Grad der Behinderung bei Bluthochdruck – Tabelle, Vorteile & Leistungen

Behinderung bei Bluthochdruck
Je nach Ausprägung kann Bluthochdruck so lebensbeeinträchtigend sein, dass für diese Krankheit ein GdB (Grad der Behinderung) anerkannt werden kann.

Der Grad der Behinderung bei Bluthochdruck (Hypertonie) spielt eine entscheidende Rolle für die damit einhergehenden Nachteilsausgleiche und Steuervergünstigungen. Diese Einführung untersucht die Bedeutung dieser Bewertung im Zusammenhang mit der hypertensiven Erkrankung und beleuchtet ihre Auswirkungen auf den Alltag und die soziale Integration.

Hat man bei Bluthochdruck eine Behinderung?

Laut einer Statistik der Hochdruckliga e.V. leidet in Deutschland in etwa jeder 4 an Bluthochdruck (Hypertonie). Die Wahrscheinlichkeit einer Hypertonie (Bluthochdruck) steigt mit dem Alter an und ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die weitere Erkrankungen wie beispielsweise Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herz-Kreislauferkrankungen begünstigen kann. Je nach der Schwere des Bluthochdrucks kann es einen Grad der Behinderung geben.

Wie werden die Arten beim Bluthochdruck unterschieden?

Bluthochdruck wird in verschiedene Formen eingeteilt, die häufigsten Arten sind:

  • Primärer Bluthochdruck (essenzielle Hypertonie): Die Ursache ist noch unbekannt. Der Primäre Bluthochdruck macht in etwa 90% der Fälle aus.
  • Sekundärer Bluthochdruck: Die Ursachen für diese Form des Bluthochdrucks sind bekannt und kann durch verschiedene Erkrankungen oder auch Medikamente verursacht werden.

Welche Schweregrade gibt es bei Bluthochdruck?

Der Schweregrad bzw. die Art der Bluthochdruck wird anhand der Klassifikation der Blutdruckwerte bestimmt. Dabei spielen die Messwerte eine wichtige Rolle. Die Werte beim Blutdruck nennt man systolischer und diastolischer Blutdruck.

Begriffserklärung:

  • Systolischer Blutdruck: auch Oberer Wert genannt, dieser Wert ist der maximale Druck, der in den Arterien herrscht, wenn das Herz sich zusammenzieht.
  • Diastolischer Blutdruck: auch Unterer Wert genannt, dieser Wert ist der minimale Druck, der in den Arterien herrscht, wenn das Herz sich entspannt.

Schweregrade:

  • Normaler Blutdruck: Im Bereich 120 / 80 mmHg oder weniger
  • Geringer Bluthochdruck (oder auch hochnormaler Blutdruck): Ohne Auswirkung auf die körperliche Leistung. Im Bereich von 130-139 / 85-89 mmHg
  • Mittlerer Bluthochdruck: mit Auswirkungen auf Organe. Im Bereich von 140-159 / 90-99 mmHg
  • Starker Bluthochdruck: mit Beteiligung mehrerer Organe. Im Bereich von 160-179 / 100-109 mmHg
  • Maligner Bluthochdruck: mit starken körperlichen Auswirkungen und einem diastolischen Druck von konstant über 130 mmHg

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Behinderung bei Bluthochdruck – Grad der Behinderung

Der Grad der Behinderung ist von der Schwere des Bluthochdrucks abhängig, je schwerwiegender die Einschränkungen durch den Bluthochdruck sind, desto höher fällt der Grad der Behinderung aus.

Wie viel Prozent Behinderung bekommt man bei Bluthochdruck?

Für einen geringen Bluthochdruck (Hochnormaler Bluthochdruck) gibt es einen GdB von 0 – 10, wohingegen es für einen Bluthochdruck Grad 3 (Maligner Bluthochdruck) mit starken körperlichen Auswirkungen einen GdB von 100 geben kann. Somit liegt die Spanne des GdB beim Bluthochdruck zwischen 10 und 100.

GDB-Tabelle – Bluthochdruck (Hypertonie)

ErkrankungGdB Wert
Geringer Bluthochdruck (Hochnormaler Blutdruck), ohne Auswirkungen auf die körperliche Leistung.GdB 0 – 10
Mittlerer Bluthochdruck mit Auswirkungen auf die OrganeGdB 20 – 40
Starker Bluthochdruck mit Beteiligung mehrerer OrganeGdB 50 – 100
Maligner Bluthochdruck mit einem konstanten diastolischen Wert über 130 mmHG und starken körperlichen AuswirkungenGdB 100
Quelle: Bundesamt für Justiz

Behinderung bei Bluthochdruck – Vorteile und Leistungen

Wie bei jeder Erkrankung gibt es auch beim Bluthochdruck gewissen „Vorteile“ (richtigerweise heißt es Nachteilsausgleiche, dennoch wird es umgangssprachlich Vorteile genannt) und Leistungen, die allerdings abhängig vom erreichten Grad der Behinderung sind.

Warum braucht man einen Behindertenausweis bei Bluthochdruck?

Es ist nicht zwingend nötig einen Grad der Behinderung oder einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, allerdings verzichtet man dann auch auf die Nachteilsausgleiche, die mit einer Behinderung einhergehen können.

Was bringt ein Behindertenausweis bei Bluthochdruck?

Ab einem mittleren Bluthochdruck ist es bereits möglich einen Steuerfreibetrag über den sogenannten Behindertenpauschbetrag zu erhalten. Ab einem GdB von 50 erhält die betroffene Person dann Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis mit weiteren Nachteilsausgleichen („Vorteile“).

Was bringt mir der jeweilige Grad der Behinderung bei Bluthochdruck?

GdBNachteilsausgleich
GdB 20Steuerlicher Pauschbetrag 384 €
GdB 30Steuerlicher Pauschbetrag 620 €
GdB 40Steuerlicher Pauschbetrag 860 €
GdB 50Steuerlicher Pauschbetrag 1140 €, Sonderurlaub, Kündigungsschutz, Ermäßigte Eintrittsgelder, Erleichterungen bei der Ausbildung und Beschäftigung, Zugang zu speziellen Einrichtungen und Diensten
GdB 60Steuerlicher Pauschbetrag 1440 €, wie bei GdB 50 jedoch zusätzlich
Berücksichtigung bei der Arbeitsplatzgestaltung
GdB 70Steuerlicher Pauschbetrag 1.780 €, sonst wie bei 60
GdB 80Steuerlicher Pauschbetrag 2.120 €, sonst wie bei 60
GdB 90Steuerlicher Pauschbetrag 2.460 €, sonst wie bei 60
GdB 100Steuerlicher Pauschbetrag 2.860 €, sonst wie bei 60

Welche Nachteile bringt ein Behindertenausweis bei Bluthochdruck?

Ein Nachteil kann für Personen mit einem Schwerbehindertenausweis im Arbeitsleben entstehen, wenn diese eine neue Arbeit suchen. Ein weiterer Nachteil kann sein, dass bei Kontrollen und der Vorlage des Schwerbehindertenausweises kann durch eine fremde Person eingesehen werden, wie hoch der Grad der Behinderung ist und ob ggf. Merkzeichen vorliegen, die weitere Einschränkungen bedeuten.


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Behinderung bei Bluthochdruck – Voraussetzungen

Wann kann man bei Bluthochdruck einen Behindertenausweis beantragen?

Für Menschen, die unter einem starken Bluthochdruck leiden besteht durchaus die Möglichkeit einen Schwerbehindertenausweis zu bekommen, da die Skala für starken Bluthochdruck bei einem GdB und somit einer Schwerbehinderung beginnt.

Wann lohnt es sich, bei Bluthochdruck einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen?

Sobald ein Bluthochdruck mit Auswirkung auf die Organe, also ein mittlerer Bluthochdruck, lohnt es sich bereits einen Antrag beim Versorgungsamt zu stellen. Den ab einem GdB von 20 bekommen Betroffene bereits 384 € Steuererleichterungen im Jahr.

Behinderung bei Bluthochdruck – Antrag

Generell wird ein Schwerbehindertenausweis oder auch der GdB an sich beim zuständigen Versorgungsamt beantragt.

Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis bei Bluthochdruck?

Die Antragstellung ist relativ einfach. Sie müssen lediglich den Antrag auf die „Feststellung einer Behinderung“ bei Ihrem zuständigen Versorgungsamt downloaden oder sich diesen zuschicken lassen.

Schauen Sie sich für weitere Tipps und Hilfestellungen unseren Beitrag zu diesem Thema an:

Welche Unterlagen brauche ich, um einen Schwerbehindertenausweis bei Bluthochdruck zu beantragen?

Selbst müssen Sie in der Regel keine Unterlagen bereitstellen. Das Versorgungsamt schreibt die zuständigen Ärzte an, die Sie genannt haben und fordert zu der Krankheit die Berichte an.

Wie funktioniert die Feststellung bzw. Einstufung der Behinderung bei Bluthochdruck?

Die Feststellung des GdB bei Bluthochdruck funktioniert so, dass das Versorgungsamt die Berichte und Unterlagen von den behandelten Ärzten erhält und beurteilt. Meist geben die Ärzte in den Berichten den Schweregrad bereits an, also beispielsweise „Mittlerer Bluthochdruck mit …“. Anhand des Berichtes wird das Versorgungsamt dann den GdB bestimmen.

Behinderung bei Bluthochdruck – Dauer der Gültigkeit

Die Gültigkeit des GdB bei Bluthochdruck ist oftmals, besonders beim Erstantrag befristet, kann aber, sofern sich keine Besserung einstellt verlängert werden.

Wie lange gilt die Schwerbehinderung bei Bluthochdruck?

In aller Regel wird der GdB und die Schwerbehinderung bei einem Bluthochdruck auf 5 Jahre befristet. Die Befristung wird dadurch gerechtfertigt, dass sich unter gewissen Voraussetzungen der Bluthochdruck wieder regulieren lassen kann. Positiven Einfluss auf den Bluthochdruck nehmen neben einer Medikamentenvergabe, auch beispielsweise: gesünder Essen und dadurch abnehmen, Verzicht auf Alkohol, Verzicht auf Tabak sowie auch sportliche Aktivitäten.

Kann der Grad der Behinderung bei Bluthochdruck aberkannt werden?

Ja, der Grad der Behinderung kann bei einem Bluthochdruck wieder aberkannt werden. Sollte sich der Gesundheitszustand verbessern kann der Grad der Behinderung angepasst werden oder ganz entfallen.

Welchen GdB hat man bei Bluthochdruck nach Heilungsbewährung?

Für Bluthochdruck gibt es keine Heilungsbewährung. Dennoch wird häufig der GdB befristet, da es Möglichkeiten gibt, wie der Bluthochdruck wieder normalisiert oder zumindest abgeschwächt werden kann.

Wann bekommt man bei Bluthochdruck einen Schwerbehindertenausweis unbefristet?

Wenn bei einem Bluthochdruck durch den Arzt festgestellt wird, dass die Auswirkungen und die Beeinträchtigungen durch das Bluthochdruck dauerhaft bleiben werden, kann der Schwerbehindertenausweis auch unbefristet ausgestellt werden.

Behinderung bei Bluthochdruck – Schwerbehinderung und Rente

Wie wirkt sich Schwerbehinderung auf die Rente aus?

Sofern für den Bluthochdruck eine Schwerbehinderung festgestellt wurde und die Voraussetzungen erfüllt sind, können Patienten die an Bluthochdruck leiden und eine Schwerbehinderung festgestellt wurde, unter Umstände 2 Jahre früher in Rente gehen ohne dafür Abzüge befürchten zu müssen.

Bekommt man mehr Rente bei einer Schwerbehinderung?

Nein, als Mensch mit einer Schwerbehinderung kann man unter gewissen Voraussetzungen zwar früher in Rente gehen, allerdings bekommt die Person nicht mehr Rente.

Wann kann ein Schwerbehinderter in Rente gehen?

Durch den Nachteilsausgleich, den schwerbehinderte Menschen haben ist es möglich zwei Jahre früher und ohne Abzüge in die Regelrente zu gehen. Wer noch früher in Rente gehen möchte oder muss, hat als schwerbehinderte Person geringere Abzüge als nicht behinderte Personen.

Neues Rentenpaket für Schwerbehinderte 2023 – Tabelle

BausteinLeistung
Abschlagsfreie Rente für Schwerbehinderte ab 60Schwerbehinderte Menschen, die vor 1952 geboren sind, können ab dem 1. Juli 2023 abschlagsfrei in Rente gehen. Dies gilt für Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 und einer Wartezeit von mindestens 35 Jahren
Geringfügige Rentenabschläge bei vorzeitigem RenteneintrittSchwerbehinderte Menschen, die vorzeitig in Rente gehen, müssen künftig nur noch geringfügige Rentenabschläge in Kauf nehmen. Die Abschläge werden auf maximal 10,8 Prozent begrenzt.
Höhere Rente für SchwerbehinderteDie Rente für Schwerbehinderte wird ab dem 1. Juli 2023 um 0,7 Prozent erhöht. Dies gilt für alle Schwerbehinderten, unabhängig vom Grad der Behinderung.
Weitere Verbesserungen– Erhöhung der Freibeträge für schwerbehinderte Menschen bei der Einkommensanrechnung
 
– Erhöhung des Zuschlags für Schwerbehinderte an die Rente wegen Erwerbsminderung

FAQ – Häufige Fragen rund um Behinderung bei Bluthochdruck

Welchen GdB hat man bei Bluthochdruck nach 5 Jahren?

Der GdB nach 5 Jahren Bluthochdruck hängt maßgeblich von der Entwicklung ab, also ob sich der Bluthochdruck durch beispielsweise Sport, gesunde Ernährung, Verzicht auf schädliche Einflüsse wie Rauchen oder Alkohol und ggf. Medikamente einstellen konnte.

Bringt ein Schwerbehindertenausweis bei Bluthochdruck Steuervorteile?

Ja, bei Bluthochdruck können die Betroffenen einen Steuervorteil bekommen. Dieser liegt je nach Grad des Bluthochdrucks bei 384 € – 2.860 € im Jahr.

Welche finanziellen Hilfen gibt es bei Bluthochdruck noch?

Neben den Nachteilsausgleichen gibt es unter Umstände noch:
–        Erwerbsminderungsrente, sofern aufgrund der Behinderung kein Arbeiten im erlernen Beruf oder einem Beruf, der den Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht, mehr möglich ist.
–        Schwerbehindertenrente, sofern die Voraussetzung der 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse und der GdB von mindestens 50 erfüllt sind.
–        Zuschuss zum Arbeitsgerät, wenn für die Ausübung der Arbeit ein spezielles Arbeitsgerät benötigt wird.
–        Zuschuss zur Hausarbeit, sofern aufgrund der Einschränkungen die Arbeiten im Haushalt nicht mehr selbst verrichtet werden können

Gibt es für Bluthochdruck einen Pflegegrad?

Ja, das könnte, unter gewissen Umständen, möglich sein. Allerdings ist der Bluthochdruck dann so stark ausgeprägt, dass auch andere Erkrankungen durch den Bluthochdruck begünstigt wurden, die dann schlussendlich den Pflegegrad rechtfertigen könnten.

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Fachautor

Michael Beier

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