Grad der Behinderung bei Multiple Sklerose – Tabelle, Vorteile & Leistungen

Behinderung bei Multiple Sklerose
Behinderung bei Multiple Sklerose:

Der Schweregrad der Beeinträchtigung durch Multiple Sklerose (MS) spielt eine zentrale Rolle bei der Festlegung vom Grad der Behinderung. Diese Einführung untersucht die Bedeutung dieser Bewertung im Kontext dieser neurologischen Erkrankung und beleuchtet ihre Auswirkungen auf das tägliche Leben und die soziale Integration.

Hat man bei Multiple Sklerose eine Behinderung?

Die Antwort auf diese Frage hängt davon ab, wie man Behinderung definiert. Im deutschen Recht wird eine Behinderung als eine “anhaltende Beeinträchtigung der körperlichen Funktionen, der geistigen Fähigkeiten oder der Sinnesfunktionen” definiert, die “die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft erschwert”.

Multiple Sklerose kann zu einer Vielzahl von körperlichen, geistigen und sensorischen Beeinträchtigungen führen, die die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft erschweren können. Dazu gehören beispielsweise:

Die Art und Schwere der Beeinträchtigungen sind bei jedem Multiple Sklerose-Patienten unterschiedlich und können sich im Laufe der Zeit ändern. In einigen Fällen können die Beeinträchtigungen so schwerwiegend sein, dass sie eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität darstellen.

Welche Formen von Multipler Sklerose gibt es?

Die Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die das Zentralnervensystem (ZNS) angreift. Das ZNS besteht aus Gehirn, Rückenmark und Sehnerven. Bei MS greift das Immunsystem die Myelinscheiden an, die die Nervenfasern schützen. Dies kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Sehstörungen, Muskelschwäche, Koordinationsstörungen und Taubheitsgefühle.

Es gibt drei Hauptformen der MS:

  • Schubförmig remittierende MS (RRMS): Diese Form ist die häufigste Form der MS und macht etwa 85 % aller Fälle aus. Bei RRMS kommt es zu Schüben, bei denen neue Symptome auftreten oder bestehende Symptome sich verschlimmern. Die Schübe können sich spontan zurückbilden, aber es ist möglich, dass sie dauerhafte Schäden hinterlassen.
  • Sekundär progrediente MS (SPMS): Diese Form entwickelt sich aus RRMS und macht etwa 10 % aller Fälle aus. Bei SPMS kommt es zu einem allmählichen Fortschreiten der Symptome, auch wenn es keine Schübe mehr gibt.
  • Primär progrediente MS (PPMS): Diese Form beginnt mit einem allmählichen Fortschreiten der Symptome und macht etwa 5 % aller Fälle aus. Bei PPMS kommt es nie zu Schüben.

Die Behandlung der MS zielt darauf ab, die Schübe zu kontrollieren und die Progression (das Fortschreiten) der Erkrankung zu verlangsamen. Die Behandlungsmöglichkeiten variieren je nach Form der MS.


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Behinderung bei Multiple Sklerose: Grad der Behinderung

Wie viel Prozent Behinderung bekommt man bei Multiple Sklerose?

Die Höhe des Grades der Behinderung (GdB) bei Multipler Sklerose (MS) richtet sich nach den zerebralen und spinalen Ausfallserscheinungen und nach dem Krankheitsverlauf.

Dazu gehören:

  • Zerebrale (das Gehirn betreffende) Ausfallserscheinungen
  • Sehstörungen, z. B. Gesichtsfeldausfälle, Doppelbilder, Einschränkung des Kontrastsehens
  • Gleichgewichtsstörungen, Gangstörungen
  • Sprachstörungen, z. B. Aphasie, Dysarthrie
  • kognitive Einschränkungen, z. B. Konzentrationsstörungen, Vergesslichkeit
  • Spinale (zur Wirbelsäule und Rückenmark gehörende) Ausfallserscheinungen
  • Lähmungen, Muskelschwäche
  • Sensibilitätsstörungen, z. B. Taubheitsgefühle, Missempfindungen
  • Blasen- und Darmstörungen
  • Krankheitsverlauf

Der GdB kann je nach Einschränkungen zwischen 30-60 liegen, bei schweren Verläufen auch höher.

Die Zahl und Schwere der Schübe und die daraus entstandenen Folgen werden individuell berücksichtigt.

GdB-Tabelle: Behinderung bei Multiple Sklerose (MS)

ErkrankungGdB Wert
Multiple Sklerose im FrühstadiumGdB 30-60
Multiple Sklerose im fortgeschrittenen Stadium  GdB 70-100
Quelle: Bundesamt für Justiz

Merkzeichen bei Schwerbehinderung aufgrund Multiple Sklerose

Die MS wird auch als die Krankheit mit den 1000 Gesichtern bezeichnet. Sie kann alle Teile des ZNS (Zentralnervensystems) betreffen und die Symptome können sehr vielseitig sein.

Je nach Verlaufsform und der damit verbundenen Funktionseinschränkungen könnten bei der Multiplen Sklerose Merkzeichen in Frage kommen.

Die Entscheidung, ob ein Merkzeichen zusteht, ist immer eine Einzelfallentscheidung, die von den jeweiligen Schweregraden der Behinderung und den Beeinträchtigungen der Betroffenen abhängt.

Behinderung bei Multipler Sklerose- Vorteile und Leistungen

Warum braucht man einen Behindertenausweis bei Multipler Sklerose?

Mit einem Grad der Behinderung gehen gewisse Nachteilsausgleiche (umgangssprachlich auch häufig Vorteile genannt) einher. Je höher der GdB desto höher ist beispielsweise der Steuervorteil durch den Behindertenpausch-Betrag

Unter bestimmten Voraussetzungen kann bei Multiple Sklerose ein Grad der Behinderung beantragt werden.

Was bringt ein Behindertenausweis bei Multiple Sklerose?

Ab einem GdB von 50 erhält man einen Schwerbehindertenausweis. Neben dem Steuervorteil gibt es noch 5 Tage mehr Urlaub für Erwerbstätige, 2 Jahre früherer Renteneintritt, verbesserter Kündigungsschutz, vergünstigte Eintrittspreise für öffentliche Einrichtungen etc.

Bereits ab einem GdB von 30 gilt für Betroffene:

Wenn diese infolge ihrer Behinderung den Arbeitsplatz nicht behalten können, oder keine geeignete Arbeit finden, können sie sich von der Agentur für Arbeit den Menschen mit einer Schwerbehinderung gleichstellen lassen.

Was bringt mir der jeweilige Grad der Behinderung bei Multiple Sklerose?

GdBNachteilsausgleich
GdB 20Steuerlicher Pauschbetrag 384 €
GdB 30Steuerlicher Pauschbetrag 620 €
GdB 40Steuerlicher Pauschbetrag 860 €
GdB 50Steuerlicher Pauschbetrag 1140 €, Sonderurlaub, Kündigungsschutz, Ermäßigte Eintrittsgelder, Erleichterungen bei der Ausbildung und Beschäftigung, Zugang zu speziellen Einrichtungen und Diensten
GdB 60Steuerlicher Pauschbetrag 1440 €, wie bei GdB 50 jedoch zusätzlich Berücksichtigung bei der Arbeitsplatzgestaltung
GdB 70Steuerlicher Pauschbetrag 1.780 €, sonst wie bei 60 70 mit Merkzeichen „G“: Fahrtkosten-Pauschbetrag – 900 Euro pro Jahr
GdB 80Steuerlicher Pauschbetrag 2.120 €, sonst wie bei 60 Fahrtkosten-Pauschbetrag – 900 Euro
GdB 90Steuerlicher Pauschbetrag 2.460 €, sonst wie bei 60
GdB 100Steuerlicher Pauschbetrag 2.860 €, sonst wie bei 60

Welche Nachteile bringt ein Behindertenausweis bei Multiple Sklerose?

Nachteile kann es beispielsweise im Arbeitsleben geben, wenn ein behinderter Mensch einen neuen Arbeitsplatz sucht. Zwar sind die Betriebe dazu angehalten Menschen mit einer Behinderung einzustellen, dennoch können Gründe vorgeschoben werden, die eine Einstellung dann verhindern.


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Behinderung bei Multiple Sklerose – Voraussetzungen

Wann kann man bei Multiple Sklerose einen Behindertenausweis beantragen?

Durch Multiple Sklerose können die Betroffenen erhebliche Beeinträchtigungen an der „Teilhabe am sozialen Leben haben“.

Die Einschränkungen können sehr unterschiedlich sein. Sie hängen von der Art und dem Schweregrad der Erkrankung ab.

Zu den häufigsten Einschränkungen gehören:

  • Bewegungseinschränkungen: MS kann zu Lähmungen, Muskelschwäche und Gleichgewichtsstörungen führen. Dadurch können MS-Patienten Schwierigkeiten haben, sich fortzubewegen, Treppen zu steigen oder öffentliche Verkehrsmittel zu nutzen.
  • Sprech- und Sprachstörungen: MS kann zu Sprech- und Sprachstörungen führen, wie z. B. Aphasie, Dysarthrie und Dysphagie. Dadurch können MS-Patienten Schwierigkeiten haben, sich zu verständigen und am sozialen Leben teilzunehmen.
  • Seh- und Hörstörungen: MS kann zu Seh- und Hörstörungen führen. Dadurch können MS-Patienten Schwierigkeiten haben, sich in ihrer Umgebung zurechtzufinden und am kulturellen Leben teilzunehmen.
  • Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen: MS kann zu Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen führen. Dadurch können MS-Patienten Schwierigkeiten haben, sich in neuen Situationen zurechtzufinden und am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Diese Einschränkungen können es MS-Patienten erschweren, am öffentlichen Leben teilzunehmen. Sie können Schwierigkeiten haben, zu arbeiten, sich fortzubilden, Freunde zu treffen oder Freizeitaktivitäten nachzugehen.

Bei MS wird meist ein GdB zwischen 30 und 60 vergeben, je nach Beeinträchtigung kann er jedoch auch 70-100 betragen.

Wann lohnt es sich, bei Multiple Sklerose einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen?

Der beste Zeitpunkt, um bei MS einen Behindertenausweis zu beantragen, ist so früh wie möglich. Dies liegt daran, dass der GdB, der Grad der Behinderung, bei MS mit der Zeit zunehmen kann. Wenn Sie den Antrag früh stellen, können Sie von den „Vorteilen“ des Schwerbehindertenausweises profitieren, sobald Sie sie benötigen.

Behinderung bei Multiple Sklerose – Antrag

Wie beantrage ich einen Schwerbehindertenausweis bei Multiple Sklerose?

Die Antragstellung ist relativ einfach. Sie müssen lediglich den Antrag auf die „Feststellung einer Behinderung“ bei Ihrem zuständigen Versorgungsamt downloaden oder sich diesen zuschicken lassen.

Welche Unterlagen brauche ich, um einen Schwerbehindertenausweis bei Multiple Sklerose zu beantragen?

Sie selbst müssen in der Regel keine Unterlagen bereitstellen. Das Versorgungsamt schreibt die im Antrag angegebenen Ärzte und Einrichtungen (z.B. Rehaklinik oder Krankenhäuser) an, um die notwendigen Berichte zu erhalten.

Wie funktioniert die Feststellung bzw. Einstufung der Behinderung bei Multiple Sklerose?

Die Feststellung des GdB bei Multiple Sklerose funktioniert so, dass das Versorgungsamt die Berichte und Unterlagen von den behandelten Ärzten und Einrichtungen nach Erhalt prüft und beurteilt.

Im Falle der Multiplen Sklerose ist hierfür die „Teilhabe am gesellschaftlichen und sozialen Leben“, sowie die zerebralen und spinalen Ausfallserscheinungen.

Zu dem kommen die körperlichen und psychischen Einschränkungen.

Bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises ist es wichtig, dass auch mögliche weitere Erkrankungen angegeben werden.

Diese werden bei der Begutachtung ebenfalls berücksichtigt und können Auswirkungen auf die Höhe des Grades der Behinderung haben.


 

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Behinderung bei Multiple Sklerose – Dauer der Gültigkeit

Wie lange gilt die Schwerbehinderung bei Multiple Sklerose?

  • Die Gültigkeitsdauer des Schwerbehindertenausweises beträgt in der Regel fünf Jahre. Anschließend muss der Antrag auf Verlängerung gestellt werden.
  • Bei einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes kann der Schwerbehindertenausweis vorzeitig verlängert werden. Dazu ist ein erneuter Antrag beim Versorgungsamt erforderlich.
  • Die Dauer der Schwerbehinderung bei MS kann nicht genau vorhergesagt werden. Es hängt von den individuellen Einschränkungen des Betroffenen und dem Krankheitsverlauf ab.
  • In der Regel nimmt die Schwere der Behinderung bei MS mit der Zeit zu. Dies liegt daran, dass die Erkrankung fortschreitet und zu weiteren Ausfallserscheinungen führen kann.
  • Bei einer schubförmigen MS kann es zu Schüben kommen, die zu einer Verschlechterung des Gesundheitszustandes führen. Nach einem Schub kann sich der Gesundheitszustand jedoch wieder verbessern.
  • Bei einer progressiven MS nimmt die Behinderung kontinuierlich zu.
  • Die Lebenserwartung von Menschen mit MS ist in der Regel nicht verkürzt. Allerdings kann die Erkrankung die Lebensqualität beeinträchtigen.

Kann der Grad der Behinderung bei Multiple Sklerose aberkannt werden?

Ja, der Grad der Behinderung (GdB) bei Multipler Sklerose (MS) kann aberkannt werden. Dies ist jedoch nur möglich, wenn die gesundheitlichen Einschränkungen, die zur Feststellung des GdB geführt haben, nicht mehr vorliegen.

Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn eine MS-Therapie wirksam ist und die Ausfallserscheinungen der Erkrankung deutlich zurückgehen. In diesem Fall kann das Versorgungsamt den GdB herabsetzen oder sogar ganz entziehen.

Auch wenn der Krankheitsverlauf stagniert oder sich sogar verbessert, kann der GdB herabgesetzt werden.

Die Entscheidung, ob der GdB bei MS aberkannt wird, trifft das Versorgungsamt. Dazu wird ein Gutachter beauftragt, der die gesundheitlichen Einschränkungen des Betroffenen erneut beurteilt.

Welchen GdB hat man bei Multiple Sklerose nach Heilungsbewährung?

Die Heilungsbewährung ist eine Frist, in der eine Behinderung anerkannt wird, auch wenn die zugrunde liegende Erkrankung noch nicht vollständig ausgeheilt ist. Bei MS beträgt die Heilungsbewährung in der Regel zwei Jahre. Das bedeutet, dass der Grad der Behinderung (GdB) für zwei Jahre anerkannt wird, auch wenn die MS noch aktiv ist.

Nach Ablauf der Heilungsbewährung überprüft das Versorgungsamt, ob die MS noch aktiv ist. Wenn die MS noch aktiv ist, wird der GdB in der Regel verlängert. Wenn die MS jedoch vollständig ausgeheilt ist, wird der GdB aberkannt.

Die Heilungsbewährung bei MS beruht auf der medizinischen Erkenntnis, dass unmittelbar nach der gesicherten Diagnose dieser Erkrankung eine erhebliche Behinderung vorliegt. In den meisten Fällen ist es jedoch möglich, die MS durch eine Behandlung so gut zu kontrollieren, dass die Behinderung nach zwei Jahren nicht mehr vorliegt.

Wenn Sie an MS erkrankt sind und die Heilungsbewährung abläuft, sollten Sie sich rechtzeitig an das Versorgungsamt wenden. Das Versorgungsamt wird Sie dann zu einer Begutachtung durch einen Arzt oder eine Ärztin einladen. Der Arzt oder die Ärztin wird feststellen, ob die MS noch aktiv ist.

Wann bekommt man bei Multiple Sklerose einen Schwerbehindertenausweis unbefristet?

In der Regel wird ein Schwerbehindertenausweis bei MS zunächst befristet für eine Dauer von längstens fünf Jahren ausgestellt. Dies ist gesetzlich so geregelt, um sicherzustellen, dass der Schwerbehindertenstatus regelmäßig überprüft wird.

Wenn die MS nach Ablauf der fünfjährigen Befristung weiterhin aktiv ist und die betroffene Person nach wie vor erhebliche Einschränkungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft aufweist, kann der Schwerbehindertenausweis unbefristet ausgestellt werden.

Die Entscheidung über die Ausstellung eines unbefristeten Schwerbehindertenausweises trifft das Versorgungsamt. Das Versorgungsamt kann die betroffene Person auffordern, sich einer Begutachtung durch einen Arzt oder eine Ärztin zu unterziehen. Der Arzt oder die Ärztin wird feststellen, ob die MS weiterhin aktiv ist und ob die betroffene Person weiterhin erhebliche Einschränkungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft aufweist.

In der Praxis ist es jedoch möglich, dass ein unbefristeter Schwerbehindertenausweis auch schon vor Ablauf der fünfjährigen Befristung ausgestellt wird. Dies ist zum Beispiel möglich, wenn die MS bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt diagnostiziert wird und sich die Symptomatik sehr schnell verschlechtert.

Im Folgenden sind einige Beispiele für Situationen, in denen ein unbefristeter Schwerbehindertenausweis bei MS ausgestellt werden kann:

  • Die MS ist seit mindestens fünf Jahren aktiv und die betroffene Person weist weiterhin erhebliche Einschränkungen der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft auf.
  • Die MS ist bereits zu einem sehr frühen Zeitpunkt diagnostiziert worden und die Symptomatik hat sich sehr schnell verschlechtert.
  • Die MS hat zu einer irreversiblen Behinderung geführt.

Behinderung bei Multiple Sklerose – Schwerbehinderung und Rente

Wie wirkt sich Schwerbehinderung auf die Rente aus?

Wenn im Rahmen des Multiple Sklerose ein GdB ab 50 festgestellt, gilt man als schwerbehindert. Dann kann der Betroffene ohne Abzüge zwei Jahre früher in Rente gehen.

Die Schwerbehinderung wirkt sich somit positiv auf das Renteneintrittsalter aus.

Erwerbsminderungsrente aufgrund von Multiple Sklerose

Multiple Sklerose kann eine erhebliche Einschränkung der Erwerbsfähigkeit darstellen. In schweren Fällen kann es zu einer dauerhaften Erwerbsminderung kommen, die den Bezug einer Erwerbsminderungsrente erforderlich macht.

Voraussetzungen für eine Erwerbsminderungsrente

Um eine Erwerbsminderungsrente zu erhalten, müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Sie müssen mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.
  • Sie müssen aufgrund von Krankheit oder Behinderung dauerhaft nicht mehr in der Lage sein, mindestens sechs Stunden täglich erwerbstätig zu sein.
  • Ihre Arbeitsfähigkeit muss auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt eingeschränkt sein.

Multiple Sklerose als Ursache für eine Erwerbsminderung

Multiple Sklerose (MS) ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems (ZNS). Sie kann zu einer Vielzahl von Symptomen führen, darunter Sehstörungen, Lähmungen, Fatigue (extreme Müdigkeit) und kognitive Einschränkungen.

Wenn MS die Arbeitsfähigkeit einer Person so stark beeinträchtigt, dass sie nicht mehr in der Lage ist, ihren bisherigen Beruf auszuüben, kann sie Erwerbsminderungsrente beantragen.

Es gibt zwei Arten der Erwerbsminderungsrente:

  • Vollständige Erwerbsminderungsrente (Rente 3): Sie erhalten diese Rente, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt nicht mehr mindestens drei Stunden täglich arbeiten können.
  • Teilweise Erwerbsminderungsrente (Rente 2): Sie erhalten diese Rente, wenn Sie auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt noch mindestens drei, aber nicht mehr sechs Stunden täglich arbeiten können.

Bekommt man mehr Rente bei einer Schwerbehinderung?

Unter gewissen Voraussetzungen können Schwerbehinderte Menschen zwei Jahre früher in Rente gehen, es greift dann die sogenannte „Schwerbehinderten-Rente“.

Um die Schwerbehinderten-Rente zu bekommen, müssen mindestens 35 Jahre Rentenbeiträge bezahlt worden sein und es muss ein GdB von mindestens 50 vorliegen.

Wann kann ein Schwerbehinderter in Rente gehen?

Schwerbehinderte Menschen bekommen einen Nachteilsausgleich, der es ihnen ermöglicht ohne Abzüge zwei Jahre früher in die Regelrente zu gehen, sofern die Voraussetzungen dafür erfüllt sind.

Neues Rentenpaket für Schwerbehinderte 2023 – Tabelle

BausteinLeistung
Abschlagsfreie Rente für Schwerbehinderte ab 60Schwerbehinderte Menschen, die vor 1952 geboren sind, können ab dem 1. Juli 2023 abschlagsfrei in Rente gehen. Dies gilt für Menschen mit einem Grad der Behinderung (GdB) von mindestens 50 und einer Wartezeit von mindestens 35 Jahren
Geringfügige Rentenabschläge bei vorzeitigem Renteneintritt  Schwerbehinderte Menschen, die vorzeitig in Rente gehen, müssen künftig nur noch geringfügige Rentenabschläge in Kauf nehmen. Die Abschläge werden auf maximal 10,8 Prozent begrenzt.
Höhere Rente für Schwerbehinderte  Die Rente für Schwerbehinderte wird ab dem 1. Juli 2023 um 0,7 Prozent erhöht. Dies gilt für alle Schwerbehinderten, unabhängig vom Grad der Behinderung.
Weitere Verbesserungen  – Erhöhung der Freibeträge für schwerbehinderte Menschen bei der Einkommensanrechnung   – Erhöhung des Zuschlags für Schwerbehinderte an die Rente wegen Erwerbsminderung

FAQ – Häufige Fragen rund um Behinderung bei Multiple Sklerose

Welchen GdB hat man bei MS nach 5 Jahren?

Sollte sich die MS im Laufe der 5 Jahren nicht verbessert oder verschlechtert haben, ändert sich der Grad der Behinderung nicht.
Die Höhe des GdB hängt von den individuellen Einschränkungen des Betroffenen und dem Krankheitsverlauf ab und kann zwischen 30 und 100 liegen.

Bringt ein Schwerbehindertenausweis bei MS Steuervorteile?

Ja, wer einen Schwerbehindertenausweis aufgrund der multiplen Sklerose erhalten hat, hat den GdB von 50 oder höher. Dafür liegt der Steuerfreibetrag bzw. Behindertenpauschbetrag 620 Euro (bei GDB 30) und 2840 Euro (bei GdB 95 und 100) im Jahr.

Welche finanziellen Hilfen gibt es bei MS noch?

Neben den Nachteilsausgleichen gibt es unter Umstände noch:
–        Erwerbsminderungsrente, sofern aufgrund der Behinderung kein Arbeiten im erlernen Beruf oder einem Beruf, der den Fähigkeiten und Kenntnissen entspricht, mehr möglich ist.
–        Schwerbehindertenrente, sofern die Voraussetzung der 35 Beitragsjahre zur Rentenkasse und der GdB von mindestens 50 erfüllt sind.
–        Zuschuss zum Arbeitsgerät, wenn für die Ausübung der Arbeit ein spezielles Arbeitsgerät benötigt wird.
–        Zuschuss zur Hausarbeit, sofern aufgrund der Einschränkungen die Arbeiten im Haushalt nicht mehr selbst verrichtet werden können

Bekommt man einen Pflegegrad aufgrund von MS?

Bei der Einstufung in einen Pflegegrad richtet sich die Höhe nicht nach der Erkrankung/Diagnose, sondern nach dem tatsächlichen Hilfsbedarf.
Je weiter die MS fortschreitet, desto höher ist der Hilfsbedarf der Betroffenen.
Die Höhe des Pflegerades kann deshalb zwischen PG 1 und PG 5 liegen.

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Fachautorin

Sandra Läpple

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