Grad der Behinderung bei COPD – Tabelle, Vorteile & Leistungen

Grad der Behinderung bei COPD
Mit welchem Grad der Behinderung bei COPD können Sie rechnen und welche Nachteilsausgleiche gibt es?

Chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) ist eine fortschreitende Atemwegserkrankung, die die Atmung beeinträchtigt. Ein Behindertenausweis kann für COPD-Patienten in Betracht gezogen werden, wenn die Erkrankung zu erheblichen Einschränkungen im täglichen Leben führt, wie Schwierigkeiten beim Atmen, eingeschränkte körperliche Belastbarkeit und deutliche Beeinträchtigung der Lebensqualität.

Der Grad der Behinderung wird individuell bewertet, und ein Ausweis kann Unterstützung und erleichterten Zugang zu verschiedenen Leistungen bieten.

Hat man bei COPD eine Behinderung?

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Ja, Menschen mit COPD können eine Behinderung haben. Die Schwere der Behinderung hängt vom Schweregrad der COPD ab. Bei Menschen mit schwerer COPD können die Atembeschwerden so stark sein, dass sie den Alltag stark einschränken. Sie können Schwierigkeiten haben, Treppen zu steigen, sich zu bewegen oder sogar zu sprechen.

Welche Formen von COPD gibt es?

Grundsätzlich werden zwei Hauptformen der COPD unterschieden:

  • Chronisch-obstruktive Bronchitis (COB): Bei der COB sind die Atemwege (Bronchien) chronisch entzündet und verengt. Dies führt zu Husten mit Auswurf, der vor allem morgens auftritt.
  • Lungenemphysem: Bei dem Lungenemphysem ist das Lungengewebe teilweise zerstört. Dies führt zu einer Verringerung der Lungenkapazität und damit zu Atemnot.

Häufig treten COPD-Symptome aufgrund einer Kombination aus chronischer Bronchitis und Lungenemphysem auf. In diesem Fall spricht man von einer mixed COPD.

Die Schwere der COPD wird nach den sogenannten GOLD-Stadien eingeteilt.

(GOLD=Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease).

Die Einteilung der GOLD-Stadien wird mit Hilfe der Lungenfunktionsmessung (Spirometrie) durch den Lungenfacharzt festgelegt.

Ausschlaggebend für das Stadium ist hierbei der FEV1-Wert im Verhältnis zum Sollwert.

Die Schwere/der Verlauf der COPD wird in vier GOLD-Stadien eingeteilt:

  • Anfangsstadium (GOLD 1) – milde COPD
    – Noch schwach ausgeprägte Atembeschwerden. Häufig wissen die Betroffenen noch gar nichts von der Erkrankung.
    – Husten mit Auswurf (durch die vermehrte Schleimproduktion), der vor allem morgens auftritt.
    – Die Funktion der Lunge weicht nur ca. 20% vom Sollwert ab.
  • GOLD 2 – mittelschwere COPD
    – Etwas stärker ausgeprägte Beschwerden als im Stadium 1.
    – Husten mit Auswurf, der auch tagsüber auftritt
    – Atemnot bei stärkerer körperlicher Belastung, z. B. beim Gehen in einem zügigen Tempo
    – Körperlich inaktive Menschen spüren häufig noch keine Verschlechterung.
  • GOLD 3 – Schwere COPD
    – Die Funktion der Lunge ist stark eingeschränkt.
    – Husten mit Auswurf, der täglich auftritt
    – Atemnot bei geringer Belastung, z. B. beim normalen Gehen.
    – Erhebliche Einschränkungen der körperlichen Aktivität
  • Endstadium (Gold 4) – Sehr schwere COPD
    – Die Lungenfunktion weicht um mehr als 70% vom Sollwert ab.

Dadurch kommt es zu einer chronischen Sauerstoffunterversorgung.

  • Schwere Atemnot bei alltäglichen Tätigkeiten und in Ruhe.
  • Viele Betroffene benötigen eine Sauerstoffversorgung oder ein Beatmungsgerät.

Die Symptome der COPD können im Laufe der Zeit zunehmen. Daher ist es wichtig, frühzeitig mit der Behandlung zu beginnen, um den Krankheitsverlauf zu verlangsamen.


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Behinderung bei COPD – Grad der Behinderung

Wie viel Prozent Behinderung bekommt man bei COPD?

Je nach Schweregrad der COPD und der vorhandenen Atemnot bei Belastungen im Alltag, kann der GdB aufgrund einer COPD zwischen 20 und 100 liegen.

GDB-Tabelle – COPD

Bei weit fortgeschrittener COPD kann auch eine Lungentransplantation erforderlich werden.

Im Anschluss daran muss der GDB für die Zeit der Heilungsbewährung (im Allgemeinen 2 Jahre) 100 betragen.

Danach darf der GdB nicht unter 70 fallen, da selbst bei einem günstigen Heilungsverlauf die Immunsuppression berücksichtigt werden muss.

Merkzeichen bei Schwerbehinderung aufgrund COPD

Je nach Ausprägung der Atemnot bei Belastung, kann es aufgrund der COPD zu massiven Einschränkungen in der Gehfähigkeit kommen.

Demzufolge sind die Merkzeichen „G“ und „aG“ möglich.

  • Merkzeichen G: Das Merkzeichen G wird bei einer Gehbehinderung anerkannt, die zu einer erheblichen Einschränkung der Mobilität führt. Bei COPD kann das Merkzeichen G anerkannt werden, wenn die Betroffenen bei Belastung oder in Ruhe Atemnot haben, die zu einer Einschränkung der Gehfähigkeit führt.
  • Merkzeichen aG: Das Merkzeichen aG wird bei einer außergewöhnlichen Gehbehinderung anerkannt, die zu einer besonders schweren Einschränkung der Mobilität führt. Bei COPD kann das Merkzeichen aG anerkannt werden, wenn die Betroffenen bei Belastung oder in Ruhe Atemnot haben, die zu einer völligen Unfähigkeit des Gehens führt.

Behinderung bei COPD – Vorteile und Leistungen

Warum braucht man einen Behindertenausweis bei COPD?

Mit einem Grad der Behinderung gehen gewisse Nachteilsausgleiche (umgangssprachlich auch häufig Vorteile genannt) einher. Je höher der GdB desto höher ist beispielsweise der Steuervorteil durch den Behindertenpausch-Betrag. 

Unter bestimmten Voraussetzungen kann bei COPD ein Grad der Behinderung beantragt werden.

Was bringt ein Behindertenausweis bei COPD?

Ab einem GdB von 50 erhält man Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis. Neben dem Steuervorteil gibt es noch 5 Tage mehr Urlaub für Erwerbstätige, 2 Jahre früherer Renteneintritt, verbesserter Kündigungsschutz, vergünstigte Eintrittspreise für öffentliche Einrichtungen etc.

Bereits ab einem GdB von 30 gilt für Betroffene:

Wenn diese infolge ihrer Behinderung den Arbeitsplatz nicht behalten können, oder keine geeignete Arbeit finden, können sie sich von der Agentur für Arbeit den Menschen mit einer Schwerbehinderung gleichstellen lassen.

Vorteile durch die Merkzeichen „G“ und „aG“:

  • Das Merkzeichen G im Schwerbehindertenausweis steht für “erhebliche Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr”. Personen mit diesem Merkzeichen haben Anspruch auf verschiedene Nachteilsausgleiche, die ihnen das Leben erleichtern sollen.

Vergünstigungen:

  • Steuervergünstigungen durch den Behindertenpauschbetrag
  • Kraftfahrzeughilfe. Personen mit dem Merkzeichen G können unter bestimmten Voraussetzungen einen Zuschuss zum Kauf eines behindertengerechten Kraftfahrzeugs erhalten.
  • Ermäßigungen bei Automobilclubs
  • Kraftfahrzeugsteuer-Ermäßigung,
  • Fahrdienste. Personen mit dem Merkzeichen G können unter bestimmten Voraussetzungen steuerliche Vorteile in Anspruch nehmen. So können sie beispielsweise Fahrtkosten für den Arbeitsweg oder für private Zwecke von der Steuer absetzen.
  • bei Altersrente oder Erwerbsminderungsrente Mehrbedarfserhöhung bei der Sozialhilfe
  • Freifahrt im ÖPNV. Dazu muss eine Wertmarke bei der Deutschen Bahn erworben werden. Die Wertmarke kostet 80 Euro pro Jahr und ist bundesweit gültig
  • ab Veranlagungszeitraum (VZ) 2021 Pauschbetrag in Höhe von 900 EUR für steh- und gehbehinderte Menschen mit einem GdB von mindestens 70 oder 80.
  • Ermäßigungen bei Automobilclubs. Viele Automobilclubs bieten Schwerbehinderten mit dem Merkzeichen G Ermäßigungen auf ihre Leistungen an.

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Sonstige Nachteilsausgleiche

In einigen Bundesländern haben Schwerbehinderte mit dem Merkzeichen G auch Anspruch auf weitere Nachteilsausgleiche, wie beispielsweise:

  • Ermäßigung der Rundfunk- und Fernsehgebühren
  • Ermäßigung der Parkgebühren
  • Ermäßigung der Eintrittspreise für kulturelle und sportliche Veranstaltungen
  • Das Merkzeichen aG im Schwerbehindertenausweis steht für eine außergewöhnliche Gehbehinderung.

Voraussetzung für das Merkzeichen aG ist eine erhebliche mobilitätsbezogene Teilhabebeeinträchtigung, die mindestens einem Grad der Behinderung (Gdb) von 80 entspricht. Dies ist dann der Fall, wenn der Mensch mit Behinderung sich außerhalb seines Autos nur unter großer Anstrengung oder mit Unterstützung durch eine andere Person fortbewegen kann.

  • Inanspruchnahme von kostenlosen Fahrdiensten
  • Ausstellung eines blauen europäischen Parkausweises für die Inanspruchnahme von Parkerleichterungen (z. B. zur Benutzung von Behindertenparkplätzen)
  • Tatsächliche Kosten für Fahrten zur Arbeit sind absetzbar (alternativ zur Entfernungskostenpauschale, § 9 Absatz 2 Satz 3 EStG).

Vergünstigungen:

  •  Freifahrt im ÖPNV nach dem Erwerb einer Wertmarke
  • Kraftfahrzeugsteuerbefreiung
  • Privatfahren können bis zum einem Betrag von 4.500 Euro (Stand 2021) als außergewöhnliche Belastung steuerlich abgesetzt werden (§ 33 EStG)
  • Inanspruchnahme von kostenlosen kommunalen Fahrdiensten
  • Parkerleichterungen
  • Parkplatzreservierungen
  • in besonderen Fällen Übernahme der Kosten von Fahrten zur ambulanten Behandlung durch die Krankenkasse
  • Unentgeltliche Beförderung der Begleitpersonen von Rollstuhlfahrern im internationalen Eisenbahnverkehr
  • Befreiung von Fahrverboten in Verkehrsverbotszonen
  •  bei Altersrente oder Erwerbsminderungsrente Mehrbedarfserhöhung bei der Sozialhilfe

Was bringt mir der jeweilige Grad der Behinderung bei COPD?

Welche Nachteile bringt ein Behindertenausweis bei COPD?

Nachteile kann es beispielsweise im Arbeitsleben geben, wenn ein behinderter Mensch einen neuen Arbeitsplatz sucht. Zwar sind die Betriebe dazu angehalten Menschen mit einer Behinderung einzustellen, dennoch können Gründe vorgeschoben werden, die eine Einstellung dann verhindern.

Behinderung bei COPD – Voraussetzungen

Wann kann man bei COPD einen Behindertenausweis beantragen?

Der GdB bei COPD hängt vom Schweregrad der Erkrankung ab. Bei Menschen mit COPD können folgende Einschränkungen auftreten:

  • Atemnot bei Belastung oder in Ruhe
  • Husten
  • Auswurf
  • Kurzatmigkeit
  • Müdigkeit
  • Leistungseinschränkung
  • eingeschränkte soziale Teilhabe

Der GdB bei COPD kann zwischen 20 und 100 liegen.

Bei der Feststellung des GdB wird neben den Symptomen der COPD auch die Funktion der Lunge berücksichtigt. Dazu wird eine Lungenfunktionsprüfung durchgeführt. Bei dieser Prüfung wird die Lungenkapazität gemessen. Je geringer die Lungenkapazität, desto höher ist der GdB.

Wann lohnt es sich, bei COPD einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen?

Es lohnt sich bei COPD einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, wenn die Erkrankung zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität führt.

Dazu gehört z.B., wenn durch die Atemnot keine weiteren Strecken mehr zurückgelegt werden können, oder im Alltag zunehmend besondere Unterstützung erforderlich wird.

Behinderung bei COPD – Antrag


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Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis bei COPD?

Die Antragstellung ist relativ einfach. Sie müssen lediglich den Antrag auf die „Feststellung einer Behinderung“ bei Ihrem zuständigen Versorgungsamt downloaden oder sich diesen zuschicken lassen.

Schauen Sie sich für weitere Tipps und Hilfestellungen unseren Beitrag zu diesem Thema an:

https://www.pflege-durch-angehoerige.de/feststellung-einer-behinderung/

Welche Unterlagen brauche ich, um einen Schwerbehindertenausweis bei COPD zu beantragen?

Sie selbst müssen in der Regel keine Unterlagen bereitstellen. Das Versorgungsamt schreibt die im Antrag angegebenen Ärzte und Einrichtungen (z.B. Rehaklinik oder Krankenhäuser) an, um die notwendigen Berichte zu erhalten.

Wie funktioniert die Feststellung bzw. Einstufung der Behinderung bei COPD?

Bei einem Schwerbehindertenausweis aufgrund von COPD werden folgende Einschränkungen berücksichtigt:

  • Atemnot das häufigste Symptom einer COPD. Sie kann bei Belastung oder in Ruhe auftreten. Bei Menschen mit COPD kann die Atemnot so stark sein, dass sie sich nicht mehr selbständig bewegen können.
  • Husten ist ebenfalls ein häufiges Symptom einer COPD. Er kann vor allem morgens auftreten und mit Auswurf verbunden sein.
  • Auswurf ist ein weiteres Symptom einer COPD. Er kann schleimig oder grünlich sein.
  • Kurzatmigkeit ist ein Gefühl der Luftnot, das auch ohne Belastung auftreten kann.
  • Müdigkeit ist ein häufiges Begleitsymptom einer COPD. Sie kann durch die Atemnot und die eingeschränkte körperliche Belastbarkeit verursacht werden.
  • Leistungseinschränkung. Menschen mit COPD haben häufig eine eingeschränkte körperliche Leistungsfähigkeit. Sie können sich nicht mehr so lange und intensiv bewegen wie früher.
  • Eingeschränkte soziale Teilhabe. Die Einschränkungen durch die COPD können auch die soziale Teilhabe beeinträchtigen. Menschen mit COPD können sich nicht mehr so frei bewegen und am öffentlichen Leben teilnehmen wie früher.

Bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises ist es wichtig, dass auch mögliche weitere Erkrankungen angegeben werden.

Diese werden bei der Begutachtung ebenfalls berücksichtigt und können Auswirkungen auf die Höhe des Grades der Behinderung haben.

Behinderung bei COPD – Dauer der Gültigkeit

Wie lange gilt die Schwerbehinderung bei COPD?

Die Gültigkeitsdauer des Schwerbehindertenausweises bei COPD beträgt in der Regel 5 Jahre. Nach Ablauf dieser Frist muss der Ausweis neu beantragt werden.

Kann der Grad der Behinderung bei COPD aberkannt werden?

Wie bei anderen Krankheiten kann der Grad der Behinderung auch bei COPD aberkannt bzw. reduziert werden.

Da es sich jedoch um eine schnell fortschreitende Erkrankung handelt und die krankhaften Veränderungen der Atemwege sich nicht zurückbilden lassen, ist eine Aberkennung des Grades der Behinderung eher selten.

Die vorzeitige Aberkennung der Schwerbehinderung bei COPD ist nur möglich, wenn sich der Gesundheitszustand des Betroffenen so verbessert, dass er nicht mehr die Voraussetzungen für einen Grad der Behinderung von mindestens 50 erfüllt

Die Entscheidung über eine vorzeitige Aberkennung der Schwerbehinderung trifft das Versorgungsamt. Das Versorgungsamt wird den Betroffenen zu einem Termin einladen, um den Gesundheitszustand zu überprüfen. Bei diesem Termin wird der Betroffene von einem Arzt untersucht und es werden die erforderlichen Unterlagen geprüft.

Wenn das Versorgungsamt zu dem Ergebnis kommt, dass der Betroffene nicht mehr die Voraussetzungen für einen Grad der Behinderung von mindestens 50 erfüllt, wird die Schwerbehinderung vorzeitig abgekürzt. Der Betroffene wird dann nicht mehr als schwerbehindert anerkannt und verliert die damit verbundenen Rechte und Vorteile, wie zum Beispiel Steuervergünstigungen oder einen Anspruch auf einen Schwerbehindertenausweis.

Welchen GdB hat man bei COPD nach Heilungsbewährung?

Bei der COPD handelt es sich um eine Erkrankung, die zu chronischen Entzündungen mit dauerhafter oder zunehmender Verengung der Atemwege führt.

Dabei handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung, bei der sich die krankhaften Veränderungen der Atemwege nicht zurückbilden lassen

Von der Heilungsbewährung spricht man deshalb nur im Rahmen einer stattgefundenen Lungentransplantation.

Diese wird dann erforderlich, wenn die Krankheit sehr weit fortgeschritten ist.

Nach der Transplantation muss das Versorgungsamt eine (in der Regel 2-jährige) Heilungsbewährung abwarten. Für diese Zeit muss ein GdB von 100 gewahrt bleiben.

Nach der Heilungsbewährung darf der GdB aufgrund der Immunsuppression nicht unter 70 fallen.

Wann bekommt man bei COPD einen Schwerbehindertenausweis unbefristet?

Wenn sich die gesundheitlichen Verhältnisse im Rahmen der COPD nicht wesentlich verbessert haben und keine Änderung zum Positiven zu erwarten ist, kann der Schwerbehindertenausweis unbefristet ausgestellt werden.

Im Stadium Gold 3 wird häufig ein GdB von mindestens 50 erteilt.

Des Weiteren treten bei den an COPD-Erkrankten auch Begleiterkrankungen auf, welche bei der Höhe des GdB berücksichtigt werden könnten.

Dazu gehören z.B.:

  • Ängste und Depressionen: Bedingt durch die Einschränkungen in der Belastbarkeit können die Betroffenen häufig weniger am Alltagsleben teilnehmen. Die zunehmende soziale Isolation hat in vielen Fällen Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl. Die Menschen fühlen sich wertlos und nicht mehr gebraucht.Außerdem kann die Atemnot kann zu massiven Ängsten bei den Erkrankten führen.
  • Diabetes mellitus (metabolisches Syndrom)
  • Jeder 3. COPD-Erkrankte leidet auch an Osteoporose.
  • Kardiovaskuläre Erkrankungen, wie z.B. Herzrhythmusstörungen, Herzinsuffizienz, KHK
  • Muskeldysfunktion. Die zunehmende Immobilität kann zu einer Abnahme der Muskelmasse führen.
  • Lungenkrebs. Starke Rauche über 60, die an einem Lungenemphysem leiden, erkranken deutlich häufiger an Lungenkrebs

Die Vergabe eines Behindertenausweises ist eine Einzelfallentscheidung. Die Entscheidung wird von einem Gutachter getroffen, der die Schwere der Behinderung nach den Vorgaben des Sozialgesetzbuches (SGB IX) beurteilt.

In der Regel wird ein Behindertenausweis zunächst befristet für einen Zeitraum von fünf Jahren ausgestellt. Nach Ablauf dieser Frist wird der Ausweis erneut überprüft. Wenn sich die Behinderung nicht verbessert hat, wird der Ausweis unbefristet verlängert.

Behinderung bei COPD – Schwerbehinderung und Rente

Wie wirkt sich Schwerbehinderung auf die Rente aus?

Wenn im Rahmen des COPD ein GdB ab 50 festgestellt, gilt man als schwerbehindert. Dann kann der Betroffene ohne Abzüge zwei Jahre früher in Rente gehen.

Die Schwerbehinderung wirkt sich somit positiv auf das Renteneintrittsalter aus.

Erwerbsminderungsrente aufgrund von COPD

COPD kann eine erhebliche Einschränkung der Erwerbsfähigkeit darstellen. In schweren Fällen kann es zu einer dauerhaften Erwerbsminderung kommen, die den Bezug einer Erwerbsminderungsrente erforderlich macht.

Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente

Um eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.
  • Sie müssen aufgrund von Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht mehr in der Lage sein, mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
  • Ihre Arbeitsfähigkeit muss auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eingeschränkt sein.

COPD als Ursache für eine Erwerbsminderung

Wenn die Arbeitsfähigkeit aufgrund der COPD dauerhaft eingeschränkt ist, kann unter Umständen die Erwerbsminderungsrente beantrag werden.

Es gibt zwei Arten der Erwerbsminderungsrente:

  • Vollständige Erwerbsminderungsrente (Rente 3): Sie erhalten diese Rente, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr mindestens drei Stunden täglich arbeiten können.
  • Teilweise Erwerbsminderungsrente (Rente 2): Sie erhalten diese Rente, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch mindestens drei, aber nicht mehr sechs Stunden täglich arbeiten können.

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Bekommt man mehr Rente bei einer Schwerbehinderung?

Unter gewissen Voraussetzungen können Schwerbehinderte Menschen zwei Jahre früher in Rente gehen, es greift dann die sogenannte „Schwerbehinderten-Rente“.

Um die Schwerbehinderten-Rente zu bekommen, müssen mindestens 35 Jahre Rentenbeiträge bezahlt worden sein und es muss ein GdB von mindestens 50 vorliegen.

Wann kann ein Schwerbehinderter in Rente gehen?

Schwerbehinderte Menschen bekommen einen Nachteilsausgleich, der es ihnen ermöglicht ohne Abzüge zwei Jahre früher in die Regelrente zu gehen, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Neues Rentenpaket für Schwerbehinderte 2023 – Tabelle

FAQ – Häufige Fragen rund um Behinderung bei COPD

Welchen GdB hat man bei COPD nach 5 Jahren?

Sollte sich die COPD im Laufe der 5 Jahren nicht verbessert oder verschlechtert haben, ändert sich der Grad der Behinderung nicht. Der Grad der Behinderung ist abhängig vom Stadium der COPD und den daraus resultierenden Atemproblemen und Einschränkungen im Alltag.
Der Grad der Behinderung kann zwischen 20 und 100 liegen.

Bringt ein Schwerbehindertenausweis bei COPD Steuervorteile?

Ja, wer einen Schwerbehindertenausweis für das COPD erhalten hat, hat den GdB von 20-100. Somit liegt der Steuerfreibetrag bzw. Behindertenpauschbetrag bei COPD zwischen 384 und 2.860 € im Jahr.

Welche finanziellen Hilfen gibt es bei COPD noch?

Neben den Nachteilsausgleichen gibt es unter Umstände noch:
– Erwerbsminderungsrente, sofern aufgrund der Behinderung kein Arbeiten im erlernen Beruf oder einem Beruf, der den Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht, mehr möglich ist.
– Schwerbehindertenrente, sofern die Voraussetzung der 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse und der GdB von mindestens 50 erfüllt sind.
– Zuschuss zum Arbeitsgerät, wenn für die Ausübung der Arbeit ein spezielles Arbeitsgerät benötigt wird.
– Zuschuss zur Hausarbeit, sofern aufgrund der Einschränkungen die Arbeiten im Haushalt nicht mehr selbst verrichtet werden können

Bekommt man einen Pflegegrad aufgrund von COPD?

Je nach Ausprägung der Einschränkungen können Menschen mit COPD einen Pflegegrad bekommen.
Die Höhe richtet sich hierbei nach dem, durch die Krankheit entstandenen Hilfsbedarf.
Da die Betroffenen häufig an weiteren Erkrankungen, wie z.B. Diabetes, Herz-Kreislauferkranken, oder auch an einer zunehmenden Gehunfähigkeit (oft ausgelöst durch die stärker werdende Atemnot) leiden, kann die Höhe des Pflegegrades zwischen Pflegegrad 1 bis Pflegegrad 5 variieren.

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Fachautor

Michael Beier

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