, Dauer und subjektiver Beeinträchtigung …
GdB Wert
… bei fehlender andauernder Leistungsbeeinträchtigung des Herzens.
 
Bestehende andauernde Leistungsbeeinträchtigungen des Herzens sind entsprechend zusätzlich zu bewerten.
GdB 10-30
… nach Implantation eines HerzschrittmachersGdB 10
… nach Implantation eines Kardioverter-DefibrillatorsGdB wenigstens 50
… bei ventrikulären tachykarden Rhythmusstörungen im Kindesalter ohne Implantation eines Kardioverter-DefibrillatorsGdB wenigstens 60
Quelle: Bundesamt für Justiz
ErkrankungGdB Wert
Herzklappenprothesen:GdB mindestens 30
Herzinfarkt:GdB abhängig von bleibender Leistungsbeeinträchtigung
Herztransplantation:Für die Zeit der Heilungsbewährung (in der Regel 2 Jahre) GdB 100

Im Anschluss, auch bei günstigem Heilungsverlauf, nicht unter 70 (unter Berücksichtigung der Immunsuppression)
Quelle: Bundesamt für Justiz

Gibt es ein Merkzeichen für Herz-Kreislauferkrankungen?

Für die Höhe des GdB ist bei Herz-Kreislauferkrankungen die Leistungsbeeinträchtigung ausschlaggebend.

Diese wirkt sich auf die Belastbarkeit der Betroffenen aus. Je nachdem, wie stark die Ausprägung, z.B. der Atemnot bei geringer Belastung, oder gar in Ruhe ist, kann dies zu einem Merkzeichen führen.

Denkbare Merkzeichen wäre z.B. das Merkzeichen „G“, vor allem dann, wenn neben den Herz-Kreislauferkrankungen noch andere Erkrankungen, wie z.B. eine Lungenerkrankung vorliegt.

Ob ein Anspruch auf ein Merkzeichen besteht, muss individuell berücksichtigt werden und kann nicht klar definiert werden.


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Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen – Vorteile und Leistungen

Wie bei vielen Erkrankungen gibt es auch bei den Herz-Kreislauferkrankungen gewisse „Vorteile“ (richtigerweise heißt es Nachteilsausgleiche, dennoch wird es umgangssprachlich Vorteile genannt) und Leistungen, die allerdings abhängig vom erreichten Grad der Behinderung sind.

Warum braucht man einen Behindertenausweis bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Es ist nicht zwingend nötig einen Grad der Behinderung oder einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, allerdings verzichtet man dann auch auf die Nachteilsausgleiche, die mit einer Behinderung bzw. Schwerbehinderung einhergehen können und ggf. Entlastung bringen.

Was bringt ein Behindertenausweis bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Ab einem GdB von 20 ist es bereits möglich einen Steuerfreibetrag über den sogenannten Behindertenpauschbetrag zu erhalten. Ab einem GdB von 50 erhält die betroffene Person dann einen Behindertenausweis mit weiteren Nachteilsausgleichen. Da bei Herz-Kreislauferkrankungen bereits bei mittelschwerer Belastung ein GdB von 30-40 vorliegen kann, bei Herzklappenprothesen ein GdB von 30, sind die Nachteilsausgleiche für die Herz-Kreislauferkrankungen bereits recht umfangreich.

Was bringt mir der jeweilige Grad der Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen?

GdBNachteilsausgleich
GdB 20Steuerlicher Pauschbetrag 384 €
GdB 30Steuerlicher Pauschbetrag 620 €
GdB 40Steuerlicher Pauschbetrag 860 €
GdB 50Steuerlicher Pauschbetrag 1140 €, Sonderurlaub, Kündigungsschutz, Ermäßigte Eintrittsgelder, Erleichterungen bei der Ausbildung und Beschäftigung, Zugang zu speziellen Einrichtungen und Diensten
GdB 60Steuerlicher Pauschbetrag 1440 €, wie bei GdB 50 jedoch zusätzlich Berücksichtigung bei der Arbeitsplatzgestaltung
GdB 70Steuerlicher Pauschbetrag 1.780 €, sonst wie bei 60 70 mit Merkzeichen „G“: Fahrtkosten-Pauschbetrag – 900 Euro pro Jahr
GdB 80Steuerlicher Pauschbetrag 2.120 €, sonst wie bei 60 Fahrtkosten-Pauschbetrag – 900 Euro
GdB 90Steuerlicher Pauschbetrag 2.460 €, sonst wie bei 60
GdB 100Steuerlicher Pauschbetrag 2.860 €, sonst wie bei 60

Welche Nachteile bringt ein Behindertenausweis bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Ein Nachteil kann für Personen mit einem Schwerbehindertenausweis im Arbeitsleben entstehen, wenn diese eine neue Arbeit suchen. Ein weiterer Nachteil kann sein, dass bei Kontrollen und der Vorlage des Schwerbehindertenausweises kann durch eine fremde Person eingesehen werden, wie hoch der Grad der Behinderung ist und ob ggf. Merkzeichen vorliegen, die weitere Einschränkungen bedeuten.

Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen – Voraussetzungen

Bei Herz-Kreislauferkrankungen kann der Grad der Behinderung zwischen 10 und 100 liegen. Die Höhe des GdB ist abhängig von der Schwere der Funktionsbeeinträchtigungen. Die Art der Erkrankung spielt dabei nicht die ausschlaggebende Rolle. Neben dem klinischen Bild werden außerdem Ergometerdaten und andere Parameter berücksichtigt.

Wann kann man bei Herz-Kreislauferkrankungen einen Behindertenausweis beantragen?

  1. Schwere der Erkrankung
  2. Auswirkungen auf das tägliche Leben:

Berufliche Beeinträchtigung:

  • Einschränkungen im Beruf durch die Erkrankung
  • Schwierigkeiten bei der Ausübung der Tätigkeit

Einschränkungen im Alltag:

  • Beeinträchtigung bei alltäglichen Aktivitäten wie Gehen, Treppensteigen, Heben und Tragen
  • Notwendigkeit von Hilfsmitteln

Wann lohnt es sich, bei Herz-Kreislauferkrankungen einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen?

Es lohnt sich, einen Antrag zu stellen, wenn:

  • Die Herz-Kreislauferkrankung zu einer erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität führt.
  • Finanzielle Vorteile oder Nachteilsausgleiche in Anspruch genommen werden sollen.

Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen – Antrag

Generell wird ein Schwerbehindertenausweis oder auch der GdB an sich beim zuständigen Versorgungsamt beantragt. Das Versorgungsamt vergibt dann anhand der Unterlagen, die durch die entsprechenden Ärzte eingereicht wurden, einen Grad der Behinderung.

Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Die Antragstellung ist relativ einfach. Sie müssen lediglich den Antrag auf die „Feststellung einer Behinderung“ bei Ihrem zuständigen Versorgungsamt downloaden oder sich diesen zuschicken lassen.

Schauen Sie sich für weitere Tipps und Hilfestellungen unseren Beitrag zu diesem Thema an: Feststellung einer Behinderung – Antrag

Welche Unterlagen brauche ich, um einen Schwerbehindertenausweis bei Herz-Kreislauferkrankungen zu beantragen?

Selbst müssen Sie in der Regel keine Unterlagen bereitstellen. Das Versorgungsamt schreibt die zuständigen Ärzte an, die Sie genannt haben und fordert zu der Krankheit die Berichte an.

Wie funktioniert die Feststellung bzw. Einstufung der Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Die Feststellung des GdB bei Herz-Kreislauferkrankungen funktioniert so, dass das Versorgungsamt die Berichte und Unterlagen von den behandelten Ärzten erhält und beurteilt. Meist geben die Ärzte in den Berichten die Funktionseinschränkungen bereits an, also beispielsweise „Leistungseinschränkung bei geringer Belastung“, „Atemnot“, „Zyanose“ (bläuliche Verfärbung von Haut und Schleimhaut…Anhand des Berichtes wird das Versorgungsamt dann den GdB bestimmen.

Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen – Dauer der Gültigkeit

Wie lange gilt die Schwerbehinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen?

Der Ausweis wird in der Regel für längstens 5 Jahre ausgestellt. Bei einer voraussichtlich lebenslangen Behinderung kann der Ausweis jedoch auch unbefristet ausgestellt werden.

Kann der Grad der Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen aberkannt werden?

Der Grad der Behinderung ist bei Herz-Kreislauferkrankungen abhängig von der Leistungseinschränkung bei Belastung.

Wenn sich diese durch Medikamente oder Eingriffe am Herzen verbessert, wäre es denkbar, dass der Grad der Behinderung im Laufe des Befristungszeitraumes abnehmen kann.

Welchen GdB hat man bei Herz-Kreislauferkrankungen nach Heilungsbewährung?

Nach einer Herztransplantation gilt die Heilungsbewährung in der Regel 2 Jahre.

Auch bei günstigem Heilungsverlauf darf der GdB nach dieser Zeit nicht unter 70 fallen, da die Immunsuppression berücksichtigt werden muss.

Wann bekommt man bei Herz-Kreislauferkrankungen einen Schwerbehindertenausweis unbefristet?

Wenn davon auszugehen ist, dass sich die Leistungseinschränkungen nicht mehr verbessern werden, bekommt man bei Herz-Kreislauferkrankungen einen unbefristeten Schwerbehindertenausweis.

Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen – Schwerbehinderung und Rente

Wie wirkt sich Herz-Kreislauferkrankungen auf die Rente aus?

Da es für Herz-Kreislauferkrankungen sehr häufig einen Schwerbehindertenausweis gibt, kann sich das „positiv“ auf das Renteneintrittsalter auswirken. Menschen mit einer Schwerbehinderung können zwei Jahre früher in Rente, sofern die anderen Voraussetzungen erfüllt sind.

Bekommt man mehr Rente bei einer Schwerbehinderung?

Nein, als Mensch mit einer Schwerbehinderung kann man unter gewissen Voraussetzungen zwar früher in Rente gehen, allerdings bekommt die Person nicht mehr Rente. Der frühere Renteneintritt für Schwerbehinderte Menschen bleibt ohne Abzüge.

Wann kann ein Schwerbehinderter in Rente gehen?

Durch den Nachteilsausgleich, den schwerbehinderte Menschen haben, ist es möglich, sofern die Voraussetzungen erfüllt sind, zwei Jahre früher und ohne Abzüge in die Regelrente zu gehen. Wer noch früher in Rente gehen möchte oder muss, hat als schwerbehinderte Person geringere Abzüge als nicht behinderte Personen.

Neues Rentenpaket für Schwerbehinderte 2023 – Tabelle

BausteinLeistung
Abschlagsfreie Rente für Schwerbehinderte ab 60Schwerbehinderte Menschen, die vor 1952 geboren sind, können ab dem 1. Juli 2023 abschlagsfrei in Rente gehen. Dies gilt für Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 und einer Wartezeit von mindestens 35 Jahren
Geringfügige Rentenabschläge bei vorzeitigem Renteneintritt  Schwerbehinderte Menschen, die vorzeitig in Rente gehen, müssen künftig nur noch geringfügige Rentenabschläge in Kauf nehmen. Die Abschläge werden auf maximal 10,8 Prozent begrenzt.
Weitere Verbesserungen  – Erhöhung der Freibeträge für schwerbehinderte Menschen bei der Einkommensanrechnung   – Erhöhung des Zuschlags für Schwerbehinderte an die Rente wegen Erwerbsminderung

FAQ – Häufige Fragen rund um Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen

Welchen GdB hat man bei Herz-Kreislauferkrankungen nach 5 Jahren?)

Der GdB nach 5 Jahren hängt maßgeblich von der Entwicklung ab, also ob der Herz-Kreislauferkrankungen durch Therapien oder Medikamente abgeholfen werden kann. Pauschal kann man den GdB nach 5 Jahren nicht bestimmen, da es beispielsweise keine Heilungsbewährung gibt.

Bringt ein Schwerbehindertenausweis bei Herz-Kreislauferkrankungen Steuervorteile?)

Ja, Betroffene mit Herz-Kreislauferkrankungen, können einen Steuervorteil bekommen. Dieser liegt je nach Schweregrad der Herz-Kreislauferkrankungen bei 384 – 2.860 € im Jahr.

Welche finanziellen Hilfen gibt es bei Herz-Kreislauferkrankungen noch?

Neben den Nachteilsausgleichen gibt es unter Umstände noch:
– Erwerbsminderungsrente, sofern aufgrund der Behinderung kein Arbeiten im erlernen Beruf oder einem Beruf, der den Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht, mehr möglich ist.

– Schwerbehindertenrente, sofern die Voraussetzung der 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse und der GdB von mindestens 50 erfüllt sind.

– Zuschuss zum Arbeitsgerät, wenn für die Ausübung der Arbeit ein spezielles Arbeitsgerät benötigt wird.

– Zuschuss zur Hausarbeit, sofern aufgrund der Einschränkungen die Arbeiten im Haushalt nicht mehr selbst verrichtet werden können (insbesondere dann, wenn Kinder unter 12 Jahren im selben Haushalt leben oder selbst betroffen sind).

Gibt es für Herz-Kreislauferkrankungen einen Pflegegrad?

Mit zunehmendem Lebensalter steigt das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen.
Die Betroffenen sind durch die Leistungseinschränkungen in ihrer Lebensqualität eingeschränkt, was sich auch auf die Mobilität und Selbständigkeit auswirken kann. Häufig sind die Erkrankten von weiteren Krankheiten betroffen, die eine zunehmende Pflegebedürftigkeit zur Folge haben können. Die Höhe des Pflegegrades kann zwischen 1 und 5 liegen

Was bringen Pflegegrad und Schwerbehinderung zusammen?

Die Themen Schwerbehinderung und Pflegegrad können miteinander verknüpft sein, wenn eine Person sowohl eine Schwerbehinderung als auch einen erheblichen Bedarf an Pflege hat.
 
Mehrfachbeeinträchtigungen:
Eine Person mit Herz-Kreislauferkrankungen kann zusätzlich andere gesundheitliche Probleme haben, die zu einem Pflegebedarf bzw. auch höheren Pflegebedarf führen können. In solchen Fällen könnten sowohl der Grad der Behinderung als auch der Pflegegrad relevant sein.
 
Kombination von Beeinträchtigungen:
Schwerbehinderte Menschen können aufgrund von Mobilitätsproblemen, kognitiven Einschränkungen oder anderen gesundheitlichen Beeinträchtigungen einen Pflegebedarf haben. Gerade bei der Herz-Kreislauferkrankungen sind Betroffene sehr häufig auf andere Personen angewiesen.
 
Es ist wichtig zu betonen, dass die Feststellung des Pflegegrades und des Grades der Behinderung unterschiedliche Verfahren und Kriterien umfassen. Dennoch kann (muss aber nicht) ein und dieselbe Erkrankung sowohl einen Pflegegrad als auch einen Grad der Behinderung rechtfertigen. Das sowohl ein Pflegegrad als auch ein GdB vergeben wird, ist in einigen Fällen der Herz-Kreislauferkrankungen sogar gegeben.

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4 Antworten auf „Grad der Behinderung bei Herz-Kreislauferkrankungen“

Ob ein GdB von 30 gerechtfertigt ist oder nicht ist immer sehr schwer einzuschätzen. Pauschal kann man aber sagen, dass die Einstufung anhand der vorliegenden Unterlagen vorgenommen wird. Je aussagekräftiger die Unterlagen sind, desto eher entspricht der GdB auch den realen Einschränkungen. Konkret heißt das, dass der Arzt bzw. die Ärzte ein Attest bzw. ärztliches Gutachten erstellen. Zudem sind Unterlagen wie beispielsweise Befundberichte, Therapieberichte, Reha-Berichte etc., sofern vorhanden, immer sinnvoll diese mit einzureichen, bzw. die Kliniken und Einrichtungen zu nennen, die an der Behandlung beteiligt sind. Oftmals werden die anderen “Säulen” der Bewertung durch die Ärzte aber nicht erfasst (oftmals, weil die persönlichen und individuellen Einschränkungen zu dem Zeitpunkt nicht bekannt waren oder dem Arzt nicht mitgeteilt wurden). Es empfiehlt sich, ein Art “Begleitschreiben” für das Versorgungsamt anzufertigen. In diesem Schreiben können Sie Ihre individuellen Einschränkungen darlegen. Zu den “Säulen” zählen neben der Diagnose:
1. körperliche Funktionen: Einschränkung der Mobilität, Beeinträchtigung der inneren Organe, Beeinträchtigung der Sinne (Sehen, Hören etc.)
2. Geistige Funktion: Beispielsweise ob eine Erkrankung das Denkvermögen beeinträchtigt
3. Seelische Beeinträchtigung: Beispielsweise ob die Erkrankung eine Depression ausgelöst hat, oder Ängste. Aber auch ob durch die Erkrankung psychische Belastungen entstanden sind, die die soziale Teilhabe einschränken
4. Soziale Teilhabe: Greift etwas in den Punkt 3 über. Ist durch die Erkrankung die Teilhabe am sozialen Leben beeinträchtigt.
5. Arbeitsfähigkeit: Ist die Ausübung Ihrer Arbeit oder einer anderen Tätigkeit beeinträchtigt, dabei spielen sowohl die körperlichen als auch die psychischen und kognitiven Einschränkungen eine Rolle.

Sollten Sie noch die Gelegenheit haben einen Widerspruch einzulegen, sollten Sie diese Punkte im Widerspruch nachreichen.
Als Anlaufstelle kann Ihnen eventuell das Integrationsamt hilfreich sein.

Sehr geehrte Damen und Herren, ich bin 49 Jahre alt: instabile Angina pectoris, erweiterte Herzklappe und Koronararteriensklerose. Ich habe 30 % GdB erhalten. Glaubst du, das ist richtig? Ich musste die Operation wegen einer explodierenden Blinddarmentzündung mit 32 Stiche und Schadstoffbruch? Sie schicken mich immer noch zur Arbeit in die Küche, aber mir wird oft schwindelig und ich schwitze viel. Sollten sie sich nicht nach einer anderen Art von Arbeit umsehen, wie mir in der Reha gesagt wurde???? (25/30 Stunden wöchentlich) Wo finde ich einen Berater?? Einen Job finden leichte Lagerarbeit, (wurde mir von Reha schriftlich mitgeteilt). Vielen Dank an alle, die mir Ratschläge geben können. V.G.

Um den blauen Parkausweis zu bekommen sind die Voraussetzungen ein ganzes Stück höher als für den orangenen. Um den blauen Parkausweis zu erhalten muss das Merkzeichen aG vorliegen.
Wir haben dazu einen Beitrag, dort sind auch Gerichtsurteile aufgeführt, vielleicht hilft Ihnen eines der Gerichtsurteile weiter.

Sehr geehrte Damen und Herren,
meine Mutter hat Pflegegrad 2. Der Schwerbehindertenausweis (wurde nach erneutem Einreichen der Befunde etc) mit dem Ziel auf erhalten eines blauen Parkausweises von 60G auf 70B erhöht. Diese Neueinstufung bringt für meine Mutter gar nichts. Sie benötigt keine Begleitperson. Sie möchte einfach nur in der Nähe von Arztpraxen, Apotheken und speziellen Geschäften parken können, damit sie weiterhin allein und eigenständig ihre Wege erledigen kann und weiter am Leben teilhaben kann. Es geht meiner Mutter nicht um die Parkgebühren, eine Steuerersparnis mehr Urlaub etc. Es geht nur um das “reine Parken”. Jetzt haben wir schon an den “orangenen Parkausweis” gedacht. Die Hürden scheinen aber gleich schwer zu sein. Was können Sie uns raten?!
Mit freundlichen Grüßen Astrid Liedtke

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