Unter diesen Voraussetzungen erhalten Sie den Pflegepauschbetrag

Pflegepauschbetrag fĂŒr pflegende Angehörige
Pflegende Angehörige haben das Recht auf einen Pflegepauschbetrag

Wer einen Angehörigen pflegt, kann bei seiner SteuererklĂ€rung einen Pflegepauschbetrag geltend machen. Dieser ist leider nicht ĂŒbermĂ€ĂŸig hoch, aber immer noch besser als nichts. Und um diese SteuervergĂŒnstigung zu erhalten, ist außerdem nur ein minimaler Mehraufwand bei der EinkommensteuererklĂ€rung nötig.

Doch wie immer – ist auch dieser Pauschbetrag von einigen „Wenn“ und „Aber“ abhĂ€ngig. Diese Bedingungen erscheinen einem auf den ersten Blick sehr umfangreich, aber bei genauer Betrachtung wird ersichtlich, dass die meisten pflegenden Angehörigen diese Bedingungen erfĂŒllen.

Was ist ein Pflegepauschbetrag?

Kostenlose Pflegeberatung, Pflegeschulung oder verpflichtender Beratungseinsatz

Wer einen Angehörigen zu Hause pflegt, dem entstehen zwangslĂ€ufig höhere Kosten. Sei es in Form von Fahrtkosten beim Begleiten des PflegebedĂŒrftigen zu Arzt- oder Therapieterminen, fĂŒr das Waschen und BĂŒgeln der WĂ€sche usw.

Lese-TiPP: Mehr Informationen zu den Kosten bei PflegebedĂŒrftigkeit: Mit diesen Kosten ist bei PflegebedĂŒrftigkeit zu rechnen.

FĂŒr die Betreuung von Angehörigen kann deshalb eine AufwandsentschĂ€digung in Form eines Pflege-Pauschbetrags bei der Steuer geltend gemacht werden.

Wer hat Anspruch auf den Pflegepauschbetrag?

Zwischen dem PflegebedĂŒrftigen und dem Pflegenden muss eine enge persönliche Beziehung bestehen, also Verwandte oder gute Freunde. Prinzipiell sind das

  • Ehe- bzw. Lebenspartner
  • Eltern
  • Kinder
  • Enkel
  • Geschwister
  • Tante / Onkel
  • Schwager / SchwĂ€gerin
  • Neffe / Nichte
  • Stiefkinder
  • Stiefeltern
  • Schwiegereltern
  • Schwiegerkinder
  • gute Freunde
  • Nachbarn

 icon-hand-o-rightNĂŒtzliche Alltagshilfen:
icon-plus  Kostenlose Pflegehilfsmittel fĂŒr bis zu 40 Euro pro Monat !
icon-plus  Treppenlifte – Mit Pflegegrad bis 4.000 Euro Zuschuss !
icon-plus  NachtrĂ€glicher Einbau BadewannentĂŒre – Innerhalb weniger Stunden !
icon-plus  Rollator-Rollstuhl - 3in1-Lösung wenn die Beine schwach werden. Auf Rezept


Wie hoch ist der Pflegepauschalbetrag?

BezĂŒglich der PauschbetrĂ€ge gibt es seit 2021 eine Änderung. Deshalb lasse ich Ihnen hier fĂŒr Ihre SteuererklĂ€rungen bis 2020 beide PauschbetrĂ€ge stehen.

PflegegradBis 2020Seit 2021
10 €0 €
20 €600 €
30 €1.100 €
4924 €1.800 €
5924 €1.800 €
  • Den Steuerfreibetrag erhalten Sie pro zu pflegende Person, wenn Sie alleine pflegen.
  • Pflegen Sie mehrere Personen, zum Beispiel Ihren Vater und die Mutter, können Sie pro pflegebedĂŒrftiger Person den Pauschbetrag geltend machen.
  • Sie erhalten den vollen Pflegepauschbetrag auch dann, wenn Sie nicht das ganze Jahr ĂŒber gepflegt haben. Dies trifft zum Beispiel dann zu, wenn der Pflegefall erst im Laufe des Jahres eingetreten oder der PflegebedĂŒrftige unterm Jahr verstorben ist.
  • Erfolgt die Pflege von mehreren Personen, muss der Pauschbetrag leider aufgeteilt werden. Ein Beispiel: FĂŒr die Pflege von Herrn X wechseln sich die Tochter und die Schwiegertochter ab. Bei der SteuererklĂ€rung muss angegeben werden, wieviele Personen Herrn X pflegen. Diese mĂŒssen sich dann den Pflegepauschalbetrag teilen. Tochter und Schwiegertochter erhalten dann jeweils einen halben Pauschbetrag.
  • Bei PauschbetrĂ€gen wird keine zumutbare Belastung angerechnet wie zum Beispiel bei den außergewöhnlichen Belastungen, das heißt der Pauschbetrag steht Ihnen in voller Höhe zu.

Was kosten PflegekrÀfte aus Osteuropa?
Die Kosten fĂŒr 24-Stunden-PflegekrĂ€fte sind abhĂ€ngig von der Qualifikation und den Deutschkenntnissen.
Hier kostenlos und unverbindlich bis zu 3 Anbieter vergleichen.

Pflegepauschbetrag Voraussetzungen

Leider ist der Pauschbetrag mit sehr strengen Bedingungen verbunden.

  • Bis Ende 2020 gilt folgende Regelung: Der PflegebedĂŒrftige muss hilflos sein. Dies wird nachgewiesen ĂŒber einen Pflegegrad 4 bzw. 5 (frĂŒher mindestens Pflegestufe 3) oder ĂŒber einen Schwerbehindertenausweis mit dem Merkzeichen „H“ fĂŒr hilflos oder „BI“ fĂŒr blind. Das Finanzamt erkennt nur den Schwerbehindertenausweis und die Einstufung in einen Pflegegrad als Nachweis an. Bescheinigungen von Ärzten ĂŒber eine Hilfslosigkeit werden nicht anerkannt. Mehr dazu finden Sie im Gesetz zur Erhöhung der Behinderten-PauschbetrĂ€ge.
  • Seit 2021 muss das Kriterium „hilflos“ nicht mehr erfĂŒllt werden. D.h., der obige Absatz entfĂ€llt ab der SteuererklĂ€rung 2021.
  • Die Pflegeperson darf kein Gehalt oder sonstige EntschĂ€digung fĂŒr die Pflege erhalten. ÜberlĂ€sst der PflegebedĂŒrftige der pflegenden Person das Pflegegeld, so ist dieses Pflegegeld als Gehalt anzusehen und es darf kein Pflegepauschbetrag steuerlich geltend gemacht werden.
  • Wird das Pflegegeld treuhĂ€nderisch entgegengenommen um damit zum Beispiel weitere PflegekrĂ€fte oder Haushaltshilfen aus Osteuropa zu bezahlen, gilt es NICHT als Einkommen fĂŒr die Pflegeperson. Die Pflegeperson kann das Pflegegeld zwar entgegennehmen und dann zweckgebunden fĂŒr die Pflege einsetzen und kann aber trotzdem den Pauschbetrag in Anspruch nehmen.
  • Die Pflege muss von der Pflegeperson (den Pflegepersonen) persönlich ausgefĂŒhrt werden. Pflegen mehrere Personen eine hilfebedĂŒrftige Person, mĂŒssen sich die Pflegenden den Pauschbetrag teilen.
  • Eine Auslegungssache des Finanzbeamten ist die Pflege im Pflegeheim. Wer seinen Angehörigen auch regelmĂ€ĂŸig im Seniorenheim besucht und bei der Pflege mithilft (zum Beispiel das Essen verabreicht, weil das Pflegeheimpersonal keine Zeit dazu hat) bzw. wer seinen Angehörigen am Wochenende nach Hause holt und dies nachweisen kann, sollte den Pflegepauschbetrag beantragen, muss aber unter UmstĂ€nden mit einer Ablehnung rechnen. Die Genehmigung ist abhĂ€ngig von der Auslegung des Gesetzestextes.
  • Eine Ausnahme gibt es bei Eltern von behinderten Kindern (§ 33b Abs. 6 Satz 2 EStG). Sie können das Pflegegeld in Anspruch nehmen und trotzdem auch den Pflegepauschbetrag.
  • Es ist zu unterscheiden zwischen: Den PflegebedĂŒrftigen besuchen oder den PflegebedĂŒrftigen pflegen. Besuche eines kranken Angehörigen hat nichts mit Pflege zu tun und deshalb kann auch der Pflegepauschbetrag nicht in Anspruch genommen werden.

Lese-TiPP: Wann muss das Pflegegeld versteuert werden?

Wo wird der Pflegepauschbetrag eingetragen?

Der Pauschbetrag wird in der SteuererklĂ€rung bei den „Außergewöhnlichen Belastungen“ in den Zeilen 65 und 66 geltend gemacht.

Wenn Sie den Pauschbetrag beanspruchen, mĂŒssen Sie keine Belege vorlegen.


Aus Alt mach Neu - Wanne raus - Dusche rein !!

Unterschied zwischen Behindertenpauschbetrag und Pflegepauschbetrag

Der Behindertenpauschalbetrag und der Pflegepauschalbetrag sind zwei ganz unterschiedliche FreibetrÀge.

  • Behindertenpauschbetrag: Wer eine Behinderung hat erhĂ€lt je nach Grad der Behinderung einen Behindertenpauschbetrag, unabhĂ€ngig davon, ob er pflegebedĂŒrftig ist und einen Pflegepauschbetrag erhĂ€lt
  • Pflegepauschbetrag: Den Pflegepauschbetrag erhĂ€lt die Pflegeperson fĂŒr ihren pflegerischen Aufwand. Der Pauschbetrag ist fĂŒr alle gleich hoch.

Welche Alternativen gibt es zum Pauschbetrag?

Wer nachweislich jĂ€hrlich höhere Kosten als 924 Euro fĂŒr die Pflege hat, kann seine Kosten auch als „Außergewöhnliche Belastungen“ geltend machen. DafĂŒr ist es dann aber nötig, dass alle Ausgaben ĂŒber Rechnungen und Belege nachgewiesen werden können.

Lese-TiPP: Lesen Sie dazu auch den Beitrag Krankheitskosten und Pflegekosten von der Steuer absetzen.

Ein weiterer Nachteil ist, dass bei der Abrechnung ĂŒber die außergewöhnlichen Belastungen eine zumutbare Belastungsgrenze gilt. Es können also nur BetrĂ€ge steuerlich abgesetzt werden, die die zumutbare Belastung ĂŒberschreiten.

Ein Beispiel:

Familie X hat eine zumutbare Belastung von 3.000 Euro

Sie hat das ganze Jahr ĂŒber Rechnungen fĂŒr Pflege, Zuzahlungen fĂŒr Medikamente, Neuanschaffungen von Brillen, Haushaltshilfe, Rehakosten usw. von 5.000 Euro gesammelt.

Somit sind also von den gesammelten Rechnungen die ersten 3.000 Euro selbst zu bezahlen. Alles was ĂŒber diesen Betrag hinaus geht – also in unserem Fall 2.000 Euro, können dann bei der Steuer geltend gemacht werden.

HĂ€tte Familie X nur fĂŒr 2.500 Euro Rechnungen gesammelt, hĂ€tte sie keine außergewöhnlichen Belastungen geltend machen können und mĂŒĂŸte dann alle Kosten selbst tragen.

Mein SteuerTiPP:

PrĂŒfen Sie, ob Sie den Pauschbetrag in Anspruch nehmen oder Ihre Gesamtkosten ĂŒber die außergewöhnlichen Belastungen abrechnen können. Da ist jedes Jahr aufs Neue nachzurechnen.

Rechtliches

Der Pauschbetrag wird im Einkommensteuergesetz § 33b, Abs. 6 geregelt.

Weitere interessante BeitrÀge zum Thema Pflege:

Bis zu 3 Treppenliftangebote kostenlos vergleichen

Unser Newsletter
fĂŒr Sie!

Tipps zur Pflegekasse & Pflegegeld,
Kurzzeit- u. Verhinderungspflege, Fehler bei MDK-Begutachtung, Entlastungsbetrag, GesetzesÀnderungen uvm.

Tragen Sie sich jetzt fĂŒr unseren kostenlosen Newsletter ein. Er erscheint 1-2 Mal pro Monat und hat das Ziel, dass Sie sich zukĂŒnftig im Pflegedschungel zurechtfinden und die Pflege erleichtert wird!

Bildquelle: Canva Member

Diesen Beitrag in Ihrem Netzwerk teilen