
Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad - Voraussetzungen, Kosten und Antrag

Das Wichtigste in Kürze
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Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad möglich: Auch ohne Pflegegrad können Sie Anspruch auf Kurzzeitpflege haben, wenn die Pflege vorübergehend notwendig ist.
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Unterstützung bei vorübergehender Belastung: Ideal bei Krankheiten, Urlaub oder Erholungsphasen der pflegenden Angehörigen.
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Kostenübernahme durch die Krankenkassen: Die Pflegekasse übernimmt bis zu 1.854 € (bis Ende 2024: 1.774 Euro) für bis zu 56 Tage im Jahr.
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Zugang zu professioneller Pflege: Sie erhalten professionelle Unterstützung in einer Einrichtung, um sich zu erholen oder die pflegerische Belastung zu reduzieren.
So gehen Sie vor
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Prüfen Sie die Voraussetzungen: Wenn Sie oder Ihre Angehörigen vorübergehend auf Pflege angewiesen sind und keinen Pflegegrad haben, prüfen Sie, ob eine vorübergehende Belastung vorliegt, die eine Kurzzeitpflege rechtfertigt.
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Kontaktieren Sie die Pflegekasse: Wenden Sie sich an Ihre Krankenkasse oder Pflegekasse, um zu klären, ob und in welchem Umfang eine Kostenübernahme für Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad möglich ist.
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Wählen Sie eine geeignete Einrichtung: Suchen Sie eine Pflegeeinrichtung, die Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad anbietet. Lassen Sie sich gegebenenfalls beraten.
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Antrag stellen: Stellen Sie einen Antrag auf Kurzzeitpflege bei Ihrer Pflegekasse. Achten Sie darauf, alle erforderlichen Unterlagen einzureichen.
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Betreuung und Pflege in Anspruch nehmen: Nach der Genehmigung können Sie die Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen und die notwendige Unterstützung erhalten.
Inhalt dieser Seite
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Das Wichtigste in Kürze
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So gehen Sie vor
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Was ist Kurzzeitpflege bzw. Übergangspflege?
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Wie lange kann Kurzzeitpflege beansprucht werden?
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Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit?
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Wo erfolgt die Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad?
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Wer beantragt Kurzzeitpflege?
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Was kostet Kurzzeitpflege?
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Was bezahlt die Krankenkasse?
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Für wen ist Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad geeignet?
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Häufige Fragen zur Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad
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Neueste Ratgeber
Was ist Kurzzeitpflege bzw. Übergangspflege?
Wer Kurzzeitpflege in Anspruch nehmen möchte, benötigt normalerweise einen Pflegegrad / eine Pflegestufe, um von der Pflegekasse eine Kostenerstattung zu erhalten. Doch was geschieht mit Menschen die keinen Pflegegrad haben, aber aufgrund eines Unfalls oder einer schweren Krankheit nur kurzfristig eine Kurzzeitpflege benötigen? Und wer übernimmt hier die Kosten? Unter gewissen Voraussetzungen gibt es auch eine Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad.
Seit dem 01.01.2016 haben Menschen, die nicht dauerhaft pflegebedürftig sind und keinen Pflegegrad haben, unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, eine Kurzzeitpflege als Übergangspflege in Anspruch zu nehmen.
Somit ist die Übergangspflege eine Kurzzeitpflege OHNE Pflegegrad. Zur Übergangspflege gehört aber nicht nur die Kurzzeitpflege in einer Pflegeeinrichtung, sondern auch die häusliche Pflege bzw. eine Haushaltshilfe für diejenigen Patienten, die nicht zwingend in einem Pflegeheim betreut werden müssen.
Dieser Beitrag befasst sich jedoch ausschließlich mit der Übergangspflege als Kurzzeitpflege.
Wie lange kann Kurzzeitpflege beansprucht werden?
Die Kurzzeitpflege OHNE Pflegegrad (bzw. maximal Pflegegrad 1) kann für höchstens 8 Wochen pro Kalenderjahr beantragt werden. Siehe dazu die Stellungnahme der AOK. Falls keine Besserung eintritt, sollten Sie überlegen, ob Sie vielleicht doch besser einen Pflegegrad beantragen. Auch dazu informiert Sie der Sozialdienst der Pflegeeinrichtung.
Nachzulesen in den Gesetzestexten: § 39c SGB V Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit sowie § 42 Absatz 2 Satz 1 und 2 SGB XI Kurzzeitpflege.
Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege bei fehlender Pflegebedürftigkeit?
Für die Genehmigung einer Kurzzeitpflege müssen gewisse Voraussetzungen erfüllt werden.
Kurzzeitpflege OHNE Pflegegrad wird nicht in den gleichen Fällen genehmigt wie Kurzzeitpflege MIT Pflegegrad.
Patienten, die bereits einen Pflegegrad haben, können zum Beispiel auch dann eine Kurzzeitpflege erhalten, wenn die Pflegeperson für sich selbst einmal eine Auszeit benötigt und Urlaub von der Pflege macht. Bei der Kurzzeitpflege OHNE Pflegegrad ist dies nicht der Fall.
Deshalb haben Sie nur dann einen Anspruch,
- wenn bei schwerer Krankheit
- oder nach einem Krankenhausaufenthalt
alle anderen Maßnahmen wie zum Beispiel häusliche Krankenpflege nicht ausreichen.
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Wo erfolgt die Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad?
Die Kurzzeitpflege ist keine Pflege die zu Hause erfolgt, sondern in einer entsprechenden Pflegeeinrichtung wie zum Beispiel einem Pflegeheim.
Wer beantragt Kurzzeitpflege?
Bei Personen, die nach einem Krankenhausaufenthalt zur Kurzzeitpflege in ein Pflegeheim übergeben werden, wird oftmals schon vom Sozialdienst des Krankenhauses der Antrag auf Kurzzeitpflege OHNE Pflegegrad (Übergangspflege ohne Kassenleistung) gestellt.
Kurzzeitpflege kann aber auch von einem Pflegedienst, der betroffenen Person selbst oder einem Angehörigen beantragt werden.
Die Kurzzeitpflege OHNE Pflegegrad (Übergangspflege) muss bei der Krankenkasse beantragt werden. Ihre Krankenkasse kann Ihnen telefonisch Auskunft geben, ob Sie ein spezielles Formular benötigen oder ob Sie einen Vordruck sogar aus dem Internet herunterladen können.
Was kostet Kurzzeitpflege?
Die Kosten für eine Kurzzeitpflege sind von Pflegeeinrichtung zu Pflegeeinrichtung ganz unterschiedlich. Deshalb kann man nicht genau definieren, wie teuer eine Kurzzeitpflege ist.
- Die gesetzlichen Krankenkassen/Pflegekassen bezuschussen jedoch nur die Kosten für die Pflege.
- Zu den reinen Pflegekosten kommen noch die Hotelkosten (Zimmer + Verpflegung) sowie die Investkosten hinzu, die in jedem Fall selbst finanziert werden müssen.
- Egal ob Kurzzeitpflege MIT Pflegegrad oder OHNE – die Höhe der Kostenerstattung durch den Versicherungsträger ist gleich.
- Pflegekosten, die über die maximale Leistung der Krankenkasse hinausgehen, müssen selbst bezahlt werden.
- Der einzige Unterschied ist, dass Kurzzeitpflege OHNE Pflegegrad von der Krankenkasse bezahlt wird, Kurzzeitpflege MIT Pflegegrad dagegen von der Pflegekasse.
- Mein Lese-Tipp: Kurzzeitpflege mit dem Entlastungsbetrag verrechnen.
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Was bezahlt die Krankenkasse?
Die aktuellen Kostenerstattungs-Sätze für die Kurzzeitpflege entnehmen Sie bitte meinem Beitrag „Pflegestärkungsgesetz – Alle Pflegeleistungen auf einen Blick als Tabelle“.
Ein Rechenbeispiel
- Frau Mustermann hat eine schwere Krankheit und muss in einer Pflegeeinrichtung betreut werden.
- Die Krankenkasse hat ihr 4 Wochen Kurzzeitpflege genehmigt.
- Das Pflegeheim berechnet pro Tag 70,00 Euro für pflegebedingte Kosten sowie 22 Euro für Hotelkosten und 20 Euro für Investkosten jeweils täglich.
Beispielrechnung
An diesem fiktiven Beispiel möchte ich Ihnen zeigen, was Kurzzeitpflege kosten kann. Die Kosten für das Pflegeheim sind fiktiv und bei jeder Pflegeeinrichtung anders.
Leistung | Tage | Einzelpreis | Gesamtpreis |
1. Zuzahlung Pflegekosten | |||
Pflegekosten | 28 | 70 € | 1.960 € |
Abzüglich Erstattung durch Krankenkasse (Stand 01/2017) | 28 | ./. 1.612 € | |
Gesamt: Zuzahlung Pflegekosten privat | 348 € | ||
2. Kosten, die nicht von der Kasse bezahlt werden | |||
Hotelkosten (Zimmer + Verpflegung) | 28 | 22 € | 616 € |
Investkosten | 28 | 20 € | 560 € |
Gesamt: Zusätzliche Kosten | 1.176 € | ||
Gesamtkosten Kurzzeitpflege für 28 Tage | 1.524 € |
- Die Kosten für die Kurzzeitpflege trägt anteilmäßig die Krankenkasse in Höhe des gesetzlich geregelten Pflegezuschusses.
- Den Rest muss der Patient selbst bezahlen.
- Sollte der Patient nicht in der Lage sein, die restlichen zu bezahlenden Kosten selbst zu tragen, kann unter Umständen über das Sozialamt eine weitere Bezuschussung ermöglicht werden.
Für wen ist Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad geeignet?
Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad wird nur genehmigt, wenn die o. g. Kriterien erfüllt sind. Dann aber ist diese besonders geeignet für Personen:
- Die alleine leben und keine Betreuung im häuslichen Umfeld möglich ist.
- die ihren Partner pflegen aber aufgrund einer schweren Krankheit/Pflegebedürftigkeit selbst für eine vorübergehende Zeit pflegebedürftig werden. Hier ist dann zum Beispiel auch eine gemeinsame Kurzzeitpflege für beide Partner in einem Pflegeheim möglich.
Häufige Fragen zur Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad
Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad, auch bekannt als Übergangspflege, ermöglicht es Personen, die vorübergehend aufgrund einer schweren Krankheit oder eines Unfalls Unterstützung benötigen, Pflegeleistungen in Anspruch zu nehmen, ohne dass ein offizieller Pflegegrad vorliegt. Diese Form der Pflege ist besonders nützlich, wenn die häusliche Pflege vorübergehend nicht möglich ist und eine kurzfristige Betreuung in einer Pflegeeinrichtung erforderlich ist.
Anspruch auf Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad haben Personen, die:
– Aufgrund einer schweren Krankheit oder eines Unfalls kurzfristig pflegebedürftig sind.
– Nach einem Krankenhausaufenthalt Unterstützung benötigen.
– Alleine leben und keine Betreuung im häuslichen Umfeld möglich ist.
– Ihren pflegebedürftigen Partner pflegen und selbst vorübergehend pflegebedürftig werden.
Kurzzeitpflege mit Pflegegrad wird von der Pflegekasse finanziert und richtet sich an Personen, die einen offiziellen Pflegegrad haben. Im Gegensatz dazu richtet sich die Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad an Personen, die keinen Pflegegrad besitzen, aber dennoch kurzfristig Pflege benötigen. Die Finanzierung erfolgt hierbei über die gesetzliche Krankenkasse, und die Voraussetzungen für die Genehmigung unterscheiden sich erheblich.
Um Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad zu beantragen, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
– Eine schwere Krankheit oder ein Unfall, der eine vorübergehende Pflegebedürftigkeit verursacht.
– Nachweis, dass eine häusliche Pflege nicht ausreicht.
– Antragstellung bei der Krankenkasse mit allen erforderlichen Dokumenten.
– Zustimmung der Pflegeeinrichtung zur Aufnahme der Person.
Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad kann für maximal 8 Wochen pro Kalenderjahr beantragt werden. Diese Zeitspanne bietet ausreichend Raum, um sich von einem Krankenhausaufenthalt zu erholen oder eine geeignete Pflegesituation zu organisieren.
Die Kosten für Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad setzen sich aus Pflegekosten, Hotelkosten (Zimmer und Verpflegung) sowie Investkosten zusammen. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt die reinen Pflegekosten, während die Hotel- und Investkosten in der Regel selbst getragen werden müssen. Bei finanziellen Schwierigkeiten kann eine zusätzliche Unterstützung über das Sozialamt möglich sein.
Der Antrag auf Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad muss bei der zuständigen Krankenkasse gestellt werden. Dies kann durch den Sozialdienst des Krankenhauses, einen Pflegedienst, die betroffene Person selbst oder einen Angehörigen erfolgen. Es ist wichtig, alle erforderlichen Unterlagen vollständig einzureichen, um eine schnelle Bearbeitung zu gewährleisten.
Die Krankenkasse übernimmt die Pflegekosten, die in der Pflegeeinrichtung anfallen. Dazu gehören Leistungen wie medizinische Versorgung, persönliche Pflege und Betreuung. Die Kosten für Unterkunft, Verpflegung und Investitionen in der Pflegeeinrichtung müssen in der Regel selbst getragen werden, sofern keine zusätzlichen finanziellen Hilfen in Anspruch genommen werden.
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0 Kommentare zu „Kurzzeitpflege ohne Pflegegrad ✔️ Voraussetzungen, Kosten und Antrag“
Hallo HERR Beier!
Als erstes möchte ich mich vorstellen.
Mein Name Karin Semder, ich Pflege schon seit 8 Jahren Eine physisch kranke Frau die geistige Defizite hat. Wir haben für diese Frau Pflegegrad 2 bekommen zusätzlich 320 Euro für ambulantes betreutes Wohnen in Gastfamilie. Wir haben Kathleen sehr gefördert das sie zum Teil einige Sachen allein machen konnte. Wir nahmen sie mit in Urlaub, machten Ausflüge, kochen backen miteinander zu Geburtstag meiner Familie, Schulanfang, Hochzeit usw. Wir nahmen sie mit, Sie musste natürlich auch ihre Regeln einhalten, was ihr weniger passte. Wir haben aus dem 16 jährigen Mädchen die das Allgemeinwissen von einer 10 jährigen hatte, eine junge attraktive Frau gewonnen. Nun hatte sich das Blatt gedreht, weil es der alten Berufsbetreuerin nicht passte, das wir Verhinderungspflege bekamen. Es fand ein Betreuer Wechsel statt. Sie Verbot uns, das wir uns weiter um Kathleen kümmern sollen. Wir wären nur noch Vermieter nichts weiter. Sie hatte das ambulante betreute Wohnen in der Gastfamilie gekündigt. Wir haben aber Kathleen nicht allein gelassen. Diese ganze Problematik ging Kathleen sehr an die Nieren, dieser Druck von der neuen Betreuerin und Werkstätten hat sie seelisch zu Boden gedrückt. Sie wog 2022 84 Kilo jetzt wiegt sie 117 Kilo sie weint ständig und bettelt sie möchte weiter so leben wie früher. Nun zu meiner Frage
Die Betreuerin verlangt das ich von den Pflegegeld von 316 Euro Wäsche wasche, Fenster putze, einkaufe, Hausordnung, mit ihr kochen + die Pflege durchführe von der Körper Pflege hält sie nicht viel, kann sie auch nicht richtig.
Herr Beier
Ich weiß es hat sich viel in der Pflege
geändert, könnten Sie mir bitte schreiben was alles zur Grund Pflege dazugehört. Bitte entschuldigen Sie die Fehler
Meine Brille möchte nicht mehr. Ich bedanke mich in voraus.
Mit freundlichen Grüßen
Frau Semder
Zur Grundpflege gehört relativ viel. Es gehört dazu: die Körperpflege (duschen, baden, waschen, Mund und Zahnhygiene, Harr und Nagelpflege), Ernährung, Zubereiten von Mahlzeiten und Anreichen von Getränken, ggf. Hilfe beim Essen und Trinken. Ausscheidungen gehören auch dazu, beispielsweise Hilfe beim Toilettengang oder Wechsel von Inkontinenzmaterial. Bewegung und Lagerung, Hilfe bei der Mobilität, Wechsel der Liegeposition um Druckgeschwüre zu vermieden. Als letztes gehört noch die Kleidung dazu. also das an- bzw. ausziehen, sowie die Auswahl geeigneter Kleidung.
In Ihrem Fall würde ich ggf. mit dem Betreuungsgericht sprechen, welche Möglichkeiten es gibt um ggf. einen erneuten Wechsel des Betreuers zu bewerkstelligen.